Schmerzen im Brustbereich, insbesondere beim Atmen, können beunruhigend sein. Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Funktion von Lunge und Herz zu überprüfen. Die Wirbelsäule, insbesondere die Brustwirbelsäule (BWS), kann ebenfalls eine Rolle spielen. Die BWS besteht aus 12 Wirbeln, die etwa auf Schulterhöhe beginnen und mit der untersten Rippe in der Mitte des Rückens enden. Blockaden oder Verspannungen in diesem Bereich können es Patienten erschweren, zwischen Herz-, Lungen- und anderen Ursachen zu unterscheiden.
Zusammenhang zwischen BWS und Brustschmerzen
Blockaden in der BWS oder Rippen können langfristig die Herzfunktion beeinträchtigen. Wenn eine Wirbelblockade wichtige Nerven im Rückenmark beeinträchtigt, kann das Herz leiden. Dies kann die Durchblutung und die Aktivität der Nerven, die zum Herzen führen, einschränken. Auch der Blutdruck kann steigen, meist aufgrund zusätzlicher Verspannungen in der Nackenmuskulatur. Es ist jedoch relativ selten, dass das Herz direkt von einer BWS-Blockade betroffen ist.
Oft entsteht das unangenehme Engegefühl in der Brust durch die Wirbelblockade selbst. Viele Patienten suchen daher bei stechenden, drückenden Schmerzen im Brustkorb zunächst einen Internisten auf und lassen ein EKG durchführen. Die BWS-Blockade als Ursache wird oft erst spät erkannt. Daher ist es wichtig, die Wirkung von Herzmedikamenten genau zu überwachen.
Ursachen für das BWS-Syndrom
Die Ursachen für ein BWS-Syndrom können von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu behandlungsbedürftigen Veränderungen der Wirbelsäule reichen. Oft verschwindet eine BWS-Blockade innerhalb weniger Tage von selbst, insbesondere bei kurzzeitiger Muskelüberlastung. Leichte Bewegung und Wärme können in solchen Fällen helfen.
Weitere Maßnahmen umfassen die manuelle Therapie (Chirotherapie). Vorsichtige Bewegungen in Richtung der Blockade können die Gelenke aus der blockierten Position befreien, wodurch die Wirbelsäule wieder mobiler wird und Rückenschmerzen nachlassen. Kurze, gezielte Impulse ergänzen die Therapie.
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Wichtig ist, dass manuelle Therapien nicht bei entzündlichen oder degenerativen Veränderungen wie Osteoporose oder Bandscheibenvorfällen durchgeführt werden dürfen, da dies zu Verletzungen der Wirbelsäule oder der Wirbelkörper führen kann.
Differenzialdiagnose: Organische Ursachen ausschließen
Es ist wichtig zu beachten, dass Druck auf der Brust auch ein Zeichen einer organischen Erkrankung sein kann und daher medizinisch abgeklärt werden sollte. Die Verwechslungsgefahr ist groß. Folgende Erkrankungen können als Auslöser in Frage kommen:
- Herz/Kreislauf: Akutes Koronarsyndrom (Angina pectoris), Herzinfarkt, Aortendissektion, Herzmuskelentzündung, Endokarditis, Perikarditis
- Lunge: Lungenembolie, Pneumonie (Lungenentzündung), Rippenfellentzündung, Pneumothorax
- Magen-Darm-Trakt: Gastroösophagealer Reflux, Speiseröhrenkrampf, Speiseröhrenruptur
- Knochen: Rippenbrüche, Prellungen, gebrochenes Brustbein
Weitere Ursachen für Druck auf der Brust
Eine der Hauptursachen für Dauerkontraktionen am Brustkorb und damit für Druck auf der Brust sind Folgeschäden alter Verletzungen. Auch wenn der Druck vorne am Brustkorb spürbar ist, liegt die Ursache oft hinten, da sich die einzigen Gelenke, über die die Rippen bewegt werden können, hinten befinden. Wenn diese nicht mehr bewegt werden können, kann sich der Brustkorb vorne nicht mehr heben und weiten. Dies führt häufig zu Verhärtungen, Verspannungen und Verklebungen in Muskeln, Faszien, Bändern und Haut, die sich mit der Zeit verfestigen.
Druck auf der Brust entsteht oft in psychisch belastenden Lebensumständen, da man sich in solchen Situationen stärker verspannt, insbesondere auf der Vorderseite. Eine reine Brustatmung (ohne Bauchatmung) mit Hochatmung führt zu einem hochgezogenen, aufgeblähten und unbeweglichen Brustkorb. Auch ungünstige Sitz- und Arbeitshaltungen können zu Engstellen am Brustkorb beitragen und so psychische Befindlichkeitsstörungen wie Bedrückung und Angst hervorrufen.
Ein quer verlaufender Ring um den Brustkorb kann auch durch jahrelanges Tragen zu enger BHs entstehen, da der untere Rand des BHs einschneidet und im Bindegewebe/Faszien von Haut und Unterhaut eine Rille bildet.
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Intercostalneuralgie als Ursache für Brustschmerzen
Eine weitere mögliche Ursache für Brustschmerzen ist die Intercostalneuralgie, bei der es sich um neurologische (nervenbedingte) Schmerzen handelt, die die Intercostalnerven (Nerven zwischen den Rippen) betreffen. Der Brustkorb besteht aus 12 Rippenpaaren, wobei der Raum zwischen den einzelnen Rippen als Intercostalraum bezeichnet wird.
Die Nervenschmerzen können durch eine mechanische Schädigung der Zwischenrippennerven entstehen, beispielsweise bei einem Rippenbruch oder bei Verletzungen im Rahmen einer Operation am Brustkorb. Auch neurologische Erkrankungen oder lang anhaltender Stress können die Intercostalnerven beeinträchtigen. Ebenso können Verhärtungen und Verspannungen im Zwerchfell sowie der Brust- oder Rückenmuskulatur eine Neuralgie bedingen, indem sie Druck auf die Nerven ausüben.
Symptome der Intercostalneuralgie
Typische Symptome einer Intercostalneuralgie sind stechende Schmerzen entlang der Rippen, die sich vor allem beim Atmen, bei Bewegung, Husten oder Druck auf den Brustkorb verstärken können. Die Schmerzen können unterschiedlich stark sein und die täglichen Aktivitäten erheblich beeinträchtigen. Zusätzlich können ein brennendes Gefühl, eine erhöhte Empfindlichkeit zwischen den Rippen sowie gelegentlich Muskelschwäche, Taubheitsgefühl oder Juckreiz im Rippenbereich auftreten.
Diagnose der Intercostalneuralgie
Die Diagnose der Intercostalneuralgie umfasst in der Regel eine Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt gezielt auf die Intercostalnerven Druck ausübt. Wenn dies Schmerzen auslöst, deutet dies auf eine Reizung einer oder mehrerer Nerven hin. Im nächsten Schritt gilt es, die Ursache für das Symptom zu ermitteln. Dafür gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Untersuchungsmethoden, wie beispielsweise Röntgenbilder, MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie).
Behandlung der Intercostalneuralgie
Die Therapie der Intercostalneuralgie richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Bei einer gebrochenen Rippe beispielsweise muss der Knochenbruch behandelt werden. Ergänzend ist eine Physiotherapie sinnvoll, um muskuläre Verspannungen im Rücken- und Brustbereich zu lösen und die Schmerzen zu reduzieren. Da es in vielen Fällen nicht möglich ist, die Ursache eindeutig festzustellen, kommt häufig eine rein symptomatische Therapie mit schmerzlindernden Mitteln zum Einsatz.
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Was kann man selbst gegen Intercostalneuralgie tun?
Zur Behandlung von Intercostalneuralgie kommen verschiedene Ansätze infrage, darunter Schmerzmittel, physikalische Therapien wie Wärmebehandlungen oder Elektrotherapie sowie Entspannungstechniken und Physiotherapie. Akupunktur und manuelle Therapien können ebenfalls Linderung verschaffen. Wichtig ist die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, denn nur so lassen sich die Symptome effektiv bekämpfen.
Weitere mögliche Ursachen für Brustschmerzen
Schmerzen im Brustbereich können viele Ursachen haben, da der Brustkorb komplex ist: Organe, Muskeln, Rippen und Brustdrüsengewebe. Einige Anzeichen können Hinweise darauf sein, was die Ursache für die Brustschmerzen ist. Treten die Beschwerden während der Menstruation oder der Schwangerschaft auf, könnten Hormone die Ursache sein. In Kombination mit Schwäche und Atembeschwerden sollten Herz- und Lungenerkrankungen ärztlich ausgeschlossen werden. Auch eine Virusinfektion kann Brustschmerzen verursachen.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- Muskulär-fasziale Spannungen: Zu hohe Spannungen in der Brustmuskulatur, den Zwischenrippenmuskeln und dem Zwerchfell können sich beim Atmen bemerkbar machen.
- Fehlhaltungen in der Wirbelsäule: Vom vielen Sitzen wird die Körpervorderseite eher eng und das Gewebe unnachgiebig. Wenn dann ein Rundrücken entsteht, muss die Rückenmuskulatur stärker anspannen, um den Körper aufrecht zu halten.
- Erkrankungen der Speiseröhre: Schmerzen hinter dem Brustbein mit Druckgefühl und Schluckbeschwerden können durch eine Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis) hervorgerufen werden.
- Hormonelle Veränderungen: Schmerzen in der Brustwarze sind meistens hormonell bedingt, insbesondere während der Schwangerschaft und Stillzeit.
Der Einfluss des BHs auf Brustschmerzen
Sogar der BH kann Schmerzen im Nacken oder im Bereich der Brustwirbelsäule auslösen. Wenn die BH-Träger zu eng sind und ins Fleisch einschneiden, drücken sie auf Muskeln, die verhärten, sowie auf Nervenbahnen. So können bei empfindlichen Menschen Nackenprobleme und Kopfschmerzen entstehen. Das ist besonders oft der Fall, wenn der BH eine schwere Brust tragen muss, denn das Gewicht geht zu Lasten der Träger.
Auch bei Problemen der Brustwirbelsäule kann der BH eine Ursache sein. Ist er zu eng, drückt der Verschluss auf ein oder zwei Brustwirbel. Die Nervenaustritte an den Wirbelkörpern werden irritiert und können bei bestimmten Bewegungen stechende Schmerzen erzeugen. Um Schmerzen zu vermeiden, nehmen wir oft eine Schonhaltung ein.
Die Lösung des Problems? BHs mit einem festeren Unterbrustband und hohem Steg, der die Brust stützt und so die Last von den Schultern nimmt. Verbreiterte Träger, die weich gepolstert sind, helfen auch, Nackenprobleme zu vermeiden.
Übungen zur Linderung von BWS-Schmerzen
Es gibt verschiedene Übungen, die helfen können, BWS-Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule zu verbessern. Hier sind einige Beispiele:
- Katze-Kuh-Übung: Im Vierfüßlerstand den Rücken abwechselnd rund machen (Katze) und durchhängen lassen (Kuh).
- Dehnung der Brustmuskulatur: Im Stehen oder Sitzen die Schultern und Arme nach vorne unten strecken und das Kinn leicht Richtung Kehlkopf ziehen.
- Rotation der Brustwirbelsäule: Im Vierfüßlerstand eine Hand unter dem Körper hindurch zum Schulterblatt des anderen Armes führen und dann den Arm Richtung Decke strecken.
- Dehnung auf dem Gymnastikball: Auf einem Gymnastikball sitzen und langsam nach vorne unten rollen, bis der gesamte Rücken und der Kopf auf dem Ball liegen.
Es ist wichtig, die Übungen aufmerksam und im schmerzfreien Bereich durchzuführen. Bei Unsicherheiten sollte man sich von einem Physiotherapeuten oder Arzt beraten lassen.