Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die von starken Kopfschmerzen begleitet wird und das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Frauen sind aufgrund ihrer hormonellen Schwankungen dreimal häufiger betroffen als Männer. Ein besonderes Augenmerk gilt der menstruellen Migräne, die im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus auftritt. In diesem Artikel werden wir die menstruelle Migräne, ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten näher beleuchten, insbesondere im Hinblick auf die Anwendung von Biofem und Mönchspfeffer.
Menstruelle Migräne: Definition und Symptome
Gemäß der internationalen Kopfschmerz-Klassifikation liegt eine menstruelle Migräne vor, wenn in mindestens zwei von drei aufeinanderfolgenden Zyklen eine Migräneattacke innerhalb von zwei Tagen vor Beginn der Menstruation bis drei Tage danach auftritt. Wenn Migräneattacken auch zu anderen Zeitpunkten im Zyklus auftreten, spricht man von menstruell assoziierter Migräne.
Betroffene Frauen leiden unter anfallsartigen, meist einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen, die aber auch beidseitig auftreten können. Begleitende Symptome sind Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Die menstruelle Migräne tritt meist im zweiten Lebensjahrzehnt auf und erreicht um das 40. Lebensjahr ihr Maximum.
Ursachen und Auslöser der menstruellen Migräne
Die genauen Ursachen der menstruellen Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass der Abfall der Hormonkonzentrationen von Östrogen und Gelbkörperhormonen (Progesteron) vor der Periode eine wichtige Rolle spielt. Auch Störungen in der Schmerzregulierung, im Prostaglandin- und Serotoninstoffwechsel sowie genetische und epigenetische Faktoren können beteiligt sein. Psychosomatische Aspekte, insbesondere das individuelle Stressverhalten, spielen ebenfalls eine Rolle.
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus): Eine traditionelle Heilpflanze
Der Mönchspfeffer, auch Keuschlamm genannt, ist eine Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae). Er wird traditionell zur Behandlung von hormonellen Beschwerden bei Frauen eingesetzt. Seine Wirksamkeit bei Menstruationsstörungen und zur Linderung des prämenstruellen Syndroms (PMS) ist gut dokumentiert. Insbesondere bei unregelmäßigen und schmerzhaften Regelblutungen (Dysmenorrhoe) und schmerzhaft geschwollener Brust (Mastodynie) hat sich Mönchspfeffer bewährt.
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Die getrockneten Keuschlammfrüchte wirken ähnlich wie der körpereigene Botenstoff Dopamin und können dadurch die Ausschüttung des Hormons Prolaktin senken. Dies unterstützt die Wiederherstellung des hormonellen Gleichgewichts und harmonisiert das Zyklusgeschehen. Symptome des Prämenstruellen Syndroms klingen ab. Mönchspfeffer reguliert in entsprechender Dosierung den Zyklus bei Kinderwunsch, da seine Wirkstoffe regulierend in den Hormonhaushalt eingreifen und die Hormone wieder in das natürliche Gleichgewicht bringen. Durch Senkung erhöhter Prolaktinspiegel kann das follikelstimulierende Hormon (FSH) für einen „pünktlichen“ Eisprung sorgen. In der zweiten Zyklushälfte kommt die körpereigene Progesteronbildung in Gang.
Biofem: Zusammensetzung und Anwendung
Biofem ist ein pflanzliches Arzneimittel, das zur Anwendung bei Rhythmusstörungen der Regelblutung, Spannungs- und Schwellungsgefühl in den Brüsten und monatlich erneut auftretenden Beschwerden vor Beginn der Regelblutung (Prämenstruelle Beschwerden) eingesetzt wird.
Eine Filmtablette Biofem enthält:
- 4 mg Keuschlammfrüchte-Trockenextrakt
- Weitere Inhaltsstoffe: Mikrokristalline Cellulose, Glucosesirup (sprühgetrocknet), Lactose-Monohydrat, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Macrogol 4000, Maisstärke, Hypromellose, Titandioxid (E171), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Eisen(III)-oxid (E 172)
Biofem hilft gegen Beschwerden vor und während der monatlichen Regelblutung, indem es:
- Regeltempoanomalien (Rhythmusstörungen der Monatsblutung) behebt.
- Mastodynie (spannende Brüste und Schwellungsgefühl) lindert.
- Beschwerden, die jeden Monat vor Eintritt der Monatsblutung auftreten (Prämenstruelle Beschwerden), vorbeugt oder abschwächt.
Es wird empfohlen, eine Tablette täglich, möglichst immer zur selben Zeit, mit ausreichend Flüssigkeit unzerkaut einzunehmen. Die Einnahme sollte über mindestens 3 Monatszyklen erfolgen, um eine zuverlässige Wirkung des Präparats zu gewährleisten.
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Biofem und Mönchspfeffer bei menstrueller Migräne
Obwohl Mönchspfeffer und Biofem primär zur Behandlung von PMS und Zyklusstörungen eingesetzt werden, stellt sich die Frage, ob sie auch bei menstrueller Migräne eine positive Wirkung entfalten können.
Da die menstruelle Migräne häufig mit hormonellen Schwankungen in Verbindung steht, insbesondere mit dem Abfall von Östrogen vor der Menstruation, könnte die regulierende Wirkung von Mönchspfeffer auf den Hormonhaushalt potenziell auch Migräneattacken beeinflussen. Durch die Senkung des Prolaktinspiegels und die Harmonisierung des Zyklusgeschehens könnte Mönchspfeffer dazu beitragen, das hormonelle Ungleichgewicht zu reduzieren, das möglicherweise Migräneattacken auslöst.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es derzeit keine spezifischen klinischen Studien gibt, die die Wirksamkeit von Mönchspfeffer oder Biofem bei der Behandlung von menstrueller Migräne belegen. Die vorliegenden Erkenntnisse basieren hauptsächlich auf der bekannten Wirkung von Mönchspfeffer auf den Hormonhaushalt und den Erfahrungen von Frauen, die das Präparat zur Behandlung von PMS und Zyklusstörungen einnehmen.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten der menstruellen Migräne
Neben pflanzlichen Präparaten wie Biofem und Mönchspfeffer gibt es verschiedene andere Behandlungsmöglichkeiten für die menstruelle Migräne. Dazu gehören:
- Schmerzmittel: Akute Migräneattacken können mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen, ASS oder Triptanen behandelt werden.
- Hormonelle Therapie: In einigen Fällen kann eine hormonelle Therapie mit Östrogen oder Gestagenen in Betracht gezogen werden, um den Hormonspiegel zu stabilisieren und Migräneattacken vorzubeugen.
- Nicht-medikamentöse Maßnahmen: Entspannungstechniken, Stressmanagement, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können ebenfalls dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren.
Wichtige Hinweise und Gegenanzeigen
Vor der Einnahme von Biofem oder anderen Mönchspfeffer-Präparaten sollte ein Arzt konsultiert werden, um mögliche Gegenanzeigen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.
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Biofem sollte nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Keuschlammfrüchte oder einen der weiteren Bestandteile
- Geschwülsten der Hirnanhangsdrüse (Hypophysentumoren)
- Brustkrebs (Mammakarzinom)
- Schwangerschaft oder Stillzeit
Die Einnahme von Biofem kann unter Umständen folgende Nebenwirkungen hervorrufen:
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Hautausschlag, Quaddelsucht, Juckreiz)
- Bauchbeschwerden (Übelkeit, Unterbauch- und Magenschmerzen)
- Kopfschmerzen
In seltenen Fällen kann es zu schweren Reaktionen wie Atemnot, Schluckbeschwerden und Gesichtsschwellungen kommen.
Biofem Filmtabletten sollten nicht zeitgleich oder kurz vor oder nach der Einnahme von Dopamin-Rezeptorantagonisten erfolgen, da sich die Wirkstoffe gegenseitig beeinflussen könnten. Die zeitgleiche oder kurz aufeinander folgende Einnahme anderer Arzneimittel sollte vorab mit einem Arzt abgeklärt werden.