Botox, bekannt als Mittel zur Faltenreduktion, wird auch zur Behandlung verschiedener medizinischer Probleme eingesetzt, darunter chronische Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Botox bei Migräne, Erfahrungen damit, Alternativen und gibt Informationen zu Anbietern in Leverkusen und Umgebung.
Was ist Botox und wie wirkt es?
Botox ist der Markenname für ein Medikament, das Botulinumtoxin A enthält. Dieses giftige Protein wird aus dem Bakterium Clostridium botulinum gewonnen. Es gibt auch andere Präparate mit Botulinumtoxin A, wie Dysport und Xeomin. Botox blockiert die Signalübertragung von Nerven zu Muskeln, wodurch sich verkrampfte und überaktive Muskeln entspannen.
Medizinische Anwendung von Botox
Botulinumtoxin wird seit 1979 medizinisch eingesetzt, zunächst zur Behandlung von Schielerkrankungen. Später, in den 1990er Jahren, folgte der Einsatz in der ästhetischen Chirurgie. Neben der Faltenbehandlung wird Botox auch bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
- Lidkrämpfe
- Schiefhals-Syndrom
- Armspastik nach Schlaganfall
- Blasenfunktionsstörungen bei Multipler Sklerose
- Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)
- Chronische Migräne
- Spitzfußstellung bei Kindern
- Vermehrtem Speichelfluss
- Speiseröhrenverkrampfungen
- Nächtliches Zähneknirschen
- Verschiedene Schmerzformen
Botox bei chronischer Migräne
Botox ist eine anerkannte Therapieoption für chronische Migräne, wenn Medikamente nicht ausreichend helfen. Es entspannt die Kopf- und Halsmuskulatur und hemmt möglicherweise die Ausschüttung von Botenstoffen, die bei Schmerzerkrankungen eine Rolle spielen. Die Behandlung ist nur zugelassen bei Kopfschmerzen, die die Kriterien der chronischen Migräne erfüllen (Kopfschmerzen ≥ 15 Tage pro Monat, davon mindestens 8 Tage mit Migräne) und auf prophylaktische Migränemedikation nur unzureichend ansprechen oder der Patient die Medikamente nicht vertragen hat.
Erfahrungen mit Botox bei Migräne
Viele Patienten berichten von einer deutlichen Reduktion der Kopfschmerztage und einer Verbesserung ihrer Lebensqualität durch die Botox-Behandlung. Ziel der Therapie ist es, die Zeit, in der Sie unter Kopfschmerzen leiden, zu reduzieren.
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Ablauf der Behandlung
Bei der Behandlung von chronischer Migräne werden kleine Mengen Botox in bestimmte Bereiche des Kopfes und Nackens injiziert. Die Wirkung tritt nach etwa 72 Stunden ein, die volle Wirkung nach vier bis sechs Wochen. Die Behandlung muss in der Regel alle drei Monate wiederholt werden.
Botox bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose)
Botox kann auch bei übermäßigem Schwitzen, insbesondere in den Achselhöhlen (Hyperhidrosis axillaris), eingesetzt werden. Es hemmt die Signalübertragung von den Nervenbahnen zu den schweißproduzierenden Zellen. Die Behandlung dauert etwa 20 Minuten für beide Achselhöhlen und der Erfolg hält in der Regel mehrere Monate an.
Weitere Anwendungsgebiete von Botox
Neben Migräne und Hyperhidrose kann Botox auch bei anderen Beschwerden eingesetzt werden:
- Zähneknirschen (Bruxismus): Botox kann die Kiefermuskulatur entspannen und so Schäden am Kauapparat vorbeugen.
- Schiefhals (Torticollis): Botox kann die verkrampfte Halsmuskulatur entspannen und die Kopfhaltung verbessern.
- Spastiken: Botox kann die Muskelspannung reduzieren und die Beweglichkeit verbessern.
Risiken und Nebenwirkungen von Botox
Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es auch bei Botox Risiken und Nebenwirkungen. Dazu gehören:
- Schwellungen und Blutergüsse an der Injektionsstelle
- Herabhängendes Augenlid oder Augenbraue (bei unsachgemäßer Injektion)
- Schluckbeschwerden (bei Injektionen am Hals)
- Kopfhalteschwäche
Es ist wichtig, dass die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.
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Wer sollte kein Botox bekommen?
- Schwangere und stillende Mütter
- Personen mit Allergien gegen Inhaltsstoffe der Injektionslösung
- Personen während einer Antibiotika-Therapie oder Behandlung mit Acetylsalicylsäure
- Menschen mit Myasthenie, einer Muskelschwäche
- Personen mit bestimmten Formen des Grünen Stars
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die Kosten für Botox-Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn eine Zulassung für die jeweilige Beschwerde vorliegt. Bei anderen Krankheitsbildern ist eine Kostenübernahme im Einzelfall nach Rücksprache mit der Kasse möglich. Für rein kosmetische Anwendungen übernehmen die Kassen in der Regel keine Kosten.
Botox-Behandlungen in Burscheid und Umgebung
In Burscheid und Umgebung gibt es zahlreiche Kliniken und Ärzte, die Botox-Behandlungen anbieten. Die Preise variieren je nach Klinik, Erfahrung des Arztes, verwendeter Botox-Marke und Qualität der Behandlung. Es lohnt sich, die Preise zu vergleichen und sich vor der Behandlung ausführlich beraten zu lassen.
Preis für Botox in Burscheid
Der Preis für eine Zone Botox beträgt in Burscheid durchschnittlich 182,07 €. Die Preise variieren zwischen 75 € und 250 € pro Zone.
Anbieter in Leverkusen und Umgebung
In Leverkusen und Umgebung gibt es mehrere Anbieter für Botox-Behandlungen. Dazu gehören:
- Arztpraxis Natürliche Schönheit, Leverkusen-Opladen: Spezialisiert auf Botulinumtoxin-Behandlungen und Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure. Facharzt Dr. med. Markus Hemstege bietet individuelle Behandlungspläne und legt Wert auf natürliche Ergebnisse. Die Praxis befindet sich in der zweiten Etage des Ärztehauses in Leverkusen-Opladen neben dem St. Remigius Krankenhaus.
- Weitere Ärzte und Kliniken in Leverkusen und Umgebung: Auf jameda und anderen Online-Portalen finden Sie eine Übersicht über weitere Ärzte und Kliniken, die Botox-Behandlungen anbieten.
Worauf Sie bei der Wahl eines Anbieters achten sollten
- Qualifikation und Erfahrung des Arztes
- Beratungsgespräch und individueller Behandlungsplan
- Verwendete Botox-Marke
- Hygienestandards der Praxis
- Preis und Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Alternativen zu Botox
Neben Botox gibt es auch andere Möglichkeiten zur Behandlung von Migräne und Falten:
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- Migräne: Medikamentöse Therapie, Akupunktur, Entspannungstechniken, Verhaltenstherapie
- Falten: Hyaluronsäure-Filler, Eigenfettunterspritzung, Eigenblutplasma-Gel, Milchsäure, Laserbehandlungen, operative Eingriffe
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