Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der Entzündungsprozesse die schützenden Nervenhüllen schädigen. Die Frage, inwieweit die Ernährung den Verlauf der MS beeinflussen kann, ist Gegenstand aktueller Forschung. Es gibt Hinweise darauf, dass entzündungshemmende Nahrungsmittel potenziell positive Auswirkungen haben könnten. In diesem Zusammenhang rückt auch das Gewürz Cayennepfeffer in den Fokus, dem verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden.
Entzündungshemmende Ernährung bei MS
Expertinnen und Experten vermuten, dass die Ernährung einen Einfluss auf die MS haben könnte, da verschiedene Inhaltsstoffe in unseren Lebensmitteln sich positiv auf Entzündungsprozesse im Körper auswirken können. Dazu gehören Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Viele pflanzliche Inhaltsstoffe wirken antioxidativ, das heißt, sie können den Körper vor aggressiven Sauerstoffverbindungen schützen, die Entzündungen im Körper anfeuern.
Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung
Sekundäre Pflanzenstoffe sind Farb- und Geschmacksstoffe in Pflanzen. Zu den bekanntesten Vertretern gehören:
- Flavonoide: Sie kommen in vielen Pflanzen vor und wirken antioxidativ und entzündungshemmend.
- Alliine: Dies sind schwefelhaltige Verbindungen, die für den typischen Geschmack von Zwiebeln, Knoblauch und Co. verantwortlich sind.
- Curcumin: Dieser Stoff ist in Kurkuma enthalten und wird als Gewürz und zum Färben von Lebensmitteln verwendet. Ihm werden vielfältige gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.
- Capsaicin: Dies ist der Scharfmacher in Chili und Paprikaschoten, der auch im Cayennepfeffer enthalten ist.
Auch viele Vitamine und Mineralstoffe können dazu beitragen, Entzündungen entgegenzuwirken. Darüber hinaus benötigt der Körper diese Nährstoffe für wichtige Funktionen. Sie unterstützen beispielsweise Stoffwechselvorgänge, sorgen für stabile Knochen und tragen zur Infektabwehr bei.
Fettsäuren und Entzündungsprozesse
Die Fette in unserer Nahrung setzen sich aus verschiedenen Fettsäuren zusammen. Auch diese spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation von Entzündungsprozessen im Körper. Im Fokus stehen dabei zwei Fettsäuregruppen: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Omega-6-Fettsäuren benötigt der Körper, um entzündungsfördernde Stoffe, wie beispielsweise Arachidonsäure, herzustellen. Omega-3-Fettsäuren können entzündungsemmend wirken. Die anti-entzündliche Diät zielt daher darauf ab, die Menge der „guten“ Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung zu erhöhen. Gute Quellen sind fette Seefische wie Makrele, Lachs und Hering; aber auch Pflanzenöle wie Raps-, Lein- oder Walnussöl. Eine gute Orientierung für gesunde und entzündungshemmende Lebensmittel bietet die mediterrane Ernährungsweise.
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Cayennepfeffer: Inhaltsstoffe und Wirkungen
Cayennepfeffer, gewonnen aus den getrockneten Früchten der Capsicum-Pflanze, enthält eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, darunter vor allem Capsaicin. Capsaicin ist ein Alkaloid, das für die Schärfe des Pfeffers verantwortlich ist und ihm verschiedene gesundheitliche Vorteile verleihen soll.
Zugeschriebene Wirkungen des Cayennepfeffers
Dem Cayennepfeffer werden traditionell folgende Wirkungen zugeschrieben:
- Anregung des Stoffwechsels und Beschleunigung der Fettverbrennung: Diese Behauptung ist wissenschaftlich umstritten und nicht ausreichend belegt.
- Senkung des LDL-Cholesterins: Auch hierfür gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise.
- Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen: Eine gesunde Ernährung und Lebensweise sind entscheidend für die Herzgesundheit, aber es gibt keine spezifischen Studien, die eine vorbeugende Wirkung von Cayennepfeffer auf Herzinfarkte und Schlaganfälle belegen.
- Hemmung von Entzündungen: Capsaicin kann entzündungshemmende Eigenschaften haben, die jedoch noch weiter erforscht werden müssen.
- Milderung von Kopfschmerzen: Capsaicin wird in einigen Schmerzmitteln eingesetzt, aber die Wirkung von Cayennepfeffer bei Kopfschmerzen ist nicht ausreichend untersucht.
- Stärkung des Immunsystems: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig für ein starkes Immunsystem, aber es gibt keine spezifischen Studien, die eine immunstärkende Wirkung von Cayennepfeffer belegen.
Capsaicin und seine potenziellen Effekte
Capsaicin wirkt als Externa schnell schmerzlindernd, obwohl es nach dem Auftragen anfangs schmerzt und wärmt, wodurch die Transporthemmung einer schmerzvermittelnden Substanz erzeugt wird. Studien belegen, dass Capsaicinanwedungen bei leichten bis mittelgradigen Arthroseschmerzen, vor allem an Knie und Hand, erfolgreich ist. Der schmerzlindernde Effekt wurde nach längerer Anwendung (20 Wochen) deutlicher.
Achtung: Kontakt mit Schleimhäuten wie Auge, Nase etc. ist zu vermeiden.
Studienlage zu Cayennepfeffer und MS
Die wissenschaftliche Studienlage zu Cayennepfeffer und Multipler Sklerose ist begrenzt. Es gibt keine spezifischen Studien, die die Wirkung von Cayennepfeffer auf den Verlauf der MS untersucht haben. Allerdings gibt es einige Studien, die die entzündungshemmenden Eigenschaften von Capsaicin untersucht haben, dem Hauptwirkstoff im Cayennepfeffer.
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Potentielle entzündungshemmende Effekte von Capsaicin
Capsaicin kann potenziell Entzündungen reduzieren. Capsaicin könnte möglicherweise die Aktivität von Entzündungsmediatoren reduzieren und somit Entzündungsprozesse im Körper beeinflussen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Ergebnisse hauptsächlich aus In-vitro-Studien oder Tierversuchen stammen und nicht unbedingt auf den Menschen übertragbar sind.
Einschränkungen der aktuellen Forschung
Die aktuelle Forschung zu Cayennepfeffer und seinen Inhaltsstoffen weist einige Einschränkungen auf:
- Mangel an klinischen Studien: Es gibt nur wenige klinische Studien am Menschen, die die Wirkung von Cayennepfeffer auf Entzündungen untersucht haben.
- Unklare Dosierung: Die optimale Dosierung von Cayennepfeffer für entzündungshemmende Zwecke ist nicht bekannt.
- Individuelle Unterschiede: Die Wirkung von Cayennepfeffer kann von Person zu Person variieren.
Weitere entzündungshemmende Maßnahmen bei MS
Neben der Ernährung gibt es weitere Maßnahmen, die bei MS entzündungshemmend wirken können:
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann Entzündungen reduzieren und die allgemeine Gesundheit verbessern.
- Stressbewältigung: Chronischer Stress kann Entzündungen fördern. Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga können helfen, Stress abzubauen.
- Schlaf: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Regeneration des Körpers und kann Entzündungen reduzieren.
- Vermeidung von Schadstoffen: Schadstoffe wie Feinstaub oder Zigarettenrauch können Entzündungen fördern.
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