CDL und Migräne: Ein umfassender Überblick über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Warnhinweise

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Ursachen sind vielfältig und die Behandlungsmöglichkeiten reichen von konventionellen Medikamenten bis hin zu alternativen Ansätzen. In den letzten Jahren hat die Chlordioxidlösung (CDL) als vermeintliches Allheilmittel an Popularität gewonnen, obwohl ihre Anwendung bei Migräne und anderen Erkrankungen höchst umstritten und potenziell gefährlich ist. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Migräne, die Rolle von CDL und gibt einen Überblick über sichere und effektive Behandlungsstrategien.

Was ist Migräne?

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, die sich durch pulsierende, oft einseitige Kopfschmerzen äußert, die von Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet sein können. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Typen der Migräne:

  • Migräne ohne Aura: Die häufigste Form, bei der die Kopfschmerzen ohne Vorwarnung auftreten.
  • Migräne mit Aura: Hier geht dem Kopfschmerz eine Vorstufe voraus, die sich in visuellen Störungen (z.B. Flimmern, Lichtblitze), sensorischen Veränderungen (z.B. Kribbeln) oder Sprachstörungen äußern kann.

Ein Migräneanfall kann zwischen 4 und 72 Stunden andauern.

Ursachen und Auslöser von Migräne

Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Bei der Migräne kommt es nach anfänglicher Engstellung von Gefäßen im Kopf zu einer anschließenden Weitstellung, was jetzt die eigentlichen Schmerzen verursacht. Umwelteinflüsse oder körpereigene Disharmonien, die eine Attacke hervorrufen können, nennt man Trigger. Zu den häufigsten Auslösern (Triggern) gehören:

  • Stress: Sowohl akuter als auch chronischer Stress kann Migräneattacken auslösen.
  • Hormonelle Veränderungen: Insbesondere bei Frauen können Schwankungen des Östrogenspiegels im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder den Wechseljahren Migräneattacken begünstigen. Eine Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin zeigte, dass betroffene Frauen während der Menstruation besonders große Mengen an CGRP bilden, eine körpereigene Substanz, die bei Migräne vermehrt ausgeschüttet wird und die Blutgefäße im Gehirn stark erweitert.
  • Ernährung: Bestimmte Nahrungsmittel und Getränke können Migräneattacken auslösen. Dazu gehören:
    • Alkohol (insbesondere Rotwein, Sekt und Champagner)
    • Käse (insbesondere lang gereifter Käse wie Tilsiter, Blauschimmel- und Briekäse)
    • Schokolade
    • Zitrusfrüchte
    • Verarbeitete Lebensmittel mit Zusatzstoffen wie Glutamat und Aspartam
    • Unregelmäßige Mahlzeiten: Sehr differenziert betrachten sollte man den Trigger "unregelmäßige Mahlzeiten".
  • Schlafstörungen: Sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf können Migräneattacken auslösen. Achten Sie auf einen geregelten Tagesablauf, da das Migränehirn Routine liebt, Unregelmäßigkeiten dagegen hasst! Achten Sie daher auch am Wochenende auf dieselben Schlaf- und Aufstehzeiten wie im Berufsalltag.
  • Umweltfaktoren: Wetteränderungen, grelles Licht, laute Geräusche und starke Gerüche können Migräneattacken auslösen. Wenn Sie an sonnigen Tagen eine längere Autofahrt vor sich haben oder z. B. eine Bootsfahrt unternehmen, denken Sie unbedingt an eine Sonnenbrille, um die Überreizung durch zu viel Licht bzw.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie z.B. die Antibaby-Pille, können Migräne auslösen oder verschlimmern. Manche davon hemmen die Aktivität des Histamin abbauenden Enzyms DAO, so dass bei Migränesymptomen nach Einnahme von Medikamenten auch immer abgeklärt werden sollte, inwiefern sich die betreffenden Arzneimittelwirkstoffe auf den Histamin-DAO-Haushalt auswirken können.
  • Histaminintoleranz: Wenn sich eine Migräne pünktlich nach dem Genuss von Rotwein einstellt, Weißwein und andere Alkoholquellen hingegen deutlich weniger Probleme bereiten, dann könnte es sein, dass sich die Krankheit hier infolge einer sog. Im Rotwein entstehen im Laufe der alkoholischen Gärung reichlich Histamine, die zur Stoffklasse der sog. biogenen Amine gehören. Normalerweise werden Histamine im menschlichen Organismus wieder auf ein gesundes Maß abgebaut, was vom körpereigenen Enzym Diaminoxidase (DAO) erledigt wird. Viele Menschen reagieren jetzt mit Fließschnupfen, Verdauungsbeschwerden, Herzklopfen uvm. Manche aber auch mit einer Migräne. Nicht umsonst wird diese auch zu den sog.

Konventionelle Behandlung von Migräne

Die konventionelle Behandlung von Migräne umfasst in der Regel:

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  • Akutbehandlung: Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Paracetamol), Triptane (spezifische Migränemittel, die die Blutgefäße im Gehirn verengen) und Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen). Anschlieend werden Ihnen Schmerzmittel und/oder Medikamente auf Basis sog.
  • Prophylaktische Behandlung: Medikamente, die die Häufigkeit und Schwere von Migräneattacken reduzieren sollen. Dazu gehören Betablocker, Antidepressiva, Antiepileptika und CGRP-Inhibitoren.

Allerdings bringen diese Medikamente sehr oft Nebenwirkungen wie Schwindel, Hitzewallungen, Herzklopfen und Schwächeanfälle mit sich, so dass viele Menschen unter Einwirkung dieser Arzneimittel zwar unter weniger Schmerzen leiden, jedoch nach wie vor nicht in der Lage sind, ihren Alltag zu bewältigen. Denn was wäre die Alternative? Jahre- oder jahrzehntelang Medikamente zu nehmen? Seinem Körper die Nebenwirkungen der starken Arzneimittel zumuten? Werden jedoch zu oft Kopfschmerzmedikamente in hoher Dosierung eingenommen, kann es zum sog.

Chlordioxidlösung (CDL): Ein gefährliches "Allheilmittel"

In Internetforen wird Chlordioxid-Lösung (CDL oder englisch: CDS - Chlorine Dioxide Solution) auch beschönigend als "Miracle Mineral Supplement" (MMS) bezeichnet - und als ein Allheilmittel angepriesen, das auch Schutz vor dem Coronavirus bieten soll, wenn Erwachsene und Kinder es oral einnehmen. Viele Menschen schwören auf mit Wasser verdünntes Chlordioxid als Allheilmittel, zum Beispiel gegen Malaria, Krebs, Ebola oder aktuell auch gegen Corona. Doch die Meldungen über Vergiftungen nehmen zu.

Was ist Chlordioxid?

Chlordioxid ist eine chemische Verbindung, die aus Natriumchlorit und einer Säure (zum Beispiel Salzsäure) gewonnen wird. Es handelt sich um ein starkes Oxidationsmittel, das in der Industrie zur Desinfektion von Wasser und Oberflächen eingesetzt wird.

Warum ist CDL gefährlich?

Die Einnahme von CDL ist hochgefährlich und kann zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Die häufigsten Symptome bei einer Vergiftung mit Chlordioxid sind Husten, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schleimhautreizungen im Mund-, Nasen- und Rachenraum. Bei der Einnahme von CDL kann es zu Verätzungen im Mund-und-Rachen-Bereich sowie in Speiseröhre und Magen kommen. Wird Chlordioxid Kindern verabreicht, dann können die Schäden viel gravierender sein als bei Erwachsenen. Wenn ein Bleichmittel zum Beispiel einen Stoff bleichen kann, dann hat es auch die Fähigkeit biologisches Gewebe zu zerstören. Daher kann bei Einnahme von CDL Gewebe in Mund und Rachen absterben. Zudem kann eine Chlordioxid-Lösung im Körper giftig wirken, weil es die roten Blutkörperchen schädigen kann und so die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.

Warnungen vor CDL

Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Deutschland sowie die Behörden in der Schweiz, in Österreich, Amerika und Südamerika warnen vor der Einnahme dieser Substanz. Expertinnen und Experten sind sich einig: Finger weg!

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Falsche Heilsversprechen

In vielen Internetforen wird behauptet, mit CDL könne man sich kaum vergiften - und eventuelle Symptome wie Erbrechen oder Durchfall seien "Entgiftungssymptome", die zeigten, dass das Produkt wirke. Diese Behauptungen sind falsch und gefährlich. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass CDL irgendeine positive Wirkung auf die Gesundheit hat.

Alternative und ergänzende Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne

Neben der konventionellen Behandlung gibt es eine Reihe von alternativen und ergänzenden Behandlungsmöglichkeiten, die bei Migräne helfen können:

  • Magnesium: Eine sehr häufige Ursache für Migräneattacken ist ein chronischer Magnesiummangel. Studien haben gezeigt, dass Magnesium die Häufigkeit und Schwere von Migräneattacken reduzieren kann. Die Patienten befanden sich im Alter zwischen 20 und 55 Jahren und berichteten von zwei bis fünf Attacken pro Monat. 30 der 40 Patienten erhielten im Verlauf der Studie täglich 600 mg Magnesium. Der Versuchszeitraum beider Untersuchungsgruppen umfasste insgesamt drei Monate. Die der Behandlung folgende Analyse erbrachte, dass jene Teilnehmer, die das Magnesiumpräparat erhalten hatten, erheblich seltener Migräneanfälle erlitten, als die Placebo-Gruppe. Ganzheitliche bzw. Man nimmt verstärkt magnesiumreiche Lebensmittel zu sich (z. B. Man nutzt das optimale Calcium-Magnesium-Verhältnis der Sango Meeres Koralle, deren Mineralstoffe sehr gut resorbiert werden und in hoher Bioverfügbarkeit vorliegen. Wer sich zusätzlich aus Gerstengrassaftpulver täglich einen Drink macht, versorgt sich bei 15 g Pulver (= 2 EL) mit weiteren ca.
  • Vitamin B2 (Riboflavin): Vitamin B2 ist wichtig für die Energieproduktion in den Zellen und kann bei Migräne helfen. Zusätzlich könnte ein Vitamin-B-Komplex-Präparat hilfreich sein, da auch Vitamin B2 zur Migräneprävention wichtig ist.
  • Coenzym Q10: Coenzym Q10 ist ein Antioxidans, das die Zellen vor Schäden schützt und bei Migräne helfen kann. Genauso könnte Coenzym Q10 eine gute Idee sein.
  • PEA (Palmitoylethanolamid): Sie könnten außerdem PEA testen (Palmitoylethanolamid). Der Stoff kann auch als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Waren die Schmerzen nach 2 Stunden noch da, konnte eine weitere Dosis genommen werden.
  • Pfefferminzöl: Gegen den akuten Migräneschmerz kann 10-prozentiges Pfefferminzöl an den Schläfen aufgetragen werden. Bereits in einer Studie aus dem Jahr 1996 hat sich dieses in einer Dosierung von 5 Tropfen als ebenso wirksam erwiesen wie Paracetamol (1000 mg). Halten Sie sich zehnprozentiges Pfefferminzöl bereit.
  • Mutterkraut und Weidenrinde: Man verabreichte den Probanden zweimal täglich 300 mg Mutterkraut mit 300 mg Weidenrinde in einem Fertigpräparat. Die Schmerzen hatten sich bei allen Teilnehmern um fast 40 % nach 6 Wochen und um mehr als 60 % nach 12 Wochen reduziert.
  • Pestwurz: Eine weitere Heilpflanze gegen Migräne stellt die Pestwurz dar.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training und Yoga können helfen, Stress abzubauen und Migräneattacken vorzubeugen.
  • Akupunktur: Akupunktur kann bei manchen Menschen mit Migräne helfen, die Häufigkeit und Schwere der Attacken zu reduzieren.
  • Ernährungsumstellung: Eine Ernährungsumstellung, bei der bestimmte Trigger vermieden werden und entzündungshemmende Lebensmittel bevorzugt werden, kann bei Migräne hilfreich sein. Ernähren sie sich basenüberschüssig und planen Sie - z. B. nach Ihrer Darmsanierung - eine Entsäuerung.

Tipps zur Vorbeugung von Migräne

Neben den genannten Behandlungsmöglichkeiten gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, um Migräneattacken vorzubeugen:

  • Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch: Notieren Sie, wann Ihre Migräneattacken auftreten, welche Symptome Sie haben und welche Faktoren die Attacken möglicherweise ausgelöst haben. Unsere Hinweise in diesem Artikel werden Ihre Chance, dass Sie Ihren persönlichen Trigger bzw. Ihre persönliche Migräne-Ursache finden, enorm erhöhen.
  • Vermeiden Sie bekannte Trigger: Wenn Sie wissen, welche Faktoren bei Ihnen Migräneattacken auslösen, versuchen Sie, diese zu vermeiden. Meiden Sie Lebensmittel, die Histamin oder andere biogenen Amine enthalten. Lassen Sie alle Fertigprodukte/Fertiggetränke links liegen, die Glutamat und/oder Aspartam enthalten.
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus: Gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende.
  • Essen Sie regelmäßig: Vermeiden Sie lange Pausen zwischen den Mahlzeiten. Essen Sie regelmäßig gesunde Mahlzeiten. Achten Sie darauf, dass Sie mindestens alle fünf Stunden essen, um längere Fastenperioden zu vermeiden.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser: Trinken Sie über den Tag verteilt 1,5 Liter oder mehr Wasser.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig: Regelmäßige Bewegung kann helfen, Stress abzubauen und Migräneattacken vorzubeugen.
  • Vermeiden Sie Stress: Sorgen Sie für ausreichend Entspannung und Stressabbau in Ihrem Leben. Vermeiden Sie Stress, indem Sie sich beispielsweise ab sofort nur noch realistische und keine zu hohen Ziele stecken.
  • Optimieren Sie Ihre Magnesiumversorgung!
  • Integrieren Sie hochwertige Öle in Ihre Ernährung, die Sie mit ausreichend Gamma- und Alpha-Linolensäuren versorgen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Koffeinkonsum maßvoll bleibt. Wenn Sie sich das Kaffeetrinken abgewöhnen möchten, sollten Sie das - wenn Sie gleichzeitig zu Migräne neigen - schrittweise und nicht plötzlich tun.

Pflanzliche Mittel und Lebergesundheit: Vorsicht geboten

Pflanzliche Mittel können wie alle Medikamente zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und allergischen Reaktionen führen. Neben anderen Organen kann auch die Leber geschädigt werden. Möglicherweise leberschädigende Eigenschaften wurden gefunden bei: Schöllkraut, Kava-Kava, Meerträubchen, Gamander, Bärlapp, Chaparral, Poleiminze, Minze, Maulbeerbaum, Vogelleimdistel, Ox Eye Daisy, Gummidistel, Kreuzdorn, Süßholzwurzel und zahlreichen Kräutern und Tees, die Pyrolizidin-Alkaloide enthalten.

Risikofaktoren:

  • Patienten mit entsprechender genetischer Veranlagung
  • Menschen, die Naturheilmittel überdosieren, länger konsumieren als vorgesehen oder unkontrolliert neben ihren schulmedizinischen Medikamenten einnehmen.
  • Riskant sind auch Präparate und Kräutermischungen aus unkontrollierten Quellen (z.B.

Empfehlungen:

  • Meiden Sie Naturheilmittel unklarer Herkunft (z.B. aus dem Internet).
  • Lesen Sie immer den Beipackzettel Ihres Naturheilmittels.
  • Vermeiden Sie, pflanzliche Mittel überzudosieren oder länger zu nehmen als vorgeschrieben.
  • Wenn Sie chemisch definierte („schulmedizinische“) Arzneimittel nehmen, können Naturheilmittel zu Wechselwirkungen führen.
  • Setzen Sie das Mittel sofort ab und kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt.

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