Cefuroxim und Epilepsie: Wechselwirkungen, Anwendungen und wichtige Hinweise

Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Cefuroxim, einem Antibiotikum, und mögliche Wechselwirkungen mit Epilepsie. Es werden die Anwendungsgebiete, Wirkungsweise, Dosierung, Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Cefuroxim detailliert beschrieben. Ebenso werden wichtige Hinweise zur Einnahme und zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gegeben.

Was ist Cefuroxim und wofür wird es angewendet?

Cefuroxim ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine der zweiten Generation. Es wirkt gegen ein breites Spektrum von Bakterien und wird daher bei verschiedenen Infektionen eingesetzt. Cefuroxim verhindert, dass Bakterien eine gesunde Zellwand bilden, was zum Absterben der Erreger führt.

Cefuroxim wird zur Behandlung folgender Infektionen angewendet:

  • Akute Streptokokken-Tonsillitis und -Pharyngitis
  • Akute bakterielle Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündung
  • Akute Verschlechterung einer chronischen Bronchitis
  • Harnwegsinfekte
  • Unkomplizierte Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes
  • Bakterielle Meningitis
  • Lyme-Borreliose

Anwendung und Dosierung von Cefuroxim

Cefuroxim kann oral oder intravenös verabreicht werden. Die orale Einnahme erfolgt in Form von Tabletten (Cefuroximaxetil) oder als Suspension. Die Dosierung hängt von der Art und Schwere der Infektion sowie vom Alter und Gewicht des Patienten ab.

  • Erwachsene: Die übliche Dosis beträgt zweimal täglich 250 mg bis 500 mg Cefuroxim. Bei schweren Infektionen kann die Tagesdosis auf bis zu 6 g erhöht werden.
  • Kinder: Kinder erhalten in der Regel zweimal täglich 10 bis 15 mg Cefuroxim pro kg Körpergewicht. Die maximale Tagesdosis beträgt 250 mg.

Die Einnahme von Cefuroxim sollte kurz nach einer Mahlzeit erfolgen, da dies die Aufnahme des Wirkstoffs verbessert. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 5 bis 10 Tage, bei Lyme-Borreliose mindestens 14 Tage.

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Nebenwirkungen von Cefuroxim

Wie alle Medikamente kann auch Cefuroxim Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen betreffen vorwiegend den Magen-Darm-Trakt. Auch allergische Reaktionen und vermehrtes Wachstum von Hefepilzen werden häufig beobachtet.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Vermehrtes Wachstum von Candida
  • Eosinophilie
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen
  • Vorübergehender Anstieg der Leberenzymwerte

Gelegentlich treten folgende Nebenwirkungen auf:

  • Positiver Coombs-Test
  • Thrombozytopenie
  • Leukopenie
  • Hautausschläge
  • Erbrechen

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen sind:

  • Vermehrung von Clostridium difficile
  • Hämolytische Anämie
  • Arzneimittelfieber
  • Serumkrankheit
  • Anaphylaxie
  • Jarisch-Herxheimer-Reaktion
  • Pseudomembranöse Kolitis
  • Gelbsucht
  • Hepatitis
  • Nesselsucht
  • Juckreiz
  • Erythema multiforme
  • Stevens-Johnson-Syndrom
  • Toxische epidermale Nekrolyse
  • Angioneurotisches Ödem

Wechselwirkungen von Cefuroxim mit anderen Arzneimitteln

Cefuroxim kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Arzneimittel, die die Magensäure reduzieren, können die Bioverfügbarkeit von Cefuroxim beeinflussen. Cefuroxim kann die Wirkung von Östrogenen und oralen Kontrazeptiva vermindern. Bei gleichzeitiger Gabe von oralen Blutverdünnern kann es zu einem Anstieg der Internationalen Normalisierten Ratio (INR) kommen.

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Die gleichzeitige Anwendung von Cefuroxim mit Probenecid ist nicht empfohlen, da dies zu einer erhöhten Cefuroxim-Konzentration im Serum führen kann. Auch mit anderen Antibiotika wie Tetrazyklinen, Erythromycin, Chloramphenicol oder Sulfonamiden sollte Cefuroxim nicht kombiniert werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Schleifendiuretika oder potenziell nierenschädigenden Arzneimitteln sollte die Nierenfunktion regelmäßig kontrolliert werden.

Kontraindikationen von Cefuroxim

Cefuroxim darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Cefuroxim, Cefuroximaxetil oder andere Cephalosporine
  • Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen gegen andere Betalaktam-Antibiotika
  • Intraarterielle Gabe
  • Eingeschränkter Nierenfunktion (nur nach Anpassung)

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Cefuroxim nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Cefuroxim und Epilepsie: Mögliche Wechselwirkungen und Risiken

Ein wichtiger Aspekt bei der Anwendung von Cefuroxim ist die mögliche Wechselwirkung mit Epilepsie. Einige Antibiotika, insbesondere Penicillin, Carbapeneme und Ciprofloxacin, können bei Patienten mit Epilepsie das Risiko für Krampfanfälle erhöhen.

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Es gibt Berichte über Todesfälle, bei denen Patienten nach der Gabe von Antibiotika in einen Status Epilepticus gefallen sind.

  • Penicillin: Bei bekannter Niereninsuffizienz oder vorherigen epileptischen Anfällen wird die Gefahr von wiederholten Anfällen auf bis zu zehn Prozent geschätzt.
  • Carbapeneme: Carbapeneme der vierten Generation, speziell Imipenem, sollten bei Patienten mit Niereninsuffizienz, Hirnläsionen oder Epilepsie vermieden werden. Ist die Gabe unvermeidlich, sollte der Spiegel im Blut sorgfältig überwacht werden, um eine Vergiftung zu verhindern.
  • Ciprofloxacin: Bei bekannter Epilepsie in der Anamnese sollte Ciprofloxacin nach Möglichkeit vermieden werden.

Einige Antibiotika können auch Wechselwirkungen mit Antiepileptika eingehen und deren Wirkung beeinflussen. Carbapeneme wie Meropenem, Imipenem oder Ertapenem sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da sie die Spiegel von Valproinsäure (Orfiril®, Depakine®) senken können.

Bei der Auswahl eines Antibiotikums für Patienten mit Epilepsie sollten daher die möglichen Risiken und Wechselwirkungen sorgfältig berücksichtigt werden. Es ist wichtig, die Anamnese des Patienten zu berücksichtigen und gegebenenfalls den Spiegel von Antiepileptika im Blut zu überwachen.

Alternativen zu Cefuroxim

Wenn Cefuroxim aufgrund von Kontraindikationen oder Wechselwirkungen nicht geeignet ist, stehen verschiedene alternative Antibiotika zur Verfügung. Die Wahl des geeigneten Antibiotikums hängt von der Art der Infektion, der Empfindlichkeit der Erreger und dem individuellen Zustand des Patienten ab.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Cefuroxim

  • Nehmen Sie Cefuroxim immer genau nach Anweisung des Arztes ein.
  • Schlucken Sie die Tabletten im Ganzen mit Wasser.
  • Nehmen Sie Cefuroxim kurz nach einer Mahlzeit ein.
  • Halten Sie sich an die empfohlene Dosierung und Behandlungsdauer.
  • Informieren Sie Ihren Arzt über alle anderen Medikamente, die Sie einnehmen.
  • Achten Sie auf mögliche Nebenwirkungen und informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Beschwerden haben.
  • Brechen Sie die Einnahme von Cefuroxim nicht ohne Anweisung Ihres Arztes ab.

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