Chicorée bei Migräne: Natürliche Unterstützung und Ernährungstipps

Migräne ist eine komplexe neurovaskuläre Erkrankung, die durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzattacken gekennzeichnet ist. Diese Attacken können von einer Reihe weiterer Symptome begleitet sein, darunter Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen. Da diese Symptome teils über mehrere Tage andauern können, ist die Prävention von Migräneattacken von großer Bedeutung. Neben medikamentösen Behandlungen rückt die Ernährung zunehmend in den Fokus der Migräneprophylaxe. Hierbei spielt Chicorée eine interessante Rolle, sowohl als potenzielles natürliches Mittel als auch als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.

Chicorée: Ein vielseitiges Gemüse mit gesundheitlichen Vorteilen

Chicorée (Cichorium intybus) ist ein vielseitiges Wintergemüse, das ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und im 19. Jahrhundert in Belgien kultiviert wurde. Er zeichnet sich durch seinen leicht bitteren, nussigen Geschmack und seine knackige Textur aus. Chicorée kann sowohl roh in Salaten als auch gebraten oder überbacken verwendet werden.

Nährwerte und Inhaltsstoffe

Chicorée ist nicht nur schmackhaft, sondern auch ein echtes Kraftpaket in Bezug auf seine gesundheitlichen Vorteile. Er enthält Bitterstoffe wie Intybin, die die Verdauung fördern und die Produktion von Magensäure sowie Gallenflüssigkeit anregen. Zudem ist er kalorienarm und reich an Ballaststoffen, Vitaminen (A, C und K) sowie Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium. Diese Inhaltsstoffe stärken das Immunsystem, unterstützen die Herzgesundheit und regulieren den Blutzuckerspiegel.

Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Vitamin A. Bereits 100 g Chicorée können bis zu 572 µg Vitamin A enthalten. Dieses Vitamin ist nicht nur wichtig für die Haut und Schleimhäute, sondern auch elementar für das Zellwachstum und die Funktionsweise der Augen.

Chicorée und die Darmgesundheit

Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff des Chicorées ist Inulin. Inulin ist ein Ballaststoff, der von Bifidobakterien als Energiequelle genutzt werden kann. Bifidobakterien spielen eine wichtige Rolle in unserem Darmmikrobiom. Durch die Förderung dieser Bakterien kann Inulin somit zur Darmgesundheit beitragen. Eine Studie untersuchte den Effekt einer Nahrungsergänzung mit Inulin auf Migräne, Lebensqualität und psychische Symptome bei Frauen mit Migräne. Die Ergebnisse zeigten, dass die Einnahme von Inulin den Schweregrad, die Häufigkeit und die Dauer der Migräneattacken sowie Symptome wie Depression, Ängste und Stress reduzieren konnte.

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Chicorée in der traditionellen Naturheilkunde

Auch in der traditionellen Naturheilkunde wird die Wegwarte, die Wildform von Chicorée und Radicchio, geschätzt. Heilpraktiker Helmuth Gruner hat in seiner Serie „Heilsame Natur“ verschiedene Anwendungen der Pflanze vorgestellt.

Teezubereitung und Anwendung

Ein Tee aus Wegwarte kann zubereitet werden, indem ein Teelöffel Wurzel oder Kraut mit einem viertel Liter kaltem Wasser zwei Minuten wallend gekocht wird. Nach dem Abseihen kann der Tee getrunken werden. Eine Mischung mit Löwenzahn regt Leber und Nieren zu verstärkter Tätigkeit an und ist ideal für eine Frühjahrskur. Der Genuss der bitteren Wegwarte führt meistens zu einer gelösten Stimmung und besserer Laune.

Weitere Anwendungsgebiete

Tee aus Wurzeln oder Blättern ist ein Anregungsmittel bei Appetitlosigkeit, Leberkrankheiten, Gallenbeschwerden und Stoffwechselstörungen. Die Wegwarte gilt als ein Mittel für die Heilung der Milz und den daraus resultierenden Problemen durch eine gestörte Milzfunktion. Kompressen und Umschläge, zubereitet aus einem Wurzeltee, können bei Hautunreinheiten helfen.

Für eine positive Auswirkung auf die Bauchspeicheldrüse kann man den Frischsaft aus der ganzen Pflanze herstellen und täglich zwei Löffel davon einnehmen.

Wegwarten-Zucker

Aus den hübschen blauen Blüten kann ein Zucker hergestellt werden, der den Winter hindurch außer Süßkraft auch noch eine Prise Gesundheit schenkt. Dazu werden frisch gepflückte Blüten zerkleinert, mit braunem Zucker vermischt und in einem Glasgefäß in die Sonne gestellt. Der entstehende „Honig“ ist lange lagerfähig und kann teelöffelweise eingenommen werden, um Herzklopfen und Sodbrennen zu vertreiben.

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Teemischungen

Wegwarte kann je nach Geschmack mit Löwenzahn, Tausendgüldenkraut oder Pfefferminze vermengt werden. Auch Klettenwurzel, Mariendistel und Erdrauch sind mögliche Kombinationspartner. Diese Teemischungen (immer nur drei Kräuter mischen) können kurmäßig etwa zwei Wochen getrunken werden, um eine Verbesserung stoffwechselbedingter Probleme, Kopfschmerzen, Hauterkrankungen, Blähungen und Darmträgheit zu erreichen.

Ernährungstipps bei Migräne

Neben der Integration von Chicorée in die Ernährung gibt es weitere wichtige Aspekte, die bei der Ernährung bei Migräne beachtet werden sollten.

Regelmäßigkeit und Ausgewogenheit

Migräniker haben oft ein besonders schnelles „Betriebssystem“, daher ist eine regelmäßige Energieversorgung wichtig. Es ist ratsam, Mahlzeiten nicht ausfallen zu lassen und auf komplexe Kohlenhydrate wie Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot oder Kartoffeln zu setzen. Feste Essenszeiten helfen, Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu vermeiden. Empfohlen werden fünf kleine Mahlzeiten am Tag, die in Ruhe eingenommen werden sollten. Spätestens 2,5 Stunden vor dem Schlafengehen sollte das Abendbrot eingenommen werden.

Auf dem Speiseplan sollten zudem zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse stehen, ergänzt durch Milchprodukte, frischen Fisch, mageres Fleisch und nicht mehr als vier Eier pro Woche. Es ist wichtig, ausreichend zu trinken, mindestens zwei Liter pro Tag, am besten Wasser.

Trigger-Faktoren vermeiden

Einige Inhaltsstoffe aus der Nahrung können Migräneattacken auslösen. Es kann hilfreich sein, ein Beschwerdetagebuch zu führen, um persönliche Trigger zu identifizieren.

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Im Allgemeinen sollten folgende Lebensmittel und Getränke mit Vorsicht genossen oder vermieden werden:

  • Histaminhaltige Lebensmittel: Gereifter Käse, Sekt, Rotwein, reife Bananen, Fischkonserven oder Zitrusfrüchte.
  • Glutamathaltige Lebensmittel: Asiatisches Essen, Fertiggerichte und -saucen.
  • Nitrat- und nitrithaltige Lebensmittel: Gepökelte Wurstwaren.
  • Süßigkeiten, Kekse oder Kuchen: Sie liefern zwar schnell Energie, führen aber auch zu einem raschen Anstieg und Abfall des Blutzuckerspiegels.
  • Süße Alkoholika: Likör, lieblicher Rotwein sowie Sekt.
  • Fertiggerichte: Sie sind oft zu salzig, zu fettreich und liefern Unmengen an gesättigten Fettsäuren.

Empfehlenswerte Lebensmittel

Einige Lebensmittel können entzündungshemmend wirken und somit potenziell Schmerzen lindern:

  • Ingwer: Seine Inhaltsstoffe Gingerole und Shogaole können Entzündungen ausbremsen.
  • Fettreiche Seefische: Hering, Lachs und Makrele enthalten die Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA).
  • Leinöl: Es hat den höchsten Gehalt an Alpha-Linolensäure (ALA) unter den heimischen Pflanzenölen.

Rezepte mit Chicorée zur Unterstützung bei Müdigkeit

Müdigkeit kann ein Begleitsymptom von Migräne sein oder durch andere Faktoren wie Jahreszeitenwechsel, Stress oder Vitaminmangel verursacht werden. Chicorée kann helfen, die Energiereserven wieder aufzufüllen. Hier sind zwei einfache Rezepte, die Chicorée enthalten und als Energiespender dienen können:

Chicorée-Orangen-Karotten-Shake

Zutaten:

  • 150 g Chicorée
  • 120 g Orangen
  • 170 g Karottensaft
  • Optional: 1 kleines Glas Grapefruitsaft
  • 1 bis 2 TL Agavendicksaft

Zubereitung:

  1. Chicorée-Blätter abzupfen, gründlich waschen und klein schneiden.
  2. Orange pressen oder Direktsaft verwenden.
  3. Karotten schälen und klein schneiden oder Karotten-Direktsaft wählen.
  4. Alle Zutaten in ein hohes Gefäß geben und pürieren.
  5. Mit Agavendicksaft abschmecken, in Gläser füllen und kühl servieren.
  6. Optional kann noch etwas Grapefruitsaft hinzugegeben werden.

Chicorée-Orangen-Salat

Zutaten:

  • 3 bis 4 Chicorée
  • 350 g Orange, Clementinen oder Mandarinen
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 3 EL Himbeer-Essig
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Messerspitze Chiliflocken

Zubereitung:

  1. Chicorée-Blätter abzupfen, gründlich waschen und in feine Streifen schneiden.
  2. Die Orange/Clementinen/Mandarinen schälen und in kleine Stücke schneiden.
  3. Frische Basilikumblätter waschen und klein zupfen.
  4. Den Salat mit den restlichen Zutaten und Gewürzen in einer Salatschüssel anmachen.
  5. Gut durchmischen und etwa 10 Minuten ziehen lassen.

Weitere Maßnahmen zur Migräneprophylaxe

Neben der Ernährung spielen auch andere Faktoren eine wichtige Rolle bei der Migräneprophylaxe:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken.
  • Strukturierter Tagesablauf: Regelmäßige Mahlzeiten und Schlafzeiten einhalten.
  • Viel frische Luft: Regelmäßige Spaziergänge oder Sport im Freien.
  • Reduzierter Umgang mit elektronischen Medien: Bildschirmpausen einlegen und Blaulichtfilter verwenden.
  • Vermeidung von körperlicher Überlastung: Ausreichend Pausen einlegen und Stress reduzieren.
  • Ausreichend Schlaf: Auf eine gute Schlafhygiene achten und ausreichend schlafen.
  • Entspannungsmethoden: Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Qigong können helfen, Stress abzubauen und Migräne vorzubeugen.
  • Regelmäßiger Ausdauersport: Sport kann ebenfalls Stress abbauen und die allgemeine Gesundheit verbessern.

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