Christian Mohr: Publikationen und Beiträge zur Neurologie

Dieser Artikel beleuchtet die Publikationen und Beiträge von Dr. Christian Mohr und seinem Team im Bereich der Neurologie, insbesondere im Kontext seiner Tätigkeit in der Sana Klinik Lübeck und darüber hinaus. Die Schwerpunkte liegen auf der neuroradiologischen Diagnostik, der Behandlung akuter Schlaganfälle und der Erforschung verschiedener neurologischer Erkrankungen.

Einführung

Dr. Christian Mohr hat sich durch seine Arbeit in der Sana Klinik Lübeck und seine zahlreichen Publikationen einen Namen in der neurologischen Forschung erworben. Seine Expertise umfasst ein breites Spektrum an Themen, von Autoimmunerkrankungen bis hin zu interventionellen Schlaganfalltherapien. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über seine wichtigsten Veröffentlichungen und Forschungsbereiche.

Neuroradiologie in der Sana Klinik Lübeck

Im Juli 2015 erweiterte die Sana Klinik Lübeck ihr Angebot um die Sektion für Neuroradiologie unter der Leitung von Dr. Christian Mohr. Diese Sektion ist dem Institut für Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin angegliedert, das von Prof. Dr. med. Sandra Pauls geführt wird. Die Erweiterung des Instituts um die Neuroradiologie war für die Sana Klinik Lübeck ein logischer Schritt, um die qualitativ hochwertige Patientenversorgung in der Diagnostik und Therapie des akuten Schlaganfalls mit der Kernkompetenz Neuroradiologie als Schnittstelle zwischen Radiologie und Neurologie konsequent fortzuführen. Das Investitionsvolumen für die Sektion Neuroradiologie betrug 1.150.000 Euro, die in den Aufbau einer der modernsten, biplanaren Angiographieanlagen Norddeutschlands und in den Umbau bestehender Räumlichkeiten flossen.

Diagnostische und therapeutische Verfahren

Das Aufgabengebiet der Neuroradiologie umfasst neben der Diagnostik von Erkrankungen des Nervensystems auch die Akuttherapie von Erkrankungen der Hals- und Hirngefäße, insbesondere die Thrombektomie (Entfernung eines Blutgerinnsels in Hirngefäßen) oder Wiedereröffnung der Halsschlagadern beim akuten Schlaganfall. Diese Akuttherapien werden seit dem 1. Juli 2015 mit der neuen Angiographieanlage ganzjährig rund um die Uhr angeboten.

Als diagnostische Verfahren in der Neuroradiologie kommen neben der Angiographie, die Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) sowie das konventionelle Röntgen einschließlich Myelographien zum Einsatz. Neben den katheterbasierten, eröffnenden und verschließenden Therapieverfahren werden auch schmerztherapeutische, CT-navigierte Minimal-Eingriffe an der Wirbelsäule und an den Spinalnerven angeboten.

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Die Magnetresonanztomographie (MRT) hat sich medizinisch zu der Methode mit der derzeit höchsten diagnostischen Relevanz in der Neuroradiologie entwickelt, während die Computertomographie (CT) das Mittel der ersten Wahl in der neurologischen Notfall- und insbesondere akuten Schlaganfalldiagnostik bildet. Mehr noch als mit der CT können mit der MRT krankhafte Veränderungen wie z.B. Tumoren, Gefäßmissbildungen, Gehirnentzündungen, Schlaganfälle, Abbauprozesse oder Verletzungen erkannt und weiter differenziert werden.

Auf der therapeutischen Seite sind insbesondere die hochentwickelten angiographisch-interventionellen Techniken zu nennen, bei denen über mehrere ineinander geführte Kathetersysteme minimalinvasiv sowohl gefäßeröffnende Maßnahmen (z.B. Entfernung eines Blutgerinnsels aus einer gehirnversorgenden Arterie oder Erweiterung von Engstellen, meist mit Einbringen eines Stent in das betroffene Gefäß) als auch gefäßverschließende Maßnahmen (z.B. bei einer Aneurysmablutung im Kopf oder einer Gefäßfehlbildung im Gehirn oder Rückenmark) möglich sind.

Der Sektionsleiter Dr. Christian Mohr wird in der Sektion für Neuroradiologie oberärztlich durch Dr. Jan Lindenkamp unterstützt.

Forschungsschwerpunkte und Publikationen

Die Publikationen von Dr. Christian Mohr und seinem Team sind über Plattformen wie PubMed und ResearchGate abrufbar. Im Folgenden werden einige ausgewählte Forschungsschwerpunkte und Publikationen näher beleuchtet:

Autoimmunerkrankungen des Nervensystems

Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt liegt auf Autoimmunerkrankungen des Nervensystems, insbesondere der MOG-Enzephalitis. Eine Publikation von Fellmeth RH et al. in Neuropediatrics (2025) betont, dass die MOG-Enzephalitis die häufigste autoimmune Enzephalitis bei Kindern ist.

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Saggau C et al. veröffentlichten in Immunity (2024) eine Studie über autoantigen-spezifische CD4+ T-Zellen, die ein erschöpftes Erscheinungsbild annehmen und in humanen, antigen-spezifischen Autoimmunerkrankungen persistieren.

Multiple Sklerose (MS)

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Multiple Sklerose. Stürner KH et al. berichteten in J Neurol Neurosurg Psychiatry (2017) über die Ergebnisse einer frühen klinischen Phase IIa Studie zum Einsatz eines standardisierten Weihrauchextraktes zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose.

Andlauer TF et al. identifizierten in Sci Adv (2016) neue Multiple Sklerose-assoziierte Suszeptibilitätsloci, die an der epigenetischen Regulation beteiligt sind.

Stürner KH et al. zeigten in J Immunol (2014), dass eine Multiple Sklerose-assoziierte Variante von CBLB die genetische Risikobereitschaft mit der Typ-I-IFN-Funktion verbindet. In einer weiteren Studie in Eur J Immunol (2014) wiesen sie nach, dass Boswelliasäuren die Th17-Differenzierung durch Blockade der IL-1β-vermittelten IRAK1-Signalübertragung reduzieren. Dies zeigt erstmals den Einfluss von Boswelliasäuren (biologisch aktive Bestandteile des Weihrauchs) in der humanen T-Zelldifferenzierung.

Enzephalitis

Malviya M et al. demonstrierten in Ann Clin Transl Neurol (2017) den passiven Transfer der NMDAR-Enzephalitis von Mensch zu Maus durch einen rekombinanten Antikörper.

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Graus F et al. veröffentlichten in Lancet Neurol (2016) einen klinischen Ansatz zur Diagnose der autoimmunen Enzephalitis.

Planagumà J et al. zeigten in Brain (2015), dass humane N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor-Antikörper Gedächtnis und Verhalten in Mäusen verändern. Leypoldt F et al. untersuchten in JAMA Neurol (2015) CXCL13 bei der Anti-N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor-Enzephalitis als potenziellen Biomarker für das Ansprechen auf die Behandlung.

Gövert F et al. berichteten in Neurology (2016) über orthostatischen Myoklonus im Zusammenhang mit Caspr2-Antikörpern.

Schlaganfall

Dr. Christian Mohr und sein Team haben auch bedeutende Beiträge zur Schlaganfallforschung geleistet. Mehrere aktuelle Publikationen aus dem Jahr 2024 und 2025 befassen sich mit der mechanischen Thrombektomie bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall und Verschluss mittelgroßer Gefäße (Medium Vessel Occlusion, MVO). Diese Studien, veröffentlicht in renommierten Fachzeitschriften wie Radiology, European Stroke Journal, International Journal of Stroke, Journal of Stroke, Neurotherapeutics und Journal of Neurointerventional Surgery, untersuchen verschiedene Aspekte der Thrombektomie, darunter:

  • Vergleich von Thrombektomie versus kombinierter Thrombolyse und Thrombektomie: Dmytriw AA et al. (2024) bewerteten in Radiology die Wirksamkeit der Thrombektomie im Vergleich zur kombinierten Thrombolyse und Thrombektomie bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall und MVO.
  • Ergebnisse der mechanischen Thrombektomie bei antikoagulierten Patienten: Salim H et al. (2024) untersuchten in European Stroke Journal die Ergebnisse der mechanischen Thrombektomie bei Patienten mit akutem distalem und mittelgroßem Gefäßschlaganfall, die mit Antikoagulantien behandelt wurden.
  • Inzidenz und klinische Ergebnisse von Perforationen während der mechanischen Thrombektomie: Dmytriw AA et al. (2024) analysierten in European Stroke Journal die Inzidenz und klinischen Ergebnisse von Perforationen während der mechanischen Thrombektomie bei MVO-Patienten.
  • Wirksamkeit und Sicherheit der mechanischen Thrombektomie bei Patienten mit niedrigdosiertem Aspirin: Salim HA et al. (2025) bewerteten in International Journal of Stroke die Wirksamkeit und Sicherheit der mechanischen Thrombektomie bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall durch distalen MVO der Arteria cerebri media, die niedrigdosiertes Aspirin einnahmen.
  • Vergleich von mechanischer Thrombektomie versus intravenöser Thrombolyse: Salim HA et al. (2024) verglichen in Journal of Stroke die mechanische Thrombektomie mit der intravenösen Thrombolyse bei distalem MVO-bedingtem akutem ischämischem Schlaganfall.
  • Assoziation des Hypoperfusionsintensitätsverhältnisses mit dem Infarktvolumen: Yedavalli V et al. (2025) untersuchten in Neurotherapeutics die Assoziation des Hypoperfusionsintensitätsverhältnisses mit dem Infarktvolumen bei MVO-Patienten.
  • Multizentrische Bewertung der mechanischen Thrombektomie bei distalen MVO mit unterschiedlichen NIHSS-Scores: Kühn AL et al. (2024) führten in Journal of Neurology eine multizentrische Bewertung der mechanischen Thrombektomie bei distalen MVO mit unterschiedlichen National Institutes of Health Stroke Scale (NIHSS)-Scores durch.
  • Ergebnisse der mechanischen Thrombektomie bei Patienten mit unterschiedlichen ASPECTS-Scores: Musmar B et al. (2025) analysierten in Neuroradiology die Ergebnisse der mechanischen Thrombektomie bei Patienten mit unterschiedlichen Alberta Stroke Program Early CT Scores (ASPECTS).
  • Endovaskuläre Therapie versus medikamentöse Behandlung bei isoliertem Verschluss der Arteria cerebri posterior: Salim HA et al. (2025) verglichen in European Stroke Journal die endovaskuläre Therapie mit der medikamentösen Behandlung bei isoliertem Verschluss der Arteria cerebri posterior.
  • Ergebnisse mit Allgemeinanästhesie im Vergleich zu bewusster Sedierung: Radu RA et al. (2024) verglichen in Clinical Neuroradiology die Ergebnisse mit Allgemeinanästhesie im Vergleich zu bewusster Sedierung bei der endovaskulären Behandlung von MVO.
  • Minimale klinische Auswirkungen der Embolisation in neues Territorium: Salim HA et al. (2025) untersuchten in Journal of Neurointerventional Surgery die minimalen klinischen Auswirkungen der Embolisation in neues Territorium auf die Ergebnisse bei MVO-Schlaganfällen, die mit mechanischer Thrombektomie behandelt wurden.
  • Endovaskuläre Therapie versus medikamentöse Behandlung bei isoliertem Verschluss der Arteria cerebri anterior: Salim HA et al. (2025) verglichen in Journal of Neurointerventional Surgery die endovaskuläre Therapie mit der medikamentösen Behandlung bei isoliertem Verschluss der Arteria cerebri anterior.
  • Prädiktoren für sehr schlechte klinische Ergebnisse: Yedavalli V et al. (2024) identifizierten in International Journal of Stroke Prädiktoren für sehr schlechte klinische Ergebnisse bei MVO-Schlaganfallpatienten, die mit mechanischer Thrombektomie behandelt wurden.

Diese Studien tragen wesentlich zum Verständnis der optimalen Behandlung von Schlaganfällen bei und liefern wichtige Erkenntnisse für die klinische Praxis.

Weitere Forschungsbereiche

Neben den oben genannten Schwerpunkten hat Dr. Christian Mohr auch in anderen Bereichen der Neurologie geforscht und publiziert. Dazu gehören Studien über Myasthenia gravis, Epilepsie, neuromuskuläre Erkrankungen und vaskulitische Neuropathien.

Kooperationen und Netzwerke

Dr. Christian Mohr ist in verschiedenen nationalen und internationalen Netzwerken aktiv und kooperiert mit zahlreichen Forschungsgruppen. Dies spiegelt sich in der Vielzahl von Publikationen wider, an denen er als Koautor beteiligt ist.

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