Cimalgex und Nervenentzündung beim Hund: Ein umfassender Leitfaden

Dieser Artikel befasst sich mit dem Thema Nervenentzündung beim Hund, insbesondere im Zusammenhang mit Cimalgex und anderen Behandlungsansätzen. Dabei werden verschiedene Aspekte beleuchtet, von der Diagnose bis hin zu alternativen Therapien und der Frage, wann ein Hund möglicherweise eingeschläfert werden muss.

Einführung

Nervenentzündungen, oft im Zusammenhang mit Erkrankungen wie dem Cauda Equina Syndrom (CES) oder Spondylose, können für Hunde äußerst schmerzhaft und beeinträchtigend sein. Dieser Artikel soll Hundehaltern helfen, die Symptome zu verstehen, Behandlungsoptionen zu erkunden und fundierte Entscheidungen für das Wohlbefinden ihres Tieres zu treffen.

Diagnose und Ursachen von Nervenentzündungen

Die Diagnose von Nervenentzündungen beim Hund ist oft komplex und erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt. Die Ursachen können vielfältig sein, darunter:

  • Cauda Equina Syndrom (CES): Eine Kompression der Nervenwurzeln im Bereich des Cauda Equina, die zu Schmerzen, Schwäche und neurologischen Ausfällen führen kann. "Cauda Equina" ist nicht eine Erkrankung, sondern mehrere. Je nach dem, was die Ursache für die Kompression der Cauda Equina ist, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Manches kann man operieren, anderes nicht usw.
  • Spondylose: Eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, die zu Verknöcherungen und Nervenkompression führen kann. Merlin wurde sofort nach der Diagnose goldimplantiert. Bei ihm hat sich die Spondylose nachher zurückgebildet. Als seine Wirbelsäule später (7 Jahre) nochmals geröntgt wurde, war sie normal.
  • Bandscheibenprobleme: Vorfälle oder Vorwölbungen der Bandscheiben können auf Nerven drücken und Schmerzen verursachen.
  • Foramenstenose: Eine Verengung der Öffnungen in der Wirbelsäule, durch die die Nerven verlaufen.
  • Arthrose: Gelenkverschleiß, der indirekt zu Nervenreizungen führen kann. Bei Spondylose weiß man ja nie genau, ob es Arthrose-, Muskel- oder Nervenschmerzen sind.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome von Nervenentzündungen vielfältig sein können und von leichter Lahmheit bis hin zu schwerwiegenden neurologischen Ausfällen reichen können. Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten.

Symptome von Nervenentzündungen beim Hund

Die Symptome einer Nervenentzündung beim Hund können je nach Ursache und Schweregrad variieren. Häufige Anzeichen sind:

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  • Lahmheit: Ein oder mehrere Beine können betroffen sein. Unsere 12,5 - jährige mittelgroße Hündin baut seit ca. 1 Jahr ziemlich ab. Wir hatten es zuerst mit Alterszipperlein entschuldigt, aber jetzt ist seit März eine so deutliche Verschlechterung eingetreten, dass ich letzte Woche einen Arzttermin hatte. Sie humpelt zum Gassi eine 200m Runde ums Haus und liegt dann hier rum, zieht sich auch von uns total zurück, kommt kaum noch die Treppen hoch (Muskulatur an den Hinterbeinen ist quasi wie weg).
  • Schmerzen: Der Hund kann Schmerzen beim Berühren, Bewegen oder in Ruhe zeigen. Jede Entzündung verschlimmert das Problem. Gib Schmerzmittel SOFORT wenn ein Schub beginnt.
  • Schwäche: Muskelschwäche in den betroffenen Gliedmaßen.
  • Neurologische Ausfälle: Inkontinenz, Schwierigkeiten beim Kotabsatz, Verlust der Reflexe.
  • Verhaltensänderungen: Rückzug, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit.
  • Nachschleifen der Krallen: Ein Zeichen für neurologische Probleme in den Hinterläufen. Die Krallen schleift sie leider schon ein bisschen nach, die Rute hängt.
  • Veränderte Bewegung: z.B. eine Pfote wird geballt aufgesetzt. unser Hund Pauli zeigt seit mehreren Tagen eine veränderte BEwegung beim Laufen: die rechte Hinterpfote wird geballt/gefäustelt aufgesetzt, er spreizt die Zehen nicht so wie links. Außerdem belastet er, wenn er steht, die linke Hinterpfote mehr als die rechte.

Cimalgex: Ein Schmerzmittel für Hunde

Cimalgex ist ein nicht-steroidales Antiphlogistikum (NSAID), das zur Schmerzlinderung bei Hunden eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Produktion von Prostaglandinen hemmt, die an Entzündungen und Schmerzen beteiligt sind.

  • Anwendungsgebiete: Cimalgex wird häufig bei Arthrose und anderen Erkrankungen eingesetzt, die mit Schmerzen und Entzündungen einhergehen.
  • Dosierung: Die Dosierung von Cimalgex wird vom Tierarzt festgelegt und richtet sich nach dem Gewicht des Hundes und der Schwere der Erkrankung. Sie hat nun das Cauda Equina Syndrom diagnostiziert, Ihrer Meinung nach noch nicht allzu schlimm, eine OP befürwortet sie in diesem Alter nicht,wir geben nun seit Mittwoch Schmerzmittel - Cimalgex 80mg - eine halbe Tablette täglich, nach 4 Tagen, also heute, nur noch eine viertel Tablette. Dienstag in einer Woche ist der nächste Kontrolltermin.
  • Wirksamkeit: Cimalgex kann bei vielen Hunden eine wirksame Schmerzlinderung erzielen. Winston ist immer noch alt, aber er springt mit seinem "Nachtisch" nach dem Essen wieder in den Garten, was er schon länger nicht mehr gemacht hat. Er bekommt keine anderen Schmerzmittel mehr. Er hatte Cimalgex 80mg und davon 1 bis 1,25 bekommen.
  • Nebenwirkungen: Wie alle Medikamente kann auch Cimalgex Nebenwirkungen haben. Häufige Nebenwirkungen sind Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit. In seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenderen Nebenwirkungen wie Leberschäden oder Nierenversagen kommen.

Alternativen und ergänzende Behandlungen

Neben Cimalgex gibt es eine Reihe von alternativen und ergänzenden Behandlungen, die bei Nervenentzündungen beim Hund eingesetzt werden können:

  • Gabapentin: Ein Antikonvulsivum, das auch zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt wird. Bei Nervenschmerzen ist Schmerzmittel sowieso geeigneter, als bei Entzüngen oderoderoder.
  • CBD-Öl: Kann entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Aktuell bekommt sie CBD und das geht gut.
  • Cortison: Kann bei Entzündungen eingesetzt werden, sollte aber aufgrund möglicher Nebenwirkungen nur kurzfristig verwendet werden. Er bekam Cortisoninjektionen. Rheumesser um genau zu sein. Das brachte anfangs fulminante Erfolge. Mehrere Spritzenzyklen lang.
  • Physiotherapie: Kann helfen, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Akupunktur: Kann schmerzlindernd wirken und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.
  • Chiropraktik: Kann helfen, Blockaden in der Wirbelsäule zu lösen. Ihm hilft monatliche Chiropraktik erstaunlich gut. Sowohl was Schmerzen, als auch Beweglichkeit betrifft.
  • Goldimplantation: Eine alternative Behandlungsmethode, bei der Goldimplantate in die Nähe der betroffenen Nerven gesetzt werden. Merlin wurde sofort nach der Diagnose goldimplantiert. Bei ihm hat sich die Spondylose nachher zurückgebildet. Als seine Wirbelsäule später (7 Jahre) nochmals geröntgt wurde, war sie normal.
  • Wärme: Wärmekissen können abends helfen, die Muskeln zu entspannen. Wärmekissen nur abends, wenn der Hund nicht mehr ins feucht-kalte Wetter geht.
  • Vitamin B: Vitamin B-Kuren (Neurobion) können die Nervenfunktion unterstützen. Behandeln kannst du mit Vit B- Kuren (Neurobion) nach Vorgabe deines Tierarztes.
  • Muskelaufbau: Eine gute Muskulatur hilft, die Wirbelsäule zu stabilisieren.

Es ist wichtig, mit dem Tierarzt zu besprechen, welche Behandlungen für den jeweiligen Hund am besten geeignet sind.

Wann ist Einschläfern eine Option?

In einigen Fällen kann die Nervenentzündung so schwerwiegend sein, dass sie die Lebensqualität des Hundes erheblich beeinträchtigt. Wenn die Schmerzen nicht mehr kontrollierbar sind, der Hund nicht mehr laufen kann oder andere schwerwiegende neurologische Ausfälle hat, kann das Einschläfern eine Option sein, um weiteres Leiden zu verhindern. Aber es kann auch zu Lähmungen kommen und ja, dies kann ein Grund zum Einschläfern sein.

Fallbeispiele und Erfahrungsberichte

Die im Ausgangstext erwähnten Erfahrungen verschiedener Hundehalter bieten wertvolle Einblicke in den Umgang mit Nervenentzündungen beim Hund:

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  • Merlin: Profitierte von einer Goldimplantation bei Spondylose.
  • Maya: Goldimplantation zeigte nicht die gleiche Wirkung wie bei Merlin.
  • Linchen: Diagnose Cauda Equina Syndrom, Behandlung mit Cimalgex zeigt bisher keine Verbesserung.
  • Winston: Profitierte von Cimalgex bei altersbedingten Beschwerden.
  • Anton: Profitierte von Gabapentin bei Spondylose-bedingten Nervenschmerzen.

Diese Beispiele zeigen, dass die Behandlung von Nervenentzündungen beim Hund individuell angepasst werden muss und dass es keine Einheitslösung gibt.

Zusätzliche Tipps und Ratschläge

  • Frühzeitige Diagnose: Je früher eine Nervenentzündung diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht kann die Wirbelsäule zusätzlich belasten. Natürlich auch nicht so toll, da Übergewicht in ihrem Zustand gar nicht geht.
  • Regelmäßige Bewegung: Angepasste Bewegung kann helfen, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten.
  • Stress vermeiden: Stress kann die Symptome verschlimmern. Ich kann Dir auf jeden Fall sagen das in meinem Bekanntenkreis es tatsächlich drei Hunde zu versch. Anlässen tragen und diese Hunde dann nichts (!!) mehr hören und dementsprechend nicht mehr gestresst sind. Einer von Ihnen ist ein deutscher Jagdterrier der mit diesen Ohrschützern mit zur Jagd genommen wird und eben nicht schussfest ist.
  • Geduld: Die Behandlung von Nervenentzündungen kann langwierig sein und erfordert Geduld und Ausdauer.
  • Achtsamkeit: Beobachten Sie Ihren Hund genau und suchen Sie bei Veränderungen oder Verschlechterungen der Symptome umgehend einen Tierarzt auf.
  • Zweite Meinung: Wenn Sie unsicher sind, ob die Diagnose oder Behandlung richtig ist, holen Sie eine zweite Meinung von einem anderen Tierarzt ein.

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