Clozapin bei Parkinson-Krankheit: Anwendung, Wirkung und wichtige Aspekte

Clozapin ist ein atypisches Antipsychotikum, das bei der Behandlung von Schizophrenie eingesetzt wird, wenn andere Medikamente keine Wirkung zeigen oder nicht vertragen werden. Es findet auch Anwendung bei Psychosen im Verlauf der Parkinson-Krankheit, wenn Standardtherapien versagen. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendungsgebiete, korrekte Anwendung, Nebenwirkungen und wichtige Hinweise zu Clozapin im Kontext der Parkinson-Krankheit.

Was ist Clozapin?

Clozapin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika, der zur Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen eingesetzt wird. Es beeinflusst die Wirkung von Botenstoffen im Gehirn und lindert dadurch psychische Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder innere Unruhe. Im Vergleich zu älteren, "typischen" Neuroleptika verursacht Clozapin seltener Bewegungsstörungen (extrapyramidal-motorische Störungen, EPMS) als Nebenwirkung.

Clozapin ist rezeptpflichtig und in Tablettenform mit Dosierungen von 25 mg, 50 mg, 100 mg und 200 mg erhältlich.

Pharmakologische Eigenschaften

Clozapin unterscheidet sich von anderen Antipsychotika durch seinen komplexen Wirkmechanismus. Es bindet an verschiedene Neurotransmitterrezeptoren, wobei die antagonistische Wirkung auf dopaminerge D4-Rezeptoren und serotonerge 5-HT2A-Rezeptoren besonders hervorzuheben ist. Darüber hinaus zeigt Clozapin eine hohe Affinität zu adrenergen α1-, cholinergen M1- und histaminergen H1-Rezeptoren.

Das Verteilungsvolumen beträgt 1,6 l/kg und die Plasmaproteinbindung ca. Clozapin wird in metabolisierter Form zu ca. 50% über die Niere und zu ca.

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Anwendungsgebiete von Clozapin

Clozapin wird in folgenden Fällen angewendet:

  • Schizophrenie: Behandlung von Patienten mit Schizophrenie, bei denen andere Arzneimittel nicht gewirkt haben oder unzumutbare Nebenwirkungen verursacht haben. Ein vorheriger Behandlungsversuch mit einem neueren atypischen Antipsychotikum ist erforderlich.
  • Psychosen bei Parkinson-Krankheit: Behandlung schwerer Störungen des Denkens, Fühlens und Verhaltens bei Patienten mit Parkinson-Krankheit, bei denen andere Arzneimittel nicht gewirkt haben.

Dosierung und Anwendung

Die Tabletten werden unabhängig von den Mahlzeiten mit etwas Wasser eingenommen. Die Dosierung von Clozapin muss individuell angepasst werden.

Schizophrenie

Zur Behandlung der Schizophrenie wird Clozapin einschleichend dosiert, beginnend mit 1 × oder 2 × 12,5 mg pro Tag, um das Risiko für Nebenwirkungen zu reduzieren. Die Dosis wird dann über 2 bis 3 Wochen in Schritten von 25 mg bis 50 mg erhöht, bis zu einer Tagesdosis von 200 mg bis 450 mg. Diese wird über den Tag hinweg verteilt eingenommen, beispielsweise 1 Dosis morgens und 1 Dosis abends. Die Tageshöchstdosis liegt bei 900 mg. Die Einnahme von Clozapin erfolgt über mindestens 6 Monate.

Psychosen bei Parkinson-Krankheit

Auch zur Behandlung von Psychosen bei Parkinson-Krankheit wird Clozapin langsam eingeschlichen. Die Anfangsdosis liegt bei 12,5 mg 1 × täglich und wird vorzugsweise am Abend eingenommen. Die Dosissteigerung erfolgt 1 × oder 2 × pro Woche in Schritten von 12,5 mg. Üblicherweise reichen 25 mg bis 37,5 mg als Tagesdosis aus.

Wichtig: Clozapin darf nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt oder die Dosierung eigenmächtig verändert werden. Das abrupte Absetzen von Clozapin kann zu Entzugserscheinungen wie Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Die Dosis sollte so niedrig wie möglich gehalten werden, da das Risiko für Nebenwirkungen mit der Clozapin-Dosis ansteigt.

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Kontraindikationen

Clozapin HEXAL darf nicht eingenommen werden, wenn folgende Bedingungen vorliegen:

  • Allergie gegen Clozapin oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
  • Unfähigkeit, regelmäßige Blutuntersuchungen durchführen zu lassen
  • In der Vergangenheit niedrige Zahlen an weißen Blutkörperchen (z. B. Leukopenie oder Agranulozytose), insbesondere dann, wenn diese Störung durch ein Arzneimittel verursacht wurde (Ausnahme: Mangel an weißen Blutkörperchen aufgrund einer Chemotherapie)
  • Abbruch einer Behandlung mit Clozapin HEXAL in der Vergangenheit wegen schwerer Nebenwirkungen (z. B. Agranulozytose oder Herzprobleme)
  • Gleichzeitige Behandlung mit langwirksamen Depot-Injektionen von Antipsychotika oder vorherige Behandlung damit
  • Erkrankung des Knochenmarks
  • Epilepsie (Krampfanfälle), die nicht durch eine Behandlung kontrollierbar ist
  • Akute psychiatrische Erkrankung, die durch Alkohol oder Arzneimittel (z. B. Betäubungsmittel) verursacht ist
  • Bewusstseinstrübung oder starke Schläfrigkeit
  • Kreislaufkollaps, der durch einen schweren Kreislaufschock hervorgerufen sein kann
  • Schwere Nierenerkrankung
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
  • Irgendeine andere schwere Herzerkrankung
  • Zeichen einer aktiven Lebererkrankung, wie z. B. eine Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der Augen, Übelkeit und Appetitlosigkeit)
  • Irgendeine andere schwere Lebererkrankung
  • Paralytischer Ileus (ausgeprägte Darmträgheit mit starker Verstopfung)
  • Einnahme von Arzneimitteln, die die Funktionsfähigkeit des Knochenmarks beeinträchtigen
  • Einnahme von Arzneimitteln, die die Anzahl der weißen Blutkörperchen im Blut verringern
  • Keine regelmäßigen Blutuntersuchungen durchführen lassen können.

Clozapin HEXAL darf nicht an bewusstlose Personen oder solche, die sich in einem Koma befinden, verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Vor Beginn der Behandlung mit Clozapin HEXAL sollte der Arzt über bestehende Krankheiten informiert werden, insbesondere:

  • Venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) in der eigenen oder familiären Vorgeschichte
  • Glaukom (erhöhter Druck im Auge)
  • Diabetes mellitus
  • Prostataprobleme oder Probleme beim Wasserlassen
  • Erkrankung des Herzens, der Nieren oder der Leber
  • Chronische Verstopfung oder Einnahme von Arzneimitteln, die Verstopfung hervorrufen (wie z. B. Anticholinergika)
  • Galactose-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption
  • Gut eingestellte Epilepsie
  • Erkrankung des Dickdarms
  • Operation im Bauchbereich
  • Herzerkrankung oder eine anormale Signalübertragung im Herzen, die auch als „Verlängerung des QT-Intervalls“ bezeichnet wird, bei Ihnen oder einem nahen Verwandten
  • Risiko für einen Schlaganfall, z. B. hoher Blutdruck, Herz- und Gefäßprobleme oder Probleme mit den Blutgefäßen im Gehirn

Bei Anzeichen einer Erkältung, Fieber, grippeartigen Beschwerden, Halsschmerzen oder irgendeiner anderen Infektion muss sofort der Arzt informiert werden. Es muss dringend eine Blutuntersuchung erfolgen, um zu bestimmen, ob die Beschwerden auf das Arzneimittel zurückzuführen sind.

Bei einem plötzlichen, schnellen Anstieg der Körpertemperatur und Muskelsteifigkeit (malignes neuroleptisches Syndrom) ist sofortige Behandlung erforderlich.

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Auch bei schnellem und unregelmäßigem Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen), Atemproblemen, Schmerzen im Brustraum oder unerklärlicher Müdigkeit muss der Arzt das Herz untersuchen.

Bei Übelkeit, Erbrechen und/oder Appetitlosigkeit muss die Leber untersucht werden.

Bei starker Verstopfung muss diese behandelt werden, um weitere Komplikationen zu verhindern.

Verstopfungen, Bauchschmerzen, Druckempfindlichkeit des Bauches, Fieber, Blähungen und/oder blutige Durchfälle müssen vom Arzt untersucht werden.

Ärztliche Kontrolluntersuchungen und Bluttests

Vor Beginn der Behandlung mit Clozapin HEXAL wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen und das Blut untersuchen, um sicherzustellen, dass die Anzahl der weißen Blutkörperchen im normalen Bereich liegt.

Während der Behandlung und nach Beendigung der Behandlung mit Clozapin HEXAL müssen regelmäßige Blutuntersuchungen erfolgen. In den ersten 18 Wochen der Behandlung müssen die Untersuchungen einmal wöchentlich und anschließend mindestens einmal monatlich erfolgen. Nach Beendigung der Behandlung mit Clozapin HEXAL müssen noch weitere vier Wochen lang Blutuntersuchungen erfolgen.

Wenn Sie eine Lebererkrankung haben, werden regelmäßige Leberfunktionstests durchgeführt, solange Sie Clozapin HEXAL einnehmen. Wenn Sie an hohen Blutzuckerwerten (Diabetes) leiden, wird Ihr Arzt möglicherweise Ihre Blutzuckerwerte regelmäßig überprüfen. Clozapin HEXAL kann Veränderungen der Blutfette verursachen und zu einer Gewichtszunahme führen. Ihr Arzt wird möglicherweise Ihr Gewicht und Ihre Blutlipidwerte überwachen.

Bei Schwindel, Benommenheit oder nahender Ohnmacht muss beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen Vorsicht geboten sein, da dadurch eine erhöhte Sturzgefahr resultiert.

Vor einer Operation oder längeren Inaktivität muss der Arzt über die Einnahme von Clozapin HEXAL informiert werden, da ein erhöhtes Thromboserisiko besteht.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren

Clozapin HEXAL sollte nicht von Personen unter 16 Jahren eingenommen werden, da keine ausreichenden Erfahrungen in dieser Altersgruppe vorliegen.

Ältere Patienten (ab 60 Jahre)

Ältere Patienten (ab 60 Jahre) leiden möglicherweise häufiger unter den folgenden Nebenwirkungen von Clozapin HEXAL: Schwäche oder Schwindel nach Lagewechsel, Benommenheit, schneller Herzschlag, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Verstopfung.

Patienten mit Demenz sollten ihren Arzt oder Apotheker informieren.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Die gleichzeitige Einnahme von Clozapin HEXAL mit anderen Arzneimitteln kann die Wirkung von Clozapin HEXAL und/oder anderer Arzneimittel beeinträchtigen. Clozapin HEXAL darf nicht zusammen mit Arzneimitteln eingenommen werden, die die Funktionsfähigkeit des Knochenmarks beeinträchtigen und/oder dazu führen, dass der Körper weniger Blutkörperchen bildet.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen (auch wenn der Behandlungszyklus bald beendet ist), kürzlich eingenommen haben oder beabsichtigen einzunehmen:

  • Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, wie Lithium, Fluvoxamin, trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, Citalopram, Paroxetin, Fluoxetin und Sertralin
  • Andere Antipsychotika zur Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen, wie Perazin
  • Benzodiazepine und andere Arzneimittel zur Behandlung von Angstzuständen oder Schlafstörungen
  • Betäubungsmittel und andere Arzneimittel, die Ihre Atmung beeinträchtigen können
  • Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie wie Phenytoin und Valproinsäure
  • Arzneimittel zur Behandlung von hohem oder niedrigem Blutdruck, wie Adrenalin und Noradrenalin
  • Warfarin, ein Arzneimittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln
  • Antihistaminika, Arzneimittel gegen Erkältungen oder Allergien wie Heuschnupfen
  • Anticholinerge Arzneimittel, die zur Behandlung von Magenkrämpfen, Spasmen und der Reisekrankheit verwendet werden
  • Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit
  • Digoxin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Herzproblemen
  • Arzneimittel zur Behandlung eines schnellen oder unregelmäßigen Herzschlags
  • Einige Arzneimittel zur Behandlung von Magengeschwüren, wie Omeprazol oder Cimetidin
  • Einige Antibiotika, wie Erythromycin und Rifampicin
  • Einige Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen (wie Ketoconazol) oder Virusinfektionen (wie Proteasehemmer zur Behandlung von HIV-Infektionen)
  • Atropin, ein Wirkstoff, der in einigen Augentropfen oder Husten- und Erkältungsmitteln enthalten sein kann
  • Adrenalin, ein Notfallmedikament
  • Hormonelle Kontrazeptiva (Schwangerschaftsverhütung)

Diese Liste ist nicht vollständig. Ihr Arzt oder Apotheker können Ihnen weitere Informationen dazu geben, bei welchen Arzneimitteln während Ihrer Behandlung mit Clozapin HEXAL Vorsicht geboten ist und welche Sie nicht einnehmen dürfen.

Einnahme von Clozapin HEXAL zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Während der Behandlung mit Clozapin HEXAL sollte kein Alkohol getrunken werden. Informieren Sie Ihren Arzt darüber, ob Sie rauchen und wie häufig Sie koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola) zu sich nehmen. Plötzliche Veränderungen bei Ihren Rauchgewohnheiten oder bei Ihrem Konsum koffeinhaltiger Getränke können die Wirkung von Clozapin HEXAL beeinflussen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn Sie während der Behandlung mit Clozapin HEXAL schwanger werden.

Bei neugeborenen Babys von Müttern, die Clozapin HEXAL im letzten Trimenon (letzte drei Monate der Schwangerschaft) einnahmen, können folgende Symptome auftreten: Zittern, Muskelsteifigkeit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen.

Während der Behandlung mit Clozapin HEXAL darf nicht gestillt werden. Clozapin, der Wirkstoff in Clozapin HEXAL, kann in die Muttermilch übertreten und Einfluss auf Ihr Kind haben.

Einige Frauen haben während der Einnahme von Arzneimitteln zur Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen unregelmäßige oder keine Monatsblutungen. Wenn dies bei Ihnen der Fall war, können die Monatsblutungen nach Wechsel der Behandlung auf Clozapin HEXAL wieder auftreten. Das bedeutet, dass Sie eine effektive Empfängnisverhütung durchführen sollten.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Clozapin HEXAL kann Müdigkeit, Schläfrigkeit und Krampfanfälle verursachen. Dies gilt insbesondere zu Beginn der Behandlung. Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Maschinen bedienen, wenn Sie derartige Beschwerden haben.

Nebenwirkungen von Clozapin

Eine seltene, aber schwere und lebensbedrohliche Nebenwirkung von Clozapin ist Agranulozytose. Bei dieser schweren Blutbildungsstörung fallen die weißen Blutkörperchen im Blut stark ab. Dadurch wird die Körperabwehr geschwächt. Der Körper wird anfällig für Infektionen und kann sie nicht mehr bekämpfen. Treten diese Symptome auf, ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Schläfrigkeit
  • Speichelfluss
  • Gewichtszunahme
  • Verstopfung

Gelegentliche Nebenwirkungen sind:

  • Akute Sitzunruhe (Akathisie)
  • Unwillkürliche Muskelzuckungen (Myoklonien)
  • Blutdruckabfall bei Lagewechsel (Orthostase)
  • Krampfanfälle

Seltene Nebenwirkungen sind:

  • Kreislaufkollaps
  • Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Überzuckerung (Hyperglykämie)
  • Plötzliche, schwere Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • Plötzliche, schwere Lebernekrose (Absterben von Lebergewebe)

Im Vergleich zu anderen Antipsychotika ist bei Clozapin das Risiko für extrapyramidal-motorische Störungen am geringsten.

Clozapin und Delir bei Parkinson

Das Delir stellt im klinischen Alltag eine Herausforderung dar, insbesondere bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPS), da dopaminantagonistisch wirkende Neuroleptika kontraindiziert sind. Das Delir wird als akute und transiente Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörung mit begleitender Störung des Gedächtnisses, der Orientierung, der Sprache und der Auffassung beschrieben. Es präsentiert sich in hyperaktiven und hypoaktiven Formen.

IPS-Patienten haben ein erhöhtes Risiko, ein Delir zu erleiden. Die klinische Diagnose eines Delirs bei IPS erfordert die Abgrenzung von IPS-immanenten Symptomen und der deliranten Symptomatik.

Prävention und Therapie des Delirs bei Parkinson

Die Prävention eines Delirs bei Patienten mit erhöhtem Delirrisiko durch nichtmedikamentöse Verfahren ist gut untersucht und umfasst Reorientierungsmaßnahmen, die Einhaltung des Tag-Nacht-Rhythmus, die Benutzung von Hilfsmitteln, die frühzeitige Mobilisierung, die ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr, eine ruhige Umgebung sowie die Vermeidung von Kathetern und Zugängen.

Medikamentöse Therapieoptionen umfassen die Behandlung potenziell ein Delir verursachender Faktoren, wie akute Infektionen, Schmerzen oder metabolische Störungen. Die bestehende medikamentöse Therapie sollte kritisch evaluiert werden, um prodelirogene Medikamente zu identifizieren und nach Möglichkeit abzusetzen.

Neuroleptika werden häufig zur Delirbehandlung eingesetzt. Die gängigen Antipsychotika Haloperidol, Risperidon, Olanzapin und Aripiprazol sollten jedoch bei IPS-Patienten aufgrund ihrer antidopaminergen Eigenschaften nicht angewandt werden. Clozapin wird effektiv bei Halluzinationen im Rahmen eines IPS eingesetzt, birgt aber aufgrund seines anticholinergen Effekts auch das Risiko einer Zunahme der Verwirrtheit und von Orientierungsstörungen bei deliranten IPS-Patienten. Quetiapin stellt eine weitere therapeutische Option dar, ohne dass ein Agranulozytosescreening wie bei Clozapin erfolgen muss. Sowohl bei Clozapin als auch bei Quetiapin sollte die Dosierung bei Patienten mit IPS und Delir deutlich niedriger gewählt werden als bei anderen psychotischen Syndromen.

Clozapin bei Demenz mit Lewy-Körperchen (DLB) und Parkinson-Demenz (PDD)

Die Parkinsondemenz (PDD) und die Demenz mit Lewy-Körperchen (DLB) haben neuropathologisch, klinisch und neurochemisch viele Gemeinsamkeiten. Im Verlauf beider Erkrankungen kommt es oft zu psychotischen Symptomen, die häufig durch Antiparkinsonika ausgelöst oder verstärkt werden.

Bei einer Behandlung dieser Symptomatik mit konventionellen hoch- und niederpotenten Neuroleptika kommt es aber sehr häufig zu schweren Nebenwirkungen. Die am besten untersuchte Alternative ist die Behandlung der psychotischen, wie auch der kognitiven Symptome mit Cholinesterasehemmern, die als anerkannter Standard gelten. Wenn Cholinesterasehemmer aber kontraindiziert sind, nicht vertragen werden oder nicht ausreichend wirken, stellt Clozapin, langsam eindosiert und in niedrigen Dosen, eine wirksame Option dar, erfordert aber besondere Vorsichtsmaßnahmen.

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