Coca-Cola ist eines der beliebtesten Erfrischungsgetränke weltweit, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Der durchschnittliche Deutsche trinkt über 33,5 Liter Cola pro Jahr, einschließlich der Light-Versionen sogar über 47,1 Liter. Doch was bewirkt der Konsum dieses Getränks im Körper?
Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
Cola besteht hauptsächlich aus Wasser, Kohlensäure, Aromen, Farbstoffen, Phosphorsäure, Koffein und Zucker. Insbesondere der hohe Zuckergehalt ist problematisch. Ein Glas Cola (0,2 Liter) enthält über 21 Gramm Zucker, was mehr als 90 Prozent der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Tagesmenge entspricht.
Der Zuckergehalt
Eine Dose Cola (330 ml) enthält etwa zehn Teelöffel Zucker. Dies entspricht einer erheblichen Menge, die verschiedene Reaktionen im Körper auslöst. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker pro Tag zu konsumieren.
Phosphorsäure
Cola enthält Phosphorsäure, die den extrem süßen Geschmack maskiert und die Zähne angreift. Sie bindet auch wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Zink im Darm, wodurch diese dem Körper nicht mehr zur Verfügung stehen.
Koffein
Das enthaltene Koffein wirkt anregend und kann den Blutdruck erhöhen. Es blockiert die Adenosinrezeptoren im Gehirn, was Müdigkeit verhindert.
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Was passiert im Körper nach dem Konsum von Cola?
Der Konsum einer Dose Cola löst eine Reihe von Reaktionen im Körper aus, die in den folgenden 60 Minuten ablaufen.
Die ersten 10 Minuten
Innerhalb der ersten 10 Minuten gelangen etwa zehn Teelöffel Zucker in den Körper. Die Phosphorsäure verhindert, dass einem von dieser Zuckermenge schlecht wird. Zucker und Säuren zusammen stellen eine Belastung für die Zähne dar.
Nach 20 Minuten
Nach etwa 20 Minuten erreicht der Blutzuckerspiegel seinen Höhepunkt. Der Körper reagiert darauf mit einer erhöhten Insulinausschüttung, um den Blutzucker zu senken. Die Leber wandelt den überschüssigen Zucker in Fett um. Laut Dr. Kimber Stanhope widerlegen Studien diese Behauptung. So sei für die Fettumwandlung nicht der erhöhte Insulinspiegel ursächlich, sondern die Leber, die Fruktose umwandelt. Laut Stanhope reagiere zwar der Insulinspiegel auf den Konsum zuckerhaltiger Getränke, dies sei jedoch nicht der Hauptgrund für die gesteigerte Fettumwandlung der Leber.
Nach 40 Minuten
Die Koffeinaufnahme ist nach etwa 40 Minuten abgeschlossen. Der Blutdruck steigt, die Pupillen weiten sich, und die Leber pumpt noch mehr Zucker in den Blutkreislauf. Die Adenosinrezeptoren im Gehirn werden blockiert, was die Müdigkeit unterdrückt.
Nach 45 Minuten
Etwa 45 Minuten nach dem Konsum wird vermehrt Dopamin ausgeschüttet. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der das Belohnungszentrum im Gehirn stimuliert und Glücksgefühle auslöst. Laut Dr. Michael A. Taffe muss diese Behauptung kritisch betrachtet werden. So sei jede Äußerung zu den Wirkungsweisen von Drogen immer in Abhängigkeit von Dosis und Verträglichkeit zu sehen. Für den Wissenschaftler dramatisiert der ehemalige Apotheker Niraj Naik die Auswirkungen von Coca-Cola auf den menschlichen Körper. Diese These könne keiner wissenschaftlichen Untersuchung stand halten, so Taffe. Auch die Behauptung, dass der Körper sofort Dopamin ausschütte, ist nach Taffe falsch. Vielmehr sei die Dopamin-Ausschüttung von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Eine sofortige Ausschüttung des Glückshormons während des Coca-Cola-Konsums konnten Studien bisher nicht nachweisen. Zudem unterstreicht der Wissenschaftler die Bedeutung der Coffein-Dosis. Von ihrer Größe sind die potenziellen Auswirkungen auf den menschlichen Körper abhängig.
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Nach 60 Minuten
Nach etwa einer Stunde bindet die Phosphorsäure Kalzium, Magnesium und Zink im Darm, was den Stoffwechsel ankurbelt. Die harntreibende Wirkung des Koffeins führt dazu, dass vermehrt Flüssigkeit und Elektrolyte ausgeschieden werden. Der Blutzuckerspiegel sinkt rapide ab, was zu Müdigkeit und dem Verlangen nach mehr Zucker führt.
Die Dopamin-Wirkung und das Belohnungssystem
Die Ausschüttung von Dopamin nach dem Konsum von Cola stimuliert das Belohnungszentrum im Gehirn, ähnlich wie bei Drogenkonsum. Dies kann zu einem Gewöhnungseffekt führen, bei dem der Körper immer mehr Süßes verlangt.
Vergleich mit Drogen
Einige Experten ziehen Parallelen zwischen dem Konsum von zuckerreichen Lebensmitteln und Drogenkonsum, da beide das Belohnungssystem im Gehirn aktivieren. In Rattenversuchen konnte gezeigt werden, dass exzessive Zuckermengen Veränderungen im Gehirn auslösen können, die denen bei Suchtkrankheiten ähneln. Allerdings gibt es bisher keine eindeutigen Beweise für solche Suchterscheinungen beim Menschen durch dauerhaft hohen Zuckerkonsum.
Kritik an der Dramatisierung
Dr. Michael A. Taffe kritisiert die Dramatisierung der Dopamin-Wirkung von Cola. Er betont, dass die Auswirkungen von Drogen immer von der Dosis und der individuellen Verträglichkeit abhängen. Studien konnten keine sofortige Dopaminausschüttung während des Cola-Konsums nachweisen, und die Bedeutung der Koffeindosis sollte nicht unterschätzt werden.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Der regelmäßige Konsum von Cola und anderen zuckerhaltigen Getränken kann verschiedene negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
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Übergewicht und Diabetes
Zuckergesüßte Getränke haben keine Sättigungswirkung und liefern unnötige zusätzliche Kalorien, die zu Gewichtszunahme führen können. Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Softdrinks den Nüchternblutzucker erhöht, was eine Vorstufe von Diabetes sein kann.
Fettleber und Insulinresistenz
Fruktose, die in vielen Softdrinks enthalten ist, fördert die Neubildung von Fetten in der Leber, was zu erhöhten Blutfettwerten und Insulinresistenz führen kann. Da Insulin beim Fruktosekonsum nicht in gleichem Maße ausgeschüttet wird, werden dem Gehirn weniger Sattsignale gesendet.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Studien haben gezeigt, dass der Konsum von zuckergesüßten Getränken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann.
Auswirkungen auf die Zähne
Der hohe Zuckergehalt und die Säuren in Cola greifen den Zahnschmelz an und fördern Karies.
Mineralstoffmangel
Die Phosphorsäure in Cola bindet wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Zink im Darm, wodurch diese dem Körper nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies kann langfristig zu Mangelerscheinungen führen.
Cola Light als Alternative?
Cola Light und andere zuckerfreie Varianten enthalten künstliche Süßstoffe wie Aspartam. Diese stehen ebenfalls in der Kritik, da einige Studien darauf hindeuten, dass sie Übergewicht fördern und das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen könnten. Eine Langzeitstudie mit mehr als 100.000 Teilnehmern ergab, dass der übermäßige Konsum von Aspartam und anderen Süßstoffen insbesondere Brust-, Darm- und Prostatakrebs begünstigen könnte.
Studienlage zu Süßstoffen
Die Studienlage zu Süßstoffen ist jedoch nicht eindeutig. Einige Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass der Konsum von Light-Getränken eher zu Gewichtszunahme führt als zu Gewichtsverlust und das Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Es ist jedoch unklar, ob diese Ergebnisse auf die Süßstoffe selbst oder auf andere Faktoren zurückzuführen sind, wie z.B. die Tatsache, dass übergewichtige Menschen eher zu Light-Getränken greifen.
Gewöhnungseffekt
Süßstoffe aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn, was zu einem Gewöhnungseffekt führen kann. Der Körper verlangt nach mehr Süßem, was dazu führen kann, dass man häufiger zu Schokolade, Kuchen und anderen kalorienreichen Lebensmitteln greift.
Maßnahmen zur Reduzierung des Zuckerkonsums
Angesichts der potenziellen gesundheitlichen Risiken des übermäßigen Zuckerkonsums werden verschiedene Maßnahmen diskutiert, um den Konsum von zuckerhaltigen Getränken einzuschränken.
Softdrinksteuer
Einige Kinderärzte und Gesundheitsexperten fordern eine Softdrinksteuer, um den Konsum von zuckerhaltigen Getränken zu reduzieren. Eine solche Steuer könnte den Preis von Softdrinks erhöhen und die Verbraucher dazu anregen, gesündere Alternativen zu wählen.
Verkaufsverbote in Schulen
Es wird gefordert, zuckergesüßte Getränke nicht mehr in Schulen zu verkaufen. Stattdessen sollten kostenlose Wasserspender zur Verfügung gestellt werden, um den Kindern eine gesündere Alternative anzubieten.
Aufklärung und Vorbildfunktion
Eltern spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung eines gesunden Ernährungsverhaltens ihrer Kinder. Sie sollten den Konsum von zuckerhaltigen Getränken zu Hause einschränken und stattdessen regelmäßig Wasser oder verdünnte Fruchtsäfte anbieten.
Gesündere Alternativen
Wer nicht auf den süßen Geschmack verzichten möchte, kann auf gesündere Alternativen zurückgreifen.
Wasser
Wasser ist der ideale Durstlöscher und sollte die erste Wahl sein.
Selbstgemischte Saftschorlen
Selbstgemischte Saftschorlen mit einem geringen Saftanteil sind eine gute Alternative zu zuckerhaltigen Getränken.
Infused Water
Infused Water, also mit Früchten oder Kräutern aromatisiertes Wasser, ist eine erfrischende und gesunde Option.
Kaffee und Tee
Kaffee (ohne Milch und Zucker) und Tee (insbesondere Schwarztee und Oolong-Tee) können einen gesünderen Koffein-Kick liefern als Cola.