College de neurologie: Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven

Die Neurologie ist ein sich ständig weiterentwickelndes Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Entwicklungen und Perspektiven in der Neurologie, basierend auf Informationen aus verschiedenen Quellen, darunter das Deutsche Ärzteblatt und Forschungsergebnisse.

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie

Ein Facharzt für Neurologie und Psychiatrie verfügt über umfassende Kenntnisse in der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie psychischer Störungen. Die Doppelfacharztausbildung ermöglicht es, die komplexen Zusammenhänge zwischen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen besser zu verstehen und ganzheitlich zu behandeln.

Vita eines Neurologen und Psychiaters

Ein Beispiel für einen solchen Facharzt ist ein Experte, der 1944 in Reichenbach/Eule (Schlesien) geboren wurde. Nach dem Abitur 1962 an der 1. Erweiterten Oberschule Rostock (Goethe-Schule) absolvierte er von 1963 bis 1969 ein Medizinstudium an der Universität Rostock. Seine Facharztausbildung für Neurologie und Psychiatrie begann er von 1969 bis 1971 am Bezirkskrankenhaus Stralsund (Vorpommern) und setzte sie von 1972 bis 1974 an der Universitäts-Nervenklinik Rostock fort.

Nach einer Tätigkeit als Oberarzt und Vertreter des Chefarztes an der Neurologischen Klinik des Evangelischen Johanneskrankenhauses Bielefeld seit 1976 wechselte er an die Neurologische Universitätsklinik Göttingen. Dort war er von 1976 bis 1978 Leiter der Neurologischen Poliklinik und von 1979 bis 2007 Leiter der Neurologischen Intensiveinheit. 1982 habilitierte er sich für Neurologie (Nosologie der Neurosyphilis) und war von 1982 bis 1989 geschäftsführender Oberarzt der Neurologischen Universitätsklinik Göttingen.

Ein Studien- und Forschungsaufenthalt führte ihn 1991 an die Johns-Hopkins-University, Baltimore/MD, USA. Von 1997 bis 1999 war er nebenberuflich Leiter der Abteilung Neurologie an der Rehabilitationsklinik Carolinum, Bad Karlshafen. Seit 2007 ist er gutachterlich tätig und betreibt eine privatärztliche nervenärztliche Sprechstunde in Northeim, wo er bis 2014 eine Ermächtigung für Bewegungsstörungen hatte.

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Seine internationale Erfahrung umfasst eine Chefarztvertretung im Jerudong Park Medical Center (JPMC), Neurologische Abteilung, Stroke Unit, Neurologischen Intensiv-Station und Neurorehabilitation im Sultanat Brunei Darussalam (Borneo) in den Jahren 2012/2013. Von 2014 bis 2017 war er Guest Lecturer an der State University of Applied Sciences, Advanced Medical College, Kalisz/Wielkopolska, Polen. 2018 folgte eine Advisory Service on Neuro-Rehabilitation at the Renay Hospital Funing/Jiangsu, Volksrepublik China.

Ausgewählte Aufgaben, Funktionen und Mitgliedschaften

Zu seinen Aufgaben und Mitgliedschaften gehört die Präsidentschaft der Deutschen Gesellschaft für Neurologische Intensiv- und Notfallmedizin (ANIM e. V.).

Neurologische Versorgung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) bietet eine umfassende neurologische Versorgung für Patient:innen mit Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur. Die Klinik und Poliklinik für Neurologie verfügt über verschiedene Stationen (1B, 4D, 5C, 5D in O10), eine Privatambulanz und Funktionsdiagnostik (O10, EG). Zudem gibt es Tageskliniken für Parkinson und Multiple Sklerose in W34, EG.

Katheterbehandlung bei schweren Schlaganfällen

Eine bemerkenswerte Entwicklung ist die Wirksamkeit der Katheterbehandlung auch bei Patient:innen mit schweren Schlaganfällen. Eine internationale klinische Studie unter Leitung des UKE und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) ergab, dass bei knapp 20 Prozent der behandelten Patient:innen durch dieses Verfahren der Tod oder eine Pflegebedürftigkeit verhindert werden konnte.

Funktionsdiagnostik

Die Funktionsdiagnostik im Hauptgebäude Ost 10 im EG umfasst Gefäßsprechstunde, Ultraschall, NLG, EMG und EEG.

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Forschungsschwerpunkte und Publikationen

Ein wichtiger Bereich der neurologischen Forschung ist die Bildgebung peripherer Nerven. Hierzu gibt es zahlreiche Publikationen, die die Bedeutung der hochauflösenden Sonographie und Magnetresonanztomographie (MRT) hervorheben.

Sonographie der peripheren Nerven

Die Sonographie ist eine wertvolle Methode zur Beurteilung von Nervenverletzungen, Engpasssyndromen und anderen Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Sie ermöglicht eine präoperative Evaluation und kann die Wahl der Therapie erleichtern.

MRT-Neurographie

Die MRT-Neurographie ist eine weitere wichtige bildgebende Methode, die detaillierte Informationen über die Struktur und Funktion peripherer Nerven liefern kann. Sie wird insbesondere bei komplexen Fragestellungen und zur Differentialdiagnose von Nervenläsionen eingesetzt.

Ausgewählte Publikationen

Einige ausgewählte Publikationen zu diesem Thema sind:

  • Kele H, Verheggen R, Kolenda H, Reimers CD. Sonographische Befunde bei Engpasssyndromen.
  • Verheggen R, Kele H, Kolenda H, Reimers CD. Preoperative evaluation of ulnar nerve injuries with high-resolution ultrasonography.
  • Kele H, Verheggen R, Bittermann HJ, Reimers CD. The potential value of ultrasonography in the evaluation of carpal tunnel syndrome.
  • Baumer P, Kele H, Kretschmer T, Koenig R, Pedro M, Bendszus M, Pham M. Thoracic outlet syndrome in 3T MR neurography-fibrous bands causing discernible lesions of the lower brachial plexus.
  • Schwarz D, Kele H, Kronlage M, Godel T, Hilgenfeld T, Bendszus M, Bäumer P. Diagnostic Value of Magnetic Resonance Neurography in Cervical Radiluopathy: Plexus Patterns and Peripheral Nerve Lesions.
  • Christoph M. Mooshage, Henrich Kele, Martin Bendszus, Daniel Schwarz. High-resolution MR neurography follow-up of SARS-CoV-2 vaccination-associated neuralgic amyotrophy. Annals of Clinical and Translational Neurology 2023.

Aktuelle Themen im Deutschen Ärzteblatt

Das Deutsche Ärzteblatt berichtet regelmäßig über aktuelle Themen und Entwicklungen in der Medizin, darunter auch in der Neurologie. Einige Beispiele aus der Ausgabe 1/2026 sind:

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  • Post-Intensive-Care-Syndrom
  • Metamizol - Indikationen und Risiken
  • Krebsfrüherkennung: Zeit für ein Umdenken
  • KI in der Notaufnahme
  • Mikroplastik als Gesundheitsgefahr

Krebsmedizin und Früherkennung

Die Krebsfrüherkennung ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Falsch-positive Ergebnisse, Überdiagnosen und geringe Teilnahmeraten sind Kritikpunkte, die immer wieder genannt werden. Risikoadaptierte Strategien könnten hier eine Lösung sein.

Digitalisierung in der Medizin

Die Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle in der Medizin. KI-gestützte Bildgebungsalgorithmen und die Nutzung von Real-World-Daten (RWD) in Kombination mit KI könnten die Arzneimittelzulassung verbessern. Auch die elektronische Patientenakte (ePA) und die elektronische Medikationsliste (eML) sind wichtige Bestandteile der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Weitere Themen

Weitere Themen, die im Deutschen Ärzteblatt behandelt werden, sind:

  • ME/CFS: Veränderungen im Energiestoffwechsel, Immunprofil und Gefäßsystem identifiziert
  • Solariennutzung mit dreifach erhöhtem Melanomrisiko assoziiert
  • Behandlung der Narkolepsie
  • Chronische Rhinosinusitis: Neues Register gestartet

Politische und gesellschaftliche Aspekte

Auch politische und gesellschaftliche Aspekte beeinflussen die neurologische Versorgung. Dazu gehören:

  • Finanzierungslücke bei Krankenhäusern
  • Pflege: Diskussion über Zusammenlegung von gesetzlicher und privater Säule
  • Gassen kritisiert fehlenden Reformwillen
  • Krankenfahrten: Probleme für AOK-Versicherte in Brandenburg
  • Personalfragen in der Psychiatrie
  • Krankenhausplanung und -insolvenzen
  • Organspende: Bedarf versus Angebot

Junge Perspektiven

Junge Ärztinnen und Ärzte bringen neue Ideen und Perspektiven in die Medizin ein. Das Deutsche Ärzteblatt stellt regelmäßig junge Talente vor, die sich für die Medizin begeistern und innovative Ansätze verfolgen.

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