Comeback bei Parkinson-Therapie: Fortschritte und Hoffnungen

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Die Symptome umfassen Muskelzittern, Steifheit, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, zielen verschiedene Therapieansätze darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. In den letzten Jahren gab es bedeutende Fortschritte in der Parkinson-Forschung, die neue Hoffnung auf wirksamere Behandlungen und möglicherweise sogar eine Heilung geben.

Aktuelle Therapieansätze bei Parkinson

Bisher wird Parkinson nur symptomatisch therapiert, indem versucht wird, den Dopamin-Mangel im Gehirn zu kompensieren. Dies geschieht entweder mit der Substanz L-Dopa oder aber mit sogenannten Dopamin-Rezeptor-Agonisten, die eine ähnliche Wirkung wie Dopamin vermitteln. Da aber immer noch nicht verstanden ist, warum die Dopamin-ausschüttenden Nervenzellen im Verlaufe der Krankheit mehr und mehr absterben, gibt es derzeit noch keine Möglichkeit, die Parkinson-Krankheit aufzuhalten oder zu heilen.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung ist ein Eckpfeiler der Parkinson-Therapie. L-Dopa, ein Vorläufer von Dopamin, wird häufig eingesetzt, um den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Dopamin-Rezeptor-Agonisten ahmen die Wirkung von Dopamin nach und können ebenfalls zur Linderung der Symptome beitragen. Andere Medikamente, wie MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer, können den Abbau von Dopamin im Gehirn verlangsamen und so seine Wirkung verlängern.

Tiefe Hirnstimulation (THS)

Die tiefe Hirnstimulation (THS) ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns implantiert werden, um die Hirnaktivität zu modulieren. Die THS kann bei Patienten mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, bei denen die medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend wirksam ist. Sie kann helfen, Zittern, Steifheit und Bewegungsstörungen zu reduzieren. Helmut Dubiel ist Hochschullehrer. Seit dreizehn Jahren leidet er an Parkinson. In seinem Kopf sitzt eine Sonde, die er mit einer Fernbedienung steuert.

Weitere unterstützende Maßnahmen

Neben der medikamentösen und chirurgischen Behandlung können auch Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Lebensqualität von Parkinson-Patienten spielen. Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit, Kraft und Koordination zu verbessern. Ergotherapie kann Patienten dabei unterstützen, alltägliche Aufgaben leichter zu bewältigen. Logopädie kann bei Sprach- und Schluckbeschwerden helfen.

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Neue Perspektiven in der Parkinson-Therapie

Die Parkinson-Forschung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, die neue Einblicke in die Krankheitsentstehung und potenzielle Therapieansätze ermöglichen.

Ulmer Forschungsergebnisse: Ein neuer molekularer Mechanismus

Ulmer Wissenschaftlerinnen aus der Arbeitsgruppe von Professorin Birgit Liss haben einen neuen molekularen Mechanismus aufgedeckt, der Dopamin-ausschüttende Nervenzellen im Mittelhirn vor Überaktivität schützt und damit neue Perspektiven in der Therapie von Parkinson aufgezeigt. Die Wissenschaftlerinnen haben dabei zwei unterschiedliche Richtungen der Parkinson-Therapie zu einem neuartigen Erklärungsansatz verknüpft.

Die Forschergruppe wies in den Dopamin-ausschüttenden Nervenzellen der Substantia Nigra von Parkinson-Patienten deutlich mehr Dopamin-Autorezeptoren nach, als in der Kontrollgruppe. Außerdem konnte sie im Mausmodell zeigen, dass der hemmende Einfluss der D2-Autorezeptoren auf die Aktivität der Dopamin-Nervenzellen mit dem Alter zunimmt, diese also empfindlicher auf den Botenstoff reagieren. Wurden junge Tiere nur ein einziges Mal mit L-Dopa behandelt oder Kokain, was letztendlich ebenso eine Erhöhung der Dopamins im Gehirn bewirkt, wiesen deren Nervenzellen nach wenigen Tagen ebenfalls empfindlichere Dopamin-Autorezeptoren auf.

Den Wissenschaftlern gelang es schließlich in enger Zusammenarbeit mit Professor Jörg Striessnig und dem von ihm geleiteten FWF SFB an der Universität Innsbruck, einen molekularen Zusammenhang zwischen der Sensitivität der zelleigenen Dopamin-Rezeptoren und der Aktivität bestimmter sogenannter Cav1.3 Kalzium-Kanäle aufzudecken. Genau den Kalzium-Kanälen, deren Blockierung durch Bluthochdruckmedikamente davor schützt, an Parkinson zu erkranken. „Wir haben in unserer Studie erstmals eine physiologische Funktion dieser Kalzium-Kanäle in den Dopamin-ausschüttenden Nervenzellen gefunden, die zugleich eine zentrale Rolle für Morbus Parkinson haben“, so die Ulmer Forscherinnen.

Vermittelt wird dieses Zusammenspiel zwischen den Kalzium-Kanälen und den Dopamin-Autorezeptoren im Mausmodell durch ein neuronales Kalzium-Sensor-Protein (NCS-1). Tatsächlich fanden die Wissenschaftler Hinweise auf ein vermehrtes Vorkommen von NCS-1 in den Dopamin-ausschüttenden Nervenzellen bei Parkinson-Patienten. „Als Bindeglied zwischen den Ionenkanälen und den Rezeptoren bietet das Kalzium-Sensor-Protein nun einen weiteren neuen potentiellen Angriffspunkt für die pharmakologische Parkinsontherapie“, erläutert Liss.

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Bayer: Fortschritte in der Entwicklung neuer Therapien

Bayer hat sich durch M&A den Zugriff auf hochinteressante Programme zur möglichen Behandlung der Parkinson-Krankheit gesichert. In der Entwicklungspipeline von Bayer gibt es wichtige Fortschritte bei zwei potenziellen Therapien gegen Parkinson. Beide Projekte konnten erfolgreich in die nächste Phase der klinischen Entwicklung überführt werden. In die zulassungsrelevante Phase-3-Studie exPDite-2 mit dem Zelltherapiekandidaten Bemdaneprocel konnte Bayer den ersten Teilnehmer aufnehmen. Darüber hinaus hat Bayer die ersten europäischen Teilnehmer in die REGENERATE-PD-Studie (Phase 2) mit dem Gentherapiekandidaten AB-1005 rekrutiert.

Ob sich die milliardenschweren Investitionen auszahlen werden, steht noch in den Sternen. Dafür bedarf es positiver Ergebnisse zulassungsrelevanter Studien. Diesbezüglich müssen sich Anleger noch etwas gedulden.

Stammzellforschung

Die Stammzellforschung bietet die Möglichkeit, Dopamin produzierende Nervenzellen im Labor zu züchten und in das Gehirn von Parkinson-Patienten zu transplantieren. Dies könnte dazu beitragen, den Dopaminmangel auszugleichen und die Symptome der Krankheit zu lindern. Obwohl sich die Stammzelltherapie noch in einem frühen Stadium der Entwicklung befindet, gibt es vielversprechende Ergebnisse aus klinischen Studien.

Gentherapie

Die Gentherapie zielt darauf ab, die genetischen Ursachen der Parkinson-Krankheit zu behandeln. Es gibt verschiedene Gentherapieansätze, die derzeit erforscht werden, darunter die Einführung von Genen, die die Dopaminproduktion fördern, und die Blockierung von Genen, die zur Krankheitsentstehung beitragen.

Immuntherapie

Die Immuntherapie ist ein weiterer vielversprechender Ansatz zur Behandlung von Parkinson. Sie zielt darauf ab, das Immunsystem zu modulieren, um die Entzündung im Gehirn zu reduzieren und die Nervenzellen vor Schäden zu schützen.

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Weitere Forschungsansätze

Neben den genannten Therapieansätzen gibt es eine Vielzahl weiterer Forschungsansätze, die sich mit der Behandlung von Parkinson beschäftigen. Dazu gehören die Entwicklung neuer Medikamente, die auf spezifische molekulare Ziele im Gehirn abzielen, und die Erforschung des Einflusses von Umweltfaktoren auf die Krankheitsentstehung.

Die Rolle von Michael J. Fox im Kampf gegen Parkinson

Michael J. Fox, der weltweit als Schauspieler beliebt und angesehen ist, erhielt im Alter von 29 Jahren die Diagnose Parkinson. Er hat diese Tatsache jedoch bis Dezember 1998 der Öffentlichkeit verschwiegen. Dann waren die Auswirkungen der Krankheit aber nicht mehr geheim zu halten.

Fox hat sich seitdem zu einem prominenten Verfechter der Parkinson-Forschung entwickelt. Mit der Gründung der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research im Jahr 2000 setzte er einen Meilenstein im Kampf gegen diese Krankheit. Die Stiftung hat über 300 Millionen Dollar für die Forschung nach einer Therapie gefördert. Eine Heilung hat die Organisation noch nicht gefunden, aber sie gibt den Patienten Hoffnung. Und sie ermöglicht ihnen Zugang zu Informationen über Therapien, über die sie sonst nichts erfahren hätten.

Fox' Engagement hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Parkinson-Krankheit zu schärfen und die Forschung voranzutreiben. Er ist ein Vorbild für viele Parkinson-Patienten und zeigt, dass man trotz der Krankheit ein erfülltes Leben führen kann.

Comeback trotz Parkinson

Trotz seiner Parkinson-Erkrankung hat Michael J. Fox immer wieder Comebacks gefeiert. Er spielte in Serien wie "Spin City", "Curb Your Enthusiasm" und "The Good Wife" mit. In den vergangenen Monaten wurden seine Gastauftritte in Serien wie „Curb Your Enthusiasm“ („Lass’ es, Larry“) und „The Good Wife“ immer häufiger. Und jetzt gab er bekannt, dass er ab Herbst 2013 der Star einer eigenen, neuen Serie sein werde.

Fox ist zwar nicht von seiner Parkinson-Krankheit geheilt, aber dank einer Therapie kann er ein Comeback feiern - mit einer neuen Serie im kommenden Herbst.

Sein Comeback könnte nicht besser gewählt sein. Schon 2024 kündigte der Schauspieler an, dass er sich eine Rückkehr ins Filmgeschäft vorstellen könnte. Allerdings nur, wenn sich die Rolle mit seinen gesundheitlichen Herausforderungen vereinbaren ließe.

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