Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, ist ein Gewürz, das seit einiger Zeit einen bemerkenswerten Siegeszug in der Naturheilkunde feiert. Ursprünglich aus Indien stammend, gehört die Pflanze zur Gattung der Ingwergewächse und ist eine wichtige Zutat in Curry-Mischungen. Für die gelbe Farbe ist der Farbstoff Curcumin verantwortlich. Der Wurzelstock wird frisch oder getrocknet und gemahlen als Gewürz sowie als Farbstoff etwa für Senf, Butterzubereitungen oder Wurst verwendet. Kurkuma-Pulver schmeckt leicht würzig und ein bisschen erdig-bitter.
Kurkuma und seine Inhaltsstoffe
Der wichtigste Wirkstoff in Kurkuma ist Curcumin. Es ist ein sehr starkes Antioxidans. Der Curcumin-Gehalt von (Küchen-) Kurkuma ist jedoch nicht so hoch. Die meisten Studien zu diesem Kraut verwenden Kurkumaextrakte, die hauptsächlich Curcumin enthalten, mit Dosen von normalerweise mehr als 1 Gramm pro Tag. Das ist nicht leicht zu bekommen, wenn Sie Kurkuma nur als Küchenkraut verwenden. Curcumin wird nicht leicht in die Blutbahn aufgenommen. Deshalb wird BioPerine® den Kurkuma-Nahrungsergänzungsmitteln zugesetzt. Dies ist eine natürliche Substanz (Piperin), die aus schwarzem Pfeffer (Piper nigrum) gewonnen wird und die Absorption von Curcumin signifikant verbessert. Curcumin ist fettlöslich. Es ist daher eine gute Idee, eine Kurkumaergänzung mit einem Löffel Öl, einem Fischöl-Softgel-Kapsel oder kurz vor einer fettreichen Mahlzeit zu kombinieren.
Kurkuma und Gehirnfunktion
Früher dachte man, dass sich Neuronen nach der frühen Kindheit nicht mehr replizieren konnten. Es ist jetzt bekannt, dass dies möglich ist. Neuronen können neue Verbindungen aufbauen. An einigen Stellen im Gehirn können sie sich auch vermehren. BDNF ist eine Art zellverjüngendes Gehirnprotein. Studien haben gezeigt, dass im Sommer mehr und im Winter weniger BDNF in unserem Gehirn vorhanden ist. Interessanterweise kann Curcumin den BDNF-Spiegel im Gehirn erhöhen.
Curcuma für das Gedächtnis und die Konzentration
Vergesslichkeit ist ein sehr großes Thema - besonders in der immer älter werdenden Gesellschaft. Dafür sind natürliche Vorgänge im Körper verantwortlich, die früher oder später bei jeder Person auftreten. Verursacht wird diese natürliche Altersvergesslichkeit durch:
- Die Anzahl der Nervenzellen geht zurück.
- Bei den verbleibenden Nervenzellen kommt es durch Ablagerungen (Beta-Amyloid-Plaques) zu einer verschlechterten Informationsübertragung.
- Verminderte Gehirndurchblutung: Diese entsteht mit fortschreitendem Alter durch Herz- und Gefäßerkrankungen, wie Arteriosklerose oder zu hohem Blutdruck. Auch das Trinkverhalten kann die Konzentration und Leistungsfähigkeit des Gehirns beeinträchtigen.
- Erbliche Vorbelastung.
- Versorgungsstörungen des Gehirns.
Neben Maßnahmen wie Gehirnjogging (Kreuzworträtsel lösen), ausreichend Schlaf und Bewegung in Verbindung mit sozialen Kontakten hat hier auch Curcuma eine vielversprechende Wirkung gezeigt. Studiendaten belegen, dass sich die Merkfähigkeit und Erinnerung bei der Einnahme von Curcuma deutlich verbessert hat. Außerdem fühlten sich die Studienteilnehmer ruhiger, zufriedener, aufmerksamer und auch weniger müde.
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Curcuma bei Altersvergesslichkeit
Die Curcuminoide sind dazu in der Lage, Proteine, die im Gehirn Ablagerungen bilden können (=beta-Amyloide), aus dem Körperkreislauf abzutransportieren. Diese Proteine tragen in hohem Maße zur Altersvergesslichkeit bei - weswegen sich Curcuma hier in beginnenden Stadien bewährt hat.
Kurkuma und Durchblutung
Kurkuma unterstützt die Herzfunktion und die Durchblutung. Kurkuma trägt zur Erhaltung des Endothels bei. Dies ist die innere Auskleidung Ihrer Blutgefäße. In Verbindung mit ausreichender Bewegung und einer gesunden Ernährung kann Curcumin zu einer normalen Herzfunktion und einer guten Durchblutung beitragen. Die Verwendung von Curcumin-Ergänzungsmitteln ist eine gute Wahl für Menschen, die ein starkes und gesundes Herz und flexible Blutgefäße erhalten möchten, da Curcumin daher ein starkes Antioxidans ist.
Weitere gesundheitliche Vorteile von Kurkuma
Neben den genannten Wirkungen auf Gehirn und Durchblutung hat Kurkuma noch weitere positive Eigenschaften:
- Entzündungshemmende Wirkung: Curcumin kann Entzündungen positiv beeinflussen, indem es verschiedene Botenstoffe hemmt.
- Antioxidative Wirkung: Die Inhaltsstoffe aus Curcuma sind dazu in der Lage, durch eine antioxidative Wirkung vor zellschädigenden Substanzen zu schützen.
- Verdauungsfördernde Wirkung: Die Magensaftbildung wird angeregt, wodurch Verdauungsprobleme wie Völlegefühl und Blähungen gelindert werden können.
- Cholesterinsenkende Wirkung: Studiendaten zeigen, dass das positive HDL-Cholesterin (schützt vor Gefäßverkalkung) erhöht und das schlechte LDL-Cholesterin (löst Gefäßverkalkungen aus) gesenkt wird.
- Schutzwirkung auf die Lunge: Curcumin übt eine Schutzfunktion auf die Lunge aus.
Curcuma bei Entzündungen
Entzündungsfördernde Botenstoffe sind im Körper dafür verantwortlich, Immunzellen an den Ort des Geschehens zu locken und so die Entzündungsreaktion aufrecht zu erhalten, bis eine vollständige Heilung erfolgt ist. Bei chronischen Entzündungen werden diese Botenstoffe über einen längeren Zeitraum gebildet. Dies führt zu einer dauerhaften „niedriggradigen“ Entzündung, auch bezeichnet als „Silent Inflammation“, die meist unbemerkt bleibt. Curcuma ist dazu in der Lage, diese positiv zu beeinflussen. Curcumin ist, als Leitsubstanz aus der Curcuma Wurzel, die am besten untersuchte Komponente und zeichnet sich durch eine entzündungshemmende Wirkung aus. Der Wirkmechanismus beruht auf der Beeinflussung verschiedener Signalwege im Körper. So wird die Bildung von entzündungsfördernden Stoffen im Körper deutlich gehemmt. Außerdem kann eine Zellschädigung durch die antioxidative Eigenschaft von Curcuma verhindert werden. Entzündliche Prozesse sind maßgeblich an verschiedenen Erkrankungen beteiligt, daher wird Curcuma durch die gute Entzündungshemmung bei folgenden Krankheiten eingesetzt:
- Rheumatoide Arthritis, hier kommt es zu chronischen Entzündungszuständen in den Gelenken. Curcuma ist in ausreichender Dosierung dazu in der Lage, diesen Zustand zu verbessern.
- Entzündliche Darmerkrankungen, wie z. B. Collitis ulcerosa oder Reizdarmsyndrom wird Curcuma mit Erfolg eingesetzt.
- Kniegelenksarthrose, dabei kommt es zu einem chronisch degenerativen Abbau von Knorpelgewebe, die mit entzündlichen Phasen einhergehen. Für Curcuma konnte in zahlreichen Studien eine deutliche Verbesserung der Arthrose gezeigt werden.
Blutfette, Blutzucker und Curcuma
Die Wirkstoffe aus Curcuma nehmen Einfluss auf die Cholesterinproduktion. So zeigen Studiendaten, dass das positive HDL-Cholesterin (schützt vor Gefäßverkalkung) erhöht und das schlechte LDL-Cholesterin (löst Gefäßverkalkungen aus) gesenkt wird. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sich auch die Blutzuckerwerte durch die Curcuminoide zum Besseren entwickeln.
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Curcuma bei Verdauungsproblemen
Das am längsten bekannte Einsatzgebiet von Curcuma sind Verdauungsprobleme wie Völlegefühl und Blähungen. Curcuma kann hier durch die Steigerung der Gallensaftbildung hervorgerufen Linderung verschaffen.
Dosierung und Bioverfügbarkeit
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, täglich nicht mehr als zwei Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht zu verzehren. Bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen sind das 140 Milligramm Curcumin pro Tag, etwa in Form eines Nahrungsergänzungsmittels. Wird das Gewürz oder das Extrakt höher dosiert, können je nach Empfindlichkeit Nebenwirkungen wie Blähungen, Durchfall, Übelkeit oder Schmerzen im Verdauungstrakt auftreten.
Da Kurkuma schlecht über den Darm aufgenommen wird, werben einige Curcumin-Produkte mit einer verbesserten Aufnahme (Bioverfügbarkeit). Als Zusätze sollen zum Beispiel schwarzer Pfeffer (Piperin) helfen. Die Datenlage über Nebenwirkungen und Toxizität der neuen Produkte ist jedoch dünn und bereits vorliegende Informationen von reinem Curcumin lassen sich nicht auf die neueren Produkte übertragen. Allergische Reaktionen treten nur vereinzelt auf.
Wer sollte Curcumin-Extrakte meiden?
- Personen mit bekannter Allergie gegen Curcumin
- Schwangere und Stillende (als Gewürz stellt es aber kein Problem dar)
- Personen mit Gallensteinen (Curcumin fördert die Bildung und Sekretion von Gallensaft, was eine Gallenkolik zur Folge haben kann)
- Kinder
Interaktion mit Medikamenten
Auch sind Fälle von Arzneimittelwechselwirkungen mit Curcumin bekannt und darum ist Vorsicht geboten. Die meisten Medikamente werden über Enzyme in der Leber abgebaut, die sogenannten Cytochrom-P450-Enzyme. Sie sind für die Biotransformation von Arzneimitteln zuständig. Nicht ausscheidbare Stoffe werden dabei in ausscheidbare Stoffe umgewandelt. Curcumin kann auch mit diesen Enzymen in der Leber interagieren und so die wirksame Blutkonzentration von Arzneimitteln verändern - das heißt erhöhen oder verringern. So wurde möglicherweise eine Wechselwirkung von Curcumin und Krebsmitteln beobachtet, die zu niedrigeren Blutkonzentrationen führte. Das Krebsmittel konnte somit weniger gut wirken.
Sollten Sie regelmäßig Curcumin-Extrakte zu sich nehmen und Medikamente einnehmen, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker.
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