Curcuma bei neuropathischen Schmerzen: Aktuelle Studien und Erkenntnisse

Schmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das die Lebensqualität vieler Menschen erheblich beeinträchtigt. Ob akut oder chronisch, Schmerzen können die Lebensenergie rauben und den Alltag zur Qual machen. Während konventionelle Schmerzbehandlungen oft auf pharmazeutische Medikamente setzen, die mit Nebenwirkungen und dem Risiko einer Abhängigkeit verbunden sein können, rücken natürliche Methoden der Schmerzlinderung zunehmend in den Fokus. Einer dieser natürlichen Stoffe, der in den letzten Jahren vermehrt untersucht wurde, ist Curcuma, auch bekannt als Kurkuma oder Gelbwurz. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Vorteile von Curcuma bei neuropathischen Schmerzen, basierend auf aktuellen Studien und Erkenntnissen.

Was sind neuropathische Schmerzen?

Neuropathische Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Erkrankung des Nervensystems. Im Gegensatz zu nozizeptiven Schmerzen, die durch Reizung von Schmerzrezeptoren als Reaktion auf Gewebeschäden oder Entzündungen entstehen, resultieren neuropathische Schmerzen aus einer Fehlfunktion der Nerven selbst. Dies kann zu einer Vielzahl von unangenehmen Empfindungen führen, wie zum Beispiel brennenden, stechenden oder einschießenden Schmerzen, Kribbeln, Taubheit oder Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen.

Die vielseitigen Eigenschaften von Curcuma

Curcuma ist ein Gewürz, das in der traditionellen indischen und chinesischen Medizin seit Jahrhunderten verwendet wird. Der aktive Bestandteil von Curcuma, Curcumin, hat starke entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften. Diese Eigenschaften machen Curcuma zu einem vielversprechenden Kandidaten für die Behandlung verschiedener Erkrankungen, einschließlich Schmerzen.

Curcuma bei neuropathischen Schmerzen: Was sagen die Studien?

Obwohl die Forschung zu Curcuma bei neuropathischen Schmerzen noch begrenzt ist, gibt es einige vielversprechende Studien, die auf eine mögliche Wirksamkeit hindeuten.

Linderung von Arthrose-Symptomen

Eine Studie mit Patienten, die an Knie-Osteoarthritis litten, zeigte, dass ein bioverfügbarer Kurkumaextrakt bei der Linderung von Arthrose-Symptomen ähnlich wirksam war wie Paracetamol. Darüber hinaus war der Kurkumaextrakt wirksamer bei der Senkung von Entzündungsmarkern wie CRP und TNF-α, was auf seine entzündungshemmenden Eigenschaften hinweist.

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Vergleich mit Ibuprofen

Eine ähnliche Studie verglich Curcuma domestica-Extrakte mit Ibuprofen bei Patienten mit Kniearthrose. Die Ergebnisse zeigten, dass der Curcuma-Extrakt den Effekten von Ibuprofen nicht unterlegen war. Interessanterweise traten in der Ibuprofen-Gruppe signifikant häufiger Bauchschmerzen und Unwohlsein auf als in der Curcuma-Gruppe.

Reduktion von Entzündungen

Studien haben gezeigt, dass Curcumin Entzündungen im Zusammenhang mit dem Reizdarmsyndrom, Arthrose und Rheuma lindern kann. Darüber hinaus kann es Muskelermüdung und Typ-2-Diabetes entgegenwirken.

Wie wirkt Curcuma bei Schmerzen?

Die schmerzlindernde Wirkung von Curcuma wird hauptsächlich auf seine entzündungshemmenden Eigenschaften zurückgeführt. Curcumin kann die Produktion von entzündungsfördernden Substanzen im Körper reduzieren und somit zur Linderung von Schmerzen beitragen, die durch Entzündungen verursacht werden. Darüber hinaus hat Curcumin antioxidative Eigenschaften, die dazu beitragen können, Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen.

Wie man Curcuma einnimmt

Curcuma kann auf verschiedene Arten eingenommen werden, entweder als Gewürz in der Küche oder als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Tabletten. Es ist wichtig zu beachten, dass Curcumin eine geringe Bioverfügbarkeit hat, was bedeutet, dass es vom Körper nicht gut aufgenommen wird. Um die Bioverfügbarkeit zu erhöhen, kann Curcuma zusammen mit Piperin, einem Inhaltsstoff von schwarzem Pfeffer, eingenommen werden.

Dosierungsempfehlungen

Es wird empfohlen, maximal 3 Milligramm Curcumin pro Kilo Körpergewicht und Tag einzunehmen. Es ist ratsam, nur Produkte von Herstellern zu kaufen, die von einem Dritten zertifiziert wurden, um sicherzustellen, dass das, was auf dem Etikett angegeben ist, auch tatsächlich im Produkt enthalten ist.

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Wann ist Curcuma besonders wirksam?

Eine Studie hat gezeigt, dass die Einnahme von Curcumin Menschen mit Entzündungskrankheiten insbesondere dann hilft, wenn sie mit anderen medikamentösen Therapien kombiniert wird. Das Präparat muss regelmäßig und gewissenhaft eingenommen werden, um seine Wirkung entfalten zu können.

Weitere natürliche Schmerzstiller

Neben Curcuma gibt es noch weitere natürliche Stoffe, die bei der Schmerzlinderung helfen können:

  • Palmitoylethanolamid (PEA): Eine körpereigene Fettsäureamid-Verbindung, die mit dem körpereigenen Schmerz- und Entzündungsregulationssystem interagiert.
  • Hagebuttenextrakt: Ein Extrakt aus den Früchten der Wildrose, der entzündungshemmende Eigenschaften hat und die Symptome von Arthritis verbessern kann.
  • Methylsulfonylmethan (MSM): Eine organische Schwefelverbindung, die zur Entzündungshemmung eingesetzt wird und zur Verbesserung von Gelenk-/Muskelschmerzen beitragen kann.
  • Pyrrolochinolinchinon (PQQ): Eine natürliche Substanz, die antioxidative Eigenschaften hat und möglicherweise bei Nervenschmerzen helfen kann.

Wichtige Hinweise

Es ist wichtig, vor der Einnahme von Curcuma oder anderen natürlichen Schmerzstillern einen Arzt zu konsultieren, insbesondere wenn Sie bereits Medikamente einnehmen oder an einerVorerkrankung leiden. Curcumin kann die Eisenaufnahme stören und die Wirkung von Blutverdünnern beeinflussen.

Weitere Therapieansätze bei Schmerzen

Neben natürlichen Schmerzstillern gibt es noch weitere Therapieansätze, die bei der Behandlung von Schmerzen eingesetzt werden können:

  • Medikamente: Verschiedene Klassen von Medikamenten werden zur Schmerzbehandlung verwendet.
  • Physikalische Therapie: Physiotherapie kann dazu beitragen, die Mobilität zu verbessern, die Muskelfunktion zu stärken und Schmerzen zu lindern.
  • Verhaltenstherapie: Dieser Ansatz kann dazu beitragen, die Wahrnehmung und das Bewältigen von Schmerzen zu verändern.
  • Invasive Verfahren: Dazu gehören Injektionen oder Implantate zur gezielten Schmerzlinderung.
  • HCCP-Behandlung: Eine nicht-interventionelle Behandlungsmethode, die in einer Registerstudie positive Effekte bei PNI-Patienten zeigte.

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