Curry: Wirkung auf Darm und Nerven – Eine umfassende Betrachtung der gesundheitlichen Aspekte

Curry, ein Begriff, der sowohl eine Gewürzmischung als auch ein Gericht bezeichnen kann, hat seinen Ursprung im hindustanischen Wort „tucarri“. Diese vielseitige Mischung, die aus bis zu 30 Einzelzutaten bestehen kann, ist vor allem in der indischen Küche von zentraler Bedeutung, wo sie auch als „Garam Masala“ bekannt ist. Die Rezepturen variieren dabei stark, nicht nur regional, sondern auch von Familie zu Familie. Während in Europa das fertige Currypulver aus dem Supermarkt weit verbreitet ist, bevorzugt man in Indien die frische Zubereitung aus Rohstoffen.

Die Zusammensetzung von Curry: Vielfalt und Tradition

Eine unverzichtbare Zutat jeder Curry-Zubereitung ist Kurkuma, auch Gelbwurz genannt. Dieser Wurzelstock eines Ingwergewächses verleiht dem Curry seine charakteristische gelblich-braune Farbe und einen leicht brennenden, bitteren Geschmack. Kurkuma gilt zudem als gesundheitsfördernd. Für mehr Schärfe werden oft Bockshornklee, Cayennepfeffer, Kreuzkümmel, Muskatnuss und Rosmarin hinzugefügt. In Deutschland sind gemäß den „Leitsätzen für Gewürze und andere würzende Zutaten“ auch Kochsalz, Hülsenfruchtmehl, Stärke oder Dextrose erlaubt. Wer Wert auf Natürlichkeit legt, findet im Naturkosthandel reine Gewürzmischungen ohne Zusätze.

Curry in der ayurvedischen Küche

Aus ayurvedischer Sicht werden Curry-Gerichte bzw. Masala-Gewürzmischungen, die als Vorbild für unser hiesiges Currypulver dienen, als gesund oder zumindest als gesundheitsfördernd betrachtet. Das liegt an den Einzelgewürzen wie Bockshornklee, Knoblauch, Koriander, Chili, Fenchelsamen, Ingwer oder auch Kurkuma, die unabhängig von der Rezeptur in fast jeder Curry-Gewürzmischung enthalten sind. Denn bereits die ayurvedische Gesundheitslehre sagt jedem einzelnen dieser Curry-Bestandteile einen bestimmten positiven gesundheitlichen Effekt nach, in der Gewürzmischung addiert sich demnach nicht nur der Geschmack, sondern auch die gesunde Wirkung.

Die gesundheitliche Bedeutung von Curry

Der Apotheker Mannfried Pahlow hat sich intensiv mit der gesundheitlichen Bedeutung von Curry auseinandergesetzt und sieht in dem Pulver eine medizinisch interessante Gewürz-Arznei. Bei richtiger Zusammensetzung kann Curry Beschwerden wie Erkältungen oder Verdauungsprobleme lindern. Zudem regt es die Durchblutung an, beruhigt die Nerven und hebt die Stimmung. Pahlow empfiehlt eine Mischung mit einem Kurkuma-Anteil von mindestens 25 % auch für Magen- und Darmerkrankte, da sie die Gallenbildung und den Gallenfluss aktiviert, speichelanregend wirkt und die Verdauung fördert. Allerdings ist bei Nierenleiden Vorsicht geboten, wenn der Chili- und Paprika-Anteil zu hoch ist.

Curry und seine Wirkung auf den Darm

Die typischen Bestandteile von Curry-Gewürz regen die Darmtätigkeit leicht an und fördern die Produktion von Verdauungssäften in Leber und Galle. Viele der im Curry enthaltenen Gewürze, wie Koriander, Kümmel und Fenchel, sind traditionelle Brotgewürze, die Brot bekömmlicher machen können. Kreuzkümmel beispielsweise bessert Verdauungsstörungen wie Blähungen, Durchfall und Krämpfe. Bockshornklee wird aufgrund seiner positiven Wirkung auf die Verdauung oft bei der Herstellung von Curry eingesetzt. Fenchelsamen gelten als eines der besten Mittel bei Blähungen oder Magenkrämpfen und wirken beruhigend auf die Nerven.

Lesen Sie auch: Synaptische Auswirkungen von Strychnin

Curry und seine Wirkung auf die Nerven

Curry kann nicht nur den Darm, sondern auch die Nerven positiv beeinflussen. Müde, lustlos oder gestresst? Da kann vor allem scharfes Curry-Gewürz eventuell helfen. Die Schärfe löst beim Essen einen Schmerz aus, den der Körper mit dem Ausschütten von Endorphinen besänftigt. Fenchel beruhigt die Nerven und der Geruch wirkt positiv auf den Geist und das Konzentrationsvermögen. Kardamom gilt im Ayurveda als Gehirntonikum und Mittel zur Gedächtnisförderung.

Curry und seine Inhaltsstoffe: Ein Überblick

Curry setzt sich aus vielen verschiedenen Gewürzen zusammen, wobei folgende in fast jeder Mischung zu finden sind:

  • Kurkuma: Wirkt entzündungshemmend und antioxidativ.
  • Chili: Kann die Zellen des kleinzelligen Lungenkrebses dazu veranlassen, sich selbst zu zerstören.
  • Ingwer: Stärkt das Immunsystem und bekämpft Viren.
  • Koriander: Wirkt entzündungshemmend und kann bei Verdauungsbeschwerden helfen.
  • Kreuzkümmel: Bessert Verdauungsstörungen wie Blähungen, Durchfall und Krämpfe.
  • Bockshornklee: Kann die Insulinresistenz bei Diabetes-Typ-2-Patienten reduzieren und deren Blutzuckerspiegel in Balance halten.
  • Gewürznelke: Fördert die Verdauung und wirkt gegen innere Parasiten, Candida-Befall, Viren und Bakterien.
  • Senf: Regt den Appetit an und wirkt verdauungsfördernd.
  • Zimt: Kann bei Magen-Darm-Problemen, Harnwegsinfekten und Erkältungssymptomen helfen.
  • Kardamom: Hat eine entkrampfende Wirkung auf das Nervensystem und kann Frauenbeschwerden lindern.
  • Muskatnuss: Kann die Menge jener Toxine reduzieren, die zur Entstehung von Darmkrebs beitragen können.
  • Anis: Hat schleimlösende Eigenschaften und ist ein bekanntes Hustenmittel.
  • Sternanis: Wirkt hochgradig antioxidativ, schmerzlindernd, beruhigend und krampflösend.
  • Piment: Gilt als zuträgliches Gewürz für Leib und Magen und soll bei Nervosität und Stress einen sanft beruhigenden Effekt haben.

Curry und seine Wirkung auf die Knochen

Der regelmäßige Verzehr von Curry-Speisen kann verhindern, dass knochen-destabilisierende Krankheiten auftreten. Nach Forschungsergebnissen der University of Arizona in Tucson kann das Kurkuma in der Curry-Würzmischung erfolgreich gegen Rheumatoide Arthritis und sogar Osteoporose wirken.

Die Geschichte des Curry

Das Currypulver, wie wir es heute kennen, ist eine Erfindung der britischen Kolonialherren. Während der Zeit der Britischen Ostindien-Kompanie brachten sie das Currypulver nach Europa. In Indien hingegen werden Gewürzmischungen traditionell nach individuellen Rezepturen zusammengestellt. Die Bezeichnung „Curry“ ist ebenfalls eine Erfindung der Engländer, denn in Indien heißen solche Gewürzkompositionen traditionell Masala. „Kari“, von dem die Briten das Wort Curry ableiteten, ist der indische Begriff für das fertige Gericht bzw. für die Soße, nicht aber für die Gewürze.

Curry selbst zubereiten: Tipps und Tricks

Wer neben den positiven gesundheitlichen Effekten des Curry-Gewürzes auch den originellen Geschmack sucht, sollte seine eigene Curry-Gewürzmischung herstellen und zwar auf original indische Art. Fertige Mischungen sind nämlich oft schon länger abgepackt und um die halbe Welt gereist, als ihrem Geschmack und der Qualität guttut. Für das besondere Geschmackserlebnis sollte man die Samen deshalb selbst rösten, mahlen und mischen.

Lesen Sie auch: Überblick: Medikamente & Nervensystem

Ein einfaches Rezept für eine selbstgemachte Curry-Mischung:

  1. 1 Esslöffel Kreuzkümmelsamen, je ½ Esslöffel Koriander- und Bockshornkleesamen, 2 bis 3 getrocknete Chilischoten, je 1 Teelöffel Pfefferkörner und Kardamomsamen sowie 1 Gewürznelke in einer Bratpfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze 2 bis 3 Minuten anrösten.
  2. Danach alles in einer Gewürzmühle oder mit dem Mörser so fein wie möglich mahlen.
  3. Die Mischung mit 2 Esslöffeln Kurkumapulver, je 1 Teelöffel süßem und pikantem Paprikapulver sowie je ½ Teelöffel Zimtpulver und geriebenem Muskat verrühren.
  4. In ein kleines Glas abfüllen und luftdicht verschließen.

Vorsichtshinweise und mögliche Nebenwirkungen

Obwohl Curry viele gesundheitliche Vorteile bietet, gibt es auch einige Vorsichtshinweise zu beachten. Menschen mit Nierenleiden sollten Curry nicht allzu scharf zubereiten, da ein hoher Chiligehalt unangenehme Folgen haben kann. Schwangere und Stillende sowie Patienten mit Gallensteinen sollten auf Curcumin-Präparate verzichten. Da Curcumin die Gallensaftproduktion fördert, kann es sonst zu einer Gallenkolik kommen. Das Würzen mit Kurkuma in üblichen Mengen ist unproblematisch, es sind allerdings allergische Reaktionen bekannt. Laut einer Studie aus dem Jahr 2023 könnte sich Curcumin allerdings negativ auf die Leber auswirken. Die Verbraucherzentrale rät vor der Behandlung mit Curcumin unbedingt das Produkt, die Dosierung und mögliche Nebenwirkungen mit einem Arzt abzusprechen. Je nach Empfindlichkeit und Dosierung kann Curcumin zu allergischen Reaktionen, Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Schmerzen im Verdauungstrakt führen.

Lesen Sie auch: Eine Analyse von DMT und dem Gehirn

tags: #curry #wirkung #darm #nerven