Die Corona-Impfkampagne, die mit dem Versprechen auf Schutz und Rückkehr zur Normalität gestartet war, hat auch ihre Schattenseiten. Neben dem erhofften Schutz vor schweren Krankheitsverläufen traten bei einigen Geimpften unerwartete und schwerwiegende Nebenwirkungen auf. Dieser Artikel beleuchtet Einzelschicksale, um die Tragweite dieser Schattenseiten zu verdeutlichen und eine differenzierte Betrachtung der Thematik zu ermöglichen.
Der Fall Gabi Ziegler: Ein Leben verändert nach AstraZeneca-Impfung
Gabi Ziegler, eine 62-jährige Frau aus Schwabhausen, hatte gemeinsam mit ihrem Mann Helmut Pläne für den Ruhestand geschmiedet. Andalusien, Neapel, Zakynthos - die Welt sollte erkundet werden. Doch am 3. April letzten Jahres, Karsamstag, erhielt Gabi Ziegler die Corona-Impfung mit AstraZeneca, und ihr Leben veränderte sich schlagartig.
Elf Tage später ist sie ein Pflegefall. Sie kann nicht mehr sprechen, nicht selbstständig essen und erbricht sich fast täglich. Ein Dasein im Wachkoma. Mittlerweile haben die Behörden anerkannt, dass Gabi Ziegler an der Impfung schwer erkrankte.
Obwohl das Ehepaar Ziegler auf das langjährige Migräneleiden der Frau hinweist, wird Gabi Ziegler mit AstraZeneca geimpft. Ihr Mann Helmut Ziegler berichtet, dass seine Frau im Impfzentrum die Gerüchte angesprochen und nach dem möglichen Zusammenhang zwischen Thrombose bei Migränepatienten und der Impfung gefragt habe. Der Arzt habe jedoch abgewiegelt. Die Zieglers hätten sich Biontech gewünscht, aber dieser Impfstoff war zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar.
Nach der Impfung entwickelten sich starke Kopfschmerzen, ähnlich wie bei Dana Ottmann. Zunächst wurde dies als Migräne interpretiert, doch dann verlor Gabi Ziegler das Bewusstsein. Die Diagnose: Sinusvenenthrombose.
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Der deutsche Staat erkennt den von Helmut Ziegler angeführten Impfschaden an. Seitdem erhält sie 811 Euro Frührente pro Monat. Helmut Ziegler pflegt seine Frau zu Hause und kämpft für ihre bestmögliche Versorgung. Er ist kein Impfgegner, hat sich aber trotzdem eine zweite und dritte Dosis verabreichen lassen.
Dana Ottmann: Der Tod einer jungen Frau nach AstraZeneca-Impfung
Ein weiterer tragischer Fall ist der von Dana Ottmann. Die 32-jährige Psychologin aus Herford starb wenige Tage nach ihrer AstraZeneca-Impfung an einer Hirnblutung.
Am 25. Februar erhielt Dana Ottmann ihre Impfung. Am nächsten Morgen klagte sie über starke Kopfschmerzen. Da sie seit ihrer Kindheit an Migräne litt, vermutete sie zunächst einen Migräneanfall. Doch dieses Mal waren die Schmerzen anders, stärker und heftiger.
Ihre Mutter Petra Ottmann erinnert sich: "Dana war so hart im Nehmen. Sie hat gedacht, dass sie die Kopfschmerzen schnell wieder wegsteckt." Doch die Schmerzen blieben, und es kam Übelkeit hinzu. Am 8. März besuchte die Mutter ihre Tochter und machte einen Arzttermin für den nächsten Tag aus. Doch am 9. März ging Dana Ottmann nicht mehr ans Telefon. Die Mutter fand ihre Tochter tot im Badezimmer.
Die Obduktion ergab, dass Dana Ottmann an einer Hirnblutung infolge einer Thrombozytopenie verstorben war. Sie ist damit eine von 48 Menschen in Deutschland, die wahrscheinlich aufgrund einer Corona-Impfung verstorben sind.
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Der Tod von Dana Ottmann trug dazu bei, dass die Bundesregierung die Impfungen mit Astrazeneca Mitte März vorübergehend aussetzte. Später wurde Astrazeneca nur noch für ältere Menschen empfohlen.
Die Diskussion um Impfnebenwirkungen und die Rolle der Behörden
Die Fälle von Gabi Ziegler und Dana Ottmann werfen Fragen nach der Sicherheit der Corona-Impfstoffe und der Transparenz der Behörden auf. Während die Impfstoffe einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten, dürfen mögliche Nebenwirkungen nicht ignoriert werden.
Für schwerwiegende Nebenwirkungen werden vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 0,2 Meldungen pro 1000 Impfdosen angegeben. Laut des jüngsten Sicherheitsberichts des PEI mit Daten bis zum 31. März gibt es 2810 Verdachtsfallmeldungen zu Geimpften, die womöglich an der Impfung gestorben sind. Bei 116 dieser Fälle bewertet das PEI den Zusammenhang zwischen Impfung und Tod als wahrscheinlich.
Allerdings gibt es Kritik an den PEI-Zahlen. In anderen Ländern, die genauer hinschauen, sind die Nebenwirkungsraten teils deutlich höher. Zudem gibt es Berichte über das sogenannte Post-Vac-Syndrom, an dem Geimpfte leiden.
Die Aufarbeitung der Impfnebenwirkungen ist wichtig, um das Vertrauen in die Impfstoffe zu stärken und eine informierte Entscheidung zu ermöglichen.
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Weitere Einzelschicksale: Berichte von Impfnebenwirkungen
Neben den Fällen von Gabi Ziegler und Dana Ottmann gibt es zahlreiche weitere Berichte über Impfnebenwirkungen. Die folgenden Beispiele verdeutlichen die Vielfalt der Symptome und die unterschiedlichen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen:
- Eine 59-jährige Krankenschwester: Erlitt nach der zweiten BioNTech-Impfung Tachykardie, Zitteranfälle und weitere Beschwerden. Sie war vier Tage lang nicht in der Lage, zu laufen und sich selbst zu versorgen.
- Mitarbeiter des Westklinikums in Hamburg-Altona: Erhielten vor der AstraZeneca-Impfung vorsorglich Paracetamol-Tabletten. Viele klagten über Fieber, Kopf- und Halsschmerzen.
- Eine Mitarbeiterin des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) in Bielefeld: Erlitt nach der Impfung eine Gesichtslähmung (Fazialisparese).
- Ein 82-jähriger Mann: Erlitt nach der Impfung Luftprobleme, einen Herzinfarkt und liegt seitdem im Koma.
- Ein Mann: Entwickelte nach der Impfung am ganzen Körper eine Hautentzündung und Ablösung der Haut.
Diese Berichte zeigen, dass Impfnebenwirkungen in unterschiedlicher Ausprägung auftreten können und das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen können.
Die Bedeutung einer differenzierten Berichterstattung
Während die Medien bei COVID-19-Opfern seit Beginn der Pandemie immer offen waren für individuelle Erfahrungsberichte über die Krankheit, ist die Berichterstattung über »Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen und Impfkomplikationen« genau umgekehrt. Berichte über mutmaßliche Opfer der Corona-Impfungen erscheinen wenn nur in der lokalen Presse. Sehr oft sind sie verkoppelt mit der Erwähnung von Vorerkrankungen oder einer Obduktion, die Vorerkrankungen als Todesursache festgestellt hatte. Den jeweils Betroffenen - egal ob von Tod oder von schweren Nebenwirkungen - wird dabei mit großer, sprachlicher Distanz begegnet. Sie tragen keine gekürzten oder anonymisierten Namen. Meist haben sie nur ein Alter und ein Geschlecht, wobei selbst darauf teilweise verzichtet wird. Dann ist beispielsweise nur von einer »89 Jahre alten Person« die Rede. Hinweise auf Geburts- oder Wohnort werden ebenso vermieden.
Es ist wichtig, eine differenzierte Berichterstattung zu gewährleisten, die sowohl die Vorteile der Impfung als auch die möglichen Risiken berücksichtigt. Nur so kann eine informierte Entscheidung ermöglicht und das Vertrauen in die Impfstoffe gestärkt werden.