Die Darm-Gehirn-Verbindung: Wie Dr. David Perlmutter uns hilft, unser Gehirn zu schützen

Dr. David Perlmutter, ein renommierter Neurologe und Facharzt für Ernährungsmedizin, hat sich intensiv mit dem Zusammenhang zwischen unserer Darmflora und der Gesundheit unseres Gehirns auseinandergesetzt. Seine Arbeit, die in Bestsellern wie "Dumm wie Brot" und "Brain Maker" (auf Deutsch u.a. erschienen als "Darm und Gehirn") einem breiten Publikum zugänglich gemacht wurde, basiert auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und bietet praktische Ratschläge für ein gesünderes Leben. Dieser Artikel beleuchtet Perlmutters zentrale Thesen und Empfehlungen.

Die Bedeutung der Darmflora

Die Darmflora, auch als Darmmikrobiom bezeichnet, spielt eine entscheidende Rolle für unsere Gesundheit. Sie ist nicht nur für die Verdauung wichtig, sondern beeinflusst auch unser Immunsystem, unser Körpergewicht und sogar unser Verhalten. Dr. Perlmutter betont, dass eine gesunde Darmflora uns vor einer Vielzahl von Krankheiten schützen kann, einschließlich neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer.

Darmflora und Immunsystem

Die Darmflora stellt einen wichtigen Teil unseres Immunsystems dar. Eine vielfältige und ausgewogene Darmflora stärkt die Abwehrkräfte des Körpers und schützt vor Krankheitserregern.

Darmflora und Körpergewicht

Die Zusammensetzung der Darmflora kann das Körpergewicht beeinflussen. Bestimmte Bakterienarten fördern die Aufnahme von Kalorien, während andere die Fettverbrennung ankurbeln.

Darmflora und Verhalten

Die Darmflora kommuniziert über die sogenannte Darm-Hirn-Achse mit dem Gehirn. Diese Verbindung beeinflusst unsere Stimmung, unser Verhalten und sogar unsere kognitiven Fähigkeiten.

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Der Einfluss der Darmflora auf das Gehirn

Dr. Perlmutter zeigt überzeugend, dass der Zustand unserer Darmflora einen direkten oder indirekten Einfluss auf verschiedene Organe und Systeme hat. Dazu gehören das Risiko für Gehirnerkrankungen und psychische Krankheiten, Krebs, Asthma, Stoffwechselerkrankungen, Fettleibigkeit sowie Autoimmunkrankheiten.

Schutz vor neurologischen Erkrankungen

Eine gesunde Darmflora kann uns vor Konzentrationsproblemen und Allergien schützen. Sie kann sogar das Risiko für schwere neurologische Erkrankungen wie Alzheimer senken.

Verbesserung der geistigen Gesundheit

Die richtigen Organismen können zur Erhaltung eines gesunden Gehirns dienen. Durch gezielte Maßnahmen können wir unsere Aussicht auf geistige Gesundheit und ein langes, erfülltes Leben deutlich verbessern.

Perlmutters Empfehlungen für eine gesunde Darmflora

Perlmutter vermittelt aktuelle Studienergebnisse und grundlegendes Fachwissen auf eine gut verständliche Art und Weise. Dabei hört er aber bei der Vermittlung nicht auf, sondern eröffnet Lösungsansätze und Empfehlungen, die einem helfen, die vorher aufgezeigten Erkenntnisse umzusetzen. Er legt großen Wert darauf, dass seine Empfehlungen praktisch und gut umsetzbar sind.

Ernährungsumstellung

Eine zentrale Empfehlung ist die Umstellung auf eine kohlenhydratarme und fettreiche Ernährung. Perlmutter belegt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass Weizen und andere Getreidesorten unsere Gesundheit, speziell unsere Denkleistung und unser Gedächtnis, massiv angreifen können. Er rät dazu, den Konsum von Zucker und Weißmehlprodukten zu reduzieren und stattdessen auf biologische Lebensmittel zu setzen.

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Das 10-Tage-Neustart-Programm

Perlmutters 10-Tage-Neustart-Programm ist ein intensives Programm zur Verbesserung der Darmflora und der allgemeinen Gesundheit. Es beinhaltet eine spezielle Ernährung, die Einnahme von Probiotika und Präbiotika sowie Maßnahmen zur Stressreduktion.

Probiotika und Präbiotika

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die sich positiv auf die Darmflora auswirken. Präbiotika sind Ballaststoffe, die als Nahrung für die guten Bakterien im Darm dienen. Perlmutter empfiehlt die Einnahme von Probiotika und Präbiotika, um die Darmflora zu stärken.

Weitere Maßnahmen

Neben der Ernährungsumstellung und der Einnahme von Probiotika und Präbiotika empfiehlt Perlmutter weitere Maßnahmen zur Förderung der Darmgesundheit, wie z.B.:

  • Regelmäßige Bewegung
  • Ausreichend Schlaf
  • Stressreduktion
  • Vermeidung von Antibiotika (sofern möglich)

Kritik und Kontroversen

Perlmutter's Thesen sind nicht unumstritten. Einige Kritiker bemängeln die hohe Anzahl von genannten Studien in seinen Büchern und argumentieren, dass seine Empfehlungen zu restriktiv seien. Andere weisen darauf hin, dass die Forschung zur Darm-Hirn-Achse noch in den Kinderschuhen steckt und weitere Studien erforderlich sind, um die Zusammenhänge vollständig zu verstehen.

Trotz der Kritik bleibt Perlmutters Arbeit ein wichtiger Beitrag zur Diskussion um die Bedeutung der Darmflora für unsere Gesundheit. Seine Bücher haben dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Darm-Hirn-Verbindung zu schärfen und viele Menschen dazu inspiriert, ihre Lebensweise zu ändern.

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"Blöd im Kopf?" von Dr. David Perlmutter und seinem Sohn Dr. Austin Perlmutter

Das Buch "Blöd im Kopf?" von Dr. David Perlmutter und seinem Sohn Dr. Austin Perlmutter ergänzt Perlmutters frühere Arbeiten und bietet weitere Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Lebensstil und Gehirnfunktion. Es vermittelt neue Erkenntnisse und setzt vieles von dem, was wir eigentlich bereits wissen könnten, in Zusammenhänge und Empfehlungen um, die praktisch und gut umsetzbar sind.

Fokus auf die eigenen Bedürfnisse

Das Buch legt den Fokus auf die eigenen Bedürfnisse, die einem in dieser digitalen und modernen Welt nicht mehr unbedingt klar sind und in der Umstände, die uns schaden, oft als Stärke und Notwendigkeit vermittelt werden. Dabei wünschen wir uns eigentlich alle ein zufriedenes, glückliches und sinnhaftes Leben.

Rezeptteil

Das Buch schließt ab mit einem Rezeptteil, der mehr Gesundheit und Genuss auf den Teller verspricht, aber einen anfangs herausfordert. Kein Zucker, keine Weißmehlprodukte, bio … - schon allein der Umstieg von konventionellen Lebensmitteln auf biologische ist eine Veränderung, da Bio- im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln anders schmecken und anders wirken.

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