"Denen haben sie ins Gehirn geschissen": Herkunft, Bedeutung und Kontroversen

Der Ausdruck "Denen haben sie ins Gehirn geschissen" ist eine vulgäre, aber dennoch bildhafte Redewendung im Deutschen, die verwendet wird, um extreme Dummheit, Unverständnis oder unlogisches Verhalten einer Person auszudrücken. Die Phrase ist abwertend und beleidigend und sollte daher mit Vorsicht verwendet werden.

Herkunft und Verbreitung

Die genaue Herkunft des Ausdrucks ist unklar, aber er ist seit dem 20. Jahrhundert im deutschen Sprachraum belegt. Eine frühe schriftliche Erwähnung findet sich in A. Scharrers Artikel "Der große Betrug" in der Wiener "Die Rote Fahne" von 1932. Die Redewendung ist vor allem im süddeutschen Raum und in Österreich verbreitet, wo sie in verschiedenen Dialektvarianten vorkommt. So existiert im Bairischen die Variante "sogamoi hams da ins Hirn gschissn?".

Bedeutung und Verwendung

Der Ausdruck "Denen haben sie ins Gehirn geschissen" wird verwendet, um auszudrücken, dass jemand nicht recht bei Verstand ist, sehr dumm ist oder etwas Unverständliches tut. Die Phrase drückt Verärgerung und Erstaunen über die geistige Fehlleistung des Angesprochenen aus. Anders als bei Bemerkungen, die auf eine generelle oder angeborene Dummheit abzielen, brandmarkt dieser Ausdruck die momentane Fehlleistung und schließt die Möglichkeit aus, dass der Zurechtgewiesene nichts für sein Verhalten kann.

Die Redewendung kann in verschiedenen Situationen verwendet werden, in denen jemand eine offensichtliche Dummheit begeht oder sich unlogisch verhält. Beispiele für die Verwendung sind:

  • "Dir haben sie wohl ins Hirn geschissen!"
  • "Dem hat wohl einer ins Hirn geschissen!", präzisiert eine der Befragten ihre Haltung zu dem umstrittenen Gesetzentwurf.

Synonyme und verwandte Ausdrücke

Für den Ausdruck "Denen haben sie ins Gehirn geschissen" gibt es zahlreiche Synonyme und verwandte Ausdrücke im Deutschen, die ähnliche Bedeutungen haben. Dazu gehören:

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  • "Stroh im Kopf haben"
  • "Nicht alle Tassen im Schrank haben"
  • "Nicht die hellste Kerze auf der Torte sein"
  • "Einen Sprung in der Schüssel haben"
  • "Nicht ganz dicht sein"
  • "Dumm wie Brot sein"
  • "Dümmer als die Polizei erlaubt sein"

Eine weniger vulgäre, aber ähnliche Bedeutung tragende Redewendung ist "jemand hat ein Brett vor dem Kopf".

Kulturelle und gesellschaftliche Aspekte

Die Verwendung des Ausdrucks "Denen haben sie ins Gehirn geschissen" ist nicht unproblematisch, da er abwertend und beleidigend ist. Er kann dazu dienen, Menschen herabzusetzen und auszugrenzen. Daher sollte die Verwendung der Phrase vermieden werden, insbesondere in formellen Situationen oder im Umgang mit unbekannten Personen.

Heino und die Genderdebatte

In der öffentlichen Wahrnehmung wurde der Ausdruck im Zusammenhang mit einer Äußerung des Sängers Heino in einer Fernsehsendung diskutiert. Heino äußerte sich abwertend über gendergerechte Sprache und betonte, dass er seine Lieder weiterhin so singen werde, wie sie geschrieben seien, einschließlich Liedern wie "Lustig ist das Zigeunerleben" oder "Von der schwarzen Haselnuss". Er bezeichnete dies als Kulturgut, das unberührt bleiben solle.

Diese Äußerungen lösten eine hitzige Diskussion in den sozialen Medien aus, in der sich Befürworter und Gegner des Genderns gegenüberstanden. Einige Nutzer bedankten sich bei Heino für seine offene Meinung, während andere seine Aussage und den Sender Sat.1 kritisierten. Der Sender distanzierte sich von Heinos Aussagen und betonte, dass die Meinungen der Gäste nicht mit der Haltung des Senders gleichzusetzen seien.

Heino selbst zeigte sich unbeeindruckt von den Vorwürfen und bekräftigte, dass er weiterhin zu seinen Aussagen stehe. Er vertrat die Ansicht, dass eine breite Mehrheit gegen das Gendern sei und es wichtigere Themen gebe.

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Meinungsfreiheit und ihre Grenzen

Die Kontroverse um Heinos Äußerungen wirft die Frage nach den Grenzen der Meinungsfreiheit auf. Während die Meinungsfreiheit ein grundlegendes Recht ist, das in Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt ist, gibt es Grenzen, insbesondere wenn die Meinungsäußerung die Würde anderer Menschen verletzt oder zu Hass und Hetze aufruft.

Im Kontext von Heinos Äußerungen stellt sich die Frage, ob seine Aussagen über gendergerechte Sprache und traditionelle Liedtexte noch von der Meinungsfreiheit gedeckt sind oder ob sie bereits eine diskriminierende oder abwertende Haltung gegenüber bestimmten Gruppen erkennen lassen.

Arbeitsrechtliche Aspekte

Der Ausdruck "Denen haben sie ins Gehirn geschissen" kann auch im arbeitsrechtlichen Kontext relevant werden, wenn er von einem Arbeitnehmer gegenüber einem Kollegen oder Vorgesetzten verwendet wird. In einem solchen Fall kann die Äußerung als Beleidigung oder Herabwürdigung gewertet werden und arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, bis hin zur Kündigung.

Das Arbeitsgericht hat sich in mehreren Fällen mit der Verwendung beleidigender Äußerungen am Arbeitsplatz auseinandergesetzt. Dabei wird berücksichtigt, ob die Äußerung im Affekt gefallen ist, ob sie sich gegen eine bestimmte Person richtet und ob sie geeignet ist, das Betriebsklima zu stören.

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