In einer sehr persönlichen Reportage widmet sich Martin Rütter dem Thema Demenz. Seit seine eigene Mutter davon betroffen ist, setzt sich der Hundeprofi zunehmend mit diesem weit verbreiteten Krankheitsbild auseinander. Gemeinsam mit der früheren MTV-Moderatorin Sophie Rosentreter, die seit 2010 hauptberuflich Aufklärungsarbeit für Demenzbetroffene leistet, begibt er sich auf eine berührende und intensive Reportage-Reise.
Einblick in eine persönliche Betroffenheit
Im Seniorenzentrum Duisburg besucht Martin Rütter regelmäßig seine Mutter, die an Demenz erkrankt ist. Eine Situation, mit der der Tierpsychologe erst einmal zu kämpfen hatte: "Wenn einem das passiert, verändert das natürlich eine Lebenssituation. Genauso auch bei mir." Aus diesem Grund will sich Martin mit dem Thema Demenz viel tiefergehend beschäftigen und hat sich dazu entschlossen, eine Reportage darüber zu machen. Wie ergeht es Menschen mit Demenz? Und welche Bedürfnisse haben sie? Dazu gibt Martin einen sehr persönlichen Einblick in sein Leben und das seiner Mutter Hanni.
Selbstverständliche Dinge, wie sprechen oder einen Tisch decken, sind bei einer Krankheit wie Demenz nicht mehr möglich. Auch die Art zu kommunizieren ist eine andere geworden. Um seiner Mutter etwas Sicherheit zu geben, hat Martin viele Bilder in ihrem Zimmer aufgehängt. "Bilder sind wichtig. Alles, was sie an zu Hause erinnert."
Die Reise durch Deutschland: Begegnungen und Erkenntnisse
In der Reportage „Der Hundeprofi unterwegs“ ist Martin Rütter nicht als Hundetrainer, sondern als neugieriger Beobachter unterwegs. Er trifft beeindruckende Menschen, die sich mit Herz und Verstand des Themas angenommen haben.
Die Reportage beginnt in dem Pflegeheim, in dem seine Mutter Hanni lebt - eigentlich ein alltäglicher Besuch und doch eine bewegende Begegnung, an der Martin die Zuschauer offen teilhaben lässt. Im weiteren Verlauf treffen der Hundeprofi und Sophie Rosentreter auf Menschen, die sich mit Herz und Verstand des Themas angenommen haben. So begleiten zum Beispiel die ehrenamtlichen Helfer des Projekts „Vier Pfoten für Sie“ demenziell veränderte Menschen mit ihren speziell geschulten Hunden. Und auch die faszinierende Technik von jungen Erfindern kann helfen, besser in Kontakt mit Betroffenen zu treten. Das erfahren Sophie und Martin bei ungewöhnlichen Begegnungen in einer Demenz-WG in Mülheim an der Ruhr. Nicht zuletzt zeigt der bekannte Poetry-Slammer Lars Ruppel den beiden auf eindrückliche Weise, wie wenig Poesie mit Verstand zu tun hat und wie sie die Herzen von Demenzerkrankten zu öffnen vermag.
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"Vier Pfoten für Sie": Tiere als Therapie
Halt können Menschen mit Demenz auch in der Begegnung mit Tieren finden. Ein Therapieansatz, der den Hundeprofi besonders interessiert. Martin Rütter und Sophie Rosentreter begleiten deshalb Hildegard Rank bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit für den Verein "Vier Pfoten für Sie". Gemeinsam mit ihren beiden Schäferhund-Mischlingen geht sie mit demenzkranken Menschen spazieren. Doch was muss ein Hund mitbringen, um so eine Arbeit leisten zu können? "Er muss freundlich sein, nicht aggressiv zu anderen Menschen. Und ein bisschen Gehorsam muss er auch mitbringen", erklärt Hildegard.
Ihr war es besonders wichtig im Ruhestand etwas Sinnvolles zu tun und hat sich vor zwei Jahren für die ehrenamtliche Arbeit entschieden. "Ich bin ein Mensch, der gibt gerne. Und ich sehe, dass es unheimlich notwendig ist." Um einen kleinen Einblick in die Arbeit mit den Hunden zu bekommen geht es zu einem Spaziergang mit der 76-Jährigen Helga Carstesen. Der Besuch bringt wieder Freude in das Leben der Demenzkranken und sie kann sich durch die Vierbeiner wieder spüren - im Hier und Jetzt. Martin Rütter ist sichtlich gerührt von dieser Erfahrung: "Das sind total schöne Momente. Die Hunde sind total gemütlich und das gibt ihr Sicherheit. Man sieht, dass ein Mensch ganz nah bei einem Hund ist und auch über nichts anderes nachdenkt, als über diesen entspannten Spaziergang."
Weitere Staffeln von "Der Hundeprofi unterwegs"
Die Reportagereihe "Der Hundeprofi unterwegs" widmet sich in verschiedenen Staffeln unterschiedlichen Themen:
- Staffel 6: Die sechste Staffel führt Martin Rütter nach Spanien zu den Galgo Español. Außerdem wirft er einen Blick auf die Ausbildung von Blindenführhunden.
- Staffel 5: Martin lernt einen Mann kennen, der panische Angst vor Hunden hat. Er trifft auf Bergsteigerin Jacqueline Fritz, die sich auf nur einem Bein in schwindelerregende Höhen wagt. Außerdem begleitet er einen Landtierarzt bei seiner Arbeit.
- Staffel 4: Der Hundeprofi trifft im Berliner Tierpark die Biologin Dr. Jennifer Zahmel, die aus wilden Luchsen ziemlich zahme Kätzchen macht. Martin lernt einen Mann kennen, der sein altes Leben hinter sich gelassen hat und jetzt mitten im Wald lebt.
- Staffel 3: In der dieser Staffel begibt sich Martin Rütter auf Spurensuche rund um die Rückkehr der Wölfe in Deutschland. Er spricht mit Wolfsexperten, mit Befürwortern und Gegnern ihrer Rückkehr und sucht selbst auch die Nähe zu den Wölfen.
- Staffel 2: Martin Rütter macht sich auf den Weg nach Ostfriesland zu einem Knochenbrecher, er lernt die Tierärztin Jeanette Klemmt kennen, die sich um die Hunde der Berliner Straßenkids kümmert und klettert mit einer Schäferin durch die steilen Hochtäler des Tessins.
- Staffel 1: In der ersten Staffel trifft Martin Rütter einen Mann, der in den Bergen Österreichs mit seinem Rudel Huskys lebt, er begleitet einen Tag lang einen Obdachlosen und erfährt von dessen Schicksal und er trifft Menschen, die Listenhunden ein neues Zuhause geben. Martin erhält zudem neue Einblicke in Berufe rund um den Hund. So hilft er einer Hunde-Hebamme und schaut einer Tierbestatterin bei ihrer Arbeit über die Schulter.
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