Die Verknüpfung von Lehrer, Gehirn, Musik und Pädagogik

Musik ist allgegenwärtig und hat einen tiefgreifenden Einfluss auf unser Gehirn und unsere Entwicklung. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte dieser Verbindung, von den neurologischen Prozessen beim Musikhören und -spielen bis hin zu den pädagogischen Implikationen für den Unterricht.

Die neurologischen Grundlagen der Musikwahrnehmung

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir Musik hören oder spielen? Eckart Altenmüller, ein Experte auf diesem Gebiet, erklärt, dass Musik in unseren Genen angelegt ist. Es gibt einen angeborenen Trieb zur Musikwahrnehmung und zum Musikmachen. Musikalische Ereignisse erregen daher immer die Aufmerksamkeit von Kindern. Sie wollen die Dinge selbst ausprobieren, Musik machen, lernen, ihre Fertigkeiten verfeinern und ihre Sinneswahrnehmungen testen.

Das Hören von einfach strukturierten Kinderliedern ist für die Kleinen ein riesengroßes Vergnügen. Wenn sie selber Musik machen, mitsingen, mittanzen oder mitklatschen, erleben sie Selbstwirksamkeit, was im Gehirn Belohnungshormone - die sogenannten Dopamine - freisetzt.

Kinder brauchen Zeit, um akustische Muster zu verstehen. Am Anfang ist das, was sie hören, nur eine unstrukturierte Klangmasse. Durch häufiges Hören wird dieser Reiz für das Kind verstehbar. Es kann voraussagen, was als Nächstes kommt, die nächste Melodie, die nächste Figur. Unser Gehirn belohnt dieses Lernerlebnis. Die Kinder wandeln Unsicherheit in Sicherheit um und merken, dass ihr Wahrnehmungsapparat gut funktioniert, weil sie immer besser lernen, Muster zu erkennen. Sie spinnen die Musik sozusagen weiter.

Der Mozart-Effekt und das musikalische Gedächtnis

Der sogenannte Mozart-Effekt besagt, dass das Hören von Musik, die uns gefällt, die rechte Gehirnhälfte besser durchblutet. Diese Durchblutung sorgt dafür, dass wir bestimmte Intelligenzaufgaben kurzfristig besser lösen können, zum Beispiel Konstruktionsprobleme, virtuelle Rotationen, Papierfalz-Aufgaben. Allerdings ist dieser Effekt nicht nachhaltig.

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Musik ist eine "Gedächtnis-Kunst". Wenn wir ein Musikstück hören, entfaltet es sich in der Zeit. Um eine Melodie zu verstehen, müssen wir den Anfang der Melodie im Gedächtnis behalten, speichern und dann mit dem weiteren Verlauf vergleichen, um ein Muster zu konstruieren. Dieses Gedächtnis, das auch Harmonien und Rhythmen speichert, ist die Voraussetzung, um überhaupt Freude an Musik zu haben. Wir Menschen haben das höchste auditive Gedächtnisrepertoire aller Lebewesen.

Unser Gehirn ist als Netzwerk aufgebaut und kann sich rasend schnell verändern. Es gibt keine singulären Hör-, Seh- oder Bewegungszentren, sondern hoch komplizierte Netzwerke, die sich über das gesamte Gehirn verteilen. Diese Netzwerke sind schnell adaptierbar und können lebenslang lernen (Neuroplastizität). Deshalb ist es wichtig, in der Erziehung nicht nachlässig zu sein, auch bei kleinen Dingen wie Schuhe binden oder in der Beschäftigung mit Sport, Fahrradfahren, Schwimmen und so weiter. Und es betrifft natürlich auch die Musik.

Neurodiversität im Musikunterricht

Musikunterricht ist so vielfältig wie die Menschen, die ihn erleben. Neurodivergente Menschen bringen besondere Begabungen und Bedürfnisse in den Unterricht. Neurodiversität bezeichnet neurokognitive Vielfalt, also dass menschliche Gehirn- und Nervensysteme Informationen unterschiedlich verarbeiten. Neurodivergente Menschen nehmen die Welt und Sinnesreize anders wahr als neurotypische Personen. Zu den Neuroatypien zählen z. B. ADHS, Autismus, Dyskalkulie, Legasthenie, Synästhesie und Hochbegabung.

Musikbezogenes Lernen und Lehren braucht individuelle Ansätze und unterschiedliche Vorgehensweisen für die Vielfalt der Beteiligten. Neuronale Unterschiede in der Informationsverarbeitung beeinflussen Lehr-Lern-Prozesse, da zum Lernen die Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen gehört. Manche Menschen reagieren sehr empfindlich auf Umweltreize wie Geräusche, Gerüche, Berührungen, Farben oder elektromagnetische Felder (z. B. Licht), andere haben eine eingeschränkte Wahrnehmung. Diese Vielfalt beeinflusst, wie Musik wahrgenommen und gelernt wird, und erfordert individuelle Ansätze.

Herausforderungen können in Bereichen wie Konzentration und Kommunikation auftreten. Neurodivergenz äußert sich auch in besonderen Stärken wie etwa Kopplung von Sinnesmodalitäten (Synästhesie) sowie hoher Lerngeschwindigkeit. Diese einzigartigen Fähigkeiten können den Musizierunterricht bereichern und Möglichkeiten bieten, neue Zugänge zu Musik und deren Interpretation zu entdecken.

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Strömen zu viele Reize und Informationen auf neurodivergente Menschen ein, kann die Überforderung zu schweigendem Rückzug oder auch zu aggressivem Verhalten führen und damit den Lehr-Lern-Prozess stoppen. Wichtig ist, ruhige, reizarme Räume oder Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Bei Bedarf helfen Kopfhörer sowie individuell abgesprochene Pausen. Von einer solchen ruhigen Umgebung profitieren in einem Gruppen-Setting alle TeilnehmerInnen und besonders Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit.

Im direkten Kontakt miteinander lassen sich Bedürfnisse abstimmen und Lösungen für Konflikte finden. Wichtig ist, dass alle negativen Einflussfaktoren aus dem direkten Lernumfeld entfernt werden können. Onlinekurse erleichtern neurodivergenten Menschen die Teilhabe an musikalischen Bildungsangeboten, da sie in ihrer selbst gewählten Umgebung Umweltreize besser kontrollieren können.

Durch Reizüberflutung geraten manche Menschen in Stress, sodass sie nicht mehr verbal kommunizieren können. Dafür tragen sie Kommunikationskarten bei sich. Hilfreich ist auch, die Gruppe vorzubereiten, damit sie entspannt mit solchen Situationen umgehen kann. Das gemeinsame Lernen braucht eine sichere Lernatmosphäre, in der offen über individuelle Stärken und Schwächen kommuniziert wird. In einer solchen Atmosphäre können Perspektiven neurodivergenter Personen die Gruppe bereichern.

Der Umgang mit Neurodivergenzen erfordert klare Routinen und unterstützende Hilfsmittel wie visuelle Timer für strukturierte Arbeitsphasen. Gleichzeitig ist Flexibilität notwendig, um auf besondere Begabungen einzugehen: Musikunterricht bietet Raum für individuell angepasste Lernwege. Für Menschen, die keine Noten lesen können, eignen sich Audiodateien oder angepasste Notenschriften. Auch Notenlesen zu lernen, braucht Flexibilität: Viele Menschen erzielen Erfolgserlebnisse über das Musizieren nach Noten. Andere erlernen durch das Improvisieren Noten und Musikstile.

Prüfungen und Leistungsnachweise brauchen ebenso Flexibilität und faire Anpassungen, damit sie neurodivergente SchülerInnen nicht benachteiligen. Stress durch Gruppenprüfungen oder Publikum kann durch Alternativen wie Einzelprüfungen, Audio-Aufnahmen oder flexible Zeitvorgaben reduziert werden.

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Neurodiversität fordert eine pädagogische Haltung, die Lernende in ihrer Unterschiedlichkeit wertschätzt. Guter Musizierunterricht berücksichtigt die vielfältigen Fähigkeiten und Stärken, die Neurodiversität mit sich bringt. Neuroinklusion beruht unter anderem auf einem achtsamen Umgang mit der individuellen Verarbeitung von Sinneseindrücken und kommunikativen Herausforderungen. Dabei bereichert Neurodiversität auch das musikalische Miteinander: Die Stärken neurodivergenter Lernender inspirieren innovative Unterrichtsansätze und fördern ein wertschätzendes Miteinander. Empathie und klare Strukturen schaffen sichere Lernräume, in denen alle Beteiligten ihr Potenzial entfalten können.

Die Neuropädagogik: Eine junge Disziplin mit großen Erwartungen

Die Neuropädagogik ist eine junge Disziplin, die versucht, Erkenntnisse über die Funktion des Gehirns für pädagogische Konzepte, vor allem in der Schule, zu nutzen. Sie setzt auf Interdisziplinarität und Praxisorientierung. Forschungsschwerpunkte sind vor allem klassische Themen der Schule, vor allem Lesen und Rechnen, und die Funktionen der Hirnrinde beim Erlernen dieser Fähigkeiten und bei ihren Störungen, also Lese- und Rechenstörungen.

Mit dem großen Interesse an den Neurowissenschaften sind eine Reihe von Ergebnissen in die Öffentlichkeit gelangt, die teils zu vereinfacht dargestellt, teils zu einseitig interpretiert wurden. Es entstanden „Neuromythen“, die zu falschen Rückschlüssen auf den Schulunterricht geführt haben. Die Neuropädagogik hat selbst durch ihre Publikationen und ihre Öffentlichkeitsarbeit dazu beigetragen, eine Reihe solcher Neuromythen zu entlarven und die Unsinnigkeit darauf basierender Lernkonzepte zu verdeutlichen.

Hirnfunktionen beim Lesen und Rechnen

Im Jahr 1892 beschrieb der französische Neurologe Joseph Jules Dejerine seinen Patienten „Herrn C.“, der gerne und gut las, bis er diese Fähigkeit plötzlich komplett verlor. Nach seinem Tod fand Dejerine eine umschriebene Schädigung im linken seitlich-​hinteren Bereich des Gehirns (Gyrus fusiformis) als Folge eines Schlaganfalls. Diese Region hat sich seitdem als entscheidend für die Verbindung des gesehenen Wortes mit dem gehörten Wort beziehungsweise dessen Bedeutung herausgestellt und wird als visuelles Wortformareal (VWFA) bezeichnet.

Neuropädagogische Arbeitsgruppen haben die Entwicklung der VWFA beim Lesenlernen untersucht und festgestellt, dass in frühen Stadien der Lesefähigkeit zunächst auch andere Bereiche des Gehirns aktiviert werden. Mit der Zunahme der Lesefähigkeit wird die Aktivierung gleichsam auf die VWFA konzentriert. Kinder, die trotz normaler Intelligenz große Schwierigkeiten beim Lesenlernen haben (Dyslexie), zeigen eine schwächere Aktivierung der VWFA und stärkere Aktivierungen der anderen beim Lesenlernen involvierten Hirnrindenbereiche. Nach dem Absolvieren von speziellen Trainingsprogrammen verbesserte sich nicht nur die Lesefähigkeit, sondern auch die Fokussierung der Aktivierung der Hirnrinde auf die VWFA in den meisten Fällen, was als Reparatur interpretiert werden kann.

Für die Abschätzung von Größenordnungen, das Überschlagsrechnen und den Vergleich von Mengen und Zahlen hat der Mensch eine Eigenschaft, die man als Zahlensinn bezeichnen kann. Für den Zahlensinn konnte eine relevante Hirnregion identifiziert werden: der intraparietale Sulcus (IPS). Die Aktivierung nimmt zu, wenn der Zahlenvergleich schwieriger wird oder die Zahlen größer werden. Auch wurden beim Affen einzelne Neurone in dieser Region gefunden, die spezifisch auf einzelne Zahlen oder Mengen ansprechen. Zudem führen Schlaganfälle, die zu Gewebezerstörung in dieser Region führen, zu Störungen des Rechnens (Dyskalkulie).

Für das Rechnen reicht aber der IPS offensichtlich nicht aus und sind andere Hirnregionen mit involviert. Zum einen sind dies Regionen des Gehirns, die mit Sprachverarbeitung zu tun haben. Zum anderen werden beim Rechnen auch Regionen involviert, die mit Raumwahrnehmung zu tun haben.

Grenzen und Kritik der Neuropädagogik

Trotz der Fülle von Ergebnissen zu Hirnfunktionen beim Lesen und Rechnen hat die Neuropädagogik bislang keine Ergebnisse erbracht, die praktische Auswirkungen auf den Unterricht oder für die Schüler haben - wenn man von einzelnen Kindern absieht, die nachweisbare Störungen von Hirnfunktionen haben. Auch hat sich die Neuropädagogik auf die Grundschule fokussiert und keine anderen Entwicklungsphasen wie zum Beispiel die Pubertät untersucht. Schließlich stellen viele Befunde der Neuropädagogik nur eine Ergänzung bekannter pädagogischer oder neurowissenschaftlicher Erkenntnisse um Lokalisationsorte im Gehirn mit den modernen Bildgebungsverfahren dar.

Die Schule erzieht Menschen, keine Gehirne. Das Lernen eines Kindes ist ein individueller Prozess des Lebens. Die Ergebnisse der Neurowissenschaft liefern aber Aussagen zu Mittelwerten und Wahrscheinlichkeiten. Das sind Aussagen, die für ein Gesamtkollektiv sinnvoll sein können, die aber für das Individuum wenig hilfreich sind, da sie für diese Person falsch sein können. Gerade aber die Schulpädagogik hat mehr als andere Disziplinen die Aufgabe, auch das einzelne Kind, das von der Norm abweicht, mitzunehmen, zu fördern und ihm persönlich die optimale Bildung zu ermöglichen.

Musik und Musizieren als umfassende menschliche Leistung

Musik und Gehirn stehen in enger Verbindung. Unabhängig von Kultur und Sozialisation musizieren seit Anbeginn der Entstehung des Menschen alle Völker. Die menschliche Stimme wurde als Mittel zum Singen entdeckt, mit dem man Sprache und Musik miteinander verbinden konnte. Bereits im Mutterleib nimmt der Fötus die Geräusche der Mutter wahr. Er hört in den letzten vier Monaten vor seiner Geburt ihre Stimme, ihre Schritte, ihre Atmung etc. Über den Gleichgewichtssinn, die Haut, die eigene Körperwahrnehmung erlebt er ihre Bewegungen. Er spürt die Verbindung dieser Vorgänge zu den Emotionen der Mutter und so haben diese Laut- und Bewegungsmuster bereits eine emotionale Qualität. Sie werden zur Grundlage für die Laut- und Bewegungsstruktur von Musik. Musikalität hat also ihren Ursprung in der vorsprachlichen und unbewussten Wahrnehmung.

Musik war auch schon immer ein Mittel zur Kommunikation. Sie wurde zum Beispiel für Rituale, soziale Interaktionen und die Konversation mit den Göttern genutzt. Das hat sich in der heutigen Gesellschaft nicht geändert. Im Laufe der Zeit jedoch wurden alte Instrumente weiterentwickelt und viele neue Instrumente erfunden. Das führte zu ganz anderen Möglichkeiten von Klängen und Musik. Damit einher geht, dass das Musizieren ebenso vielfältig geworden ist und die Möglichkeiten praktisch unbegrenzt sind.

Da Musik so umfassend ist, Emotion, Kognition und Ratio, körperliche Bewegung und die Beteiligung aller Sinne zur Klangerzeugung miteinander verbindet, ist das Musizieren eine der anspruchsvollsten menschlichen Leistungen. Musik und Gehirn stehen in enger Verbindung von Geben und Nehmen, von Fordern und Fördern. Musikwahrnehmung beruht auf einem komplexen Zusammenspiel der Analyse von Tonhöhen- und Zeitstrukturen.

Bereits die erste Flöten- oder Klavierstunde führt zu Vernetzungen der motorischen Zentren und der Hörzentren im Gehirn. Aber nicht nur Hören und Bewegen werden verschaltet. Auch die Sehzentren im Hinterhauptslappen und die Planungszentren im seitlichen Anteil des Stirnhirns sind beteiligt. Wir sehen ja unsere Hände sich bewegen und wir entziffern den Notentext. Musik machen ist auch immer mit dem Planen von Bewegungen verbunden, denn wir müssen ja mit den richtigen Fingern zum Beispiel bestimmte Tonlöcher abdecken oder Tasten anschlagen. Schon nach etwa einem Jahr Instrumentalunterricht lassen sich bei Schulkindern auch Veränderungen der Hirnstruktur nachweisen.

Die Vernetzungen weiter Teile des Gehirns beim Musizieren haben Auswirkungen auf die Fähigkeiten des Musizierenden! Spracherwerb, kognitive und soziale Intelligenz, Sensomotorik und emotionale Kompetenzen werden gefördert, Gehör, Gedächtnis, Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit und Koordination geschult. Daneben macht Musik einfach glücklich! Glückshormone (Endorphine) und das „Kuschelhormon“ Oxytocin werden wie bei intensiven Liebeserlebnissen ausgeschüttet und bereiten den Boden für ein stabiles emotionales Gedächtnis.

Musikalische Bildung und kognitive Fähigkeiten

Immer wieder wird diskutiert, inwieweit musikalische Bildung auch für andere kognitive Fähigkeiten oder schulische Leistungen von Vorteil sein kann. Forscher:innen haben sich dieser Frage nun mithilfe einer neuen wissenschaftlichen Methode genähert. Eine wesentliche Komponente für alle kognitiven Fähigkeiten ist das Arbeitsgedächtnis, also die Fähigkeit, Dinge im Gedächtnis zu behalten und sie ohne externe Hilfsmittel wie Stift oder Papier kognitiv zu verarbeiten.

Die Ergebnisse zeigen: Wenn musikalische Bildung das visuelle Arbeitsgedächtnis beeinflusst, dann über den „Umweg“ des musikalischen Arbeitsgedächtnisses. Das heißt, musikalische Bildung verbessert in erster Linie das musikalische Arbeitsgedächtnis, was dann wiederum einen positiven Effekt auf das visuelle Arbeitsgedächtnis haben könnte. Darüber hinaus ergaben die Tests, dass - andersherum - ein allgemein gutes Arbeitsgedächtnis grundsätzlich eine musikalische Bildung erleichtert. Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es eine gemeinsame bereichsübergreifende Komponente gibt, die sowohl das visuelle als auch das musikalische Arbeitsgedächtnis beeinflusst. Ein direkter Zusammenhang zwischen musikalischer Bildung und allgemeinen kognitiven Fähigkeiten scheint dagegen eher unwahrscheinlich.

Konzentration und Aufmerksamkeit im Unterricht

Konzentration und Aufmerksamkeit sind zentrale Themen der Unterrichtspraxis. Eine Analogie aus der Psychologie ist das Spotlight-Modell von Posner, also die Idee, dass wir unseren Fokus auch etwas ausrichten und das dann fixieren mit so einer starken Konzentration.

Es ist wichtig, die Aufmerksamkeitsoptionen der Schüler:innen einzuschätzen und aufzugreifen, damit wir da auch anknüpfen können und dann eben in so einer Spirale zwischen aufmerksam machen und aufmerksam werden, nicht nur unsere eigenen Fokuspunkte durchsetzen, sondern eben auch das, was die Schüler brauchen, damit sie gut lernen können, ja, auch verstehen können.

Es darf auch schon ein bisschen unbequem sein zum Lernen. Man darf sich nicht so superkuschelig wohlfühlen. Aber wenn es zu unbequem ist, dann raubt das die Konzentration.

Es muss Reibung geben, damit Lernen entstehen kann. Übemotivation entsteht auch dann, wenn die Schüler:innen auch mal Aufmerksamkeitskonflikte haben.

Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit immer wieder auch mal auf den Körper zu lenken, beziehungsweise diese Wahrnehmungsprozesse mal als Fokuspunkte anzubieten, damit die nochmal eine Chance haben, auch fokussiert zu werden.

Atemübungen können helfen, sich wieder zu sammeln. Rituale können helfen, die Schüler:innen zu sammeln, also sie haben so Einspielen in einem Ruhepulstempo, aber auch so Körperübungen, die ich teilweise auch am Klavier mit einfachen Klängen begleite.

Der Aufmerksamkeitsfokus kann sehr selektiv fixierend sein und wirklich eine Kleinigkeit in den Blick nehmen wie die Mundhaltung. Und der kann auch sehr integrativ fluktuierend, holistisch sein, also sehr geweihtet, wo wir viele Dinge gleich, also es ist so ein bisschen wie der Unterschied zwischen Konzentration, also wirklich so sehr eher angestrengter Konzentration und Achtsamkeit. Gerade Körper und Atem scheint den Fokus zu öffnen.

Statt den Schülerinnen und Schülern zu sagen, sie sollen sich konzentrieren, ist es manchmal viel einfacher, sich das eigentlich selbst vorzunehmen. Und dann hast du das automatisch auch in deinem Gegenüber. Ich glaube auch, dass den Schülerinnen und Schülern explizit zu sagen, bringt nur in ganz wenigen Fällen was.

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