Der Vagus-Schlüssel zur Traumaheilung: Ehrliches Mitteilen als Weg zur neuronalen Regulation

Einführung

Fast jeder Mensch ist heutzutage von Bindungs- und Entwicklungstrauma betroffen. Diese Erkenntnis führte den bekannten Traumatherapeuten Gopal Norbert Klein zu einer einfachen, höchst wirksamen Heilmethode: dem »Ehrlichen Mitteilen«. Dieses Buch eröffnet einen einzigartigen Blick auf die Verbindung zwischen Kommunikation und neuronaler Regulation.

Was sind Bindungs- und Entwicklungstraumata?

Bindungs- und Entwicklungstraumata entstehen, wenn wir als Kind im Kontakt mit den Eltern erleben, nicht okay zu sein. Unser Nervensystem gerät in einen Alarmzustand, der bis heute anhält. Gopal Norbert Klein klärt auf und zeigt den Weg: Wie entstehen Bindungs- und Entwickllungstraumata? Was genau geschieht in einem traumatisierten Nervensystem? Welche Rolle spielt dabei der Vagus-Nerv?

Die Rolle des Vagusnervs

Der Vagusnerv spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung unseres Nervensystems. Die Polyvagaltheorie erklärt, wie der Vagusnerv unser Nervensystem in drei Zuständen reguliert: Sicherheit, Kampf/Flucht und Schreckstarre. Gopal Norbert Klein präsentiert eine plausible Brücke zwischen praktischer Alltagskommunikation und neurobiologischer Traumaheilung, indem er das Vagus-Nerv-System als zentrale Achse menschlicher Resilienz herausstellt. Dieses Werk untersucht, wie ehrliches Mitteilen-eine klare, authentische Kommunikation ohne Verzerrung-das Nervensystem reguliert und belastende Stressreaktionen moderiert. Es verbindet theoretische Modelle der Neurobiologie mit praktischen Methoden aus Kommunikation, Achtsamkeit und Beziehungsarbeit. Leserinnen und Leser erfahren, wie der Vagus-Komplex (Vagusnerv) als Brücke zwischen Gefühl, Denken und Handlung fungiert und wie bewusste Sprachführung Stressmuster verändern kann.

Ehrliches Mitteilen als Heilmethode

Was ist Ehrliches Mitteilen?

Ehrliches Mitteilen bedeutet, anderen in einem sicheren Rahmen ungefiltert mitzuteilen, was in uns wahrnehmbar ist. Es ist eine Art laute Selbstreflexion, wie es mir geht, welche Gedanken, Gefühle, Empfindungen ich habe oder was mir keine guten Gefühle verursacht - ohne den anderen dabei anzusprechen. Ich spreche nur über mich. Keine Anschuldigungen. Kein Austausch.

Warum ist Ehrliches Mitteilen so heilsam?

Heilung geschieht, sobald wir den Kontakt mit anderen Menschen endlich als sicher erleben. Wenn wir die Erfahrung machen: Egal, was in mir ist, welche Gedanken, Gefühle, Empfindungen ich habe - ich darf so sein. Der Vagusnerv wird dann aktiviert, das Nervensystem harmonisiert. Wir fühlen uns entspannt und bereit für das Leben. Die Methode wird Schritt für Schritt genau erklärt.

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Wie funktioniert Ehrliches Mitteilen?

Gopal Norbert Klein klärt auf und zeigt den Weg: Wie genau funktioniert Ehrliches Mitteilen?

Gopal Norbert Klein ist Heilpraktiker für Psychotherapie und einer der renommiertesten Traumatherapeuten im deutschsprachigen Raum. Nach Ausbildungen in unterschiedlichsten Methoden der Traumatherapie begann er seine eigene Methode zu entwickeln. Sie wird heute deutschlandweit in lokalen Gruppen praktiziert.

Anwendung in Beziehungen

Disharmonien werden oft durch unbewusste Bindungskonflikte gespeist. Diese zeigen sich in endlosen Diskussionen und Auseinandersetzungen, wo es nur scheinbar um die Sache geht. In Wirklichkeit geht es meist darum sich durchsetzen (oder aufzugeben), damit bestimmte unverarbeitete Gefühle nicht aufsteigen. Mit Hilfe des Ehrlichen Mitteilens, adressieren wir auf ganz einfache Weise diese Ebene. Mit meinem Partner ist es in genau der Situation des Triggerns nicht möglich.

Praktische Aspekte und Tipps von Gopal Norbert Klein

Ehrliches Mitteilen und Therapie

Grundsätzlich braucht es für Heilung und Transformation eine zwischenmenschliche vertiefte Beziehung. Diese entsteht nur durch ehrlichen Austausch. Wenn ein Teil das nicht macht scheitert die Beziehung. Bei einem Zahnarzt z.B. ist es nicht der Punkt, er arbeitet außerhalb des Bindungskontextes. Für die erfolgreiche Zahnbehandlung ist kein Erfolg auf der Bindungsebene notwendig. Bei Psychotherapie geht es jedoch nur darum. Das ist eine generelle Aussage, in Einzelfällen und Einzelsituationen kann es natürlich auch sein dass der Therapeut anders agieren muss.

Umgang mit schwierigen Situationen

Bei EM hatte ich die Situation, dass ich gespürt habe wie es mich ''wegzieht'' oder ''das Bewusstsein abhaut'' Ich habe es so mitgeteilt: Ich spüre Ohnmacht, der Kopf denkt ich will abhauen'' Hast Du Tipps für solche Momente wie man dableibt? Generell bei solchen Zustände ist es hilfreich im Kontakt mit realen Umgebung zu bleiben, also die anderen bewusst anschauen z.B.

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Ehrliches Mitteilen und Neugierde

Neugierde ist der mentale Aspekt eines regulierten Nervensystems. Auf der Gefühlsebene kann es z.B. Freude sein und im Körper Entspannung. Nicht reguliert bedeutet der Körper stuft die Umgebung als gefährlich oder lebensgefährlich ein. Neugier kannst du auch bei kleinen Kindern nur sehen, wenn sie sich sicher gebunden fühlen bei der Mutter. Ist die Beziehung zur Mutter temporärer oder grundsätzlich gesteuert wird das Kind die Umgebung nicht erforschen.

Abgrenzung und Selbstfürsorge

Bei Abgrenzung von destruktiven Menschen mit denen es keine Lösung gibt, spüre ich eine extreme Wut und hasse mich jedesmal dafür - weil ich würde das gerne "nicht wütend" können… Ich agiere nicht aus-mache 1-2 x eine klare Ansage und wer dann wieder drüber latscht, wird blockiert…

Die Rolle des Verstandes

Das ist wieder der Verstand der etwas analysieren möchte. Es geht nur und ausschließlich darum, sich darauf auszurichten was sich in mir tut dem/den Menschen gegenüber der jetzt gerade da ist und dies mitzuteilen, alles andere ist nur Ablenkung durch den Verstand.

Ehrliches Mitteilen und Fortschritt

Es geht überhaupt gar nicht darum, weiter zu kommen oder irgendwo durchzukommen sondern das mitzuteilen was da ist. Wir kommen weder weiter noch irgendwohin, wir sind immer hier jetzt.

Distanzierung und professionelle Unterstützung

Wenn zuviel aktiviert wird musst du mehr Distanz schaffen, z.B. kürzer sprechen oder längere Pause zwischen den EM-Terminen. Bei den Symptomen die du beschreibst wäre es möglicherweise angebracht auch eine professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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Ehrliches Mitteilen alleine?

Es gibt kein Leben alleine, es macht keinen Sinn bei 8 Milliarden Familienmitgliedern auf diesem Planeten sich vor einen Spiegel zu stellen, um ein Gegenüber zu simulieren. Auch für das Nervensystem geht das nicht, weil es eben das Spiegelbild ist und nicht jemand anderes. Es geht darum die Lösungsversuche in der (imaginierten) Einsamkeit endlich aufzugeben und sich zu zwingen in Kontakt zu treten.

Die Bedeutung des Wohlfühlens

Es ist wichtig, eine Gruppe bzw. Menschen für das EM zu finden, bei denen man sich wohl fühlt. Es ist die Projektion der Kindheit auf die Welt heute. Es stimmt nicht dass du niemanden passenden findest.

Ehrliches Mitteilen und Konflikte

Kannst du prinzipiell machen, besser wäre es jedoch zunächst Distanz zu deinem Partner zu erzeugen, z.B. rausgehen und um den Häuserblock laufen oder Joggen, bis du wieder stabil bist und dann nachträglich deinem Partner alles mitzuteilen. Denn du möchtest ja die Beziehung zu deinem Partner vertiefen und nicht eine dritte Person ins Spiel bringen.

Wann EM direkt bei Konflikten zur Regulation eingesetzt werden soll und wann nicht?

Das hängt alleine von deiner Kapazität in diesem Moment ab, ob du stabil im Erwachsenenbewusstsein bist. Wenn ja kann dich nichts vom EM abhalten.

Weitere Perspektiven und verwandte Themen

Entwicklungstrauma heilen: Ein strukturierter Ansatz in neun Schritten

  1. Traumatherapie suchen
  2. Distanzierung und Impulse ansprechen
  3. Verletzte Anteile und Emotionen kommunizieren
  4. Beziehungen vertiefen und Kontakt etablieren
  5. Therapie verlassen und im Alltag weitermachen
  6. Meditation und Achtsamkeit beginnen
  7. Leben und Beruf finden
  8. Zusammenfassung

Weitere lesenswerte Bücher zum Thema Psychotherapie und Selbsthilfe

  • „Psychologie to go!“ von Franca Cerutti
  • „Ernährung für mentale Gesundheit“ von Amanda Foote
  • „Einfach gesund schlafen“ von Prof. Günther W. Amann-Jennson
  • „Rote Karte für den inneren Kritiker“ von Jochen Peichl
  • „Wirksamer werden“ von Tanja Dörner
  • „Sei deiner Zeit voraus“ von Timon Krause
  • „Wie der Körper die Seele heilt“ von Karolina Friese & Daniela Botz
  • „Die Sprache der Seele“ von Ingo Schymanski
  • „Achtsamkeit für Skeptiker“ von Renato Kruljac
  • „Einführung in die körperorientierte systemische Therapie“ von András Wienands
  • „Systemische Traumatherapie“
  • „Trauma und Beziehungen“ von Verena König

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