Viele Menschen kennen das Gefühl: Die Nerven liegen blank, man ist schnell gereizt und innerlich unruhig. Stress, hohe Anforderungen im Alltag oder auch körperliche Ursachen können Auslöser dafür sein. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze, um die Nerven zu stärken und wieder mehr innere Balance zu finden.
Ursachenforschung: Warum spielen die Nerven verrückt?
Nervosität und innere Unruhe können vielfältige Ursachen haben. Oftmals sind es äußere Faktoren wie Stress im Beruf oder Privatleben, Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit oder auch Reizüberflutung, die uns aus dem Gleichgewicht bringen. Aber auch innere Faktoren wie hohe Ansprüche an sich selbst, Versagensängste, mangelndes Selbstvertrauen oder das Gefühl, nicht wahrgenommen zu werden, können zu nervösen Zuständen führen.
Manchmal stecken auch körperliche Ursachen hinter den Beschwerden. So können beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion, starker Bluthochdruck oder Unterzuckerung bei Typ-1-Diabetes Nervosität und Reizbarkeit auslösen. Auch bestimmte psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen können mit innerer Unruhe einhergehen. Es ist daher ratsam, bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären.
Soforthilfe für akute Nervosität
Wenn die Nerven gerade mal wieder verrückt spielen, gibt es einige Sofortmaßnahmen, die helfen können, zur Ruhe zu kommen:
- Bewegung: Ein flotter Spaziergang an der frischen Luft oder eine lockere Runde Laufen können helfen, Stresshormone abzubauen und die Gedanken zu ordnen.
- Atemübungen: Tiefes, bewusstes Atmen kann in akuten Stresssituationen Abhilfe schaffen. Die sogenannte Zwerchfellatmung, bei der man tief in den Bauch hinein atmet, wirkt besonders beruhigend.
- Achtsamkeit: Konzentrieren Sie sich auf den gegenwärtigen Moment und nehmen Sie Ihre Umgebung bewusst wahr. Das kann helfen, den Fokus von den kreisenden Gedanken abzulenken.
- Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga können helfen, Verspannungen zu lösen und zur Ruhe zu kommen.
- Nervennahrung: Bestimmte Lebensmittel wie Nüsse, Haferflocken, Bananen oder dunkle Schokolade können durch ihre Inhaltsstoffe beruhigend auf die Nerven wirken.
- Kältereiz: Lassen Sie für zwei bis drei Minuten lauwarmes Wasser über die Handgelenke laufen.
Langfristige Strategien für starke Nerven
Um die Nerven langfristig zu stärken und widerstandsfähiger gegen Stress zu werden, sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:
Lesen Sie auch: Diagnose von Schmerzen an der Außenseite des Knies
- Stressmanagement: Lernen Sie, Stressoren zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um mit ihnen umzugehen. Ein Stressmanagement-Coaching kann dabei helfen.
- Entspannungstechniken: Integrieren Sie Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training fest in Ihren Alltag.
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, vor allem an der frischen Luft, wirkt sich positiv auf Körper und Nervensystem aus.
- Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und gesunden Fetten. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und übermäßigen Konsum von Koffein und Alkohol.
- Ausreichend Schlaf: Sorgen Sie für ausreichend und erholsamen Schlaf. Schlafentzug kann die Reizbarkeit erhöhen und die Stressresistenz mindern.
- Soziale Kontakte: Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte und umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen guttun und Kraft geben.
- Selbstfürsorge: Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und tun Sie Dinge, die Ihnen Freude bereiten und Ihnen helfen, zu entspannen.
- Grenzen setzen: Lernen Sie, Ihre Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren. Übernehmen Sie sich nicht und delegieren Sie Aufgaben, wenn möglich.
- Positive Grundeinstellung: Versuchen Sie, eine positive Grundeinstellung zu entwickeln und sich auf die schönen Dinge im Leben zu konzentrieren.
- Professionelle Hilfe: Wenn Sie unter anhaltender Nervosität, innerer Unruhe oder anderen psychischen Beschwerden leiden, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Therapeut oder Coach kann Ihnen helfen, die Ursachen Ihrer Beschwerden zu erkennen und individuelle Lösungsstrategien zu entwickeln.
Die Rolle der Ernährung für starke Nerven
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit unserer Nerven. Bestimmte Nährstoffe können dazu beitragen, die Nerven zu beruhigen und die Stressresistenz zu erhöhen.
B-Vitamine
B-Vitamine sind essenziell für die Funktion des Nervensystems. Sie wirken stresshemmend, liefern Energie und unterstützen die Konzentration. Besonders wichtig sind die Vitamine B1, B6, B12 und Folsäure. Gute Quellen für B-Vitamine sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch, Fleisch und Eier.
Magnesium
Magnesium hat eine entspannende Wirkung und unterstützt den Körper dabei, Stresshormone abzubauen. Ein Magnesiummangel kann zu innerer Unruhe, Muskelzucken, Konzentrationsproblemen und Reizbarkeit führen. Gute Magnesiumquellen sind Nüsse, Samen, Vollkornprodukte, grünes Gemüse und Hülsenfrüchte.
Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Gehirnfunktion und können helfen, Stress abzubauen. Sie kommen vor allem in fettreichen Kaltwasserfischen wie Lachs, Makrele und Hering vor. Auch pflanzliche Öle wie Leinöl, Rapsöl und Walnussöl enthalten Omega-3-Fettsäuren.
Tryptophan
Tryptophan ist eine Aminosäure, die im Körper zu Serotonin umgewandelt wird. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der stimmungsaufhellend und beruhigend wirkt. Tryptophan ist unter anderem in Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, dunkler Schokolade und Bananen enthalten.
Lesen Sie auch: Nurvet Kautabletten Nerven: Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung.
Vitamin C
Vitamin C ist wichtig für ein gesundes Immunsystem und unterstützt die Bildung neuer Blutgefäße und die Verzweigung von Nervenzellen. Gute Vitamin-C-Quellen sind Obst und Gemüse, insbesondere Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli und Spinat.
Nahrungsergänzungsmittel
In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, die Ernährung durch Nahrungsergänzungsmittel zu ergänzen. So können beispielsweise B-Vitamine, Magnesium oder Omega-3-Fettsäuren in Form von Kapseln oder Tabletten eingenommen werden. Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte jedoch immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Alternative Behandlungsmethoden
Neben den genannten Maßnahmen gibt es auch einige alternative Behandlungsmethoden, die bei Nervosität und innerer Unruhe helfen können:
- Homöopathie: Homöopathische Komplexmittel wie dystoLoges können das aus der Balance geratene Nervensystem unterstützen.
- Akupunktur: Einige Patienten berichten, dass ihnen Akupunktur bei Nervenschmerzen hilft.
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Bei dieser Methode werden Elektroden auf die Haut geklebt, die ein leichtes Kribbeln erzeugen und den Schmerzreiz überlagern.
- Hochtontherapie: Hierbei sollen elektrische Schwingungen positiv auf den Nervenstoffwechsel wirken.
- Kneipp-Anwendungen: Regelmäßige Temperaturreize durch kalte und warme Kneipp-Anwendungen können das Schmerzempfinden verändern.
Nervenschmerzen lindern
Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, können durch Schädigungen oder Erkrankungen der Nerven verursacht werden. Oftmals sind sie Folge einer diabetischen Neuropathie, einer Nervenschädigung, die bei Diabetes auftreten kann. Die Schmerzen können sich als Missempfindungen, Brennen, Stechen oder auch als heftige Schmerzattacken äußern.
Behandlungsmöglichkeiten bei Nervenschmerzen
- Medikamente: Gegen Nervenschmerzen kann der Arzt spezielle Medikamente verordnen, beispielsweise Antidepressiva oder Antiepileptika. In besonders schweren Fällen kann auch eine Behandlung mit Opioiden erforderlich sein.
- Schmerztherapie: Bei chronischen Nervenschmerzen kann eine Behandlung bei einem spezialisierten Schmerztherapeuten sinnvoll sein.
- Lokale Behandlung: Bei lokal begrenzten Schmerzen kann eine Behandlung mit einem Chili-Pflaster helfen.
- Nährstoffe: Manche Patienten machen gute Erfahrungen mit Benfotiamin (einer Form des Vitamins B1) oder Alpha-Liponsäure (einem Antioxidans) als Zusatztherapie.
- Uridinmonophosphat (UMP): Die Gabe von Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure kann die Regeneration der Nerven unterstützen.
Selbsthilfemaßnahmen bei Nervenschmerzen
- Gute Blutzuckerwerte: Bei diabetischer Neuropathie ist es wichtig, die Blutzuckerwerte gut einzustellen, um das Fortschreiten der Nervenschädigung aufzuhalten.
- Bewegung und gesunde Ernährung: Bewegung und eine gesunde Ernährung wirken sich günstig auf Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte aus und können so die Nerven schützen.
- Nikotin und Alkohol vermeiden: Nikotin und Alkohol schaden den Nerven und sollten daher vermieden werden.
- Ablenkung: Bewegung und andere Aktivitäten können vom Schmerz ablenken.
- Selbstfürsorge: Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Ihnen Freude bereiten und persönlich wichtig für Sie sind.
- Unterstützung suchen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Therapeuten über Ihre Schmerzen und suchen Sie Unterstützung bei Selbsthilfegruppen oder anderen Betroffenen.
Lesen Sie auch: Warum Eltern manchmal nerven