Die Herkunft der "Nervenfrisur" und verwandte Begriffe im deutschen Sprachraum

Die deutsche Sprache ist reich an kuriosen und vielschichtigen Ausdrücken, deren Ursprung oft in der Geschichte und den Lebenswelten der Sprecher verborgen liegt. Dieser Artikel beleuchtet die Herkunft einiger dieser Wörter und Wendungen, von denen einige alltäglich sind, während andere fast in Vergessenheit geraten sind.

Welt - Mehr als nur ein Allerweltswort

Das Wort "Welt" ist allgegenwärtig, doch seine Bedeutung ist vielschichtig. Ursprünglich bedeutete es so viel wie "Menschenleben" und diente als Übersetzung für lateinisch saeculum und mundus. Die Wortherkunft lässt sich bis ins Althochdeutsche zurückverfolgen, wo weralt eine Zusammensetzung aus wer (Mann) und alt (Alter, Zeitalter, Lebenszeit) war. Interessanterweise ist wer vermutlich mit der indoeuropäischen Wurzel uei- verwandt, die "auf etwas losgehen, etwas jagen, erstreben, ersehnen" bedeutet. Die Vorstellung von "Mann" war also ursprünglich die des Nahrungssuchenden.

Hokuspokus - Zauberei und Sprachgeschichte

"Hokuspokus" ist ein klassisches Zauberwort, das oft im Zusammenhang mit faulen Tricks oder Brimborium verwendet wird. Das Wort kam im 17. Jahrhundert ins Deutsche und wurde wahrscheinlich aus dem Englischen entlehnt, wo es im Zusammenhang mit Taschenspielerkunst verwendet wurde. Eine Theorie besagt, dass der Ursprung in der lateinischen Messe liegt, wo die Worte "Hoc est corpus meum" (Das ist mein Leib) möglicherweise als "hokuspokus" missverstanden wurden. Im Englischen entwickelte sich daraus das Wort "hoax" (Ulk, Schabernack, Scherz).

Fidibus - Mehr als nur ein Zauberwort

"Fidibus" ist ein zusammengefalteter Papierstreifen, der früher zum Anzünden von Pfeifen verwendet wurde. Der Ursprung des Wortes ist unklar, aber das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm vermutet eine Verbindung zum französischen fil de bois (Holzfaden). Eine andere Theorie besagt, dass es sich um verulkstes Latein handelt, da fides bei den Römern die Saite eines Musikinstruments bezeichnete. Heute ist das Wort hauptsächlich in der scherzhaften Zauberformel "Hokuspokus Fidibus" gebräuchlich.

Vielleicht - Eine Frage der Betonung

"Vielleicht" ist eine schon im Mittelhochdeutschen gebräuchliche Zusammensetzung, wobei viel damals unter anderem "sehr" bedeutete. Interessant ist, dass das i in "vielleicht" kurz ausgesprochen wird, obwohl viel heute lang gesprochen wird. Dies liegt daran, dass im Mittelhochdeutschen das i noch kurz war und die Betonung immer auf der zweiten Silbe lag. Die Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit verändert: Während "vielleicht" früher eine wahrscheinliche Möglichkeit bezeichnete, relativiert es heute die Verlässlichkeit der Aussage stärker.

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Nichtsdestotrotz - Scherzhafte Ernsthaftigkeit

"Nichtsdestotrotz" ist ein Wort, das immer häufiger in standardsprachlichen Kontexten verwendet wird, obwohl es sich um eine scherzhafte Bildung handelt. Die Herkunft ist unklar, aber es wird oft dem Komiker Heinz Erhardt zugeschrieben. Tatsächlich lässt sich das Wort aber schon früher nachweisen. Obwohl "nichtsdestotrotz" durchaus gebräuchlich ist, sollte man sich der Markierung "scherzhaft, umgangssprachlich" bewusst sein.

Hinreißend - Begeisterung und Ursprung

"Hinreißend" bedeutet begeisternd, bezaubernd, entzückend. Im Gegensatz zu "großartig" schwingt bei "hinreißend" mehr die persönliche Beteiligung mit. Das Adjektiv ist abgeleitet von dem Verb "hinreißen", das ursprünglich für die Überwältigung durch Eindrücke oder Leidenschaften steht. Das Grundwort "reißen" ist mit "ritzen" sowie dem englischen "to write" verwandt und heißt ursprünglich so viel wie "Linien ziehen, zeichnen, schreiben, eingravieren".

Alkoholintoleranz bei Asiaten

Viele Menschen nehmen an, dass Asiaten im Vergleich zu Europäern oder Amerikanern weniger Alkohol vertragen. Tatsächlich können 80 Prozent der Japaner, Chinesen und Koreaner nur wenig trinken, da sie aufgrund einer mangelnden Produktion bestimmter Enzyme (Alkohol-Dehydrogenase und Aldehyd-Dehydrogenase 2) in der Leber empfindlicher auf Alkohol reagieren. Forscher vermuten, dass diese Genmutation vor 7000 bis 10.000 Jahren in Südchina entstand, als die Menschen begannen, Reis anzupflanzen und zu fermentieren. Die Genmutation könnte sich als Schutz vor zu hohem Alkoholkonsum entwickelt haben.

Warum Frauen schneller frieren

Frauen frieren leichter und stärker als Männer, da ihre Haut dünner ist und weniger Wärme zurückhält. Auch die Körpergröße und die Geschlechtshormone spielen eine Rolle. Männer haben aufgrund des höheren Testosteronspiegels mehr Muskelmasse, die besser durchblutet ist und den Körper aufheizt. Das weibliche Hormon Östrogen beeinflusst ebenfalls die Körperwärme. Bei Kälte drosselt der weibliche Körper die Durchblutung, damit der Beckenraum und die Reproduktionsorgane warm bleiben. Ein niedriger Blutdruck oder Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion können ebenfalls zu verstärktem Frieren führen.

Linkshänder und Kreativität

Es gibt die Vorstellung, dass Linkshänder aufgrund der Steuerung durch die rechte Hirnhälfte kreativer sind als Rechtshänder. Allerdings lässt sich für Linkshänder bezüglich Kreativität zunächst kein Vorteil nachweisen. Wissenschaftler haben jedoch festgestellt, dass sich die Gehirnaktivität bei Linkshändern und Rechtshändern unterscheidet. Bei Rechtshändern wird die rechte Gehirnhälfte für den Gesamteindruck und die linke für die Details aktiviert, während es bei Linkshändern genau umgekehrt ist. Auch die Sprach- und Lesefunktion unterscheidet sich.

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Die Wissenschaft des Regenbogens

Ein Regenbogen entsteht, wenn die Sonne im Rücken des Betrachters steht und in dessen Blickrichtung frontal Regen niedergeht. Das Sonnenlicht wird beim Eintritt in die Regentropfen gebrochen, an der Rückseite reflektiert und tritt am vorderen Rand des Tropfens wieder aus. Die Spektralfarben werden dabei in unterschiedlichen Winkeln abgelenkt, was die Verteilung der Farben auf dem Regenbogen ergibt. Ein Regenbogen ist grundsätzlich immer ein ganzer Kreis, von dem wir jedoch meist nur die obere Hälfte sehen können.

Das Grauwerden der Haare

Die Haarfarbe wird durch das Pigment Melanin bestimmt, das von den Pigmentzellen in den Haarwurzeln gebildet wird. Im Laufe des Lebens nimmt die Melaninproduktion ab und es lagern sich vermehrt Lufteinschlüsse im Haar ein, wodurch es grau wird. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Beschädigung des Enzyms Tyrosinase, das an der Melaninbildung beteiligt ist, eine entscheidende Rolle spielt. Tyrosinase wird durch Wasserstoffperoxid beeinträchtigt, dessen Gehalt im Körper im Laufe des Lebens zunimmt. Auch Stress kann die DNA der Pigmentzellen verändern und damit die Melaninproduktion beeinträchtigen.

Die Farbe der Eierschale

Die Eierschalenfarbe hat nichts mit dem Federkleid des Huhns zu tun, sondern wird nur von der Rasse des Huhns bestimmt. Die sogenannten Ohrscheiben, die sich hinter den Augen auf Höhe des Schnabels befinden, lassen bei reinrassigen Hühnern auf die Pigmentierung der Eier schließen.

Rheinische Ausdrücke und ihre Bedeutung

Der Artikel listet eine Vielzahl von rheinischen Ausdrücken auf und erklärt ihre Bedeutung und Herkunft. Einige Beispiele sind:

  • Affekat/Affkat: Anwalt (vom lateinisch-französischen Advokat)
  • Ballke/Bällchen: Diminutiv von Ball (kleiner, kugelrunder Spielball)
  • Fisternölles: Bastler, Tüftler
  • Flönz: Endstück der Blutwurst
  • Kalmeskäu: Schilfartige Pflanze, die gegen Magenbeschwerden gekaut wurde
  • Kinkerlitzkes: Kleine, unwesentliche Sachen, billiger Zierrat
  • Klüngel/Klöngel: Geheime Fäden knüpfen, Vetternwirtschaft
  • Kniepech: Geizig, knauserig, übertrieben sparsam
  • Knies: Schmutz, Dreck
  • Kreppke: Gruppe, Stammtischkreis
  • Küles/Kühles: Roggen-Brötchen in rundlicher Doppelform
  • Kwatsch/Quatsch: Unsinn, dummes Zeug
  • Latzejestell: Hagere Person
  • Lauschäpper: Jemand, der auf Kosten anderer isst
  • Möpp/Mopps: Kleiner, dicker Mann
  • Neurötche: Geizige Hausfrau
  • Nonneföhzke: Kleines Karnevalshefegebäck
  • Panz: Dicker Bauch, Rumpf
  • Pänz: Kleine Jungen, ungezogene Kinder
  • Fuchser: Übertreiben sparsamer Mensch
  • Pimpernell: Ausdruck für etwas, das nicht zum Aushalten ist

Haarpflege und Haarwachstum

Die Haare entstehen in den Haarwurzeln und bestehen aus Hornzellen. Jedes Haar besitzt eine Talgdrüse und Nervenfasern. Die Haare wachsen pro Monat ungefähr einen Zentimeter und durchlaufen drei Phasen: Wachstumsphase, Übergangsphase und Ruhephase. Die Haarfarbe wird durch das Pigment Melanin bestimmt. Schädigende Einflüsse wie Färben, Dauerwellen und zu viel Sonne können das Haar strapazieren. Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die unterschiedliche Ursachen haben können. Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Spurenelementen und Eiweiß ist wichtig für ein gesundes Haarwachstum.

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Sächsisch für Anfänger

Der Artikel gibt einen Einblick in die sächsische Mundart und erklärt einige typische Ausdrücke. Einige Beispiele sind:

  • Äschah!: Ach wo!
  • Affnhals: Unangenehmer Mitmensch
  • Ähborn: Kartoffel
  • andadschn: Anfassen, berühren, streicheln
  • anhibbschn: Sich für eine Party schick machen
  • anneforsisch: An und für sich
  • anscheuseln: Verkleiden, ankleiden
  • Asch, dor: Große Schüssel
  • Asche, de: Militär, ehemalige DDR-Armee NVA
  • ausglamiesorn: Irgendwie eine Lösung finden
  • bäbbln: Mit einem "babbschn" Fußball spielen
  • Babborschmadz, dor: Breiige oder pürierte Nahrungsmittel
  • Bäbe: Rührkuchen
  • bäbln: Hobby-Bastler sein
  • Babuhschn: Hausschuhe
  • Baddsch, dor: Schlag, Ohrfeige
  • Bädse: Petze
  • barbs’sch: Barfuß
  • Beffschdegg: Beefsteak
  • behummsen: Betrügen
  • Bemme: Stulle, Schnitte, belegtes Brot
  • Bibbus, dor: Kleines Teil, wie ein Schräubchen
  • biedschn: Genussvolles Trinken von "ä Scheelchn Heeßn"
  • Bieweh: Buffet, Büfett
  • Biggse: Behältnis, Büchse
  • Blaadsch, dor: Langer Mensch, Tollpatsch
  • Bläddbredd: Bügelbrett
  • blähgn: Schreien, plärren
  • Blämbe: Kaum genießbare Suppe oder ein Getränk
  • Blaudse, de: Bauch, Brust
  • Blebbs: Abfällige Bezeichnung für das einfache Volk
  • Bliehmchengaffee: Sehr dünner Kaffee
  • blimmerand: Unwohl, unpässlich
  • Blörre, de: Besonders schlechter, dünner Kaffee
  • Blumbe, de: Pumpe
  • Boddn: Schuhe
  • Bohbsor, dor: Gesäß
  • bomforzionös: Bewundernd oder spöttisch
  • Bonbon: Parteiabzeichen der SED
  • Buchd, de: Sozial grenzwertige Familie
  • buchn: Brutale Auseinandersetzung
  • Buffor, dor: Blödmann, Trottel, Idiot
  • Buffrds’sche: Wohnung
  • bullgsn: Schwere Arbeit verrichten
  • Bullsniddsor, de: Pulsnitzer Pfefferkuchen
  • Bumborn, de: Wollene Unterhosen
  • Bummbe, de: Herz

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