Die Parkinson-Krankheit, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch das Absterben von Nervenzellen im Gehirn verursacht wird. Weltweit sind etwa 10 Millionen Menschen davon betroffen. In Deutschland leben Schätzungen zufolge bis zu 350.000 Menschen mit Parkinson, Tendenz steigend. Oft beginnt die Krankheit schleichend und unscheinbar, mit leichten Beschwerden im Alltag, die leicht übersehen werden können. Viele Betroffene wissen jahrelang nicht, dass sie an Parkinson leiden. Die Diagnose wird häufig zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr gestellt, aber erste Beschwerden können schon in den 40ern auftreten. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität zu verbessern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.
Der Krankheitsverlauf von Parkinson
Der Krankheitsverlauf von Parkinson ist individuell verschieden und nicht genau zu definieren. Er kann Jahre dauern, bis das nächste Stadium erreicht ist, und nicht jedes Symptom tritt garantiert auf. Die Erkrankung ist bis heute nicht heilbar. Alle Therapien lindern zwar die Symptome von Parkinson, können das Absterben der Nervenzellen, die Dopamin produzieren, aber nicht aufhalten.
Ein Schleichender Prozess
Bei der Parkinsonerkrankung sterben Nervenzellen im Gehirn ab. Die Wissenschaft kann diesen Prozess bis heute nicht genau erklären, weshalb Parkinson leider noch nicht heilbar ist. Da die Gehirnzellen in der Regel nur sehr langsam und nicht schubweise absterben, ist der Parkinson-Verlauf ein schleichender Prozess, bei dem sich gerade im Anfangsstadium die Symptome gut behandeln lassen. Dennoch haben Forscher entdeckt, dass die Menge und Ausprägung der Parkinson-Symptome mit der Anzahl an abgestorbenen Gehirnzellen zusammenhängen. Je länger die Betroffenen also an Parkinson erkrankt sind, desto stärker werden sich auch die Symptome äußern. Im späteren Krankheitsverlauf von Parkinson ist die Behandlung nur noch bedingt effektiv, weshalb sich die Symptome auch stärker äußern können und die Betroffenen somit noch mehr in ihrem Alltag eingeschränkt werden.
Stadien des Parkinson-Verlaufs
Auch wenn jeder Krankheitsverlauf bei Parkinson individuell zu bewerten ist, lassen sich einige Grundstadien der Erkrankung festhalten.
- Erstes Stadium: Es äußert sich durch die beschriebenen Frühanzeichen von Parkinson. Zu diesem Zeitpunkt des Parkinson-Verlaufs ist die Diagnose schwer bis unmöglich, die Gehirnzellen beginnen jedoch bereits abzusterben.
- Zweites Stadium: Es ist gleichbedeutend mit dem sichtbaren Ausbruch der Erkrankung. Die typischen Parkinson-Symptome beginnen sich zu zeigen, der Arzt kann eine Erkrankung nun besser feststellen. Die Betroffenen spüren ein leichtes Ruhezittern und die Bewegungsabläufe fühlen sich nicht mehr wie früher an.
- Drittes Stadium: Die Symptome verfestigen sich und die Ausprägung wird stärker. Während sich die Erkrankung vorher in der Regel nur auf einer Körperseite äußert, können nun beide Seiten betroffen sein.
- Viertes Stadium: Die Symptome werden noch stärker und die Behandlung weniger wirksam, da das Absterben der Gehirnzellen weit fortgeschritten ist.
- Fünftes Stadium: Der Alltag der Betroffenen ist nun stark eingeschränkt. Viele Betroffenen sind auf Hilfe angewiesen und es kann vorkommen, dass ein Rollstuhl benutzt werden muss, um sich fortzubewegen.
- Sechstes und letztes Stadium: Es äußert sich durch die Parkinson-Demenz. Das Absterben der Gehirnzellen hat seinen Höhepunkt erreicht und die Betroffenen leiden unter Gedächtnisstörungen. Da diese durch eine Erkrankung hervorgerufen werden, spricht man von der Parkinson-Demenz. Das letzte Stadium wird in der Regel jedoch erst in einem hohen Alter erreicht, weshalb die geistigen Fähigkeiten altersbedingt zusätzlich nachlassen und den Effekt verstärken können.
Ruhezittern als Hinweis
Das Ruhezittern (auch Tremor genannt) ist ein markantes Parkinson-Symptom und ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Erkrankung. Wenn die Diagnose Parkinson zu diesem Zeitpunkt gestellt wird, ist der Krankheitsverlauf in der Regel jedoch schon weit fortgeschritten. Genau wie der Rigor (Muskelsteifheit) und die Akinese (verlangsamte Bewegungen) tritt dieses typische Parkinson-Symptom erst auf, wenn fast die Hälfte der Nervenzellen im Gehirn abgestorben sind. Für eine effektive Behandlung ist es daher wichtig, weitere Frühanzeichen zu erkennen, um die Diagnose zu einem früheren Zeitpunkt des Krankheitsverlaufs stellen zu können.
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10 Symptome, Die Auf Parkinson Hindeuten Können
Die ersten Anzeichen von Parkinson sind oft unspezifisch und werden häufig nicht als solche erkannt. Es ist wichtig zu betonen, dass das Auftreten eines oder mehrerer dieser Symptome nicht zwangsläufig bedeutet, dass man an Parkinson erkrankt ist. Viele dieser Symptome können auch andere Ursachen haben. Dennoch sollte man aufmerksam sein und bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden einen Arzt aufsuchen.
- Ruhetremor statt allgemeines Zittern: Eines der bekanntesten Symptome der Parkinson-Krankheit ist das Zittern oder Tremor. Dieses Zittern kann leicht sein und ist oft kaum wahrnehmbar. Der Ruhetremor bei Parkinson-Patienten kann als eine Art „Pillendrehen“ oder „Münzrollen“ beschrieben werden, bei dem die Finger langsam und wiederholt Bewegungen ausführen, die einem Münzrollen ähneln.
- Mikrographie statt kleiner Handschrift: Mikrographie ist ein weiteres häufiges Frühsymptom von Parkinson. Das bedeutet, die Handschrift wird kleiner und die Buchstaben stehen enger beieinander. Betroffene Personen bemerken oft, dass sich ihre Art zu schreiben verändert hat. Es ist wichtig zu betonen, dass eine veränderte Handschrift nicht immer auf Parkinson hinweist. Sie kann auch auf andere Faktoren wie steife Hände, Gelenkprobleme oder schlechte Sicht zurückzuführen sein.
- Geruchssinnverlust statt gelegentliche Geruchsstörungen: Ein nachlassender Geruchssinn kann ein weiteres Frühsymptom von Parkinson sein. Insbesondere der Verlust des Geruchssinns für bestimmte Lebensmittel, wie Bananen, Essiggurken oder Lakritze, kann auf die Erkrankung hinweisen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass vorübergehende Beeinträchtigungen des Geruchssinns aufgrund von Erkältungen oder Grippeerkrankungen häufig vorkommen und nicht notwendigerweise auf Parkinson hinweisen.
- Schlafprobleme: Plötzliche Bewegungen und Träumenachspiel statt allgemeine Schlafstörungen: Ein weiteres potenzielles Frühsymptom von Parkinson sind Schlafprobleme, insbesondere plötzliche Bewegungen und das Nachspielen von Träumen während des Schlafs. Parkinson-Patienten können während der Nacht unkontrollierte Bewegungen ausführen, wie etwa das Schlagen oder Schlagen von Armen und Beinen. Diese nächtlichen Bewegungen sind oft harmlos und sollten nicht mit Schlafstörungen im klassischen Sinne verwechselt werden. Menschen ohne Parkinson können ebenfalls unruhig schlafen und gelegentlich im Schlaf zucken. V. a. eine Form von Schlafstörung erhöht das Risiko, an Parkinson zu erkranken, um 80 %. Normalerweise ist ein Mensch im Traumschlaf bewegungslos. „Das kann für Betroffene und Partner oder Partnerin gefährlich werden. Häufig haben Menschen mit einer solchen Störung sehr lebhafte oder angsteinflößende Träume. „Diese Symptome sollte man ernst nehmen.
- Bewegungs- und Gangschwierigkeiten statt allgemeiner Müdigkeit: Eine der auffälligsten Manifestationen der Parkinson-Krankheit sind Bewegungs- und Gangstörungen. Die Betroffenen können sich in ihrem Körper, insbesondere in den Armen oder Beinen, steif fühlen. Das bedeutet, dass die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist, und es fällt den Patienten schwer, fließende und koordinierte Bewegungen auszuführen. Die Steifheit kann sich bei Parkinson-Patienten oft bessern, wenn sie in Bewegung sind. Dies wird als „Bewegungstremor“ bezeichnet, bei dem das Zittern verschwindet, wenn die Person willentlich eine Bewegung ausführt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Bewegungs- und Gangprobleme nicht ausschließlich auf Parkinson hinweisen. Wenn Sie sich in Ihrem Arm oder Ihrer Schulter verletzt haben, kann dies zu vorübergehenden Einschränkungen führen, bis die Verletzung verheilt ist. Auch andere Erkrankungen, wie Arthritis, können ähnliche Symptome verursachen.
- Verstopfung statt gelegentlicher Darmprobleme: Verstopfung ist ein weiteres mögliches Frühsymptom von Parkinson. Wenn Betroffene beim Stuhlgang anhaltende Schwierigkeiten und Anstrengung erfahren, sollte dies ernst genommen werden. Es ist wichtig zu beachten, dass Verstopfung viele Ursachen haben kann, darunter unzureichende Flüssigkeitsaufnahme und ballaststoffarme Ernährung. Einige Medikamente, insbesondere solche, die zur Schmerzlinderung eingesetzt werden, können ebenfalls Verstopfung verursachen. Hierzu zählen laut Berg z. B. Verstopfung, Störungen der Geruchswahrnehmung oder Depressionen.
- Weiche oder heisere Stimme statt vorübergehender Stimmveränderungen: Eine Veränderung der Stimme ist ein weiteres Frühsymptom von Parkinson, das oft übersehen wird. Menschen mit Parkinson können eine weiche oder heisere Stimme entwickeln, die als „Hypophonie“ bezeichnet wird. Manchmal denken Parkinson-Patienten, dass andere Menschen ihr Gehör verlieren, da sie in Wirklichkeit leiser sprechen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass vorübergehende Stimmveränderungen durch Erkältungen oder andere Infektionen häufig vorkommen und nicht notwendigerweise auf Parkinson hinweisen.
- Gesichtsmaskierung statt vorübergehender ernster Gesichtsausdruck: Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Parkinson-Krankheit ist die sogenannte „Gesichtsmaskierung“. Dabei handelt es sich um einen ernsten, steifen oder ausdruckslosen Gesichtsausdruck, auch wenn die Betroffenen sich nicht schlecht gelaunt fühlen. Die Gesichtsmaskierung kann die soziale Interaktion erschweren, da sie den Betroffenen den Anschein gibt, als seien sie desinteressiert oder desengagiert.
- Schwindel oder Ohnmacht statt gelegentlicher Schwindel beim Aufstehen: Schwindel oder Ohnmacht beim Aufstehen können ein weiteres Zeichen für Parkinson sein. Dies kann auf niedrigen Blutdruck zurückzuführen sein, der bei Parkinson-Patienten häufig auftritt. Es ist wichtig zu betonen, dass gelegentlicher Schwindel beim Aufstehen normal ist und viele Menschen bereits erlebt haben.
- Bücken oder Beugen statt vorübergehender Haltungsschwankungen: Ein weiteres häufiges Frühsymptom von Parkinson ist die veränderte Körperhaltung, bei der sich die Betroffenen beim Stehen bücken oder beugen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Haltungsschwankung auf Parkinson hinweist. Wenn Sie aufgrund einer Verletzung Schmerzen haben oder unter einer akuten Krankheit leiden, kann dies dazu führen, dass Sie sich schief stellen. Schon im Jahre 1817 beschrieb James Parkinson die gebeugte Körperhaltung als ein Kennzeichen des Morbus Parkinson.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose Parkinson zu stellen, ist nicht immer zweifelsfrei möglich. Grund dafür ist, dass viele andere Erkrankungen ähnlich unspezifische Symptome auslösen. Umso wichtiger ist es, dass Sie mit einem Facharzt sprechen, der unter anderem auf Parkinson-Erkrankungen spezialisiert ist. Bei neuen Beschwerden oder sonstigen Auffälligkeiten, können Sie zunächst immer Ihren Hausarzt aufsuchen. Liegt der Verdacht bei Parkinson oder sonstigen Erkrankungen des Nervensystems, sind Fachärzte für Neurologie mit Spezialwissen im Bereich Bewegungsstörungen die richtige Adresse.
Diagnoseverfahren
Die Parkinson-Diagnostik kann verschiedene Untersuchungen und Tests umfassen. Der Arzt wird detaillierte Fragen zur medizinischen Vorgeschichte und den Symptomen stellen. Der Arzt führt eine umfassende Untersuchung durch, um typische Parkinson-Symptome zu erkennen.
- L-Dopa-Test: Hierfür wird zunächst die Symptomschwere erfasst. Dann wird eine schnell wirksame Form von L-Dopa verabreicht und die Symptome werden erneut erfasst. Wenn sich die Symptome um mindestens 30 Prozent verbessert haben, deutet dies auf ein idiopathisches Parkinson-Syndrom hin. Wichtig ist allerdings, dass das alleinige Testergebnis noch keine gesicherte Parkinson-Diagnose bedeutet.
- DAT-Scan Untersuchung: Auch bekannt als Dopamintransporter-Scan, ist eine spezielle bildgebende Untersuchung, die in der Diagnose von Parkinson und anderen Bewegungsstörungen verwendet wird. Ein DAT-Scan wird typischerweise durchgeführt, um die Diagnose von Parkinson zu bestätigen.
Da es keine spezifischen Tests gibt, die einen direkten Nachweis für Parkinson geben können, schließt der Arzt andere mögliche Ursachen für die Symptome aus, wie zum Beispiel einen Schlaganfall, Medikamentennebenwirkungen oder andere neurodegenerative Erkrankungen.
Behandlungsmöglichkeiten
Es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Parkinson, einschließlich medikamentöser Behandlung, nicht-medikamentöser Behandlung, chirurgischer Eingriffe und Änderungen der Lebensweise. Medikamente, wie z. B. Levodopa, können die Symptome von Parkinson verbessern, indem sie den Dopaminspiegel im Gehirn erhöhen.
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- Nicht-medikamentöse Behandlung: Dazu gehören Rehabilitationsmaßnahmen, die den Betroffenen helfen können, ihre Mobilität, ihr Gleichgewicht und ihre Koordination zu verbessern. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind allesamt Rehabilitationsformen, die bei der Behandlung der Parkinson-Symptome wirksam sein können.
- Chirurgische Behandlung: Tiefe Hirnstimulation (DBS - Deep Brain Stimulation) und Pumpen sind zwei chirurgische Behandlungsmöglichkeiten für die Parkinson-Krankheit. Bei der tiefen Hiernstimulation wird ein kleines Gerät, ein sogenannter Neurostimulator, in das Gehirn implantiert. Der Neurostimulator sendet elektrische Impulse an bestimmte Bereiche des Gehirns, um Symptome wie Zittern, Steifheit und langsame Bewegungen zu verbessern. Pumpen, auch Infusionspumpen genannt, sind eine weitere chirurgische Behandlungsmöglichkeit für die Parkinson-Krankheit. Mit Pumpen werden Medikamente direkt durch einen kleinen Schlauch (entweder subkutan oder über den Darm) verabreicht.
- Änderungen des Lebensstils: Eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit regelmäßiger körperlicher Betätigung kann das Gleichgewicht verbessern, die Muskelmasse erhalten und möglicherweise sogar vergrößern und die allgemeine Mobilität erhöhen.
Leben mit Parkinson
Trotz der schweren Folgen vom Endstadium und den starken Einschränkungen im Alltag ist Parkinson keine tödliche Krankheit. Laut Statistik hat ein optimal behandelter Mensch mit Parkinson-Syndrom heute fast die gleiche Lebenserwartung wie eine gleichaltrige gesunde Person. Die gestiegene Lebenserwartung beim Parkinson-Syndrom kommt dadurch zustande, dass die modernen Medikamente die wesentlichen Beschwerden der Betroffenen weitgehend beheben.
Die Bewältigung der motorischen Symptome und der entsprechenden Symptomschwankungen bei der Parkinson-Krankheit kann ein schwieriger und andauernder Prozess sein, aber mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können Menschen mit Parkinson ein erfülltes und aktives Leben führen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit ihrem medizinischen Team und die Anwendung von Strategien zur Bewältigung ihrer Symptome können Menschen mit Parkinson ihre Lebensqualität verbessern und ihre Unabhängigkeit bewahren.
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