Alzheimer-Demenz ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen und Nervenzellkontakten charakterisiert ist. Sie ist die häufigste Form der primären Demenzen, die durch direkte Veränderungen der Gehirnstruktur hervorgerufen werden. Infolgedessen kommt es zu einem immer stärker werdenden Verlust der Hirnfunktion, insbesondere des Gedächtnisses und der kognitiven Leistung. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit dem Alter deutlich zu.
Die gute Nachricht ist, dass es Möglichkeiten gibt, das Gehirn zu unterstützen und das Risiko für Gedächtnisverlust und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer zu reduzieren. Neurologen betonen zunehmend die Bedeutung der Ernährung für die Gehirngesundheit und geben Empfehlungen, welche Lebensmittel das Gedächtnis stärken und den kognitiven Verfall verlangsamen können.
Die Rolle der Ernährung bei Gedächtnisverlust
Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unseres Gehirns. Unser Gehirn ist ein Hochleistungsorgan, das ständig arbeitet und Energie verbraucht. So hängt etwa unsere Konzentration unter anderem von der Menge der Glukose im Gehirn ab. Glukose spielt eine entscheidende Rolle bei der Synthese von Adenosintriphosphat (ATP). Diese Energiemoleküle versorgen das Gehirn mit der benötigten Energie. Es kann gespeichert werden und bei Bedarf genutzt werden.
Ungesunde Nahrungsmittel, die Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen, fördern auch Durchblutungsstörungen im Gehirn, die lange unbemerkt bleiben können. Deshalb sollte man möglichst frühzeitig auf eine gefäßgesunde Ernährung achten. Auch wenn es sich in jedem Alter lohnen kann, seine Ernährung auf eine gesündere Ernährungsform wie die mediterrane Küche umzustellen, ist der Effekt für das Gehirn umso größer, je früher man beginnt.
Mediterrane Ernährung als Schutz für das Gehirn
Eine mediterrane Ernährung, die reich an Fisch, Gemüse und Olivenöl ist, kann das Gehirn möglicherweise vor Krankheitsauslösern schützen. Das haben Fachleute des DZNE in einer aktuellen Studie herausgefunden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des DZNE um Prof. Michael Wagner haben in einer Studie herausgefunden, dass ein eher mediterranes Ernährungsmuster, mit relativ höherem Verzehr von Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Getreide, Fisch und einfach ungesättigten Fettsäuren wie Olivenöl, möglicherweise vor Eiweißablagerungen im Gehirn und Gehirnatrophie schützen kann.
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Diejenigen, die sich ungesund ernährten, wiesen höhere pathologische Werte an diesen Biomarkern im Nervenwasser auf als diejenigen, die regelmäßig die Mittelmeerkost verzehrten. Bei den Gedächtnistests schnitten die Teilnehmer, die sich nicht an die mediterrane Ernährungsweise hielten, auch schlechter ab als die Teilnehmer, bei denen regelmäßig Fisch und Gemüse auf dem Teller lagen. Einen signifikant positiven Zusammenhang gab es außerdem zwischen einer hohen Punktzahl auf der Lebensmittel-Skala für das mediterrane Ernährungsmuster und einem hohen Volumen des Hippocampus. Der Hippocampus ist ein Hirnareal, das als Schaltzentrale des Gedächtnisses gilt und bei Alzheimer frühzeitig und stark schrumpft.
Die Deutsche Hirnstiftung e. V. wie auch die Alzheimer Forschung Initiative e. V. empfehlen die Mittelmeerküche als gutes Vorbild für eine gesunde und ausgewogene Ernährung, also eine Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Olivenöl und fettem Seefisch. Laut der Deutschen Hirnstiftung e. V. werden den Inhaltsstoffen der mediterranen Küche unter anderem entzündungshemmende, anti-thrombotische und gefäßerweiternde Wirkungen zugeschrieben.
Brainfood: Die besten Lebensmittel für das Gedächtnis
Brainfood, auch als „Gehirnnahrung“ bezeichnet, sind Lebensmittel, die speziell dazu beitragen, die Gehirnfunktion zu unterstützen und zu verbessern. Um dem Gehirn jederzeit genügend Glukose zur Verfügung zu stellen, ist es wichtig, dem Körper genügend Kohlenhydrate zuzuführen. Auch “langsame Kohlenhydrate” genannt, sind sie eine nachhaltige Energiequelle für Körper und Gehirn. Sie steigern langsam und stetig den Glukosespiegel und können so das Gehirn über längere Zeit mit den benötigten Nährstoffen versorgen. Auch als “schnelle Kohlenhydrate” bezeichnet, lassen sie den Glukosewert im Körper kurzzeitig in die Höhe schießen. Dieser fällt aber schnell wieder ab. Sie sollten nur in Maßen konsumiert werden.
Hier sind einige der wichtigsten Brainfood-Lebensmittel, die Neurologen empfehlen:
- Fisch: Fisch liefert reichlich Omega-3-Fettsäuren, genauer die Fettsäuren DHA und EPA. Sie wirken entzündungshemmend und halten die Wände unserer Zellen geschmeidig. Davon profitieren auch die grauen Zellen, denn für Verfallsprozesse im Gehirn sind oft Entzündungen mitverantwortlich.
- Beeren: Zum Brainfood werden auch Obstsorten wie Beeren gezählt, die reich an sogenannten Antioxidantien sind. Diese Stoffe schützen unsere grauen Zellen zum Beispiel vor Stress. In einer Harvard-Längsschnittstudie mit 16.000 Krankenschwestern wurde der Verzehr von Beeren, insbesondere Heidelbeeren und Erdbeeren, mit einem geringeren Risiko eines kognitiven Rückgangs in Verbindung gebracht. In der Studie hat man schließlich sogar den Schluss gezogen, dass der regelmäßige Verzehr von Beeren einen kognitiven Niedergang um zweieinhalb Jahre verzögert.
- Nüsse: Nüsse sind reich an ungesättigten Fettsäuren und B-Vitaminen. Vor allem Walnüsse gelten als Brainfood, denn sie liefern neben Omega-3-Fettsäuren auch Eiweiß und die Vitamine B1, B2, B6 und E. Nüsse sind die beste Quelle gesunder ungesättigter Fette überhaupt. Sie senken nachweislich das Alzheimer-Risiko.
- Haferflocken: Gute Energielieferanten für das Gehirn sind Haferflocken, denn sie lassen den Blutzuckerspiegel langsam steigen. Hafer gilt zudem als Muntermacher, beugt Nervosität, Stress und Konzentrationsproblemen vor.
- Kichererbsen: Kichererbsen liefern neben Eiweiß reichlich B-Vitamine und auch Sojabohnen (zum Beispiel Sojamilch, Tofu) sind nicht nur gute Eiweißquellen, sondern enthalten auch die Vitamine B1, B2 und B6, dazu Eisen, Magnesium und Zink.
- Avocados: Sie sind vollgepackt mit einfach ungesättigten Fetten, und die sind gut für den Aufbau des Gehirns und den Blutfluss.
- Blattgemüse: Reiche Quelle von Polyphenolen (pflanzliche Antioxidantien, die freie Radikale bekämpfen), Folsäure, Lutein, Vitamin E und Betacarotin, alles Nährstoffe, die mit der Hirngesundheit verbunden sind.
- Brokkoli: Reich an Lutein und Zeaxanthin, Karotinoiden mit antioxidativer Wirkung. Diese können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und Schäden durch freie Radikale und normale Alterungsprozesse rückgängig machen. Eine große Studie der renommierten Harvard Medical School mit über 13.000 Frauen hat im Übrigen ergeben, dass, wer regelmäßig Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler isst - etwa Brokkoli -, weniger altersbedingten Gedächtnisverlust erleidet.
- Gewürze: Gewürze enthalten im Vergleich die meisten Antioxidantien pro Gramm und sind damit bestens geeignet, die natürlichen Entgiftungssysteme des Gehirns zu unterstützen. Gewürze und Kräuter wie Zimt, Nelken, Majoran, Piment, Safran, Muskatnuss, Estragon und andere sollten ein fester Bestandteil unserer Ernährung sein, nicht nur ein gelegentlicher Zusatz.
- Kurkuma: Curcumin, der Hauptbestandteil des Kurkumas, ist ein antioxidatives, entzündungshemmendes und antiamyloidales Kraftpaket. In Studien an Tieren und Menschen wurde gezeigt, dass Curcumin bei der Reduktion von Beta-Amyloid unmittelbar beteiligt ist.
- Leinsamen: enthält die höchste Menge an pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren, die nachweislich Entzündungen verringern und den LDL-Cholesterinspiegel senken.
- Natives Olivenöl extra: In kleinen Mengen als Ersatz für gesättigte Fette, ferner eine prima Quelle für einfach ungesättigte Fettsäuren und Polyphenole.
- Pilze: Ob frisch, getrocknet oder als Pulver - Pilze steigern die allgemeine Immunität und reduzieren Entzündungen in den Blutgefäßen des Gehirns. Braune Champignons sind eine ausgezeichnete pflanzliche Vitamin-B12-Quelle, die mit einem verminderten Alzheimer-Risiko in Verbindung steht.
- Quinoa: Eines der nährstoffreichsten Nahrungsmittel überhaupt und das einzige Getreide, das eine vollständige Proteinquelle ist (den meisten Getreiden fehlen die Aminosäuren Leucin und Isoleucin). Auch enthält es reichlich Ballaststoffe, Vitamin E und Mineralien wie Zink, Phosphor und Selen, allesamt wichtige Bausteine für die Gehirnzellen und ihre unterstützenden Strukturen.
- Samen (Chia, Sonnenblume): Reich an Vitamin E und hirngesunden Mineralien.
- Süßkartoffeln: Vollgepackt mit Phytonährstoffen, Ballaststoffen, den Vitaminen A und C und Mineralien, ist diese Knolle tatsächlich blutzuckerregulierend. Auch eine entzündungshemmende Wirkung wurde in zahlreichen Studien dokumentiert.
- Tee: Minze, Melisse und Hibiskustee sind die drei entzündungshemmendsten Getränke überhaupt. Geeister Kräutertee (mit Zusatz von Stevia oder Erythrit zur Süßung) ist im Sommer ein prima Ersatz für Limonade. Grüner Tee enthält Grünteekatechin, ein weiteres Polyphenol, das entgiftende Enzyme aktiviert.
- Vollkorngetreide: Randvoll mit cholesterinsenkenden Ballaststoffen, komplexen Kohlenhydraten, Eiweiß und B-Vitaminen. Die Stärke aus dem ganzen Korn von Hafer, Buchweizen, Hirse, Teff, Sorghum oder Amaranth ist das beste komplexe Kohlenhydrat überhaupt: Sie nährt nicht nur die guten Bakterien im Darm, sondern versorgt auch das Gehirn nachhaltig mit Energie.
- Zartbitterschokolade: Dunkle, unverarbeitete Kakaobohnen enthalten unglaublich viel Flavanole. Diese wirken nachweislich arteriell entspannend (blutdrucksenkend) und tragen dazu bei, das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Tatsächlich haben Menschen, die dunkle Schokolade essen, ein geringeres Schlaganfallrisiko.
Mikronährstoffe für die Gehirnfunktion
Geistige Fitness bis ins hohe Alter kann von einer guten Versorgung mit Biofaktoren wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen abhängen. Unser Gehirn braucht 120 bis 140 Gramm Glukose pro Tag, um ausreichend mit Energie versorgt zu werden. Bekommt es zu wenig, schaltet es auf Sparflamme und verliert an Leistungsfähigkeit. Um schnell wieder besser denken zu können, greifen viele Menschen in solchen Momenten zu Traubenzucker.
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Mineralstoffe sind für den reibungslosen Ablauf zahlreicher Stoffwechselprozesse unentbehrlich, darunter die Regelung des Wasserhaushaltes, der Aufbau von Knochen, Zähnen, Blutzellen und Hormonen sowie die Reizübertragung im Nervensystem und die Aktivierung von Enzymen.
- Magnesium: Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung und ist damit unter anderem bedeutsam für die Nervenfunktion und Signalweiterleitung zwischen den Nerven sowie für Lernen und Gedächtnis. Eine gute Magnesium-Versorgung leistet einen Beitrag zu einer normalen Funktion des Nervensystems. Gute Lieferanten für Magnesium sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen sowie Fisch und Meeresfrüchte.
- Eisen: Eisen ist Teil des roten Blutfarbstoffs und hilft, Sauerstoff aufzunehmen, der dann in alle Zellen des Körpers transportiert wird. Symptome eines starken Eisenmangels sind unter anderem Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, Leistungsschwäche und Kopfschmerzen. Eine gute Quelle für Eisen ist Fleisch.
- Vitamine: Das Gehirn braucht alle Vitamine, um gut versorgt zu sein und seine Arbeit machen zu können. Bedeutsam sind beispielsweise Vitamin D und B-Vitamine. So deuten einige Studien darauf hin, dass möglicherweise das Demenz-Risiko steigt, wenn der Körper nicht ausreichend mit dem Sonnenvitamin versorgt ist. Die B-Vitamine sind wichtig für die Signalübermittlung zwischen den einzelnen Nervenzellen. Vitamin B12 beispielsweise ist an der Produktion von Botenstoffen im Gehirn und an der Nervenbildung beteiligt. Auch hier gibt es Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen einem Vitamin B12-Mangel und Demenz. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) mitteilt, führt ein Vitamin-B12-Mangel unter anderem zu psychischen Auffälligkeiten wie Gedächtnisschwäche, Ermüdungserscheinungen, Aufmerksamkeitsdefiziten und depressiven Verstimmungen sowie zu neurologischen Störungen. Gute Vitamin-B12-Lieferanten sind Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie Eier und Milchprodukte.
Die Experten des Fachsymposiums appellierten eindringlich, dass der Biofaktorenversorgung im Hinblick auf einen positiven Nutzen für die Hirnleistung und in der Prävention von kognitiven Störungen bis hin zur Demenz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte und eventuelle Mangelzustände gezielt ausgeglichen werden sollten.
Orthomolekulare Medizin zur Demenz-Prävention
Die orthomolekulare Medizin wurde in den 1960er Jahren vom zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling geprägt. Der Begriff bedeutet wörtlich „die richtigen Moleküle“ - gemeint ist die Versorgung des Körpers mit optimalen Konzentrationen natürlicher Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, Fettsäuren etc.), um Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen.
Orthomolekulare Psychiatrie beschäftigt sich speziell mit der Rolle von Nährstoffen für die mentale Gesundheit und Gehirnfunktion . Hierbei wird berücksichtigt, dass jeder Mensch eine einzigartige genetische Ausstattung und Biochemie besitzt, die den individuellen Nährstoffbedarf beeinflusst. So kann z.B. ein angeborener B-Vitamin-Stoffwechseldefekt einen höheren Bedarf an bestimmten Vitaminen erfordern.
Mikronährstoffe können an verschiedenen Stellen dieser Krankheitsentwicklung ansetzen: Antioxidativer Schutz Das Gehirn verbraucht sehr viel Sauerstoff und Energie, wodurch viele freie Radikale entsteht. Oxidativer Stress schädigt Nervenzellen und fördert Plaquebildung. Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide und Selen neutralisieren freie Radikale und schützen die Zellen. In Alzheimer-Studien fand man tatsächlich oft niedrige Spiegel dieser Antioxidantien bei Patienten. Eine ausreichende Versorgung hiermit könnte die Hirnzellen resistenter machen und das Risiko kognitiven Abbaus reduzieren.
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Chronische Neuroinflammation (Entzündung im Gehirn) trägt wesentlich zur Alzheimer-Entstehung bei. Einige Nährstoffe wirken entzündungsmodulierend - z.B. Omega-3-Fettsäuren (DHA, EPA) aus Fischöl, die als Vorstufe von entzündungsauflösenden Botenstoffen dienen. Auch Vitamin D und bestimmte Pflanzenstoffe (z.B. Curcumin aus Kurkuma oder Resveratrol aus Trauben) haben antientzündliche Effekte im Nervensystem gezeigt.
Hohe Homocysteinspiegel im Blut korrelieren mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko und verstärktem Gehirnabbau. Homocystein schädigt Gefäße und fördert Neurodegeneration, hemmt sogar die Bildung neuer Nervenzellen (Neurogenese) im Hippocampus. Ursache erhöhter Homocysteinwerte ist meist ein Mangel an B-Vitaminen (B₆, B₁₂ und Folsäure), die Homocystein abbauen. Fehlen diese Vitamine, kann Homocystein sich anreichern. B-Vitamine sind daher ein wichtiger Angriffspunkt: Studien zeigen, dass eine Homocystein-Senkung durch Vitamin B6, B12 und Folsäure den Hirnabbau bei gefährdeten Personen verlangsamen kann.
Das Gehirn von Alzheimer-Patienten weist Zeichen einer Insulinresistenz und mitochondrialen Dysfunktion auf - teils wird Alzheimer sogar als „Diabetes Typ 3“ bezeichnet. Die Neuronen können Glukose schlechter verwerten und „verhungern“ sozusagen inmitten von Überfluss. Hier könnten ketogene Ansätze helfen (siehe unten), aber auch Mikronährstoffe: B-Vitamine, Coenzym Q10, Magnesium und L-Carnitin unterstützen den Energiestoffwechsel der Zellen.
Gewisse Vitamine und Aminosäuren sind Bausteine für Neurotransmitter (Botenstoffe im Gehirn). Zum Beispiel benötigt die Bildung von Acetylcholin (wichtig für Gedächtnis) ausreichend Cholin und Vitamin B5. Vitamin B1 (Thiamin) ist essenziell für die Glukoseverwertung im Gehirn; Thiaminmangel (Wernicke-Korsakow-Syndrom) führt zu schweren Gedächtnisstörungen.
Vitamin D hat sich hier als wichtig herausgestellt: Es moduliert die Immunabwehr und fördert in Laborversuchen die Aufnahme und den Abbau von Amyloid-β durch Immunzellen . Ein guter Vitamin-D-Status könnte somit helfen, Amyloid-Ablagerungen vorzubeugen oder zu vermindern. Zusätzlich wird diskutiert, dass Curcumin (Gelbwurz) an Amyloid binden und dessen Verklumpung hemmen kann (zumindest im Tierversuch). Pflanzliche Polyphenole generell unterstützen zelluläre Reinigungs- und Reparaturprozesse.
Wichtigste Mikronährstoffe zur Demenz-Prävention
- B-Vitamine (B₆, B₁₂, Folsäure): Schützen Nervenzellen, senken Homocystein und beugen Hirnatrophie vor. Hohe Homocysteinwerte durch B-Vitamin-Mangel steigern das Demenzrisiko . Studien: Hochdosierte B-Vitamine verlangsamen Hirnschwund bei leichter kognitiver Störung.
- Omega-3-Fettsäuren (DHA/EPA): Entzündungshemmende „Brain Food“-Fette, essentiell für Hirnmembranen und Synapsen. Korrelieren mit niedrigerem Demenzrisiko (Fischesser erkranken seltener).
- Vitamin D: Hormonähnliches „Sonnenvitamin“, wichtig für Immunfunktion und Schutzmechanismen im Gehirn. Mangel erhöht laut Beobachtungsstudien das Alzheimer-Risiko deutlich.
- Antioxidantien (Vitamin C, E, Selen): Neutralisieren freie Radikale im energiehungrigen Gehirn. Bei Alzheimer häufig zu niedrige Spiegel gemessen.
- Magnesium: Wichtig für die Signalübertragung zwischen Gehirnzellen und Gedächtnisbildung.
- Zink & Selen: Spurenelemente, essentiell für Wachstum und Reparatur von Nervenzellen. Ein Mangel an Zink oder Selen stört die Bildung neuer Neuronen und erhöht das Demenzrisiko.
- Coenzym Q10 & L-Carnitin: Unterstützen die Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle). Erste Studien bei Demenz zeigen verbesserte Energieversorgung und leichte kognitive Vorteile.
- Lithium (Spurenelement): In sehr kleinen Mengen essentiell fürs Gehirn. Regionen mit lithiumarmem Trinkwasser verzeichnen mehr Demenz und Suizide. Mikrodosierungen Lithium könnten das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen.
Lebensmittel, die vermieden werden sollten
Aktuelle Studien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zeigen: Wer viele stark verarbeitete Lebensmittel isst, hat ein deutlich höheres Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Dazu zählen unter anderem Fast Food, Fertigpizza, Dosenravioli, Instantsuppen oder Mikrowellengerichte.
Forschende gehen davon aus, dass stark verarbeitetes Essen auf verschiedene Arten ungesund fürs Gehirn sein kann:
- Übergewicht: Häufig stark verarbeitete Lebensmittel zu essen, führt zu Übergewicht, was Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes begünstigen kann.
- Gestörte Darmflora: In unserem Darm leben viele nützliche Bakterien, die helfen, gesund zu bleiben. Essen mit vielen gesättigten Fetten, Salz und wenig Ballaststoffen kann die mikrobielle Vielfalt im Darm verändern. Dies kann via Darm-Hirn-Achse krankmachende Veränderungen im Gehirn nach sich ziehen.
- Geschädigte Nervenzellen: Manche Stoffe wie künstliche Aromen oder andere Zusatzstoffe können Nervenzellen schädigen. Ob sie wirklich Demenz begünstigen, wird noch erforscht.
Hier ist eine Liste von Lebensmitteln, die Sie am besten vermeiden sollten, um Ihr Gehirn zu schützen:
- Verarbeitetes Fleisch: Speck, Mortadella, Leberwurst, Blutwurst, Würstchen, Salami, Chorizo und andere sind reich an Konservierungsstoffen, Salz und gesättigten Fettsäuren, die Entzündungen fördern und die Blutgefäße im Gehirn schädigen.
- Rotes Fleisch: Rindfleisch und Wild enthalten viele entzündungsfördernde gesättigte Fettsäuren. Auch wenn sie weniger entzündungsfördernd sind als Wurstwaren, richten sie auf der Gefäß- und Zellebene immer noch genug Schaden an.
- Butter und Margarine: Beide Streichfette haben einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und Transfetten, die die Arterien verstopfen und das Gehirn schrumpfen lassen.
- Frittiertes und Fast Food: Ein hoher Anteil an Transfetten, die das Hirnvolumen reduzieren und zum kognitiven Verfall beitragen, finden sich in diesen typischen westlichen Nahrungsmitteln.
- Käse: Käse ist reich an gesättigten Fettsäuren. Er schädigt die Blutgefäße im Gehirn.
- Gebäck und Süßigkeiten: Süße Teigwaren und andere Naschereien haben einen hohen Zuckergehalt; dieser verursacht Entzündungen und einen Burn-out im Gehirn.
- Zuckerhaltige Getränke: Die Hauptquelle des Zuckers in der amerikanisch-westlichen Standarddiät verursacht Entzündungen und neuronale Schäden.
- Übermäßiger Alkoholkonsum: Alkohol wirkt neurotoxisch und schädigt die Gehirnzellen unmittelbar.
Weitere Tipps für ein gesundes Gedächtnis
Eine gute Ernährung funktioniert oft nicht von heute auf morgen. Auch Bewegung, geistige Aktivität, soziale Kontakte und ausreichend Schlaf tragen dazu bei, das Risiko für eine Demenz zu senken.
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee. Bereits ein bis zwei Prozent zu wenig Wasser können zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwindel führen. Eine fortschreitende Dehydration zeigt sich durch Verwirrtheit, Herzrasen, Muskelkrämpfe und Muskelzittern.
- Aktivitäten wie Rätsel lösen, Lesen und das Erlernen neuer Fähigkeiten können die geistige Gesundheit und das Gedächtnis fördern.
- Gute Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige körperliche Aktivität, geistige Stimulation durch Lernen oder Gehirntraining und Stressbewältigung sind alle Faktoren, die gut für das Gehirn sind.
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