DMSG Landesverband Hessen: Informationen und Unterstützung für Menschen mit Multipler Sklerose

Einführung

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), Landesverband Hessen, spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) und ihren Angehörigen in Hessen. Mit einer geschätzten Zahl von 8000 MS-Erkrankten im Bundesland bietet der Verband ein breites Spektrum an Informationen, Beratung und Unterstützung. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aktivitäten des DMSG Landesverbandes Hessen, von der Organisation von Selbsthilfegruppen bis hin zur Bereitstellung von Ressourcen für den Alltag mit MS.

Multiple Sklerose: Eine chronische Herausforderung

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und reichen von Sehstörungen und Spastik bis hin zu Fatigue und kognitiven Beeinträchtigungen. Der Verlauf der Erkrankung ist individuell verschieden, was die Diagnose und Behandlung zusätzlich erschwert. Viele Betroffene erleben große Unsicherheit, besonders zu Beginn der Erkrankung, da der zukünftige Verlauf oft schwer vorherzusagen ist.

Die Rolle des DMSG Landesverbandes Hessen

Der DMSG Landesverband Hessen hat seinen Sitz in Frankfurt und initiiert sowie unterstützt landesweit Treffen und Projekte für MS-Betroffene. Ziel ist es, den Austausch zwischen Betroffenen zu fördern, Informationen bereitzustellen und die Lebensqualität von Menschen mit MS zu verbessern.

Selbsthilfegruppen und Gesprächskreise

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des DMSG Landesverbandes Hessen ist die Unterstützung und Förderung von Selbsthilfegruppen. Diese Gruppen bieten Betroffenen die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und gegenseitige Unterstützung zu finden. Der Austausch über Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente und Ärzte steht dabei oft im Mittelpunkt.

So entstanden beispielsweise in Karben durch die Initiative von Peter Wolf-Schwalm, einem MS-Betroffenen, neue Kontaktgruppen. Wolf-Schwalm, selbst seit fast 30 Jahren mit der Diagnose MS lebend, initiierte zunächst einen Schwerbehinderten-Treff in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Petterweil. Aus diesem Treff heraus entstand der Wunsch nach einer eigenen MS-Gruppe, da allein sieben Teilnehmer von MS betroffen waren.

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Monika Dettke von der DMSG betont, wie wichtig der Austausch mit anderen Betroffenen ist: „Wie will man Jemandem, der das nicht kennt, etwa ein pelziges Gefühl auf der Zunge beschreiben?“ Solche spezifischen Erfahrungen können in Selbsthilfegruppen verstanden und gemeinsam bewältigt werden.

Der DMSG Landesverband Hessen unterstützt solche Initiativen, indem er die Treffen anfangs moderiert und begleitet. Ziel ist es, dass sich die Gruppen langfristig selbst organisieren und eigene Aktivitäten entwickeln, wie beispielsweise gemeinsame Ausflüge.

Informationsveranstaltungen und Projekte

Der DMSG Landesverband Hessen bietet regelmäßig Informationsveranstaltungen und Projekte an, um MS-Betroffene und ihre Angehörigen über aktuelle Entwicklungen in der MS-Forschung, Behandlungsmöglichkeiten undAlltagsbewältigung zu informieren.

Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „Mit Selbsthilfe stark bleiben! Orientierung für MS-Neudiagnostizierte“, das in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) ins Leben gerufen wurde. Dieses Projekt bietet Neudiagnostizierten gesicherte und unabhängige Informationen sowie Beratung im Bereich Selbsthilfe.

Unterstützung im Alltag

Der DMSG Landesverband Hessen setzt sich auch für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit MS im Alltag ein. Dazu gehört beispielsweise die Sensibilisierung für die Bedürfnisse von MS-Betroffenen bei der Planung von Infrastrukturmaßnahmen.

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Peter Wolf-Schwalm und seine Frau Marion verfolgen beispielsweise mit Interesse die Planungen zum Karbener Altenhilfeplan. Sie betonen, dass Sitzbänke und abgesenkte Bordsteine auch für Menschen mit MS wichtig sind, insbesondere wenn sie sich mit Rollator oder Rollstuhl fortbewegen müssen.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Physiotherapie. MS-Betroffene haben ein Anrecht auf ein Dauerrezept für Physiotherapie, die ihnen helfen kann, den Alltag besser zu bewältigen. Physiotherapie kann bei der Verbesserung von Haltungen, Bewegungen und Bewegungsübergängen helfen und auch bei Schmerzen und Spastik ein guter Ratgeber sein.

AMSEL Stiftung Ursula Späth

Die AMSEL Stiftung Ursula Späth vergibt jährlich Stiftungs-Preise für besonderes Engagement für Menschen mit MS. Diese Preise würdigen Personen und Initiativen, die sich in herausragender Weise für die Belange von MS-Betroffenen einsetzen.

Herausforderungen und Komorbiditäten

Multiple Sklerose tritt oft in Verbindung mit anderen Erkrankungen auf, sogenannten Komorbiditäten. Diese Begleiterkrankungen können die Symptomatik und den Krankheitsverlauf zusätzlich komplizieren. Es ist daher wichtig, dass Ärzte und Therapeuten ein umfassendes Bild des Patienten haben und die verschiedenen Erkrankungen bei der Behandlung berücksichtigen.

Auch Spastik und Schmerzen treten häufig gemeinsam auf. Nicht jede MS führt zu diesen Symptomen, aber wenn sie auftreten, können sie die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, Spastik und Schmerzen zu lindern.

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Sport und Bewegung bei MS

Sport und Bewegung sind wichtige Bestandteile der Therapie bei MS. Sie können helfen, die körperliche Fitness zu verbessern, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. Der DMSG Landesverband Hessen unterstützt daher auch Sportangebote für MS-Betroffene.

Die Broschüre "Sport bei MS" informiert über die positiven Auswirkungen von Sport und Bewegung bei MS und stellt verschiedene Sportarten vor, die für MS-Betroffene geeignet sind. Sie porträtiert auch Sportler mit MS, die zeigen, dass man trotz der Erkrankung ein aktives und erfülltes Leben führen kann.

Der Welt-MS-Tag

Der Welt-MS-Tag am 30. Mai ist ein internationaler Aktionstag, der auf die Krankheit Multiple Sklerose aufmerksam macht. Der DMSG Landesverband Hessen beteiligt sich jedes Jahr an diesem Tag mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen, um die Öffentlichkeit über MS aufzuklären und dieSolidarität mit MS-Betroffenen zu stärken.

Positive Aspekte und therapeutischer Nutzen

Positive Berichte gibt es immer wieder über den therapeutischen Nutzen von Sonnenlicht, meist in Verbindung mit Vitamin D. Zum Nutzen und Schaden des Sonnenlichts sind die Positionen in der Wissenschaft noch recht einhellig.

Angebote für Familien

Auch an die Familien von MS-Erkrankten wird gedacht. AMSEL hilft mit speziellen Angeboten für Familien: von der Beratung über Seminare bis hin zur Unterstützung der Forschung.

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