Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle für unsere Stimmung, Motivation, Konzentration und unser allgemeines Wohlbefinden spielt. Ein Ungleichgewicht im Dopaminspiegel kann zu verschiedenen Problemen führen, darunter Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und sogar Depressionen. Während Medikamente eine Möglichkeit darstellen, den Dopaminspiegel zu beeinflussen, gibt es auch natürliche Ansätze, um den Dopaminabbau zu verlangsamen und die Dopaminproduktion aufrechtzuerhalten.
Die Rolle von Enzymen und Genen im Dopamin-Stoffwechsel
Die Enzyme Catechol-O-Methyltransferase (COMT), Monoaminooxidase (MAO) und Aromatase spielen eine wichtige Rolle bei der Bildung und dem Abbau von Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin. Diese Neurotransmitter beeinflussen unsere Stimmung, Motivation und unser Energieniveau.
Die genetischen Voraussetzungen für die Bildung dieser Enzyme sind von Geburt an festgelegt. Allerdings können epigenetische Faktoren und Ko-Faktoren die Genexpression und die Enzymaktivität beeinflussen. Zu diesen Faktoren gehören Hormone, Vitamine und Spurenelemente. Es ist wichtig zu beachten, dass die erwünschten Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen dieser Faktoren von den individuellen genetischen Voraussetzungen abhängen.
Beeinflussung des Dopamin-Stoffwechsels durch Nährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel
Es gibt zahlreiche Substanzen, die den Stoffwechsel aktivierender Neurotransmitter beeinflussen können. Viele davon sind in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten. Die wissenschaftliche Literatur und das Internet sind voll von Tipps und Empfehlungen zur Steigerung oder Hemmung des Stoffwechsels von Neurotransmittern. Allerdings ist die therapeutische Wirksamkeit vieler dieser Substanzen in Studien nicht ausreichend belegt. Insbesondere Empfehlungen aus nicht-wissenschaftlichen Quellen sind oft zweifelhaft.
Vitamin D und die Tyrosin-Hydroxylase
Vitamin D hat vielfältige Wirkungen im Körper, von denen einige noch nicht vollständig erforscht sind. Ein bekannter Effekt ist die epigenetische Steuerung der Tyrosin-Hydroxylase durch Vitamin D. Die Tyrosin-Hydroxylase ist ein Enzym, das die Umwandlung der Aminosäure Tyrosin in L-Dopa bewirkt, welches wiederum zur Bildung der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin benötigt wird.
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Vitamin D induziert epigenetisch die Synthese der Tyrosin-Hydroxylase, was bedeutet, dass es die Bildung von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin fördern kann. Dies kann besonders für Menschen mit einer High-COMT- oder High-MAO-Stoffwechsellage von Vorteil sein, da diese einen schnellen Abbau von Neurotransmittern aufweisen. Durch die vermehrte Bildung von Neurotransmittern kann Vitamin D dazu beitragen, die Neurotransmitterbilanz zu verbessern und Antrieb und Stimmung zu steigern.
In Fällen eines schnellen Abbaus von Neurotransmittern ist es ratsam, mittel-hohe Vitamin-D-Werte im Blut anzustreben. Der Talspiegel, also der Blutwert unmittelbar vor der nächsten Einnahme, sollte zwischen 50 und 70 µg/l liegen. Die erforderliche Dosis variiert je nach Alter, Körpergröße und Gewicht und kann zwischen 7.000 und 60.000 I.E. liegen.
Bei Menschen mit einem herabgesetzten Abbau von aktivierenden Neurotransmittern, insbesondere bei LOW-COMT-Stoffwechsellage, ist Vorsicht bei der Einnahme von Vitamin D geboten, da eine übermäßige Aktivierung die Folge sein kann.
Ko-Faktoren und Nahrungsergänzungsmittel
Zahlreiche Ko-Faktoren von Enzymen sind an der Bildung von aktivierenden Neurotransmittern beteiligt. Eine unkontrollierte Nahrungsergänzung kann jedoch zu Nebenwirkungen führen. Insbesondere bei Eisen, Vitamin B6 und Kupfer sollte ein Mangel nur nach laborchemischem Nachweis ausgeglichen werden.
Vitamin B6 ist ein Ko-Faktor, der sowohl direkt an der Bildung von Dopamin als auch von Serotonin beteiligt ist. Es wird jedoch häufig mit potentiell schädlichen Nahrungsergänzungsmitteln überdosiert. Obwohl erhöhte Vitamin-B6-Spiegel durch eine normale Ernährung selten sind, werden in der Praxis immer wieder Menschen mit spontan erhöhten Werten beobachtet, deren Ursache unklar ist.
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Bei Magnesiumpräparaten sollte die Wirkung der Trägersubstanzen, die neben dem Magnesium selbst enthalten sind, nicht unterschätzt werden. Zitrat ist eine häufige Trägersubstanz, die eine Stoffwechsel-aktivierende Wirkung haben kann und mit innerer Unruhe, Herzrasen und Blutdruckschwankungen verbunden sein kann. Magnesium selbst ist ein optimaler Ko-Faktor für COMT.
Bei Menschen mit einer herabgesetzten Aktivität von COMT und Symptomen wie Unruhegefühl und Angst kann die Einnahme von Magnesium sinnvoll sein, um den Abbau von aktivierenden Neurotransmittern zu beschleunigen bzw. zu normalisieren. In diesen Fällen wird Magnesium-Bisglycinat in einer Dosierung von 300 mg pro Tag empfohlen.
Tryptophan und Serotonin
Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, die täglich mit der Nahrung aufgenommen wird. Sie wird zu 5-Hydroxytryptophan umgewandelt, welches wiederum zur Bildung von Serotonin und Melatonin benötigt wird. Serotonin wird über MAO abgebaut.
Menschen mit einem High-MAO-Stoffwechsel können zu depressiven Verstimmungen bis hin zu Depressionen neigen, da Serotonin vermehrt abgebaut wird. In diesen Fällen kann eine Verstärkung der Bildung von Serotonin durch die Zufuhr von Tryptophan bzw. 5-Hydroxytryptophan sinnvoll sein. Dies kann zunächst durch den Verzehr von tryptophanreichen Lebensmitteln wie Cashewnüssen, Käse (Emmentaler, Brie, Edamer) oder Soja versucht werden. Alternativ können Nahrungsergänzungsmittel mit 100-200 mg 5-Hydroxytryptophan pro Tag eingenommen werden, da dies im Vergleich zur Einnahme von Tryptophan einen Stoffwechselschritt spart.
Menschen mit einem Low-MAO-Metabolismus sollten ein Übermaß an Tryptophan bzw. entsprechende Nahrungsergänzungsmittel eher vermeiden, da dies schwer kalkulierbare Veränderungen des Befindens zur Folge haben kann. Vitamin B2 ist ein optimaler Ko-Faktor von MAO und unterstützt den Abbau von Serotonin.
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Geschlechtshormone und Neurotransmitter
Geschlechtshormone sind starke epigenetische Modulatoren der Bildung von COMT und MAO. Östrogen hemmt die Bildung, während Testosteron sie beschleunigt. Vor dem Hintergrund möglicher Nebenwirkungen sollte eine Hormontherapie nur in Absprache mit Fachleuten (Gynäkologen und Urologen) erfolgen. Frauen und Männer sollten sich bewusst sein, dass eine Hormontherapie emotionale Veränderungen wie innere Unruhe, Angst bis hin zu Panikattacken oder depressive Verstimmungen bis hin zur Auslösung einer schweren Depression zur Folge haben kann.
Bei der Kombination aus "Low-COMT + High-Aromatase" können Überschüsse an Östrogen auftreten. Dies ist vor allem bei jungen Frauen mit Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken sowie mit Östrogen-sensiblen Hautveränderungen verbunden.
Allgemeine Empfehlungen und Vorsichtsmaßnahmen
Nahrungsergänzungsmittel sind nicht harmlos, auch wenn sie freiverkäuflich sind. Achten Sie bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln genau auf den Inhalt, auch da, wo Sie es vielleicht nicht erwarten, z.B. bei Proteinmischungen. Wenn Nahrungsergänzungsmittel ein Mehrfaches der empfohlenen Tagesdosis der oben genannten Stoffe enthalten, ist besondere Vorsicht geboten und auf Nebenwirkungen zu achten.
Weitere Faktoren, die den Dopaminspiegel beeinflussen
Neben Ernährung und Nahrungsergänzungsmitteln gibt es weitere Faktoren, die den Dopaminspiegel beeinflussen können:
- Sonnenlicht: Die UV-Strahlung der Sonne kann den Hormonhaushalt positiv stimulieren.
- Schlaf: Schlafmangel kann die Ausschüttung von Dopamin negativ beeinflussen. Sorgen Sie für ausreichend und ungestörten Schlaf.
- Stressabbau: Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder ein Spaziergang in der Natur können helfen, Stress abzubauen und den Dopaminspiegel langfristig zu erhöhen.
- Bewegung: Sport und ausreichend Bewegung können den Dopaminspiegel steigern und die Laune verbessern.
- Psychotherapie: Im Rahmen einer Psychotherapie können sich Parkinson-Patienten aktiv mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen und den Umgang mit ihr erlernen.
Dopaminmangel und Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der Dopamin-produzierende Nervenzellen im Gehirn absterben. Dies führt zu einem Dopaminmangel, der sich in Symptomen wie Muskelzittern, Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und Gangstörungen äußert.
Es gibt verschiedene Medikamente zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, die darauf abzielen, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Dazu gehören L-Dopa (Levodopa), Dopaminagonisten und MAO-B-Inhibitoren. In fortgeschrittenen Fällen kann eine tiefe Hirnstimulation in Betracht gezogen werden.
Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel bei Parkinson
Obwohl eine ursächliche Therapie der Parkinson-Krankheit derzeit nicht möglich ist, können bestimmte Ernährungs- und Lebensstilmaßnahmen dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Gemüse, frischem Obst, Nüssen, Samen und Olivenöl kann den Krankheitsverlauf verlangsamen. Einige Studien deuten darauf hin, dass Fischöl, reich an Omega-3-Fettsäuren, ebenfalls positive Auswirkungen haben kann.
Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können für Parkinson-Patienten sinnvoll sein, insbesondere bei Mangelzuständen. Dazu gehören Vitamin D, Vitamin B12, Vitamin B6 und Folsäure. Es ist jedoch wichtig, die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit einem Arzt abzusprechen, um Überdosierungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten zu vermeiden.
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