Die faszinierende Welt der Neurotransmitter, insbesondere Dopamin und Endorphine, spielt eine entscheidende Rolle in unserem Wohlbefinden. Diese Botenstoffe steuern nicht nur unsere Glücksgefühle, sondern beeinflussen auch unsere Motivation, unser Verhalten und unsere allgemeine Lebensqualität. Dieser Artikel beleuchtet, was Dopamin-Fluss anregen bedeutet, wie es funktioniert und welche Auswirkungen es auf unser Leben hat.
Einführung in das Belohnungssystem
Unser Gehirn verfügt über ein komplexes Belohnungssystem, das durch die Interaktion von Dopamin und Endorphinen gesteuert wird. Dopamin wird hauptsächlich durch unerwartete, positiv assoziierte Reize freigesetzt und treibt uns an, bestimmte Handlungen auszuführen, die für unser Überleben und unsere Fortpflanzung wichtig sind. Endorphine hingegen führen zu einem entspannten Wohlgefühl. Dieses System ist nicht nur für grundlegende Bedürfnisse wie Essen, Trinken und Sex verantwortlich, sondern auch für komplexere Verhaltensweisen wie Lernen und soziale Interaktionen.
Die Rolle von Dopamin und Endorphinen
Dopamin: Der Motivator
Dopamin steht am Anfang einer molekularen Kaskade, die schließlich zu Zufriedenheit und sogar Euphorie führen kann. Es wird ausgeschüttet, wenn wir bestimmte Dinge tun, die für unser Überleben und unsere Fortpflanzung wichtig sind. Dopamin ist quasi nie zufrieden und treibt uns an, immer noch mehr zu erreichen. Die Belohnung durch Dopamin erfolgt dabei nicht nur während der Handlung selbst, sondern zu großen Teilen bereits im Vorfeld, wenn sich die Handlung ankündigt.
Endorphine: Die Glücklichmacher
Endorphine hemmen die Weiterleitung von Reizen und fungieren auf diese Weise als körpereigenes Schmerzmittel, können aber auch Glücksgefühle auslösen. Sie spielen eine wesentliche Rolle für Zufriedenheit und ein Glücksgefühl. Strömen sie in großen Mengen durch den Körper, vermögen sie sogar, in eine Art euphorischen Rauschzustand zu versetzen.
Wie Drogen das Belohnungssystem beeinflussen
Drogen wirken mitunter ähnlich wie Botenstoffe oder regen den Körper an, sie vermehrt auszuschütten. Das Belohnungssystem des Gehirns verändert sich dadurch nachhaltig. Drogen auf Opiat-Basis haben gleiche oder sehr ähnliche chemische Strukturen wie Endorphine und lösen daher im Körper vergleichbare Prozesse aus. Die eigentlich sehr komplexen neuronalen Belohnungspfade werden umgangen, und der Konsument verspürt rasch Glück und Zufriedenheit.
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Die Auswirkungen von Drogen auf den Dopaminspiegel
Durch Drogen wird Dopamin vermehrt ausgeschüttet - durch Amphetamine bis zu zehnmal so viel wie etwa durch Geschlechtsverkehr. Das Belohnungssystem stumpft dadurch auf Dauer ab. Fast ausschließlich die Droge vermag nun noch, Glücksgefühle auszulösen. Wie beim Pawlowschen Hund verknüpft das Gehirn zudem drogenassoziierte Reize mit der Belohnung. Es reicht aus, dass abhängige Menschen ihre Droge sehen, damit die molekulare Belohnungskaskade im Gehirn anspringt.
Dopaminphasen des Entzugs
In Experimenten mit alkoholabhängigen Ratten konnten Forscher zeigen, dass es unterschiedliche Dopaminphasen des Entzugs gibt: In den ersten ein bis drei Tagen ohne Alkohol weisen die Tiere einen stark verminderten Dopamingehalt im Gehirn auf. Es fehlte die Belohnung durch den Alkohol. Anschließend schlug die Dopaminsituation in den Gehirnen der Ratten allerdings ins Gegenteil um. Nach rund drei Wochen hatten die Tiere einen erhöhten Dopaminspiegel.
Dopaminfasten: Ein Reset für das Belohnungssystem
Dopaminfasten ist ein Konzept, das darauf abzielt, die Empfindlichkeit des Gehirns für Dopamin wiederherzustellen. Dabei verzichtet man für einen bestimmten Zeitraum auf Reize, die eine Dopaminausschüttung zur Folge hätten. Das Ziel dahinter ist, wieder empfindlicher für die Wirkung von Dopamin zu werden, also langfristig umso glücklicher.
Wie Dopaminfasten funktioniert
Beim Dopaminfasten geht es darum, bestimmte Impulshandlungen zu kontrollieren und dadurch ein Abstumpfen gegenüber dem Botenstoff zu verhindern. Dies soll auch bei problematischen Reiz-Reiz-Assoziationen funktionieren.
Praktische Umsetzung des Dopaminfastens
Je nach Art und Schwere des Suchtverhaltens gibt es unterschiedliche Möglichkeiten des Dopaminfastens und „keine strengen Regeln“. Praktisch würde es so aussehen, sich den Zugang zu bestimmten äußeren Reizen einzuschränken.
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Kritik am Dopaminfasten
Es kommt auch in einigen Berichten so herüber, als würde man beim Dopaminfasten auf soziale Kontakte, Handys, Sex, Essen, Musik, Rausgehen - also quasi auf alles verzichten, das Spaß machen könnte. In Wahrheit sollte man sich nur auf die Reize mit einer besonderen Bedeutung fokussieren.
Natürliche Wege zur Anregung des Dopaminflusses
Es gibt viele natürliche Wege, den Dopaminfluss anzuregen, ohne auf schädliche Substanzen oder extreme Maßnahmen zurückgreifen zu müssen.
Ernährung
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist die Basis, um Körper und Geist zu optimieren. Um Dopamin zu verstärken, bietet sich beispielsweise der Verzehr von Avocados, grünem Blattgemüse, Äpfeln, Nüssen, Samen, Haferflocken und dunkler Schokolade an. Auch Kaffee und Grüner Tee pushen Dopamin - sollten aber in Maßen genossen werden.
Bewegung
Regelmäßiger Sport sorgt für die Ausschüttung von Dopamin. Bereits nach 20 Minuten Laufen steigt der Dopaminspiegel an. Eine erhöhte Dopaminbildung kann ebenso durch Radfahren, Schwimmen oder Wandern erzielt werden.
Meditation
Die Kraft der Meditation wurde in den letzten Jahren intensiv erforscht und ist eine nachweislich wirksame Methode zur Beruhigung des Geistes. Während der Meditation steigen die Spiegel von Dopamin, Serotonin und GABA an.
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Supplements
Nahrungsergänzungsmittel können helfen, Ihren Dopaminhaushalt zu unterstützen. Zunächst wird Magnesiumtaurat empfohlen. Auch eine Ergänzung mit Vitamin D ist sinnvoll.
Dopamin und Erkrankungen
Ein Mangel an Dopamin hat ebenso wie ein Dopamin-Überschuss massive Konsequenzen für den Organismus. Die Auswirkungen eines Dopaminmangels lassen sich in Extremform an den bekannten Symptomen der Parkinson´schen Krankheit ersehen. Aber auch eine dauerhaft zu hohe Konzentration der Noradrenalin-Vorstufe Dopamin bei gleichzeitigem Serotoninmangel hat umfangreiche negative Auswirkungen auf den Organismus.
Parkinson
Parkinson beschleunigt das Absterben spezieller Neuronen in der „Schwarzen Substanz“ des Gehirns. Dies betrifft insbesondere die Nervenzellen, die an der Produktion von Dopamin beteiligt sind (dopaminerge Neurone). Dieser Neurotransmitter steuert zahlreiche motorische Abläufe im Körper, weshalb ein Dopaminmangel unter anderem zu den typischen Parkinson-Symptomen wie Rigor, Tremor und Akinese führt.
Restless-Legs-Syndrom
In schlimmen Fällen kann Dopamin Mangel zu Erkrankungen wie Parkinson oder Restless-Legs-Syndrom (RLS) führen.
Medikamentöse Behandlung von Dopaminmangel
Eine folgenreiche Dopamin Unterversorgung kann durch spezielle Medikamente (L-DOPA, Dopamin-Agonisten und Dopamin-Antagonisten) sowie gezielten Nahrungsergänzungen entgegengewirkt werden.
Dopaminagonisten
Dopaminagonisten imitieren Dopamin im Körper und gleichen so den Mangel des Botenstoffs aus, indem sie dieselben Dopaminrezeptoren (D-Rezeptoren) stimulieren wie der körpereigene Neurotransmitter, der aus den Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin hergestellt wird.
Die Bedeutung eines ausgeglichenen Dopaminhaushalts
Ein ausgeglichener Dopaminhaushalt ist entscheidend für unsere psychische und physische Gesundheit. Ein Dopaminmangel kann zu Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen führen. Ein Dopaminüberschuss kann zu Reizüberflutungen, gestörten Gefühlswahrnehmungen und psychischen Beschwerden führen.