Dopamin und Aggression: Ein komplexer Zusammenhang

Aggressives Verhalten ist ein vielschichtiges Phänomen, das Forscher seit Langem beschäftigt. Es wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse und neurobiologische Prozesse. Jüngste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass der Neurotransmitter Dopamin eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Aggression spielt. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Dopamin und Aggression und untersucht die zugrunde liegenden Mechanismen.

Die Rolle des Belohnungssystems

Ein Forscherteam der Universität Regensburg fand heraus, dass das Belohnungszentrum im Gehirn von Ratten-Männchen verstärkt aktiviert wird, wenn diese ein extrem hohes Aggressionsverhalten gegenüber Artgenossen zeigen. Weniger aggressive Tiere zeigten diese Reaktion nicht. Wurde das Belohnungssystem blockiert, zeigten die besonders aggressiven Ratten weniger Angriffsverhalten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Aggression belohnend wirken kann und somit verstärkt wird.

Das Belohnungszentrum wird normalerweise bei positiven Erlebnissen wie Essen, Musik oder Sex aktiviert und verstärkt die entsprechenden Verhaltensweisen. Bei Drogenabhängigen verstärkt es das Suchtverhalten. Die Forschungsergebnisse untermauern klinische Befunde, die zeigen, dass auch bei psychopathischen Patienten mit hoher Aggressionsbereitschaft eine Aktivierung im Belohnungssystem festgestellt werden konnte.

Dopamin als Schlüsselakteur

Versuche zeigten, dass der Neurotransmitter Dopamin eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Aggressionsverhalten spielt. Dopamin ist als "Glückshormon" bekannt und sorgt für ein angenehmes Gefühl. Die Beteiligung von Dopamin an aggressiven Auseinandersetzungen ist vor allem bei Konflikten um Ressourcen zu beobachten. Je nach Gewichtung der Aussicht auf eine wertvolle Ressource steigt der Dopaminspiegel und damit die Risikobereitschaft. Zusätzlich sorgt das Erleben eines Sieges um die Ressource für einen "Gewinner-Effekt", der aggressives Verhalten bis auf ein pathologisches Niveau steigern kann. Der Hund hat also ein Glücksgefühl, wenn er nach einer aggressiven Auseinandersetzung der Sieger ist und auch noch die erhoffte Ressource z.B. Futter oder Spielzeug erhält.

Neurobiologische Grundlagen von Aggression

Aggression wird durch ein komplexes Zusammenspiel miteinander verbundener Hirnregionen reguliert. Vollständig verstanden sind die Prozesse noch nicht. Man geht, stark vereinfacht, von einer emotionalen Aktivierung des limbischen Systems mit anschließender Kontrolle durch den Cortex aus.

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

Die Amygdala, eine mandelförmige Struktur tief im Schläfenlappen, spielt eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Bedrohung und der Auslösung emotionaler Reaktionen wie Angst oder Aggression. Eine Hyperaktivität der Amygdala wurde mit erhöhter Reizbarkeit und impulsiver Aggression in Verbindung gebracht. Besonders der ventromediale und laterale Bereich des Hypothalamus sind an urtümlichen emotionalen Reaktionen beteiligt und können bei Stimulation aggressives Verhalten auslösen. Der präfrontale Cortex (Stirnhirn) trägt zur Regulierung von Impulsen und der Steuerung sozialen Verhaltens bei. Eine Schädigung oder Funktionsstörung in diesem Bereich, zum Beispiel aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas, eines Schlaganfalls oder bei frontotemporaler Demenz, kann das Urteilsvermögen und die Hemmschwelle herabsetzen, was zu erhöhter Aggression führen kann. Besonders im präfrontalen Cortex sind niedrige Serotonin-Spiegel mit schlechter Impulskontrolle und aggressiven Reaktionen verknüpft. Der vordere Teil des Gyrus cinguli integriert emotionale und kognitive Informationen und ist an der Impulskontrolle beteiligt. Auch hier kann eine Schädigung zu mehr Aggression beitragen. Der Gyrus cinguli ist Teil des limbischen Systems, in dem Dopamin eine komplexe Rolle bei der Entstehung von Aggression spielt: Dopamin ist assoziiert mit dem Belohnungssystem, kann jedoch auch die Neigung zu aggressivem Verhalten begünstigen, wenn dieses als belohnend oder befreiend empfunden wird.

Aber auch außerhalb des Gehirns kann aggressives Verhalten moduliert werden: Noradrenalin und Adrenalin, die bei Stressreaktionen aus den Nebennieren ausgeschüttet werden, bereiten den Körper auf Kampf oder Flucht vor. Hohe Spiegel von Testosteron, insbesondere in Verbindung mit niedrigen Cortisol-Spiegeln, können aggressive Tendenzen begünstigen - besonders bei Männern. Menschen erleben Aggression als etwas, das aus der Situation entsteht: als Reaktion auf empfundene Ungerechtigkeit, Überforderung oder Bedrohung. Aggression kann helfen, eine Herausforderung zu überstehen, sich durchzusetzen oder Schaden abzuwenden. Das Elternhaus, der persönliche Lebensweg und die Kultur formen, wie Menschen mit ihren Aggressionen umgehen. Auch im medizinischen Umfeld entstehen häufig Aggressionen. Missempfinden und Krankheiten sind für die Patienten unangenehm, schmerzhaft oder bedrohlich. Die Nerven liegen blank und das komplexe Gesundheitssystem wirkt schnell ungerecht oder überfordernd. Oft sind Patienten herausgerissen aus ihrem »normalen« Umfeld und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen und was auf sie zukommt. Aggression als spontane Reaktion hierauf ist verständlich. Auch Heilberufler erleben Aggression und Gewalt. Körperliche Übergriffe auf medizinisches Personal haben zugenommen. Laut einer Sonderauswertung der polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2023 in Krankenhäusern 126 Fälle von Körperverletzung und tätlichen Angriffen festgestellt. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) registriert jährlich rund 5300 gewalttätige Übergriffe auf Pflegekräfte. Auch in den Praxen nimmt das Problem zu. In einer Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gaben knapp 80 Prozent der niedergelassenen Versorger an, 2023 verbale Gewalt wie Beschimpfungen oder Drohungen erlebt zu haben.

Hormone und Neurotransmitter

Aggression wird durch verschiedene Hormone und Neurotransmitter im Gehirn gesteuert. Es wurde festgestellt, dass das Verhältnis von Testosteron (Geschlechtshormon) und Cortisol (Stresshormon) mit der Art, wie sich Aggression äußert, zusammenhängt. Hohe Testosteron-/Cortisol-Verhältnisse führen zu höheren Aggressionsniveaus und niedrige Testosteron-/Cortisol-Verhältnisse eher zur Umgehung aggressiver Verhaltensweisen.

Auch Serotonin nimmt eine Schlüsselrolle ein. Verschiedene neuronale Bahnen können unterschiedliche Reaktionen auf dieselbe chemische Reaktion zeigen. Auch der Umgang mit aggressivem Verhalten wird durch Serotonin beeinflusst. So können Hunde mit höherem Serotoninspiegel aggressive Signale anderer Hunde besser tolerieren und nicht mit Gegenaggression reagieren. Serotonin steuert außerdem die Freisetzung anderer Neurotransmitter wie GABA (y-Aminobuttersäure) und Glutamat im präfrontalen Cortex des Gehirns. Während GABA hemmend auf aggressive Verhaltensweisen wirkt, hat Glutamat eine erregende Wirkung. Auch Signalmoleküle wie Noradrenalin und Acetylcholin wirken auf dieses System ein. Ein niedriger Serotoninspiegel wird mit impulsiver Aggression in Verbindung gebracht. Ein Ungleichgewicht zwischen Glutamat und GABA kann zu erhöhter Reizbarkeit und explosiver Aggression führen. Ein zu hoher Noradrenalinspiegel kann aggressives Verhalten verstärken, insbesondere bei ängstlichen oder unsicheren Hunden.

Die bestimmenden Neurotransmitter sind Testosteron, Cortisol und Serotonin. Ein hoher Testosteronwert bei einem zugleich niedrigen Cortisolwert fördert Aggression. Ein niedriger Serotoninwert fördert Impulsivität, die ebenfalls Aggression fördert. Eine hohe Cortisolreaktion dagegen dämpft die Amygdala, da Cortisol, das am Ende der HPA-Achsen-Reaktion ausgeschüttet wird, nicht nur die HPA-Achse hemmt, sondern auch die HPG-Achse bremst, an deren Ende Testosteron ausgeschüttet wird. Serotonin kann die Blut-Hirnschranke nicht überwinden. Ein hoher Serotoninspiegel im PFC bewirkt geringe Aggression. Testosteron ist das Hormon der letzten Stufe der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse (HPG-Achse), während Cortisol das Hormon der letzten Stufe der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) ist. Cortisol hemmt alle Stufen der HPG-Achse. Diese gegenseitige Wechselwirkung der HPG- und HPA-Achse schaukelt sich leicht in Richtung einer Dominanz eines der beiden Hormonsysteme (Cortisol oder Testosteron) auf. Ein hoher Cortisolspiegel bewirkt eine CRH-Genexpression in der Amygdala, die Angst / Angstzustände und Sozialphobie fördert. Eine Erhöhung des Testosteronspiegels lindert Depressionen.

Lesen Sie auch: Parkinson-Krankheit und Dopamin

Ernährung und Aggression

Auch die Ernährung kann eine Rolle bei der Entstehung von Aggression spielen. Tryptophan (eine Aminosäure aus der Nahrung) ist die Vorstufe von Serotonin und kann über die Ernährung positiv beeinflusst werden. Bestimmte Zutaten können helfen, Aggression bei Hunden zu reduzieren, indem sie die Neurotransmitter-Balance unterstützen und Entzündungen sowie Blutzuckerschwankungen minimieren. Dazu gehören:

  • B-Vitamine
  • Magnesium
  • Zink
  • L-Theanin

Zu vermeiden sind:

  • Weißmehlprodukte
  • Zuckerhaltige Lebensmittel
  • Trockenfutter mit hohem Kohlenhydratanteil
  • Schlachtabfälle & minderwertige Eiweißquellen
  • Proteinquellen mit hohem Glutaminsäuregehalt
  • Künstliche Farbstoffe
  • Süßstoffe
  • Pflanzenöle mit viel Omega-6
  • Transfette

Lebensmittel mit schnell verwertbaren Kohlenhydraten, minderwertigen Proteinen, künstlichen Zusatzstoffen und Omega-6-Überschuss können Reizbarkeit und Aggression fördern. Kaltgepresstes Futter wird bei niedrigeren Temperaturen (60°C) hergestellt. Der schonende Herstellungsprozess trägt dazu bei, dass natürliche Nährstoffe der Zutaten ähnlich wie bei der Dampfgarung besser erhalten bleiben. Kaltgepresstes Futter zerfällt im Hundemagen schnell in seine Bestandteile und bläht nicht wie es die meisten extrudierten Futterbriketts bei Flüssigkeitskontakt auf. Somit sind die Nährstoffe schnell zugänglich und verdaubar. Die leichtere Verdaulichkeit von kaltgepresstem Futter kann dazu beitragen, dass Hunde weniger Verdauungsprobleme haben.

Aggression bei Kindern und Jugendlichen

Auffällige Aggressionen bei Kindern und Jugendlichen können verschiedene Ursachen haben. Kontrollmechanismen mit Sitz im Frontallappen - darunter Hemmungen oder Einfühlungsvermögen - können beeinträchtigt sein. Manche Erziehungswissenschaftler glauben, dass extrem aggressive junge Menschen einfach noch Lernbedarf darin haben, das Handeln des Gegenübers richtig zu deuten und dessen Gefühle zu verstehen. Ein Geschwisterkind oder enger Freund mit ähnlichen Wutanfällen kann demnach die Aggression noch verstärken.

Formen der Aggression

Es existieren viele verschiedene Formen von Aggression:

Lesen Sie auch: Der Einfluss von Alkohol auf Dopamin bei Parkinson

  • Autoaggression (Gegen die eigene Person gerichtetes, selbstverletzendes Verhalten)
  • Appetitive Aggression (Geplant und zielgerichtet jemand anderem Schaden zufügen. Führt zu positiver Erregung bei dem Täter.)
  • Erleichternde Aggression (Gegen andere Person gerichtet, um dieser zu schaden. Zielt darauf ab, den aversiven Zustand des Täters zu reduzieren)
  • Heiße Aggression (Die Selbststeuerung des Täters ist in diesem Zustand beeinträchtigt, sein Herzschlag ist erhöht, seine Muskeln sind angespannt, er schreit. Eskalation mit einem Wutausbruch.)
  • Indirekte Aggression (Wegen innerer Hemmung des Täters oder äußerer Hindernisse kommt es zu keinem direkten körperlichen Angriff, sondern einer Schädigung wie Mobbing oder Diebstahl.)
  • Instrumentelle Aggression (Dient einer Zielerreichung und ist geplant. Der Täter erhält eine positive Verstärkung.)
  • Kalte Aggression (Ist gesteuert und rational. Zur Zielerreichung werden Emotionen abgespalten.)
  • Konstruktive Aggression (Dient einer Zieleerreichung und schadet weder der eigenen noch einer anderen Person.)
  • Negative Aggression (Eine Aggression, die von der Gesellschaft missbilligt wird.)
  • Offene Aggression (Körperlicher oder verbaler Angriff auf ein Opfer.)
  • Passive Aggression (Auf indirektem Weg geäußert, durch unkooperatives Verhalten oder Manipulation.)

Umgang mit Aggressionen

Nicht jede Form von Aggression führt zu der Notwendigkeit einer Therapie. Kommt es jedoch zur Gefährdung der eigenen oder anderer Personen, Strafanzeigen oder anderen Konsequenzen, so empfiehlt sich eine Vorstellung bei einem Psychiater und/oder Psychologen.

Zum Abbau von Aggressionen gibt es verschiedene Ansätze. Dabei geht es zunächst darum, aufgestaute Emotionen und Energie abzubauen, anstatt sie zu unterdrücken. Allerdings soll verhindert werden, dass dabei der Person selbst, Mitmenschen, Tieren oder Gegenständen Schaden zugefügt wird.

Möglichkeiten zur Aggressionsbewältigung:

  • Sportliche Aktivitäten (z.B. Ausdauertraining oder gegen einen Boxsack schlagen)
  • Entspannungstechniken (z.B. Progressive Muskelrelaxation, Achtsamkeit, Autogenes Training. Diese dienen dem allgemeinen Stressabbau.)
  • Ablenkende Verhaltensweisen (Raumwechsel, Gesprächsthema ändern)
  • Antiaggressionstraining
  • Psychotherapie, um Ursachen zu eruieren und bearbeiten, Erlernen neuer Strategien
  • Atemübungen zur Ablenkung und Beruhigung
  • Rechenübungen zum Fokuswechsel
  • Ausschreien in geeigneter Umgebung (z.B. im Wald, bei einer Zugbrücke)
  • Zerreißen von fester Pappe oder Kartons (senkt freigewordene Zerstörungsenergie)
  • Kneten von (fester) Therapieknete
  • Laute Musik hören, am besten auch mitsingen (hilft bei der Verarbeitung intensiver Emotionen)

Da Aggression als menschlicher Trieb verstanden wird, wie auch Hunger oder Sexualität, ist das Ziel einer Therapie, einen angemessenen Umgang mit dem Trieb zu entwickeln. Bei einer Psychotherapie wird ein konstruktiver Umgang mit Aggressivität erlernt, das heißt, dass angemessene Aggressionen kontrolliert zugelassen werden sollen bei gleichzeitigem Erlernen von Strategien zur Vermeidung unangemessener Aggressionen. Ebenso kann es nötig sein, gehemmte Aggressionen aufzuarbeiten und zu lernen, diese zu spüren und zuzulassen.

Ziele der psychotherapeutischen Behandlung von Aggressionen:

  • Erregung und Handlung voneinander trennen können
  • Lernen, sich von einer Situation zu distanzieren
  • Lernen, Kompromisse einzugehen
  • Analyse der Beweggründe für Aggressionen
  • Besprechung vorgekommener aggressiver Vorfälle
  • Auslösesituationen eruieren
  • Besprechung anstehender schwieriger Situationen
  • Stärkung von Selbstkontrolle
  • Stärkung der Eigenverantwortung
  • Erlernen von Selbstreflexion
  • Lernen, die Perspektive zu wechseln
  • Konfliktlösungsstrategien erlernen

Des Weiteren stehen spezifische Therapieverfahren zur Verfügung, wie eine Anti-Aggressions-Therapie oder eine Neuroaktive Aggressionstherapie (NAT). Grundsätzlich werden Aggressionen mit einer Psychotherapie behandelt. Diese kann zeitweilig auch von Medikamenten begleitet werden. Jedoch gibt es kein Medikament, dass explizit für die Behandlung von Aggressivität entwickelt wurde.

Für die Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass sie einen konstruktiven Umgang mit allen Gefühlen erlernen. Dabei sollten „negative“ Gefühle wie Aggressionen nicht tabuisiert werden. Es ist stattdessen wichtig, dass Kinder erlernen, mit diesen Gefühlen auf eine Art und Weise umzugehen, die ihnen und anderen nicht schadet. Treten bei Kindern häufig Aggressionen und Aggressionsausbrüche auf, muss nicht zwingenderweise eine Störung vorliegen. Häufig zeigen Kinder auch Aggressionen, wenn zum Beispiel ihre Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit oder Wertschätzung akut nicht erfüllt sind.

Mögliche Ursachen für Aggressionen eines Kindes:

  • Unnatürliche Reizüberflutung
  • Nachahmung eigener Gewalterfahrungen
  • Konflikte zwischen den Eltern/ in der Familie
  • Angst
  • Unsicherheit
  • Versuch, die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen
  • Phase des Trotzverhaltens
  • Wunsch, Aufmerksamkeit zu erhalten
  • Kognitive Überforderung
  • Kognitive Unterforderung

Die häufigsten Formen, in denen sich die Aggressionen von Kindern zeigen, sind Mobbing anderer Kinder, Diebstähle, verbale Gewalt und physische Angriffe. Um Aggressionen bei Kindern kurzfristig, aber auch langfristig abzubauen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zunächst kann körperliche Bewegung dabei helfen, überschüssige Energie zu kanalisieren. Um langfristig konstruktive Umgangsformen mit negativen Gefühlen zu etablieren, können zum Beispiel Rollenspiele oder Spiele mit Handfiguren verwendet werden. So können positive Verhaltensweisen erlernt und schließlich auch in die Praxis umgesetzt werden. Kinder reagieren zudem sehr stark auf Belohnung. Deshalb ist es wichtig, erwünschte Verhaltensweisen zu verstärken, indem man Kinder für bestimmte Handlungen bewusst belohnt. Wenn das aggressive Verhalten zum Beispiel in schwierigen Familienverhältnissen begründet liegt, ist es hilfreich, professionelle Hilfe zu suchen und die Ursachen der Aggressionen herauszuarbeiten und zu bearbeiten. Wird aggressives Verhalten immer wieder beobachtet, sollten Erzieher/ Lehrer und die Eltern des Kindes eine Zusammenarbeit anstreben.

Aggression im Rahmen psychischer Erkrankungen

Starke Aggressionen können im Rahmen von psychischen Erkrankungen auftreten. Auch bei körperlichen Mangelzuständen kommt es häufiger zu Aggressionen. Diese können gegen andere Personen oder gegen die eigene Person gerichtet sein. Wenn aggressives Verhalten häufig auftritt und eine Eigen- oder Fremdgefährdung besteht, ist eine Diagnostik mit dem Ziel einer therapeutischen Behandlung des aggressiven Verhaltens oder einer möglicherweise zugrundeliegenden Störung sinnvoll.

Erkrankungen und Störungsbilder, bei denen Aggressionen auftreten:

  • Manie (Bipolare Störung)
  • Schizophrenie
  • Psychose
  • Neurose
  • Verhaltensstörung bei Kindern
  • Persönlichkeitsstörung
  • Angeborene oder erworbene Minderintelligenz
  • Raptus Melancholicus (unerwartet auftretende psychomotorische Hemmung)
  • Depressiver Schmerz
  • Artifizielle Störung
  • Münchhausen-Syndrom
  • ADHS
  • Demenz
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Epileptischer Dämmerzustand
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Vergiftungszustände (z.B. Alkohol, psychotrope Substanzen)
  • Abhängigkeitserkrankungen mit Entzugszustand (z.B. Alkohol)

Positive Aspekte von Aggression

Aggressionen können dabei helfen, sich im Leben durchzusetzen. Mittels positiver Aggressionen können Widerstände überwunden und Probleme effektiv angegangen werden. Oft werden Aggressionen im Alltag in Wettkämpfen ausgelebt, sie helfen dabei, sportliche Ziele zu erreichen oder ein vermehrtes Arbeitspensum zu erfüllen.

tags: #dopamin #und #aggression #zusammenhang