Die Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße ist eine nicht-invasive Ultraschalluntersuchung, die eine wichtige Rolle bei der Beurteilung der Blutgefäße spielt, die das Gehirn versorgen. Sie ermöglicht die frühzeitige Diagnostik von Gefäß- und Organerkrankungen, so dass sie rechtzeitig therapiert und der Verlauf nach Behandlung überwacht werden kann. Mit modernster Ultraschalltechnik können so wichtige Aussagen über die Gefäße getroffen und damit maßgebliche Informationen für die individuelle Gefährdung eines Patienten gewonnen werden, später an einer Gefäßverkalkung zu erkranken.
Was ist die Duplexsonographie?
Die Farbdoppler-Duplexsonographie misst mit Ultraschallwellen den Blutfluss in den hirnversorgenden Gefäßen und ermöglicht so die Diagnostik von Gefäß- und Organerkrankungen. Die Duplexsonographie ist eine spezielle Ultraschalltechnik, mit der der Arzt das Gefäß im Bild darstellen und gleichzeitig die Blutströmung messen kann. Das Duplex-Verfahren ermöglicht das Erkennen von Gefäßverengungen und -verschlüssen.
Mit modernen Ultraschallverfahren ist eine genaue Darstellung von Gefäßwand, Gefäßöffnung und Ablagerungen im so genannten „B-Bild“ schwarz-weiß codiert möglich. Der Blutfluss wird im Bild farbkodiert dargestellt, die Doppler-Pulskurve gibt genaue Auskunft über die Strömungsverhältnisse. So ist die Diagnose arteriosklerotischer Ablagerungen und hieraus resultierender Gefäßverengungen mit evtl. Störungen des Blutflusses möglich, was wiederum eine Abschätzung des Schlaganfallrisikos erlaubt.
Wann wird eine Duplexsonographie durchgeführt?
Die Farbdoppler-Duplexsonographie sollte durchgeführt werden bei:
- Adipositas (Übergewicht)
- Diabetes mellitus
- Familiäre Vorbelastung (u.a. Herzinfarkt, Schlaganfall)
- Hypertonie (Bluthochdruck)
- Hypercholesterinämie (Fettstoffwechselstörung)
- Koronare Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefäße)
- Rauchen
- Zustand nach Apoplex (Schlaganfall)
- Zustand nach Gefäßoperationen, Stenteinsatz
- Symptome wie Schwindel, Sehstörungen und Ohrgeräuschen
- Vorübergehende oder bleibende Zeichen eines Schlaganfalls
- Bestehende Risikofaktoren für Gefäßveränderungen wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen.
Was kann mit der Duplexsonographie erkannt werden?
Die Farbdoppler-Duplexsonographie ermöglicht den Nachweis / Ausschluss von:
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- Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung)
- Herzerkrankungen
- Risikofaktoren für Demenz
- Thrombosen
- Durchblutungsstörungen vor allem des Gehirns
Wie funktioniert die Duplexsonographie?
Die Farbdoppler-Duplexsonographie wird mit nicht hörbaren Ultraschallwellen durchgeführt, die sich vom normalen Schall durch eine andere Schwingungsfrequenz unterscheiden und absolut ungefährlich sind.
Bei der Untersuchung wird ein durchsichtiges, wasserhaltiges Gel auf die Untersuchungsregionen aufgetragen und der Schallkopf mit sanftem Druck aufgesetzt. So können Blutfließgeschwindigkeiten in Blutgefäßen und Organen, wie beispielsweise im Herzen, sowie die Struktur der Gefäßwände und die Durchblutung der einzelnen Körperteile untersucht werden.
Welche Vorteile bietet die Duplexsonographie?
Die Farbdoppler-Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße ermöglicht die frühzeitige Diagnostik von Gefäß- und Organerkrankungen, so dass sie rechtzeitig therapiert und der Verlauf nach Behandlung überwacht werden kann. Es handelt sich hierbei um eine Ultraschalluntersuchung der zum Kopf führenden, also insbesondere auch der das Gehirn mit Blut versorgenden Arterien. Die Duplexsonographie ist eine spezielle Ultraschalltechnik, mit der der Arzt das Gefäß im Bild darstellen und gleichzeitig die Blutströmung messen kann. Das Duplex-Verfahren ermöglicht das Erkennen von Gefäßverengungen und -verschlüssen.
Außerdem wird bei der Untersuchung der Halsschlagader die Dicke der inneren Gefäßwandschicht bestimmt. Die Messung der sogenannten Intima-Media-Dicke im hochauflösenden Ultraschall ist eine gut geeignete Methode, um das Arteriosklerose-Risiko zu bestimmen.
Die Dopplersonographie wird in der Diagnostik von Erkrankungen der Blutgefäße eingesetzt. Sie misst Flusssignale in Arterien und Venen. Diese Untersuchung der außerhalb des Schädels gelegenen hirnversorgenden Gefäße wird am häufigsten an den Halsschlagadern vorgenommen. Es besteht keine Strahlenbelastung, da die Bilder über Schallwellen produziert werden, die das Gewebe nicht schädigen. Innerhalb kurzer Zeit können so wichtige Aussagen über die Gefäße getroffen werden und damit maßgebliche Informationen für die individuelle Gefährdung eines Patienten gewonnen werden, später an einer Gefäßverkalkung zu erkranken. Wandveränderungen an den Blutgefäßen z.B. Verkalkungen und Einengungen können nicht nur dargestellt werden, sondern auch durch die gleichzeitige Flussmessung in ihrem Ausmaß bewertet werden. Nicht-invasiv kann hier eine erhöhte Schlaganfallgefährdung auf Grund von Veränderungen an den Halsgefäßen sicher diagnostiziert werden, u.a. durch die standardisierte Messung der Intima-Media (Gefäßinnenschicht).Das physikalische Prinzip der Untersuchung entspricht dem der Farbdoppler-Echokardiographie. Beide Methoden sind jederzeit ohne Vorbereitung in der Routine- aber auch Notfalldiagnostik verfügbar. Mit diesen Untersuchungen kann z.B. das Risiko eines drohenden Schlaganfalles oder der Grad einer Durchblutungsstörung abgeschätzt werden. Carotis-Doppler-Untersuchung: Intima-Media-Messung im Fokus Die hirnversorgenden Arterien bieten sich durch Ihre oberflächliche Lage als „Fenster“ in das Gefäßsystem zur Untersuchung an. Da die Arteriosklerose eine Systemerkrankung ist, d.h. alle Gefäße - wenn auch in unterschiedlichem Maße - betrifft, werden die Halsgefäße stellvertretend untersucht. Es ist davon auszugehen, dass Veränderungen, die an den hirnversorgenden Gefäßen gefunden werden, in ähnlicher Form auch an anderen Arterien, z.B. auch den Herzkranzarterien vorliegen.
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Die Rolle der Ultraschalldiagnostik in der Patientenversorgung
Ultraschalldiagnostik ist mittlerweile ein breit eingesetztes Hilfsmittel in der Patientenversorgung. Sie erlaubt dem klinischen Anwender, Krankheitsursachen schnell und unmittelbar zu erkennen.
Anatomische Grundlagen der Hirngefäße
Die anatomischen Gegebenheiten der Hirngefäße sind für sonographische Untersuchungen von Bedeutung. Besonderer Wert wird dabei auf die Beschreibung von Normwerten und anatomischen Varianten gelegt. Zu den hirnzuführenden Gefäßen zählen die Halsschlagader sowie die Arteria vertebralis, die entlang der Wirbelsäule zum Gehirn zieht.
Hämodynamik und Ultraschallphysik
Die Grundlagen der zerebralen Hämodynamik einschließlich der zugrunde liegenden physikalischen Zusammenhänge sind wichtig für das Verständnis der Duplexsonographie. Definiert werden Begriffe wie Autoregulation, Strömungsgeschwindigkeit, Strömungsvolumen und Strömungswiderstand einschließlich der untereinander bestehenden Zusammenhänge.
Die physikalischen Grundlagen der Ultraschalldiagnostik mit den damit zusammenhängenden Parametern wie Sendefrequenz, Eindringtiefe, axiale und laterale Auflösung, Pulsrepetitionsfrequenz (PRF), Bildaufbaurate (frame rate) und Time gain compensation (TGC) einschließlich der verschiedenen Sondenformen (Stiftsonde, Linear-, Curved-, Phased-Array) werden ebenfalls betrachtet. Darüber hinaus werden bildverbessernde Verfahren wie die dynamische Fokussierung und das Tissue Harmonic Imaging (THI) sowie die Grundprinzipien der kontrastmittelunterstützenden Sonographie erläutert.
Der Dopplereffekt und seine Anwendung
Der Dopplereffekt beschreibt die Frequenzverschiebung, die bei einer Relativbewegung zwischen einem Schallsender und -empfänger auftritt. Dopplerabhängige Untersuchungstechniken (Doppler- und Duplexsonographie) nutzen diese Frequenzverschiebung, um Aussagen über Parameter der Blutströmung zu treffen. Die gemessene Strömungsgeschwindigkeit korreliert mit dem Stenosierungsgrad, Strömungsstörungen stellen ein wesentliches Zusatzkriterium bei der Beurteilung von Stenosen dar, Veränderungen der Pulsatilität der Strömungskurve vermitteln Aussagen über vor- und nachgeschaltete Stömungshindernisse und die duplexsonographische Bestimmung des Strömungsvolumens ermöglicht die Abschätzung der (verbliebenen) Durchblutungsmenge.
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Farbkodierte Gefäßdarstellung
Die verschiedenen Techniken der farbkodierten Gefäßdarstellung (Velocity-, Power-Mode) einschließlich der zugehörigen Einstellparameter (z. B. «Farbfenster», «Farbbalance») werden betrachtet und die Probleme, die sich durch die Lage der untersuchten Gefäße im «Farbfenster» und durch Alias-Effekte ergeben können, diskutiert. Darüber hinaus werden Empfehlungen für eine «optimierte Gefäßdarstellung» zur Detektion geringer Blutströmung gegeben.
Untersuchungstechniken und Befundinterpretation
Bei unklarem duplexsonographischem Befund gibt die Untersuchung der Periorbitalarterien mit der cw-Dopplersonde wichtige Hinweise auf das Vorliegen von Strömungshindernissen in der A. carotis. Beschrieben werden die hierzu erforderliche Untersuchungstechnik und die Möglichkeiten der Befundinterpretation. Darüber hinaus behandelt das Kapitel die dopplersonographische Untersuchung der Karotisbifurkation, der Vertebralarterien und der A.
Die duplexsonographische Untersuchungstechnik im Bereich der Karotisbifurkation und der Vertebralarterien wird beschrieben. Zunächst werden Empfehlungen zur Geräteeinstellung und zum Untersuchungsablauf gegeben.
Transkranielle Dopplersonographie
Die transkranielle Dopplersonographie erscheint in ihrer Aussagekraft bei vielen Fragestellungen der farbkodierten Duplexuntersuchung nicht unterlegen und ist daher auch heute noch von klinischer Bedeutung. Beschrieben werden die transtemporale Untersuchungstechnik der Hirnbasisarterien und die transnuchale Ableitung des vertebrobasilären Übergangs mit der farbkodierten Duplexsonographie. Erläutert wird jedoch auch die sonographische Schnittbilddarstellung des Gehirns mit Messung der Ventrikelweite und es wird ein kurzer Überblick über die sonographisch ableitbaren Hirnvenen gegeben.
Kollateralwege und zerebrovaskuläre Reservekapazität
Beschrieben werden die Möglichkeiten zur Erfassung der 3 wichtigsten Kollateralwege bei Verschlussprozessen der hirnversorgenden Arterien: Nachweis einer Ophthalmika-Kollaterale durch dopplersonographische Untersuchung der Periorbitalarterien, Beurteilung des Circulus Willisii mit der farbkodierten Duplexsonographie sowie indirekte Hinweise auf leptomenigeale Anastomosen.
Die Bestimmung der zerebrovaskulären Reservekapazität gibt Auskunft über die (verbliebene) Fähigkeit der zerebralen Arteriolen, sich durch Dilatation und Konstriktion an wechselnde Blutdruckverhältnisse anzupassen und damit die zerebrale Autoregulation zu gewährleisten. Sie kann bei vorgeschalteten Verschlussprozessen der hirnversorgenden Arterien beeinträchtigt sein und weist dann auf ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hin.
Stenosen und Verschlüsse der hirnversorgenden Arterien
Stenosen und Verschlüsse der extrakraniellen A. Verschlussprozesse der extrakraniellen A. carotis sind zum weit überwiegenden Teil unmittelbar an der Karotisbifurkation bzw. in den ersten 2-3 cm nach Abgang der A. carotis interna lokalisiert. Entsprechend erfährt dieser Bereich im Folgenden die größte Beachtung. Stenosen und Verschlüsse werden dabei aus didaktischen Gründen getrennt betrachtet. Stenosen im weiteren Verlauf der A. carotis interna bis zur Schädelbasis sind demgegenüber seltener. Aufgrund einiger beachtenswerter Unterschiede bei der Ultraschalldiagnostik werden sie in einem eigenen Abschnitt diskutiert. Den Abschluss bilden Verschlussprozesse der A.
Stenosen und Verschlüsse der großen Hirnbasisarterien haben unterschiedliche Ursachen und sind nicht nur arteriosklerotisch bedingt, insbesondere sind Veränderungen aufgrund von Vaskulitiden, Vasospasmen, angeborenen Gefäßveränderungen, Dissektionen und teilrekanalisierten Thrombembolien zu nennen. Aufgrund der beschränkten Auflösung der sonographischen Darstellung der Hirnbasisarterien muss sich die Diagnostik an dopplersonographischen Strömungsparametern orientieren, sodass nur höhergradige Einengungen zuverlässig zu detektieren sind. Beschrieben werden die zur Verfügung stehenden Kriterien zur Detektion sowohl von Stenosen als auch Verschlüssen einschließlich der Fehlermöglichkeiten.
Stenosen und Verschlüsse der vertebrobasilären Gefäße sind zwar seltener als solche im Karotisstrombahngebiet, aber sie tragen relevant zur Entwicklung von zerebrovaskulären Symptomen bei. Sonographisch sind die diagnostischen Möglichkeiten beschränkt. Ein sicherer Ausschluss von Stenosen ist nur möglich, wenn sich der gesamte Gefäßverlauf kontinuierlich ohne Auffälligkeiten darstellen lässt, was nicht immer der Fall ist. Der Lokalbefund einer gesteigerten Strömungsgeschwindigkeit zusammen mit Strömungsstörungen weist jedoch das Vorliegen einer höhergradigen Vertebralis- oder Basilarisstenose zuverlässig nach. Eine beschränkte Zuverlässigkeit besteht auch für Verschlüsse der A. basilaris, da hier lediglich eine erhöhte Pulsatilität in den Vertebralarterien als indirekter Parameter zur Verfügung steht. Bei Stenosen und Verschlüssen der A.
Arteriosklerotische Gefäßwandläsionen
Die Inzidenz von Schlaganfällen liegt in den westlichen Industrieländern seit Jahren unverändert bei 200-250 Fällen/100.000 Einwohner. Ein erheblicher Teil ist durch arteriosklerotische Gefäßwandläsionen bedingt, die meist ein generalisiertes Geschehen darstellen, unter bestimmten Voraussetzungen jedoch auch fokal auf einzelne Gefäßabschnitte beschränkt bleiben können. Die Aussagen zur sonographischen Beurteilung arteriosklerotischer Gefäßwandläsionen in diesem Kapitel betreffen überwiegend die extrakranielle A.
Entzündliche Gefäßveränderungen
Die Domäne der Ultraschalldiagnostik der entzündlichen Gefäßveränderungen besteht in der Beurteilung der Gefäßwand mit den begleitenden Flussveränderungen. Besonders klinisch wichtig ist die Diagnostik der Arteriitis temporalis mittels hochauflösender Darstellung, z.B. mit 16-18-MHz-Linearsonden, eines Halo oder segmentaler Gefäßstenosen. Ebenso bedeutsam sind vasospastische und vaskulitische intrakranielle Gefäßveränderungen, die mittels TCD oder TCCS detektierbar sind und v.a. intrakranielle multiple Stenosen erkennen lassen.
Dissektionen der hirnversorgenden Gefäße
Dissektionen der hirnversorgenden Gefäße können grundsätzlich alle Gefäßbereiche betreffen, Prädilektionsstellen sind die distale A. carotis interna und die A. vertebralis im V3/V4 Segment. Die Ultraschalldiagnostik kann hier direkt Dissektionen nachweisen (als Stenosen, Verschlüsse und mit Wandhämatom) oder es finden sich indirekte Zeichen eines Strombahnhindernisses. Im Karotisbereich finden sich extrakraniell als typische Befunde der Ultraschalldiagnostik das Wandhämatom, das doppelte oder falsche Lumen, die Wandlefze und/oder die zipfelig zulaufende Einengenung («Bischofsmütze»).
Seltene Gefäßerkrankungen
Dieses Kapitel fasst die Ultraschallbefunde zu einigen zum Teil hereditären Gefäßerkrankungen zusammen, die nicht eindeutig arteriosklerotischer oder entzündlicher Genese sind. So finden sich bei fibromuskulären Dysplasien gänsegurgelartige, multisegmentale Gefäßeinengungen, röhrenförmige oder halbmondförmige Einengungen v.a. im Bereich der distalen A. carotis interna. Bei der Moya-Moya-Erkrankung kommt es zu Veränderungen der distalen A. carotis interna und des Karotis-T-Bereiches mit extrakraniellen Flussreduktion im Karotisstrombahngebiet und intrakraniellen Stenosen mit z.T. exzessiven Strömungsbeschleunigungen. Aneurysmen werden im Farbduplex extrakraniell v.a. als Residuen von Dissektionen entdeckt und intrakraniell zufallsmäßig dargestellt. Die Karotidodynie ist ein wenig verstandenes Krankheitsbild mit irregulären Wandveränderungen der Aa. carotis communis, interna und/oder externa mit lokalen Schmerzen.
Gefäßauffälligkeiten
In diesem Kapitel werden unterschiedliche Gefäßauffälligkeiten gemeinsam abgehandelt. So spielen Knick- und Schlingenbildung v.a. als Erschwernisse der doppler- und duplexsonographischen Untersuchung eine wesentliche Rolle. Gefäße können im Verlauf nicht optimal nachverfolgt werden oder die Anwendung der Winkelkorrekturfunktion ist erschwert oder unmöglich. In diesen Fällen sind insbesondere die Befunde im vor- und nachgeschalteten Gefäß zur Abschätzung evtl. bestehender Stenosen wichtig. Prädilektionsstellen für Knick- und Schlingenbildungen sind die distale A. carotis interna und die Aa. vertebrales. Hypoplasien der A. carotis sind selten, meist poststenotisch oder bei Dissektionen und damit sekundär. Hypoplasien der A. vertebralis sind demgegenüber relativ häufig und finden sich bei 5-10% der Bevölkerung. Sie können eine Rolle bei der Entstehung von Dissektionen oder Vertebralisverschlüssen spielen. Arteriovenöse Fehlbildungen und Fisteln führen zu meist zu einer ausgeprägten Zunahme des Strömungsvolumens im «Feeder»-Gefäß mit auch erniedrigter Pulsatilität der Strömungskurve. Mittels Orbitabeschallung kann eine Karotis-Sinus-Cavernosus-Fistel detektiert werden. Intrakranielle Fisteln werden bevorzugt nach abgelaufenen Sinusthrombosen benachbart zu venösen Blutleiten gefunden. Typisch sind exzessive Steigerungen der Strömungsgeschwindigkeit, z.T.
Ultraschall beim akuten Schlaganfall
Die Bedeutung des Ultraschalls beim akuten Schlaganfall ist aufgrund der zunehmenden Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der modernen Schnittbildgebung deutlich zurückgegangen. Wesentlich sind Informationen zu Gefäßverschlüssen der distalen intrakraniellen A. carotis interna und des Hauptstammes der A. cerebri media, diese mit der Farbduplexsonographie, die «bedside» verfügbar und beliebig wiederholbar ist, regelhaft zu gewinnen.
Vasospasmen und intrakranielle Druckerhöhung
Die Erfassung von Vasospasmen war historisch der erste Anwendungsbereich der transkraniellen Dopplersonographie. Noch heute zählt die sonographische Erfassung und Kontrolle von Vasospasmen zum Behandlungsregime der Subarachnoidalblutung. Ab einem Meanwert von 120 cm/s ist ein auffälliger Bereich erreicht, ab 160 cm/s ist von einem signifikanten und ab 200 cm/s von einem kritischen Vasospasmus auszugehen. Bei gleichzeitiger intrakranieller Druckerhöhung nimmt die Strömungsgeschwindigkeit ab, was zu Fehlinterpretationen führen kann. Richtungweisend ist in diesem Fall die Erhöhung der Pulsatilität des Strömungssignals.
Die Erkennung einer intrakraniellen Druckerhöhung und die Abschätzung des Ausmaßes anhand von Veränderungen der Pulsatilität und der Strömungsgeschwindigkeit in den Hirnbasisarterien war eine der ersten klinischen Anwendungen der transkraniellen Dopplersonographie. Hohe Bedeutung hat diese Bestimmung zwischenzeitlich bei der Diagnose eines zerebralen Kreislaufstillstands im Rahmen der Hirntoddiagnostik erlangt. Darüber hinaus lassen sich intrakranielle Druckerhöhungen auch anhand von Veränderungen des Durchmessers der Sehnervenscheide erkennen (Abschn.
Postoperative Kontrolle und Kontrastmitteldopplersonografie
Die farbkodierte Duplexsonographie ist Methode der Wahl zur postoperativen Kontrolle nach Karotisoperationen und -stents. Auch nach aortennahen Bypassoperationen lassen sich die Durchblutungsverhältnisse sonographisch zuverlässig abklären.
Die transkranielle Kontrastmitteldopplersonografie ist bei der Abklärung eines kardialen Rechts-links-Shunts (offenes Foramen ovale) in ihrer Treffsicherheit mit der transösophagealen Echokardiografie vergleichbar. Beschrieben wird die Untersuchungsmethode unter Einsatz eines selbst hergestellten Ultraschallkontrastmittels aus agitierter Kochsalzlösung und Blut und anschließendem Valsalva-Manöver.
Transorbitale Sonographie
In den letzten Jahren wurden zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, die für die Neurologie Einsatzmöglichkeiten der transorbitalen Sonographie aufzeigen. Insbesondere Untersuchungen zur Darstellung von hirndruckbedingten Veränderungen am Sehnerv sowie die Möglichkeit der sonographischen Diagnostik des Zentralarterienverschlusses bieten für den klinischen Alltag interessante Anwendungen. Eine intrakranielle Druckerhöhung führt regelhaft zu einer Erweiterung der Sehnervenscheide und zu einer nachweisbaren …
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