Der Tod eines Kindes ist immer eine Tragödie, die tiefe Bestürzung auslöst. Wenn ein 10-jähriges Mädchen stirbt, wirft dies besonders schmerzhafte Fragen nach den Ursachen und Umständen auf. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte und mögliche Gründe für solch tragische Ereignisse, wobei sowohl Unfallursachen als auch Krankheiten und andere Faktoren berücksichtigt werden.
Unfälle als Todesursache bei Kindern
Unfallverletzungen stellen eine der größten Gesundheitsgefahren für Kinder und Jugendliche in Deutschland dar und sind für Kinder ab einem Jahr die häufigste Todesursache. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten in Deutschland im Jahr 2021 etwa 11,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren.
Unfallhäufigkeit und -orte
Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts ergab, dass sich innerhalb von 12 Monaten 16,5 Prozent der Kinder von 1 bis 17 Jahren aufgrund eines Unfalls in ärztliche Behandlung begeben. Jungen sind mit 18,6 Prozent häufiger von Unfällen betroffen als Mädchen mit 14,3 Prozent. Hochrechnungen zufolge suchten im Jahr 2021 etwa 1,9 Millionen Kinder aufgrund eines Unfalls ärztliche Hilfe.
Die meisten Unfälle passieren zuhause bzw. im privaten Umfeld (43,8 Prozent), in der Schule oder anderen Betreuungseinrichtungen (24,2 Prozent) sowie auf dem Spielplatz oder in Sporteinrichtungen (17,4 Prozent). Im Jahr 2021 wurden mehr als 167.000 Kinder nach einem Unfall stationär im Krankenhaus behandelt. Das Statistische Bundesamt zählte 163 Kinder unter 15 Jahren, die im Jahr 2021 nach einem Unfall verstarben. Darunter waren 22 Säuglinge unter einem Jahr. Bei 33 Kindern war die Todesursache Ertrinken, 14 Kinder stürzten tödlich. Etwa 60 Prozent der Unfälle von Kindern passieren in der eigenen Wohnung oder im häuslichen Umfeld.
Ein tragischer Verkehrsunfall
Ein konkretes Beispiel ist der Fall eines zehn Jahre alten Mädchens, das in Schwaben nach einem schweren Verkehrsunfall an ihren lebensbedrohlichen Verletzungen starb. Das Mädchen wurde in Rehling (Landkreis Aichach-Friedberg) von einem Auto einer 33 Jahre alten Fahrerin erfasst, als sie nach dem Aussteigen aus einem Bus eine Straße überquerte, um auf einen gegenüberliegenden Gehweg zu gelangen. Das Mädchen wurde schwerst verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Staatsanwaltschaft beauftragte einen Gutachter, um den genauen Unfallhergang zu klären.
Lesen Sie auch: So entwickelt sich das Gehirn Ihres Babys
Weitere tragische Ereignisse und ihre Ursachen
Neben Unfällen gibt es weitere erschütternde Ereignisse, die zum Tod eines 10-jährigen Mädchens führen können.
Terroranschlag in Sydney
Ein besonders schockierendes Beispiel ist der antisemitische Terroranschlag am Bondi Beach in Sydney, bei dem 15 Menschen ums Leben kamen, darunter die zehnjährige Matilda. Das Mädchen starb an ihren Schussverletzungen im Krankenhaus. Die ehemalige Grundschule des Mädchens, die „Harmony Russian School of Sydney“, äußerte sich im Internet zu ihrem Tod. Es wurde ein Spendenaufruf für die Mutter des getöteten Mädchens eingerichtet.
Plötzlicher Herztod bei jungen Menschen
Wenn bei bisher scheinbar gesunden jungen Menschen das Herz plötzlich stehen bleibt, ist das schockierend. In einer britischen Studie wurden Fälle von unerwarteten Herzstillständen bei jungen Patienten zwischen 1994 und 2022 genauer untersucht. Dabei stellte man fest, dass bei etwa zwei Dritteln der Betroffenen eine normale Herzstruktur vorlag, was typisch für ein plötzliches arrhythmisches Todessyndrom (SADS) ist. Bei etwa jedem Fünften wurden Herzerkrankungen nachgewiesen, darunter verschiedene Formen einer Kardiomyopathie mit Anomalien der Herzgefäße oder eine Herzmuskelentzündung. In einer dänischen Studie konnte anhand von Obduktionen nachgewiesen werden, dass auffällig häufig eine erbliche Herzerkrankung bei Menschen vorlag, die bereits im Kindes- und Jugendalter an einem plötzlichen Herzstillstand gestorben waren.
Infektionskrankheiten: Diphtherie
Ein weiterer möglicher Grund für den Tod eines Kindes kann eine Infektionskrankheit wie Diphtherie sein. Ein Junge, der an Diphtherie erkrankt war, ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin gestorben. Das Kind aus dem Havelland in Brandenburg war nicht geimpft. Das damals zehn Jahre alte Schulkind war im September wegen einer akuten Entzündung der Rachenmandeln in die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Potsdam gekommen. Später wurde Diphtherie diagnostiziert. Aufgrund des Gesundheitszustandes war das Kind in eine Berliner Klinik verlegt und dort invasiv beatmet worden. Durch Kontaktnachverfolgung des Gesundheitsamts war bei einem weiteren Menschen aus dem familiären Umkreis des Kindes Diphtherie festgestellt worden.
Diphtherie ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit, die in manchen Fällen zum Tode führen kann. Hauptübertragungsweg ist die sogenannte Tröpfcheninfektion. Zu Beginn der Erkrankung kommt es zur Rötung des Rachens und dem Anschwellen der Mandeln. Eindeutige Symptome sind festhaftende grau-weiße Beläge auf den Mandeln. Wird die Diphtherie zu spät erkannt, kann es in einzelnen Fällen zu Organversagen bei Niere, Leber oder Herz kommen. Auch eine Nervenlähmung mit Todesfolge ist typisch für den Verlauf der Infektion. Grund für diese schweren Auswirkungen ist ein Giftstoff (Toxin), der über das Blut in die Organe transportiert wird. Das ist aber nur bei Menschen der Fall, die nicht geimpft wurden.
Lesen Sie auch: Mutter-Tochter-Beziehung stärken
Seltene Todesfälle durch Diphtherie
Diphtherie-Todesfälle sind in Deutschland nach RKI-Angaben sehr selten. 2023 wurde dem RKI ein Todesfall aufgrund einer Hautdiphtherie bei einer erwachsenen Person übermittelt. 2024 war es bislang ein Todesfall aufgrund einer respiratorischen Diphtherie bei einem Erwachsenen. Bevor eine Impfung existierte, war die Diphtherie als "Würgeengel der Kinder" bekannt. 1892 erlagen der Infektion in Deutschland mehr als 50.000 meist junge Menschen. Die Impfung bietet laut RKI einen zuverlässigen Schutz gegen die Symptome der Diphtherie, nicht aber vor der Infektion mit dem Erreger. Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät allen zur Diphtherieimpfung. Normalerweise erhalten Säuglinge zur Grundimmunisierung drei Dosen im Alter von zwei, vier und elf Monaten. Eine erste Auffrischungsimpfung empfiehlt die Stiko bei fünf- bis sechsjährigen Kindern, eine zweite im Alter von neun bis 17 Jahren. Erwachsene sollten den Impfschutz alle zehn Jahre auffrischen lassen.
Suizid im Kindesalter
Ein weiterer, wenn auch äußerst seltener Grund, könnte Suizid sein. Ein Fall aus den USA, bei dem sich die sechsjährige Samantha nach einem Streit mit ihrer Mutter strangulierte, sorgte für Aufsehen. Obwohl der Gerichtsmediziner Suizid als Todesursache feststellte, bestehen auch bei Ermittlern noch Zweifel an diesem Befund. Kinderpsychiater betonen, dass Kinder in diesem Alter die Endgültigkeit des Todes noch nicht begreifen können. Selbstmorde bei unter Zehnjährigen sind äußerst selten. Wenn sich jüngere Kinder selbst verletzen oder ihr Leben bewusst gefährden, wollen sie nicht sterben, sondern ein besseres Leben.
Die Bedeutung der Todesursachenstatistik
Die Statistik der Todesursachen besitzt weltweit lange Tradition und hat große Bedeutung für Politik, Gesundheitsindikatoren und Gesundheitsforschung. Sie wird nach einheitlichen Standards erhoben, die von der WHO in der ICD-10 festgelegt werden. Sie liefert als wichtigste und vollumfängliche Datenquelle umfassende Informationen zum Mortalitätsgeschehen in Deutschland auf Basis der amtlichen Todesbescheinigungen.
Erhebung und Auswertung
Auf der Todesbescheinigung dokumentiert die leichenschauende Ärztin oder der Arzt die Todesursache. Für die Todesursachenstatistik übermitteln die Gesundheitsämter die vorgesehenen Teile der Todesbescheinigung an die Statistischen Landesämter. Diese ermitteln aus ihnen mithilfe der ICD-10 das sogenannte Grundleiden, also diejenige Todesursache, die als ursächlich für den Tod anzunehmen ist. Die Todesursachenstatistik ist eine Vollerhebung und keine Stichprobe, das heißt alle vorliegenden Daten der Gesundheitsämter sind auszuwerten, bevor ein Jahresergebnis veröffentlicht werden kann.
Nutzen der Statistik
Die Todesursachenstatistik ermöglicht eine fundierte Todesursachenforschung, die regionale Besonderheiten der todesursachenspezifischen Sterblichkeit und ihre Veränderung im Laufe der Zeit untersucht. Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen und Strategien z. B. für die epidemiologische Forschung, den Bereich der Prävention und die Gesundheitspolitik abgeleitet. Die Statistik der Todesursachen ist die elementare Grundlage zur Ermittlung wichtiger Gesundheitsindikatoren wie Sterbeziffern, verlorene Lebensjahre und vermeidbare Sterbefälle.
Lesen Sie auch: Mädchenverhalten aus Jungensicht