Düren: Veranstaltungen zum Welt-Alzheimertag und zur Aktionswoche Demenz

Die Krankheit Demenz kann jeden treffen. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es wichtig, die Vorzeichen der Krankheit rechtzeitig zu erkennen und vorhandene Angebote nutzen zu können. Anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Demenz vom 19. September bis 2. Oktober finden zahlreiche Veranstaltungen im Kreis Düren und darüber hinaus statt. Der Welt-Alzheimertag, der seit 1994 jährlich am 21. September stattfindet, erinnert an die über 46 Millionen Menschen weltweit, die von Demenzerkrankungen betroffen sind. Im Kreis Düren finden unter dem Motto „Einander offen begegnen“ Veranstaltungen zu diesem Thema statt, die der Kreis Düren in Kooperation mit den in der Themengruppe „Demenz“ der Interessengemeinschaft Seniorenarbeit im Raum Düren-Jülich (ISaR) vernetzten Institutionen angestoßen hat.

Veranstaltungen im Überblick

LVR-Klinikverbund

Der LVR-Klinikverbund macht mit seinen neun psychiatrischen Fachkliniken anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Demenz auf das Thema aufmerksam und bietet vielfältige Beratungs-, Unterstützungs- und Behandlungsangebote. Unter dem Dach der Gerontopsychiatrischen Zentren des LVR-Klinikverbundes finden Hilfesuchende und ihre Angehörigen ambulante und teilstationäre Hilfen gebündelt.

  • LVR-Klinik Bonn: Am 21. September informiert Fachärztin Birgitta Lengsholz über das Thema „Nicht alles ist Alzheimer - Demenz, Depression und Delir“ im Gesundheitsforum am Weltalzheimer-Tag in der Villa Camphausen, Mainzer Straße.
  • LVR-Klinik Düren: Am 2. November findet ganztägig die 33. „Geronto-Fachtagung der LVR-Klinik Düren“ statt, die sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit der Situation der Angehörigen beschäftigt. Ort: LVR-Klinik Düren, Meckerstraße 15.
  • LVR-Klinikum Düsseldorf: Am 28. September referiert Prof. Dr. Tillmann Supprian, Chefarzt Gerontopsychiatrie, bei der Fortbildungsveranstaltung „Intervention bei Demenz - je früher desto besser“ im Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf. Die Tagung findet von 16 bis 20 Uhr statt. Veranstalter ist die Initiative Düsseldorfer Experten gegen Alzheimer.
  • LVR-Klinik Köln: Am 26. September lädt die LVR-Klinik Köln um 18 Uhr zum Kinobesuch mit anschließender Diskussion in die Filmpalette (Lübecker Str. 15) ein. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Family-Business“, der zwei Familien begleitet, die in der Pflege einer 88-jährigen dementen Frau eingebunden sind. Anschließend findet im Kino ein gemeinsamer Austausch mit Facharzt Dr. Christian Halfmann und Diplom-Sozialarbeiterin Sigrid Steimel von der LVR-Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle statt.
  • LVR-Klinik Mönchengladbach: Am 23. September wird das Theaterstück „Dachstube“ mit Thomas Borggrefe in der Citykirche Mönchengladbach, Kirchplatz 14, aufgeführt. Beginn ist um 19 Uhr. Am Beispiel eines an Demenz erkrankten Dirigenten wird die Schwere, aber auch die Heiterkeit der Krankheit gezeigt. Ab 18 Uhr können sich Gäste vorab an Ständen der „Arbeitsgemeinschaft örtlicher Beratungsstellen für ältere Menschen mit eingeschränkten Alltagskompetenzen und ihre Angehörigen“ zum Thema Demenz informieren.

Veranstaltungen im Kreis Düren

Vom 5. September bis zum 8. Oktober finden im Kreis Düren weitere Veranstaltungen zum Thema Alzheimer statt, über die das Faltblatt „Demenz - Einander offen begegnen“ informiert.

  • Tanztee „Spezial“: Zum Auftakt findet am Dienstag, 27. August, von 14.30 bis 16.30 Uhr in der Tanzschule Kettner in Düren, Van-der-Giese-Straße 42, ein Tanztee „Spezial“ für Menschen mit und ohne Demenz statt. Geboten wird ein buntes Unterhaltungsprogramm zum Zuschauen und Mitmachen. Anmeldungen nimmt die Koordinationsstelle „Pro Senioreninnen und Senioren im Kreis Düren“ unter der Rufnummer 02421/22-1051416 an. Für Kaffee und Gebäck werden fünf Euro pro Person berechnet.
  • „Demenz im Alltag meistern“: In Vorträgen und per Informationsstände im Großen Seminarraum Station B2 des St. Josef-Krankenhauses Linnich, Rurdorfer Straße 49, am Donnerstag, 5. September, von 14:00 bis 16:00 Uhr thematisiert. Ansprechpartnerin ist Marlies Jansen. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
  • Ambulante und stationäre Versorgung: Die vielfältigen Möglichkeiten der ambulanten und stationären Versorgung und wie kann ich sie nutzen? Ob Ambulanter Pflegedienst, Entlastungsleistungen, stationäre Angebote: Am Montag, 9. September, erhalten Interessierte im Großen Saal des Sophienhofs Niederzier, Am Weiherhof 23, von 15:00 bis 16:30 Uhr konkrete Antworten zu Angeboten und deren Finanzierung. Dieser Vortrag wird in Form eines Rollenspiels durch Stefan Hürtgen und Nina Kohnen dargestellt. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
  • Exkursion zur Musterwohnung Demenz: Die Fachstelle Demenz und Hospiz des Caritas-Verbandes Düren-Jülich bietet allen Interessierten am Dienstag, 10. September, von 11:00 bis 13:00 Uhr eine Exkursion zur Musterwohnung Demenz der AOK Rheinland / Hamburg, Promenadenstraße 1-3. Die Ausstellung zeigt Möglichkeiten auf, die Wohnung demenzfreundlich zu gestalten. Dabei werden neben praktischen Tipps und Hilfsmitteln auch Informationen zu technischen Unterstützungssystemen vermittelt. 02421 / 967614 oder Tagespflege St. 02422 / 502780.
  • Demenz-Informationstag: Das St. Augustinus Krankenhaus und das Amt für Demografie, Kinder, Jugend, Familie und Senioren des Kreises Düren laden am Donnerstag, 12. September, zu einem Demenz-Informationstag ein. Im Foyer des Hospitals sind ab 10 Uhr zahlreiche Stände aufgebaut, an denen fachkundige Ansprechpartner unter anderem aus dem Gesundheits- und Pflegewesen über viele Facetten des Themas Demenz informieren. Im Medizinischen Zentrum des Hauses folgt um 14 Uhr eine vierstündige Vortragsreihe. Nach der Begrüßung durch Pflegedirektor Sebastian Heilsberger und Landrat Wolfgang Spelthahn beantwortet Dr. Ulrike Rubin (LVR-Klinik Düren) die Frage, was Demenz ist. Herbert Breuer, Chefarzt für Neurologie des St. Augustinus Krankenhauses, widmet sich anschließend der Ernährung bei Demenz. Kathrin Preiskowski, Logopädin des Hauses, setzt die Reihe mit ihrem Vortrag „Ernährung bei Schluckstörung und Demenz-Screening“ fort. Nach der Pause beantwortet Mentaltrainerin Roswitha Masuch die Frage, wie man Gedächtnisleistungen mit gesunder Ernährung und Bewegung unterstützen kann. Über Sportangebote informiert die Physiotherapeutin Fey Teso vom Zentrum für Sport und Gesundheit. Krankenschwester Nicoletta Oleff rundet das Informationsangebot mit Hinweisen zur Ernährung bei Bewegungsdrang ab. Die Teilnahme an der Veranstaltungsreihe ist kostenlos.
  • Vernissage „Raining on my Nose“: Am Samstag, 14. September, um 11:00 Uhr findet die Vernissage zur Eröffnung der Ausstellung in der Wohnanlage für Senioren & Behinderte „An der Zitadelle“ Jülich, Am Wallgraben 29, statt. Unter der Überschrift „Raining on my Nose“ haben dementiell veränderte Seniorinnen und Senioren in einem Projekt der Stadt Düren Kunstgemälde gestaltet. Mit Anleitung einer Künstlerin entstanden Zeichnungen zu den verschiedenen Jahreszeiten. Die Kunstwerke mit den entsprechenden Beschriftungen und Informationen zur Entstehung des Projektes und der Bilder werden nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und präsentiert. Mit einer feierlichen Vernissage beginnt die Ausstellung. Darüber hinaus können Interessierte die Ausstellung täglich von 11:00 bis 18:00 Uhr besuchen. 02461 / 9950-0. Die Veranstaltung ist kostenlos.
  • Filmvorführung „Für dich dreh ich die Zeit zurück“: Anlässlich des Weltalzheimer-Tages wird am Freitag, 20. September, von 10 bis 13 Uhr im Kino „Das Lumen“ in Düren, Fritz-Erler-Straße 21, der Film „Für dich dreh ich die Zeit zurück“ gezeigt. Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Erika (Gisela Schneeberger) und Hartmut (Erwin Steinhauer). Sie ist an Demenz erkrankt und verliert nach und nach den Bezug zur Wirklichkeit. Als Erika zu Musik aus den 70er Jahren tanzt, ändert sich das völlig unerwartet Anmeldungen nimmt die Koordinationsstelle „Pro Senioreninnen und Senioren im Kreis Düren“ unter der Rufnummer 02421 / 22-1051416 an.
  • „Auf sicheren Füßen durch den Alltag“: Am Donnerstag, 26. September, von 14:00 bis 16:00 Uhr im Jülicher St. Elisabeth Krankenhaus, Kurfürstenstraße 22. Interessierte erwarten ein Informationsstand im Foyer, Rollator-Training, Vorträge, die Besichtigung und Vorstellung des neuen Beschäftigungszimmers / Gruppenraums in der Geriatrie sowie informative und anregende Vorträge. Ansprechpartnerin ist Nadja Muckenheim, Telefon: 02461 / 620-0. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Angebote der Stadt Jülich

Die Stadt Jülich veranstaltet im September und Oktober gemeinsam mit den Partnern des Aktionsbündnisses „Lokale Allianz für eine demenzfreundliche Stadt Jülich“ und den Kooperationspartnern der „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz im Kreis Düren“ und dem Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V. rund um den diesjährigen Welt-Alzheimer Tag Vorträge am 7. September und 26. Oktober und eine Kursveranstaltung „Leben mit Demenz“ vom 14. September bis 19. Oktober in Kooperation mit der Servicestelle Demenz der AOK Rheinland/Hamburg. Die Teilnahme ist für alle kostenfrei. Das ausführliche Programm ist online unter www.juelich.de einzusehen und ist als Druckexemplar erhältlich an der Infotheke des Neuen Rathauses in Jülich.

Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Düren

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle beteiligt sich bei der Veranstaltungsreihe mit folgenden Aktivitäten:

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  • Montag, 20. September 2021, 10.00-12.00 Uhr: Teilnahme an der Telefon-Hotline 02421 22 10 51 999
  • Mittwoch, 22. September 2021, 14.00-16.00 Uhr: Teilnahme an der Telefon-Hotline 02421 22 10 51 999
  • Dienstag, 21. September 2021, 9.00-13.00 Uhr: Infostand auf dem Markt der Möglichkeiten in Vettweiß
  • Dienstag, 05. Oktober 2021, 16.00-19.00 Uhr: Infostand auf dem Markt der Möglichkeiten in Hürtgenwald

Nähere Informationen erhalten Sie in der Selbsthilfe-Kontaktstelle bzw. demnächst auch auf der Homepage des Kreises Düren.

Hintergrundinformationen zu Demenz

Mit der Diagnose Demenz steht die Welt erst einmal Kopf - sowohl für die Betroffenen als auch ihre An- und Zugehörigen. Alltagsroutinen, das Miteinander und die Wahrnehmung der Umwelt verändern sich. All das fordert heraus und verunsichert Betroffene ebenso wie An- und Zugehörige. Viele Menschen mit Demenz ziehen sich zurück: Sie finden sich nicht mehr zurecht, fühlen sich unverstanden. Und doch gehören sie dazu und sollen Teil der Gemeinschaft bleiben! Dazu brauchen sie von uns vor allem Geduld, Verständnis und Unterstützung. Denn Demenz bedeutet nicht allein ein „Nicht-mehr-Können“. Vielmehr haben Menschen mit Demenz viel zu geben, sie nehmen sensibel Schwingungen auf, sind humorvoll und sie wollen sich einbringen. Wir alle können etwas tun, damit Menschen mit Demenz den Boden unter den Füßen spüren, sich aufgefangen fühlen und Teil unserer Gemeinschaft sind.

Bei Demenzkranken nimmt das Erinnerungsvermögen ab, aber auch die Fähigkeit, strukturiert zu denken, Sachverhalte zu analysieren und Zusammenhänge zu erfassen. Dadurch ändert sich das Verhalten des erkrankten Menschen; der Umgang mit ihm wird für die Angehörigen zunehmend schwieriger. Der Landesverband der Alzheimergesellschaften NRW bietet Online-Schulungskurse zum Thema „Leben mit Demenz“ an.

Unterstützung für Angehörige

Viele ältere Menschen benötigen Unterstützung im Alltag, zum Beispiel beim Kochen, Putzen oder bei der Begleitung zum Arzt. Angehörige benötigen Entlastung, wenn sie zum Beispiel einen demenzkranken Partner stundenweise zu Hause betreuen lassen möchten. Mit Geldern der Pflegekasse können Pflegebedürftige diese Leistungen finanzieren. Es zeigt sich jedoch, dass die Nachfrage weitaus größer ist als das Angebot. Darum wollen die Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz Menschen unterstützen, die sich als Alltagbegleiter:in selbstständig machen möchten. Der Caritasverband bietet beispielsweise Gesprächskreise für pflegende Angehörige an.

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