Die Rolle des EEG in der Diagnostik von Hirntumoren

Hirntumoren stellen eine besondere Herausforderung in der medizinischen Diagnostik dar. Sie können das Leben der Betroffenen von einer Sekunde auf die andere verändern. In der Neurochirurgie, einem Fachbereich, der sich mit Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns, des Rückenmarks, des Nervensystems und der Wirbelsäule befasst, ist die präzise Diagnose von Hirntumoren von entscheidender Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle des Elektroenzephalogramms (EEG) im Rahmen der Hirntumordiagnostik und stellt andere wichtige diagnostische Verfahren vor.

Hirntumoren: Eine Übersicht

Hirntumoren sind Neubildungen im Schädelinneren, die sowohl gutartig als auch bösartig sein können. Primäre Hirntumoren entstehen direkt aus Zellen des Gehirns oder der Hirnhäute, während sekundäre Hirntumoren, auch Hirnmetastasen genannt, durch die Ausbreitung von Krebszellen aus anderen Körperregionen entstehen. Die Diagnose eines Hirntumors erfordert eine umfassende medizinische Expertise und den Einsatz modernster Technologien.

Die Häufigkeit von Hirntumoren variiert je nach Altersgruppe. Bei Erwachsenen treten sie relativ selten auf, während sie bei Kindern die zweithäufigste Krebsart darstellen. Risikofaktoren für die Entstehung von Hirntumoren sind weitgehend unbekannt, obwohl in einigen Fällen genetische Faktoren eine Rolle spielen können.

Symptome und erste diagnostische Schritte

Ein Hirntumor kann sich durch verschiedene Symptome äußern, die je nach Lage und Größe des Tumors variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kopfschmerzen, die sich im Laufe der Zeit verstärken und nicht auf herkömmliche Schmerzmittel ansprechen
  • Neu auftretende epileptische Anfälle
  • Seh-, Sprech- oder Hörstörungen
  • Bewusstseins-, Konzentrations- oder Koordinationsstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Persönlichkeitsveränderungen

Sollten solche Beschwerden auftreten, ist es ratsam, einen Neurologen aufzusuchen, der die notwendigen diagnostischen Schritte einleiten kann.

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Die Rolle des Elektroenzephalogramms (EEG)

Das Elektroenzephalogramm (EEG) ist eine nicht-invasive Methode zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Dabei werden Elektroden auf der Kopfhaut platziert, um die Spannungsschwankungen aufzuzeichnen, die durch die Aktivität der Nervenzellen entstehen. Das EEG kann wichtige Informationen über die Gehirnfunktion liefern und bei der Diagnose verschiedener neurologischer Erkrankungen helfen.

Im Zusammenhang mit Hirntumoren kann das EEG Hinweise auf eine Funktionsstörung des Hirngewebes geben, die durch das Tumorwachstum verursacht wird. Insbesondere bei Patienten mit epileptischen Anfällen kann das EEG zur Diagnostik, Überwachung und Therapiekontrolle eingesetzt werden. Das EEG kann auch dazu dienen, die Anfallsgefährdung bei einem Hirntumor zu ermitteln.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass das EEG allein nicht ausreicht, um einen Hirntumor festzustellen oder auszuschließen. Ein normales EEG schließt das Vorliegen eines Hirntumors nicht aus, da die elektrische Aktivität des Gehirns je nach Lage und Größe des Tumors normal sein kann.

Weitere diagnostische Verfahren

Zur umfassenden Diagnostik von Hirntumoren stehen verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung, die in der Regel in Kombination eingesetzt werden, um ein möglichst genaues Bild des Tumors zu erhalten.

Computertomographie (CT)

Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem das Gehirn mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchleuchtet wird. Die CT-Aufnahmen werden in Schnittbildern dargestellt, die es ermöglichen, Tumoren, Verkalkungen und Blutungen zu erkennen. Die CT ist besonders geeignet, um schnell einen Überblick über den Zustand des Gehirns zu erhalten.

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Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, ist dasStandardverfahren zum Nachweis und zur Darstellung von Hirntumoren. Die MRT liefert detailliertere Bilder des Gehirns als die CT und ermöglicht es,Unregelmäßigkeiten im Gehirn noch besser sichtbar zu machen. Die MRT wird auch dann durchgeführt, wenn die CT keinen auffälligen Befund erbracht hat, aber der Verdacht auf einen Hirntumor weiterhin besteht.

Positronenemissionstomographie (PET)

Die Positronenemissionstomographie (PET) ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, bei dem radioaktiv markierte Substanzen eingesetzt werden, um Stoffwechselprozesse im Körper sichtbar zu machen. Die PET kann in bestimmten Fällen wertvolle Zusatzinformationen liefern, die die diagnostische Zuordnung erleichtern und die Verteilung eines Tumors im Körper darstellen können.

Angiographie

Die Angiographie ist ein Verfahren zur Darstellung der Blutgefäße im Gehirn. Dabei wird ein Kontrastmittel in die hirnversorgenden Gefäße injiziert, um die Gefäße sichtbar zu machen. Die Angiographie kann in ausgewählten Fällen, z.B. bei Meningeomen, durchgeführt werden, um die Gefäßversorgung des Tumors zu beurteilen.

Liquoruntersuchung

Die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) kann in manchen Fällen zum Ausschluss einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems dienen. Außerdem können durch die Nervenwasseruntersuchung frei schwimmende Tumorzellen histologisch nachgewiesen werden.

Hirnbiopsie

Die Hirnbiopsie ist ein Verfahren zur Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Hirntumor. Die Biopsie ist erforderlich, um die Art des Tumors zu bestimmen und eine genaue Diagnose zu stellen. Die Gewebeprobe wird anschließend feingeweblich (histologisch) und molekularbiologisch untersucht.

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Therapie und Behandlung von Hirntumoren

Die Therapie und Behandlung von Hirntumoren hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Art des Tumors, seiner Lage, seiner Größe und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Zu den wichtigsten Therapieoptionen gehören:

  • Operation: Die Operation zielt darauf ab, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen, ohne dabei umliegendes Hirngewebe zu schädigen.
  • Strahlentherapie: Die Strahlentherapie wird eingesetzt, um verbleibende Tumorzellen nach der Operation zu zerstören oder um Tumoren zu behandeln, die nicht operiert werden können.
  • Chemotherapie: Die Chemotherapie wird eingesetzt, um Tumorzellen im ganzen Körper zu bekämpfen.
  • Zielgerichtete Therapien: Zielgerichtete Therapien greifen spezifische Eigenschaften der Tumorzellen an und können in bestimmten Fällen eingesetzt werden.

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