Schmerzen im Brustbereich können viele Ursachen haben. Oftmals sind Betroffene verunsichert, ob es sich um eine harmlose Muskelzerrung, einen eingeklemmten Nerv oder gar einen Muskelfaserriss handelt. Dieser Artikel soll helfen, die verschiedenen Beschwerden zu unterscheiden und die entsprechenden Behandlungsansätze aufzuzeigen.
Muskelzerrung im Rippenbereich
Eine Muskelzerrung ist eine Verletzung des Muskels infolge einer Überdehnung. Dadurch werden Strukturen im Muskel beeinträchtigt. Ein Muskel besteht grundsätzlich aus vielen Muskelfasern. Diese lassen sich in noch kleinere Einheiten, die so genannten Myofibrillen, gliedern. Bei einer Muskelzerrung kommt es in den Myofibrillen zu winzig kleinen Schäden - zur Muskelverletzung.
Ursachen und Symptome einer Muskelzerrung
Muskelzerrungen entstehen häufig durch ruckartige Bewegungen, schnelles Abbremsen oder Beschleunigen, insbesondere bei Sportarten wie Fußball, Tennis oder Basketball. Risikofaktoren sind mangelndes Aufwärmen, Überlastung und unzureichende Vorbereitung der Muskeln.
Typisches Symptom einer Muskelzerrung ist ein plötzlicher, reißender Schmerz im Muskel. Der Muskel verhärtet sich und schmerzt krampfartig, insbesondere bei Bewegung. Im betroffenen Bereich kann die Muskulatur angespannt oder geschwollen sein.
Behandlung einer Muskelzerrung
Innerhalb der ersten 48 Stunden nach einer Muskelzerrung gilt die PECH-Regel als effektivste Behandlung:
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- Pause: Sofortige Unterbrechung der Aktivität und Schonung des Muskels.
- Eis: Kühlung des betroffenen Bereichs mit Eispackungen oder kalten Umschlägen, um Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.
- Compression: Anlegen eines Druckverbandes, um die Schwellung zu minimieren.
- Hochlagern: Hochlagern des betroffenen Körperteils, um den Blutfluss zu verringern und die Schwellung zu reduzieren.
Zur Schmerzlinderung können Salben oder Gels mit Wirkstoffen wie Diclofenac oder Ibuprofen eingesetzt werden. Auch natürliche Inhaltsstoffe wie Arnika können hilfreich sein.
In der Regel heilt eine Muskelzerrung ohne ärztliche Behandlung innerhalb von vier bis sechs Tagen aus. Sobald die Schmerzen es erlauben, kann man mit leichten, schmerzfreien Bewegungen beginnen. Die Trainingsintensität sollte langsam gesteigert werden, um den Muskel nicht erneut zu überlasten.
Muskelfaserriss zwischen den Rippen
Ein Muskelfaserriss zwischen den Rippen betrifft die Zwischenrippenmuskulatur (Interkostalmuskulatur), die für die Atembewegung des Brustkorbs wichtig ist.
Ursachen und Symptome eines Muskelfaserrisses
Ein Muskelfaserriss zwischen den Rippen entsteht meist durch plötzliche, starke Belastungen wie heftiges Husten oder Niesen. Auch Sportverletzungen oder Unfälle können zu einem Riss der Muskelfasern führen. Ein sehr starker Husten oder Niesen, der über längere Zeit anhält, kann die Muskulatur zwischen den Rippen so sehr beanspruchen, dass es zunächst zu einer Zerrung der Rippen und im weiteren Verlauf zu einem Muskelfaserriss kommt. Die Zwischenrippenmuskulatur ist wichtig für die Atembewegung des Brustkorbs. Beim Husten oder Niesen muss sie sich besonders stark zusammenziehen.
Typisches Symptom ist ein plötzlich einsetzender, stechender Schmerz am Brustkorb, der sich bei der Einatmung, beim Husten oder Niesen verstärkt. Hinzu kommt ein gut lokalisierbarer, punktueller Druckschmerz an der Stelle der verletzten Muskeln. Die Schmerzen an der Zwischenrippenmuskulatur beim Atmen können so unangenehm sein, dass der Patient eine Schonatmung einnimmt und nur noch ganz flach atmet oder sogar eine richtige Atemnot verspürt.
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Kleinere Risse dagegen können sich eher wie ein Muskelkater anfühlen, häufig bleibt der Muskelfaserriss sogar unbemerkt.
Diagnose eines Muskelfaserrisses
Um die Diagnose eines Muskelfaserrisses zwischen den Muskeln zu stellen, wird der Patient zunächst nach auslösenden Ereignissen für die Schmerzen gefragt. Es wird erfragt ob es ein Unfall- oder Sturzereignis oder einen starken Husten gab. Danach schaut sich der Orthopäde an, ob es Verletzungszeichen am Brustkorb gibt. Außerdem wird geschaut ob sich der Brustkorb bei der Atmung regelmäßig hebt und senkt. Ist dies nicht der Fall, kann das ein Hinweis auf eine Rippenfraktur sein. Außerdem wird die Lunge abgehört um zu ermitteln ob sie gleichmäßig belüftet ist. Bei einer Rippenfraktur kann es nämlich vorkommen, dass die Lunge durch das spitze Rippenende an der Bruchstelle verletzt wird und es zu einem Pneumothorax kommt. Dann wäre auf einer Seite der Lunge kein Atemgeräusch mehr zu hören. Beim Abtasten des Brustkorbs kann ein punktueller Druckschmerz an der Stelle des Muskelfaserrisses ausgelöst werden.
Bei dem klinischen Verdacht auf einen Muskelfaserriss zwischen den Rippen kann eine Ultraschalluntersuchung die Diagnose unterstützen. Die Ultraschalluntersuchung eignet sich gut zur Darstellung von Muskelfasern und -bündeln. Auch Verletzungen der Muskulatur können beurteilt werden, zum Beispiel kann man differenzieren ob der Muskel nur angerissen oder ganz abgerissen ist. Auch kleine Muskelfaserrisse, die beim Patienten nur sehr unspezifische Symptome hervorrufen, können im Ultraschallbild gezeigt werden.
Ein Röntgenbild vom Brustkorb kann Informationen über Verletzungen der Rippen liefern. Röntgenbilder stellen vor allem Knochen gut dar, Muskulatur dagegen kann man nicht gut beurteilen. Daher kann man mit einem Röntgenbild keinen Muskelfaserriss ausschließen. Es dient eher dem Ausschluss von Begleitverletzungen wie zum Beispiel einer Rippenfraktur. Eine gebrochene Rippe kann die Lunge verletzen.
Manchmal lässt sich ein Muskelfaserriss zwischen den Rippen im Ultraschall nicht so gut beurteilen. Ein MRT des Brustkorbs ermöglicht eine Schichtaufnahme des Brustkorbs, sodass man in jede beliebig tiefe Schicht hineinschauen kann. Es ist also egal, ob der Muskelfaserriss von anderem Gewebe überlagert ist. Zusätzlich kann man im MRT gut erkennen, ob ein Bluterguss durch den Riss entstanden ist und auch ob es eine Verletzung der Rippen gibt.
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Behandlung eines Muskelfaserrisses
Die Therapie eines Muskelfaserrisses zwischen den Rippen ist meist konservativ. Im Vordergrund steht die Schmerzlinderung mit Schmerzmedikamenten wie Ibuprofen oder Diclofenac, die gleichzeitig entzündungshemmend wirken. Kühlung der betroffenen Muskulatur kann ebenfalls die Beschwerden lindern.
Die Osteopathie ist ein Teil der Naturheilkunde, bei der die körperliche und seelische Verfassung des Patienten im Zentrum steht, um ihm so eine ganz individuelle Therapie zu ermöglichen. Osteopathen verfolgen dabei einen ganzheitlichen Ansatz und versuchen, durch manuelle Techniken die Selbstheilungsprozesse des Körpers zu unterstützen.
Das Kinesiotape ist eine Therapie, die insbesondere bei Muskelverletzungen und Muskelverspannungen häufig eingesetzt wird. Beim Kinesiotape handelt es sich um ein selbst klebendes, elastisches Tape, das oberflächlich auf der Haut angebracht wird. An der jeweiligen Stelle entfaltet das Tape eine Wirkung auf das darunter liegende Gewebe.
Die Dauer der Heilung eines Muskelfaserrisses zwischen den Rippen kann sehr unterschiedlich ausfallen. Entscheidend ist dabei, wie viele Muskelfasern am Brustkorb gerissen sind und wie gut der Patient die betroffene Muskulatur schonen kann. Eine Schonung der Zwischenrippenmuskulatur gestaltet sich recht schwierig. Da nicht auf die Atmung verzichtet werden kann, ist der Brustkorb und damit auch die verletzte Muskulatur ständig in Bewegung. Dies beeinträchtig die Heilungsdauer. Besteht zusätzlich noch ein Husten, der für große, ruckartige Bewegungen des Brustkorbs sorgt, kann die Heilung noch länger dauern.
Prävention von Muskelfaserrissen
Muskuläre Dysbalancen sind ein Ungleichgewicht zwischen entgegengesetzt arbeitenden Muskelgruppen, die durch Muskelverkürzungen und Muskelschwächen entstehen. Mangelnde Bewegung oder Verletzungen sind typische Auslöser dafür. Dieses Ungleichgewicht zwischen Muskelgruppen kann zu Fehlstellungen führen und die Muskulatur anfälliger für Verletzungen machen. Bei einem Muskuläre Dysbalancen-Check untersucht der Arzt die Funktion von Muskeln und Gelenken des Brustkorbs und kann so ermitteln, ob die Zwischenrippen- und Brustmuskulatur verkürzt ist. Diese können mittels Physiotherapie durch bestimmte Dehn- und Kräftigungsübungen behandelt werden. Damit lassen sich Muskelfaserrisse in diesem Bereich vermeiden.
Eine Wirbelsäulenvermessung kann helfen, die Ursache für einen Muskelfaserriss zwischen den Rippen zu finden. Eine häufige Ursache für Probleme der Muskulatur von Rücken und Brustkorb sind Fehlstellungen der Wirbelsäule. Durch diese Fehlstellungen entsteht ein Ungleichgewicht, das die Muskulatur auszugleichen versucht. Dadurch sind bestimmte Muskelbereiche stärker als gewöhnlich belastet und es kann zu schmerzhaften Verspannungen kommen. Eine Fehlstellung der Brustwirbelsäule kann auch zu einer veränderten Statik der Rippen führen. Dies belastet die Muskulatur zwischen den Rippen ungewöhnlich stark, macht sie anfälliger für Verletzungen und begünstigt dadurch auch Muskelfaserrisse.
Um eine Fehlbelastung der Zwischenrippenmuskeln zu verhindern ist eine physiologische Haltung des Brustkorbs wichtig. Diese ist abhängig von der Haltung des Oberkörpers und der Wirbelsäule, da ein schiefer Rücken auch die Statik der Rippen verändern kann. Um den gesamten Oberkörper zu stabilisieren ist insbesondere eine Stärkung der Rückenmuskulatur wichtig. Dabei darf das Training der Bauchmuskulatur aber nicht vergessen werden, da sonst wieder ein Ungleichgewicht und Muskelverkürzungen entstehen können. Ein Training der Brustmuskulatur (z.B. Musculus serratus anterior und Musculus pectoralis major) stabilisiert und stützt den Brustkorb ebenfalls. Viele Muskeln der Rücken-, Brust- und Bauchmuskulatur sind sogenannte Atemhilfsmuskeln. Sie werden bei schwerer Atemarbeit und zum Teil auch beim Husten genutzt um die Bewegungen des Brustkorbs zu unterstützen und erleichtern.
Eingeklemmter Nerv an der Rippe/Brustwirbel
Ein eingeklemmter Nerv an der Rippe ist in den meisten Fällen eine Funktionsbeeinträchtigung des entsprechenden Nervs, sie wird ausgelöst durch zu viel Druck des umliegenden Gewebes am Brustwirbel/Brustkorb. Nur sehr selten wird ein Nerv tatsächlich zwischen zwei Strukturen eingeklemmt. Folge des erhöhten Drucks ist oft eine Reizung oder auch eine Entzündung des betroffenen Nervs.
Ursachen und Symptome eines eingeklemmten Nervs
Die Nerven der Rippen kommen aus der Brustwirbelsäule und verlaufen unterhalb der Rippe in Richtung des Brustbeins. Ein eingeklemmter Nerv im Bereich der Rippen, bzw. Entzündliche ProzesseEntzündungen der Nerven (Neuritis) oder der umgebenden Gewebe können zu einer Schwellung führen, die den Nerv einengt.
Durch den eingeklemmten Nerv an der Rippe kommt es zu einem plötzlichen, einseitigen, dumpfen oder aber auch zu einem einschießenden bis stechenden Schmerz im Bereich der Brustwirbel oder Rippe.
Diagnose eines eingeklemmten Nervs
Einen eingeklemmten Nerv an einer Rippe behandelt in der Regel ein Facharzt für Orthopädie, lassen Sie sich am besten von ihrem Hausarzt dorthin überweisen. Treten in einem der genannten Bereiche Probleme auf, kann dies zu Nervenschmerzen oder Bewegungseinschränkungen führen und dann gilt es, einen Spezialisten aufzusuchen, den Orthopäden. In einigen Fällen muss auch ein Neurologe hinzugezogen werden. Ob ein eingeklemmter Nerv dann tatsächlich vorliegt, kann beispielsweise mithilfe der Nervenleitgeschwindigkeit festgestellt werden. Dabei werden dann Funktionseinschränkungen des betroffenen Nervs detektiert.
Der Ultraschall, in diesem Fall auch Nervenschall genannt, ist eine sehr gute Untersuchungsmethode um Veränderungen am Nerven festzustellen. Da sich die Nerven meist nur knapp unter der Haut befinden, können sie mithilfe des Ultraschallgerätes auch sehr gut erreicht werden. Dargestellt werden können sowohl große Nerven, wie auch kleinste Nervenäste.
Ein weiteres gutes bildgebendes Verfahren ist das Röntgen. Jedoch ist es im Falle eines eingeklemmten Nervs an der Rippe nicht optimal. Es stellt hauptsächlich Knochen, Zähne und verschiedene Organe dar und kein Weichteilgewebe, wie z.B. Muskeln, Schleimbeutel, Bänder, Sehnen oder Nerven. Dennoch kann man mit diesem Verfahren andere Verletzungen wie z.B.
Ein MRT, auch Magnetresonanztomographie, ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Weichteilgewebes des Körpers mithilfe eines magnetischen Feldes. Dargestellt werden können z.B. Deswegen ist es eine sehr geeignete Methode, um einen eingeklemmten Nerv an der Rippe zu diagnostizieren. Nervenentzündungen und Veränderungen sowie das umliegende Gewebe können sehr genau begutachtet werden. Der Vorteil eines MRT ist, dass man keiner Strahlenbelastung ausgesetzt ist.
Behandlung eines eingeklemmten Nervs
- Schonung und Entlastung: Tätigkeiten, die den Schmerz verstärken, sollten vermieden werden.
- Medikamentöse Behandlung: Abschwellende, entzündungshemmende und schmerzreduzierende Medikamente können eingenommen werden, um die akuten Schmerzen und die Entzündung zu reduzieren.
- Triggerpunktbehandlung: Bei Verspannungen der umliegenden Muskulatur kann die Behandlung von Triggerpunkten die Symptome deutlich lindern.
Bei einem eingeklemmten Nerv an der Rippe kann in schweren Fällen, wenn die Schmerzen sehr stark sind, eine Spritze gegeben werden. Es handelt sich hierbei um eine schonendes, minimal-invasives Verfahren zur Schmerzlinderung. Dabei werden die Medikamente genau in den Hautbereich bzw. das Gewebe injiziert, von dem die Schmerzen ausgehen. So lässt sich für einen gewissen Zeitraum die volle Beweglichkeit und die Schmerzfreiheit des Patienten herbeiführen.
Ob Wärme oder Kälte besser ist bei einem eingeklemmten Nerv an der Rippe ist immer abhängig von der Ursache. Handelt es sich um eine Verspannung der Muskulatur, kann schonende Wärme helfen, die Verspannung zu lösen und den Nerv zu entlasten.
Ist es durch eine Muskelverhärtung bzw. Muskelverspannung zu einem eingeklemmten Nerv an der Rippe gekommen, so können leichte gymnastische Sportübungen und Yoga- Einheiten die betroffene Muskulatur lockern bzw. dehnen und somit helfen, die Beschwerden zu lindern. Das tiefe Ein- und Ausatmen kann dabei ebenfalls hilfreich sein.
Ist eine Muskelverhärtung oder Muskelverspannung für den eingeklemmten Nerv verantwortlich, so kann man durch ein Kinesiotape versuchen, die Muskeln zu entspannen bzw. zu lockern und somit die Schmerzen zu lösen.
Des Weiteren kann man es mit pflanzlichen Präparaten mit dem Wirkstoff der Teufelskralle versuchen. Sind die Schmerzen stärker, benötigt man rezeptpflichtige Medikamente von einem Arzt, die speziell bei neuropathischen Schmerzen helfen können. Dazu gehören Medikamente aus der Gruppe der Antikonvulsiva und Antidepressiva.
Die Heilungsdauer für einen eingeklemmten Nerv an der Rippe hängt von der Ursache und der Intensität der Nervenreizung ab. Wenn die Ursache für die Einklemmung behoben ist, klingen dis Symptome in der Regel in wenigen Tagen ab.
Interkostalneuralgie: Nervenschmerzen zwischen den Rippen
Bei einer Interkostalneuralgie handelt es sich um einen Schmerz zwischen den Rippen, der durch einen gereizten Nerv hervorgerufen wird. Betroffene leiden dabei unter einer schmerzhaften Reizung von einem oder mehreren Zwischenrippennerven (Interkostalnerven). Die Schmerzen treten entlang der Nervenbahnen auf, die zwischen den Rippen von der Wirbelsäule bis zum Brustbein und zur Bauchdecke verlaufen.
Ursachen der Interkostalneuralgie
Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einer direkten oder indirekten Verletzung der Interkostalnerven führen können.
- Operationen: Eine sehr häufige Ursache für eine Interkostalneuralgie sind Operationen, bei denen die Brustwand geöffnet wird (Thoraktomie).
- Gürtelrose: Zweithäufigste Ursache einer Interkostalneuralgie ist eine Gürtelrose, ein Infekt mit dem Herpes Zoster-Virus.
- Weitere mögliche Ursachen: Muskelhartspann, eine Einengung im Bereich der Brustwirbelsäule zum Beispiel durch Tumore, Verletzungen, zum Beispiel ein Rippenbruch, sonstige operative Eingriffe, beispielsweise eine Brustoperation, eine Schwangerschaft und damit einhergehende Dehnung der Nerven.
Symptome der Interkostalneuralgie
Die Schmerzen können bei einer Interkostalneuralgie scharf, brennend oder stechend sein. Der Schmerz ist mitunter anhaltend zu spüren, kann aber auch zwischendurch nachlassen und wiederkehren (intermittierend). Neben den Schmerzen treten in manchen Fällen unwillkürliche Zuckungen einzelner Muskelgruppen auf. Taubheitsgefühle und Kribbeln sind ebenfalls mögliche Symptome. Durch körperliche Aktivität oder bestimmte Bewegungen wie eine Drehung des Oberkörpers oder Springen, Lachen, Husten und Niesen kann sich der Schmerz verstärken. Da die Rippenmuskeln an der Atmung beteiligt sind, kann es auch zu einer ausgeprägten Schmerzverstärkung bei tiefem Ein- und Ausatmen und sogar zu einem Gefühl der Atemnot kommen.
Diagnose der Interkostalneuralgie
Zunächst wird der Arzt oder die Ärztin Sie ausführlich befragen (Anamnese). Er oder sie erkundigt sich zum Beispiel nach zurückliegenden Operationen des Brustkorbs, Verletzungen oder einer Gürtelrose-Erkrankung. Im Anschluss untersucht er oder sie den Brustkorb. Insbesondere gewisse Triggerpunkte reagieren überempfindlich auf Berührungen und erzeugen Schmerzreize, wenn eine Interkostalneuralgie vorliegt. Treten beim Abtasten des empfindlichen Bereichs oder beim Beugen des Oberkörpers zur betroffenen Seite verstärkt Schmerzen auf, ist dies ein Hinweis für den Arzt oder die Ärztin, dass es sich um eine Interkostalneuralgie handelt (Schepelmann-Zeichen). Möglich ist aber auch, dass die Empfindsamkeit verringert ist. Sind Farbveränderungen der Haut vorhanden, bieten sie einen weiteren Hinweis. In den meisten Fällen lässt sich mit Anamnese und körperlicher Untersuchung bereits eine Diagnose stellen.
Behandlung der Interkostalneuralgie
Wenn sich ein Auslöser für die Schmerzen ermitteln lässt, sollte versucht werden, diesen zu mildern oder zu beheben. Bei einer muskulären Ursache kann beispielsweise Physiotherapie helfen. Um die Schmerzen einer (chronischen) Interkostalneuralgie zu reduzieren, gibt es mehrere Medikamente, die individuell eingesetzt werden: nichtsteroidale entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAIDs), Antidepressiva, die eine Weiterleitung der Schmerzsignale unterdrücken, Arzneimittel zur Behandlung epileptischer Anfälle in Kombination mit speziellen Hautcremes, Opioide bei sehr starken Schmerzen. Neben Medikamenten können lokale Behandlungen mit Wärme, Kälte oder einem elastischen Rippengürtel gegen die Beschwerden helfen. Zudem gibt es verschiedene Interkostalneuralgie-Übungen, die Betroffene bei der Physiotherapie erlernen. Sie helfen dabei, muskuläre Verspannungen im Rücken- und Brustbereich zu lösen, was zu einer Reduktion der Schmerzen beiträgt. In einigen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein, um die Nerven zu entlasten und die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Ergänzend zu den medikamentösen und chirurgischen Therapien ist möglicherweise eine Akupunktur hilfreich. Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung helfen beim Umgang mit dem Schmerz.
Rippenprellung
Als Rippenprellung bezeichnen Mediziner eine stumpfe, geschlossene Verletzung im Rippenbereich. Die Rippen sind dabei nicht gebrochen. Die Prellung betrifft eine oder mehrere Rippen mit unterschiedlich starker Ausprägung. Eine Prellung der Rippen tritt oft im Rahmen von Sportverletzungen auf.
Ursachen und Risikofaktoren einer Rippenprellung
Eine Rippenprellung entsteht durch direkte stumpfe Gewalteinwirkung von außen auf die knöcherne Rippensubstanz. Die Rippen sind meist nur von einer dünnen Hautschicht bedeckt, und diese Knochenhaut ist sehr schmerzempfindlich. Ein Stoß oder Tritt, ein harter Aufprall oder Sturz auf die Rippen führt daher schnell zu einer Prellung. Besonders oft passiert dies beim Sport, vor allem bei Kontaktsportarten wie Fußball, Handball oder Eishockey sowie bei Kampfsportarten (wie Judo, Aikido, Boxen, Ringen). Aber auch ein Sturz beim Radfahren, Skisport oder Treppensteigen zieht möglicherweise eine Prellung der Rippen nach sich. Das Gleiche gilt, wenn ein Autofahrer bei einem Unfall etwa mit dem Brustkorb auf das Lenkrad schlägt.
Symptome einer Rippenprellung
Lokalisierte (umschriebene) Schmerzen sind das Hauptsymptom einer Rippenprellung. Durch Husten oder beim Einatmen nehmen die Beschwerden zu. Es tritt gegebenenfalls sogar eine schmerzbedingte Atemnot auf. Auf der Haut an der Verletzungsstelle ist manchmal eine Prellmarke zu erkennen. Wenn bei dem Trauma Blutgefäße verletzt wurden, bildet sich ein Bluterguss (Hämatom).
Diagnose einer Rippenprellung
Bei Verdacht auf eine Rippenprellung wird der Arzt zunächst im Gespräch mit dem Patienten dessen Krankengeschichte erheben (Anamnese). Im Anschluss folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet dabei vorsichtig die Rippen ab. Bei Verdacht auf eine Rippenprellung röntgt der Arzt immer auch den Brustkorb, um festzustellen, ob die Rippe geprellt oder (an)gebrochen ist.
Behandlung einer Rippenprellung
Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird empfohlen, den verletzten Bereich zu kühlen. Der behandelnde Arzt verordnet geeignete Schmerzmittel wie Tramadol oder Ibuprofen. Husten ist bei einer Rippenprellung sehr schmerzhaft. Bei Bedarf erhalten Patienten daher für die Nacht einen Hustenstiller (Antitussivum), um einen erholsamen Schlaf zu ermöglichen. Schleimlösende Medikamente (Mukolytika) erleichtern das bei einer Rippenprellung schmerzhafte Abhusten von festsitzendem Sekret in den Atemwegen. Größere Belastungen im Brustkorbbereich gilt es auch bei einer leichten Rippenprellung zu vermeiden.
Vorbeugung einer Rippenprellung
Um zum Beispiel einer durch Sport verursachten Rippenprellung vorzubeugen, ist es sinnvoll, bei sportlichen Aktivitäten und vor allem bei Kontaktsportarten geeignete Schutzkleidung zu tragen. Vergleichbares gilt auch bei entsprechender Gefahrenlage im täglichen Leben und insbesondere im Beruf.