Die Universitätsmedizin Greifswald blickt auf eine lange Tradition zurück, die mit der Gründung der Universität im Jahr 1456 und der damit verbundenen Entstehung der Medizinischen Fakultät begann. Heute präsentiert sich die Universitätsmedizin Greifswald als ein umfassendes Zentrum, in dem 21 Kliniken/Polikliniken, 19 Institute und weitere zentrale Einrichtungen kooperieren. Als "Krankenhaus der Maximalversorgung" kombiniert die Universitätsmedizin Greifswald Krankenversorgung mit universitärer Forschung und der Ausbildung von Medizinstudenten und jungen Assistenzärzten. Dies gewährleistet nicht nur, dass das medizinische Wissen stets auf dem neuesten Stand ist, sondern ermöglicht auch die maßgebliche Weiterentwicklung medizinischer Behandlungen. Die Bedeutung der Universitätsmedizin Greifswald für die regionale medizinische Versorgung wurde durch die Eröffnung des ersten Teils des Klinikumneubaus im März 2004 unterstrichen.
Kliniken und Polikliniken im Überblick
Die Universitätsmedizin Greifswald umfasst verschiedene Kliniken und Polikliniken, die ein breites Spektrum an medizinischen Leistungen anbieten. Zu den relevanten Einrichtungen im Bereich der Neurologie gehören unter anderem:
- Klinik und Poliklinik für Neurologie: Diese Einrichtung ist ein wichtiger Bestandteil des Zentrums für Nervenheilkunde und bietet umfassende diagnostische und therapeutische Leistungen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen.
- Institut für Neurorehabilitation und Evidenzbasierung: Als An-Institut der Universität Greifswald widmet sich diese Einrichtung der klinischen Forschung für die Rehabilitation. Ziel ist es, Patienten stets die bestmögliche Therapie anbieten zu können.
- Neurosonologisches Labor: Das Neurosonologische Labor der Klinik und Poliklinik für Neurologie ist eine klinische Einrichtung für die Diagnostik neurovaskulärer, neuromyologischer und neurodegenerativer Erkrankungen mittels Ultraschallverfahren.
Forschungsschwerpunkte und Kooperationen
Die Universitätsmedizin Greifswald zeichnet sich durch ihre intensive Forschungstätigkeit aus. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der klinischen Forschung, die darauf abzielt, neue Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften in die Patientenversorgung zu integrieren.
- Klinische Forschung am DZNE Rostock/Greifswald: Die klinische Forschung am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Standort Rostock/Greifswald konzentriert sich auf die Übertragung neuer Diagnostik- und Interventionskonzepte in die Routineversorgung. Zu den Forschungsschwerpunkten gehören die Verbesserung der Diagnostik von Demenzerkrankungen, die Entwicklung und Anwendung von Methoden der partizipativen Forschung, die Entwicklung und Verbesserung neuer Präventions- und Therapiekonzepte sowie die Entwicklung von Systemen zur Verbesserung der Alltagsfähigkeit von Menschen mit Demenz.
- Forschungskooperationen: Die Universitätsmedizin Greifswald kooperiert mit verschiedenen Partnern, darunter die Universität Greifswald, die Universitätsmedizin Rostock, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und weitere nationale und internationale Forschungseinrichtungen. Diese Kooperationen ermöglichen es, innovative Forschungsprojekte durchzuführen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Wissenschaftliche Kooperationen werden in klinischen Projekten mit dem Institut für Radiologie, Abteilung Neuroradiologie, der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, sowie im internationalen Verbund mit anderen Neurosonologischen Laboren der sifap-Studie realisiert.
Schwerpunkte in der Patientenversorgung
Die Universitätsmedizin Greifswald bietet ein breites Spektrum an Leistungen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Zu den Schwerpunkten gehören unter anderem:
- Diagnostik und Therapie neurovaskulärer Erkrankungen: Im Neurosonologischen Labor werden Ultraschallverfahren zur Diagnostik von neurovaskulären Erkrankungen eingesetzt.
- Behandlung von Bewegungsstörungen: Die Klinik und Poliklinik für Neurologie bietet spezialisierte Behandlungen für Patienten mit Bewegungsstörungen wie der Parkinson-Krankheit an.
- Versorgung von Patienten mit Demenzerkrankungen: Die klinische Forschung am DZNE Rostock/Greifswald konzentriert sich unter anderem auf die Verbesserung der Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen.
- Neurorehabilitation: Das Institut für Neurorehabilitation und Evidenzbasierung widmet sich der Entwicklung und Erprobung neuer Rehabilitationsmaßnahmen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen.
Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)
Die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist ein wichtiger Aspekt der Patientenversorgung an der Universitätsmedizin Greifswald. AMTS umfasst alle Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses mit dem Ziel, Medikationsfehler und vermeidbare Risiken für Patienten bei der Arzneimitteltherapie zu verringern.
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- Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der AMTS: Die Universitätsmedizin Greifswald setzt verschiedene Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der AMTS ein. Diese umfassen Strukturelemente wie eine besondere EDV-Ausstattung und Arbeitsmaterialien sowie Prozessaspekte wie Arbeitsbeschreibungen für besonders risikobehaftete Prozessschritte und Konzepte zur Sicherung typischer Risikosituationen.
- Medikationsprozess im Krankenhaus: Der Medikationsprozess im Krankenhaus umfasst verschiedene Teilprozesse, darunter die Arzneimittelanamnese, die Verordnung, die Patienteninformation, die Arzneimittelabgabe, die Arzneimittelanwendung, die Dokumentation, die Therapieüberwachung und die Ergebnisbewertung. Die Universitätsmedizin Greifswald setzt Instrumente und Maßnahmen zur sicheren Arzneimittelverordnung ein, z. B. bezüglich Leserlichkeit, Eindeutigkeit und Vollständigkeit der Dokumentation, aber auch bezüglich Anwendungsgebiet, Wirksamkeit, Nutzen-Risiko-Verhältnis, Verträglichkeit (inklusive potentieller Kontraindikationen, Wechselwirkungen u. Ä.) und Ressourcenabwägungen.
- Überleitungsmanagement: Eine Besonderheit des Medikationsprozesses im stationären Umfeld stellt das Überleitungsmanagement bei Aufnahme und Entlassung dar. Die Universitätsmedizin Greifswald stellt sicher, dass eine strukturierte und sichere Weitergabe von Informationen zur Arzneimitteltherapie an weiterbehandelnde Ärzte sowie die angemessene Ausstattung der Patienten mit Arzneimittelinformationen, Medikationsplan und Medikamenten erfolgt.
- Universitätsapotheke: Im Jahr waren an der Universitätsapotheke Apotheker und Apothkerinnen mit VK beschäftigt. Hinzu kommen Pharmazeuten im Praktikum mit VK. Zudem waren Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) mit einer VK-Anzahl von an der Apotheke beschäftigt.
Qualitätsmanagement und Patientensicherheit
Die Universitätsmedizin Greifswald legt großen Wert auf Qualitätsmanagement und Patientensicherheit. Gemäß § 4 Absatz 2 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben Einrichtungen die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Missbrauch als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements vorzusehen. Ziel ist es, Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen, wie beispielsweise Kindern und Jugendlichen oder hilfsbedürftigen Personen, vorzubeugen, zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch innerhalb der Einrichtung zu verhindern. Das jeweilige Vorgehen wird an Einrichtungsgröße, Leistungsspektrum und den Patientinnen und Patienten ausgerichtet, um so passgenaue Lösungen zur Sensibilisierung der Teams sowie weitere geeignete vorbeugende und intervenierende Maßnahmen festzulegen.
- Schutzkonzepte für Kinder und Jugendliche: Gemäß § 4 Absatz 2 in Verbindung mit Teil B Abschnitt I § 1 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben sich Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche versorgen, gezielt mit der Prävention von und Intervention bei (sexueller) Gewalt und Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen zu befassen (Risiko- und Gefährdungsanalyse) und - der Größe und Organisationsform der Einrichtung entsprechend - konkrete Schritte und Maßnahmen abzuleiten (Schutzkonzept). Bei Verdachtsfällen erfolgt die Betreuung der Patienten durch ein interdisziplinäres Team bestehend aus Mitarbeitern der Kinderschutzgruppe, der Rechtsmedizin und des psychotherapeutischen Dienstes.
BDH-Klinik Greifswald
Die BDH-Klinik Greifswald ist eine weitere wichtige Einrichtung im Bereich der Neurologie in Greifswald. Die Klinik verfügt über eine Fachabteilung für Intensivmedizin/Schwerpunkt Neurologie.
- Ausstattung und Services: Die BDH-Klinik Greifswald bietet ihren Patienten eine komfortable Ausstattung und verschiedene Services, darunter Zwei-Bett-Zimmer mit Bad, allergenarme Zimmer und barrierefreie Zugänge zu allen Serviceeinrichtungen. Die Klinik bietet auch Service für Patienten aus dem Ausland, darunter fremdsprachiges Personal.
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