Nackenschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Menschen betrifft. Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2021 gaben 45 % der Befragten an, im vorangegangenen Jahr an Nackenschmerzen gelitten zu haben. Die Schmerzen können vielfältige Ursachen haben, von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Einseitige Nackenschmerzen nach dem Aufstehen sind ein besonders häufiges Problem, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen für diese Art von Nackenschmerzen.
Einführung
Nackenschmerzen können sehr unterschiedlich aussehen - von einem leichten Ziehen bis zu starken, ausstrahlenden Schmerzen. Die Art des Schmerzes liefert Ihrem Orthopäden wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache. Es ist wichtig, die Schmerzen als Warnsignal des Körpers zu verstehen. Je früher die Ursache erkannt und behandelt wird, desto geringer das Risiko, dass Sie eine schmerzbedingte Schonhaltung entwickeln oder es zu bleibenden Schäden an der Wirbelsäule kommt.
Ursachen einseitiger Nackenschmerzen nach dem Aufstehen
Nackenschmerzen nach dem Schlafen entstehen dadurch, dass sich Muskeln, Sehnen und Bänder über eine längere Zeit in der gleichen Position befinden. Im Schlaf bewegen sich Menschen meist sehr lange in derselben Position. Muskeln, Sehnen und Nerven bewegen sich daher nicht so viel wie am Tag. Vor allem bei Bauchschläfern besteht die Gefahr, dass sie aufgrund einer ungünstigen Überstreckung des Kopfes mit Nackenschmerzen aufwachen.
Einige der häufigsten Ursachen für einseitige Nackenschmerzen nach dem Aufstehen sind:
Muskelverspannungen: Muskelverspannungen sind die häufigste Ursache für Nackenschmerzen. Überbeanspruchte oder überlastete Muskeln im Nackenbereich reagieren mit Verkrampfung. Diese können durch ungünstiges Schlafen, langes Sitzen am Computer oder Stress entstehen. Die Halswirbelsäule ist nicht nur der flexibelste Teil der Wirbelsäule, die obersten Wirbel tragen auch die Last des Kopfes (ca. 6 kg bei einem Erwachsenen). einer Überbeanspruchung der Nacken- und Halsmuskulatur (z. B. zu Blockaden in der oberen Wirbelsäule sowie zu Verspannungen im Muskelgewebe von Nacken, Hals und Schultern führen. Psychische Belastungen wie Stress oder Angst können zudem eine permanente An- und Verspannung der Hals- und Nackenmuskulatur verursachen.
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Falsche Schlafposition: Die beliebteste Schlafposition ist bei den Europäerinnen und Europäern die Seitenlage. Oft auch die Embryonal-Haltung, in der sie auf der Seite liegen, den Oberkörper runden und die Beine anwinkeln. Wegen der gebeugten Körperhaltung ähnelt diese Position dem Sitzen. Sitzt du sowieso viel? Eine ungünstige Schlafposition, insbesondere in Kombination mit einem ungeeigneten Kissen, kann zu einer Überdehnung oder Verkrampfung der Nackenmuskulatur führen. Eine falsche Schlafposition kann dazu führen, dass die Halswirbelsäule abknickt und die Muskeln einseitig belastet werden. Die falsche Wahl der Matratze kann ebenfalls zu Nackenschmerzen führen.
Schlechtes Kopfkissen: Ein ergonomisch unpassendes (meist zu hohes oder großes) Kopfkissen, eine durchgelegene Matratze oder eine ungünstige Schlafposition, in der sich Muskelregionen, die tagsüber verspannen, nicht mehr erholen können. Ohne Kopfkissen oder mit einem flachen Kopfkissen bringst du deinen Hinterkopf auf die Matratze und begradigst die Halswirbelsäule. Da wir uns im Schlaf immer wieder bewegen, kann es hilfreich sein, ein Kopfkissen neben dir liegen zu haben. So kannst du in Seitenlage deinen Kopf darauf ablegen, um ein Abknicken in der Halswirbelsäule zu vermeiden. Achte jedoch darauf, deinen Nacken und die Beine gerade zu lassen. Ein falsches Kopfkissen kann die natürliche Krümmung der Halswirbelsäule nicht unterstützen und zu einer unnatürlichen Haltung des Kopfes führen. Dies kann die Nackenmuskulatur belasten und zu Schmerzen führen.
Zugluft: Kalte Temperaturen im Schlafzimmer oder ein offenes Fenster begünstigen muskuläre Nackenverspannungen aufgrund von kalter Zugluft. Schon ein kalter Luftzug kann Nackenschmerzen auslösen. Wer weiß, dass er empfindlich reagiert, sollte auch im Sommer den Halsbereich mit einem leichten Tuch schützen.
Zähneknirschen (Bruxismus): Ob du mit den Zähnen knirschst, können Zahnärzt:innen meist an deinem Gebiss feststellen. In den meisten Fällen bekommst du dann eine Aufbissschiene, die deine Zähne schützt und den Druck durch das Zusammenpressen des Kiefers abfedert. Bruxismus, das unbewusste Zusammenbeißen oder Knirschen der Zähne während des Schlafs, kann zu Verspannungen der Kiefer- und Nackenmuskulatur führen. Diese Verspannungen können sich als einseitige Nackenschmerzen äußern.
Arthrose der Facettengelenke (Spondylarthrose): Eine häufige Ursache für nächtliche Nackenschmerzen ist ein fortgeschrittener Verschleiß der Facettengelenke (Facettensyndrom oder Spondylarthrose). Oft sind auch chronische Entzündungsprozesse in den Gelenken daran Schuld. Durch Abnutzung der Knorpelfläche zwischen den Wirbelgelenken (z. B. bei der Facettengelenksarthrose) reibt Knochen auf Knochen und macht sich als Knirschen bemerkbar.
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Schleudertrauma: Nackenschmerzen nach Sturz oder Unfall liegt meist ein Schleudertrauma zugrunde. Die entspannte Nackenmuskulatur ist auf die unerwartete heftige Bewegung nicht vorbereitet und wird deshalb überstreckt. Als Folge können Muskeln, Bänder und Sehnen im Halsbereich gezerrt oder geschädigt werden.
Psychischer Stress: Ein weiterer wichtiger Faktor ist Stress. Er erhöht die Muskelspannung und kann Nackenverspannungen verstärken oder allein auslösen. Psychische Belastungen wie Stress oder Angst können zudem eine permanente An- und Verspannung der Hals- und Nackenmuskulatur verursachen. Wer sich bewusst Zeit zum Entspannen nimmt, kann aktiv dagegenwirken, etwa mit Progressiver Muskelentspannung. Diese Entspannungstechnik wurde in den 1920er Jahre von dem Arzt Edmund Jacobson entwickelt. Dabei werden einzelne Muskelgruppen von Kopf bis Fuß angespannt und wieder lockergelassen. Dadurch kommt man immer mehr innerlich zur Ruhe.
Fehlstellungen der Wirbelsäule: Fehlstellungen der Wirbelsäule (z. B.
Symptome
Nackenschmerzen können auf unterschiedlichste Weisen auftreten. Die Art, wie sich der Schmerz anfühlt oder ob er mit anderen Beschwerden kombiniert ist, kann dem Arzt wichtige Hinweise auf eine mögliche Ursache geben.
Mögliche Symptome von einseitigen Nackenschmerzen nach dem Aufstehen sind:
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- Stechende Schmerzen entstehen z. B., wenn verschleißbedingt veränderte Strukturen auf Nerven oder Nervenwurzeln drücken - etwa Knochenanbauten bei Spondylarthrose, verdickte Bänder bei Spinalkanalstenose oder Bandscheibengewebe bei einem Bandscheibenvorfall.
- Brennenden Nackenschmerzen liegen häufig lang anhaltende Muskelverspannungen und gereizte Faszien zugrunde.
- Pochende Nackenschmerzen am Hinterkopf entwickeln sich u. a. durch Einengung des Hinterhauptnerven. Dazu kann es bei einem zervikalen Bandscheibenvorfall kommen.
- Nackenschmerzen und Kopfschmerzen können auf zwei Arten zusammenhängen: Entweder der Kopf schmerzt als Folge der Nackenschmerzen, oder die Kopfschmerzen lösen ihrerseits Nackenschmerzen aus.
- Bei in den Arm ausstrahlenden Nackenschmerzen liegen die Probleme meist im mittleren oder unteren Bereich der Halswirbelsäule.
- Kommen Taubheitsgefühle, Kraftverlust oder Lähmungen von Hand oder Fingern dazu, ist womöglich ein Nerv eingeklemmt oder eine Nervenwurzel gequetscht (z. B.
- Knirschen im Nacken weist auf degenerative Erkrankungen hin.
- Durch Abnutzung der Knorpelfläche zwischen den Wirbelgelenken (z. B. bei der Facettengelenksarthrose) reibt Knochen auf Knochen und macht sich als Knirschen bemerkbar.
- Ein Knacken im Nackenbereich ist meist harmlos und kommt beim Kreisen des Kopfes durch die Dehnung der Gelenkkapsel zustande.
- Bei ruckartigen Bewegungen werden die Gelenkflächen auseinandergezogen und es entsteht ein Vakuum. Das in der Gelenkschmiere enthaltene Kohlenstoffdioxid bildet Bläschen, die beim Platzen ein Knackgeräusch erzeugen.
- Ein weiterer Grund für einen knackenden Nacken sind Wirbelblockaden, die aufgrund von Muskelverspannungen entstehen.
- Für Nackenschmerzen mit gleichzeitigen Schluckbeschwerden gibt es verschiedene mögliche Ursachen: Neben Verspannungen der Nackenmuskulatur kann eine Nervenreizung, beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose, vorliegen. Ein eher seltener Auslöser für Schluckbeschwerden bei Nackenschmerzen ist eine Sehnenentzündung (Enthesiopathie) des langen Halsmuskels (Musculus longus colli).
- Ein- oder beidseitige, chronische, dumpf ziehende Schmerzen im Nacken; oft Ausstrahlung in Schulter und/oder Hinterkopf; oft verhärtete Nackenmuskulatur, evtl. mit druckempfindlichen Knötchen; evtl.
- Oft nur einseitige, chronische, schneidende Schmerzen in und neben der Halswirbelsäule; verstärkt bei Bewegung; evtl.
- Akute Schmerzen im Nacken, oft ausstrahlend in Schulter und/oder Hinterkopf; meist steifer Hals bis zum Schiefhals; Beginn oft nach abrupten Kopfbewegungen (z. B.
- Akute, starke Schmerzen in Nacken, Schultern, Hüften und Oberschenkeln v. a.
Diagnose
Wenn Sie Nackenschmerzen haben, sind die Hausarzt- oder die Orthopädiepraxis die ersten Anlaufstellen. Bei Bedarf werden Sie dann in Spezialpraxen überwiesen, zum Beispiel aus der Neurologie, inneren Medizin, Rheumatologie oder Endokrinologie. Falls keine organischen Ursachen vorliegen, können auch Psychiaterinnen und Psychiater oder Psychotherapeutinnen und -therapeuten die richtige Wahl sein.
Die Diagnose von Nackenschmerzen beginnt in der Regel mit einer Anamnese, bei der der Arzt Fragen zu den Schmerzen, ihrer Lokalisation, Intensität und Dauer stellt. Zudem wird er nach möglichen Auslösern und Begleitsymptomen fragen.
Im Rahmen der körperlichen Untersuchung von Nackenschmerzen sucht der Arzt nach Auffälligkeiten in der Körperhaltung sowie Anzeichen für Verspannungen, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen. Dabei tastet der Arzt die Wirbelsäule und die Muskulatur vorsichtig ab. Außerdem führt er eine Reihe von Tests zur Überprüfung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule durch. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Untersuchung der Funktion der Nerven, die die Arme versorgen.
Für eine genauere Diagnose können bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT der Halswirbelsäule und gegebenenfalls des Halses oder Kopfes genutzt werden. Untersuchungen der Halsgefäße mit Farbdoppler (Duplexsonografie), Bluttests, kardiologische Tests und neurologische Untersuchungen können ebenfalls erforderlich sein.
Behandlung
Die Behandlung von einseitigen Nackenschmerzen nach dem Aufstehen richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. In den meisten Fällen können die Beschwerden jedoch mit konservativen Maßnahmen gelindert werden.
Einige der gängigsten Behandlungsmethoden sind:
Wärme: Wärmflasche, Kirschkernkissen oder warme Duschen lockern die Muskulatur. Das effektivste Hausmittel gegen Nackenschmerzen ist Wärme. Körnerkissen, Wärmepflaster, Tigerbalsam oder ein heißes Bad entspannen die Muskulatur. Durch die gefäßerweiternde Wirkung von Wärme werden die Muskeln besser durchblutet. Wärmeanwendungen: Nutzen Sie Rotlicht, durchblutungsfördernde Salben oder Wärme-Pflaster (z.B. mit Nonivamid oder Cayenne-Pfeffer). Diese können bei schmerzhaften Muskelverspannungen und -zerrungen hilfreich sein. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Schmerzmittel: Kurzfristig können entzündungshemmende Schmerzmittel (z. B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac) eingenommen werden. Diese sollten jedoch in niedriger Dosierung und nur für kurze Zeit eingenommen werden. Selbstmedikation. Verspannungsbedingte Nackenschmerzen klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Beeinträchtigen sie stark den Tagesablauf, empfiehlt sich die vorübergehende Einnahme oder topische Anwendung von Schmerzmitteln (NSAR), z. B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac (oft ist der Effekt dieser Schmerzmittel aber nicht durchschlagend). Wegen der Nebenwirkungen dürfen die Schmerzmittel nicht länger als 3 Tage ohne Rücksprache mit der Ärzt*in eingenommen werden. Acetylsalicylsäure eignet sich wegen der Gefahr von Nebenwirkungen erst für Kindern ab 12 Jahren.
Physiotherapie: Besonders bei subakuten oder chronischen Schmerzen ist Physiotherapie wichtig. Sie hilft, verspannte und verkürzte Muskeln zu dehnen und zu kräftigen. Auch Haltungstraining und meditative Bewegungstherapien wie Tai Chi oder Yoga können hilfreich sein. Mit speziellen Übungen sollte die Nackenmuskulatur gedehnt und gestärkt werden.
Massagen: Gehen die Nackenschmerzen mit Muskelverspannungen einher, helfen Massagen, die Verspannungen zu lösen. Die Wirkung tritt nach etwa fünf Minuten ein. Ein:e Physiotherapeut:in kann Verspannungen und Nackenschmerzen wegmassieren. Sanfter oder stärkerer Druck auf die Muskulatur und schmerzhafte Trigger-Punkte im Gewebe können die Durchblutung anregen und oberflächliche Verspannungen lösen. Bei Nackenverspannungen können erfahrene Masseur:innen mit Massagearten wie der klassischen Nackenmassage, Tiefengewebsmassage, Thai Massage, Tuina, Shiatsu sowie Ayurveda Massage die Verspannungen im Nacken lösen und die Muskeln lockern.
Entspannungsverfahren: Progressive Muskelrelaxation und Biofeedback können helfen, die Muskelspannung zu reduzieren und Tiefenentspannung zu erreichen.
Chirotherapie/Manuelle Medizin: Diese sollte im Halsbereich nur von erfahrenen Therapeutinnen und Therapeuten und nach ärztlicher Verordnung angewendet werden. Besonders bei der Bechterew-Erkrankung sollte keine Manipulationstechnik angewandt werden. Stattdessen sind vorsichtig-mobilisierende Verfahren zu bevorzugen
Akupressurmatte mit Nackenkissen: Eine spezielle Form der Selbstmassage bietet dabei die Akupressurmatte mit Nackenkissen: Auf ihr befinden sich bis zu Tausende von kleinen Kunststoffspitzen, die die Rücken- und Nackenmuskulatur im Liegen stimulieren können.
Bewegung: Bewegung statt Schonhaltung: Vermeiden Sie längere Ruhigstellung des Nackens. Leichte Bewegung ist deshalb empfehlenswert, auch spezielle Übungen gegen Nackenverspannungen können helfen.Bewegung - ja oder nein?Wenn der Nacken schmerzt, neigt man dazu, sich so wenig wie möglich zu bewegen. Allerdings wäre Bewegung in diesem Fall deutlich wirksamer. Weil das viele Patientinnen und Patienten noch nicht wüssten, weist die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) neuerdings in ihrer Leitlinie ausdrücklich darauf hin. Demnach kommt es vor allem auf eine gute Kommunikation zwischen Ärztin und Patient an, um gute Therapieergebnisse zu erzielen.
Ergonomie am Arbeitsplatz: Vor allem im Sitzen kommt es schnell zu Fehlhaltungen, die den Nacken belasten. Eine nackenfreundliche Sitzhöhe liegt vor, wenn der Kopf weder nach unten noch nach oben geneigt werden muss. Entscheidend dafür ist die richtige Höhe von Tisch und Stuhl: Idealerweise bilden Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel mindestens einen rechten Winkel. Achten Sie auf eine wirbelsäulenfreundliche Sitzposition am Arbeitsplatz. Nutzen Sie ergonomische Möbel und machen Sie regelmäßige Entspannungs- und Bewegungspausen.
Übungen gegen Nackenschmerzen
Kleine, aber effektive Übungen für Schultern und Nacken lassen sich leicht in den Alltag einbauen. Hier sind einige Beispiele:
Im Sitzen: Mit geradem Rücken auf die Vorderkante eines Stuhls setzen. Arme nach oben anwinkeln, sodass die Fingerspitzen sanft auf den Schultern liegen. Dann die Oberarme in eine waagerechte Position heben. Dabei zeigen die Schulter nach außen. Während der Ausatmung die Ellenbogen vor der Brust zusammenziehen bis sie sich berühren. Beim Einatmen die Ellenbogen wieder in die Ausgangssituation heben. Das Auf und Ab der Ellenbogen mehrmals wiederholen.
Im Stehen: Mit geradem Rücken aufstellen; die Beine hüftbreit auseinander. Nun die Arme seitlich in eine waagerechte Haltung bringen - die Finger sind ausgestreckt, die Schulter bilden eine gerade waagerechte Linie. Beim Ausatmen langsam beide Schultern drehen, sodass die Handflächen nun nach oben zeigen. Mit der Einatmung wieder die Ausgangsposition einnehmen. Die Übung mehrmals wiederholen.
Im Liegen: Auf den Rücken legen und die Beine vor dem Gesäß anwinkeln. Die Füße sind hüftbreit auseinander. Den unteren Rücken leicht in den Boden drücken und die Arme mit ausgestreckten Fingern senkrecht nach oben richten. Mit der nächsten Einatmung den linken Arm Richtung Decke strecken, sodass die Schulter leicht vom Boden abhebt. Den Arm für einige Sekunden in der Höhe halten und mit der nächsten Ausatmung wieder ablegen.
Weitere Übungen:
- Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Neigen Sie den Kopf langsam zur rechten Seite, das rechte Ohr bewegt sich Richtung rechte Schulter. Halten Sie die Position ca.
- Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Senken Sie den Kopf langsam nach vorne, bis das Kinn in Richtung Brust zeigt. Halten Sie die Position ca.
- Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Drehen Sie den Kopf langsam nach rechts, bis das Kinn über die rechte Schulter zeigt. Halten Sie die Position ca.
- Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Neigen Sie den Kopf langsam nach hinten, das Kinn zeigt Richtung Decke. Halten Sie die Position ca.
- Setzen Sie sich aufrecht hin und legen Sie die Handflächen auf die Stirn. Drücken Sie den Kopf sanft gegen die Hände, ohne dass sich der Kopf bewegt.
- Stehen Sie aufrecht mit den Armen seitlich am Körper. Heben Sie beide Schultern langsam Richtung Ohren und lassen Sie sie anschließend wieder sinken.
- Lasse eine Schulter nach hinten kreisen.
- Ziehe die Hände nach vorne. Dabei solltest du eine angenehme Dehnung im Nacken spüren.
- Stelle dich neben eine Wand und lehne den Unterarm dagegen. Drehe dich nun langsam von der Wand weg, bis du eine angenehme Dehnung in der Brustmuskulatur spürst.
- Heben Sie beim Einatmen die Schultern und lassen Sie sie beim Ausatmen wieder fallen.
- Stellen Sie sich hüftbreit hin und schwingen Sie mit den Armen nach rechts und links. Bewegen Sie die Schultern oder den Oberkörper dabei nicht mit.
- Stellen Sie sich aufrecht hin und beugen Sie den Kopf vorsichtig nach links, während die rechte Hand nach unten streckt, bis Sie eine Dehnung im Hals spüren. Position für etwa zehn Sekunden halten.
- Lockern Sie die verspannte Schulter-Muskulatur, indem Sie die Schultern kreisen lassen.
Es ist wichtig, die Übungen langsam und kontrolliert auszuführen und auf den Körper zu hören. Bei Schmerzen sollte die Übung abgebrochen werden.
Prävention
Am wirksamsten ist es, Nackenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um einseitigen Nackenschmerzen nach dem Aufstehen vorzubeugen:
Ergonomische Schlafbedingungen: Achten Sie auf eine gute Matratze und ein passendes Kopfkissen, das Ihre Halswirbelsäule optimal unterstützt. „Um nachts zu regenerieren und erholt aufzuwachen, sollten Matratze und Kissen individuell angepasst sein“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan. Optimalerweise bildet der Rücken im Liegen eine gerade Linie von der Halswirbelsäule bis zur Lendenwirbelsäule. Das Kopfkissen verhindert ein Abknicken des Kopfes.
- Seitenschläfer: Die Schulter sollte tief in die Matratze einsinken können, der Kopf darf nicht nach unten abknicken. Ideal sind schmalere Kissen (z. B. 40 × 60 cm oder 40 × 80 cm), die den Abstand zwischen Schulter und Kopf ausfüllen. Falls du jedoch ausschließlich Seitenschläfer:in bist, raten einige Expert:innen zu einem dickeren Kissen, welches die Lücke zwischen Kopf und Matratze schließt.
- Bauchschläfer: Hier sollte möglichst kein hohes Kopfkissen verwendet werden.
- Rückenschläfer: Wählen Sie ein Kissen, das flach genug ist, um die natürliche Krümmung der Halswirbelsäule zu unterstützen. Expert:innen empfehlen für einen schmerzfreien Schlaf die Rückenlage mit ausgestreckten Beinen. Sie stelle eine neutrale Position dar und biete einen Ausgleich zu dem vielen Sitzen im Alltag.
Schlafposition: Es ist schwierig, eine allgemeingültige Schlafposition zu empfehlen, weil die Studienlage bisher nicht ausreichend ist. Außerdem ist die optimale Schlafposition höchst individuell. Sie hängt auch davon ab, ob du schnarchst, unter Reflux leidest oder beispielsweise einen Rundrücken hast. Seitenlage: Für Menschen mit Nacken- oder Rückenschmerzen ist die Seitenlage meist die beste Position, weil die Wirbelkörper entlastet werden. Bauchlage: Weniger empfehlenswert, da der Kopf dauerhaft zur Seite gedreht wird. Probiere dich dabei aus, um eine für dich angenehmen Position zu finden. Eine Alternative dazu sei das Schlafen auf dem Bauch, bei dem du den Kopf zur Seite drehst. Während der Schwangerschaft empfiehlt es sich nicht, in der Rückenlage zu schlafen. Dies könne sich negativ auf Bewegungen und die Herzschläge des Embryos auswirken.
Stressmanagement: Finden Sie Wege, Stress abzubauen, z. B. durch Entspannungsübungen, Yoga oder Meditation. Bei stressbedingten Nackenproblemen sind Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training hilfreich.
Regelmäßige Bewegung: Wer viel sitzt - am Schreibtisch oder im Auto -, sollte bewusst Mikropausen einbauen: aufstehen, ein paar Schritte gehen und einfache Dehn- und Lockerungsübungen für den Nacken durchführen. Regelmäßig Ausdauertraining absolvieren, z. B.
Zugluft vermeiden: Schließe bei kühlen Temperatruen nachts das Fenster, wenn du anfällig für Zugluft bist.
Fehlsichtigkeit korrigieren: Lassen Sie eine Fehlsichtigkeit korrigieren, um unnötige Nackenbelastungen durch falsche Kopfhaltungen zu vermeiden. Bei Alterssichtigkeit empfiehlt es sich, rechtzeitig eine Bildschirmbrille anfertigen zu lassen.
Innere Einstellung: Finden Sie innerlich Abstand zu Ihren Nackenschmerzen und richten Sie Ihren Blick zuversichtlich nach vorn. Akzeptieren Sie die Situation, ohne sich zu sehr darauf zu fixieren.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Leiden Sie jedoch unter starken, wiederkehrenden oder länger anhaltenden Nackenschmerzen, ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll. Wenn die Nackenschmerzen sehr stark sind oder über einen längeren Zeitraum anhalten, sollten Sie nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Verstehen Sie die Schmerzen als Warnsignal Ihres Körpers. Je früher die Ursache erkannt und behandelt wird, desto geringer das Risiko, dass Sie eine schmerzbedingte Schonhaltung entwickeln oder es zu bleibenden Schäden an der Wirbelsäule kommt.
Einige Warnzeichen, bei denen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen sollten, sind:
- Sehr starke Nackenschmerzen nach einem Unfall oder sonstigen Verletzungen
- Ausstrahlung der Schmerzen in die Schulter, das Schulterblatt oder den Arm
- Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schwäche in Armen oder Händen
- Kopfschmerzen, Nackensteife oder Fieber
- Schluckbeschwerden oder Atembeschwerden
- Vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich
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