Eisen Tabletten und Migräne: Ein umfassender Überblick über Nebenwirkungen und Zusammenhänge

Eisen ist ein essenzielles Spurenelement, das für zahlreiche Körperfunktionen unerlässlich ist, darunter der Sauerstofftransport, die Zellfunktion, der Energiestoffwechsel und die Synthese von Neurotransmittern. Ein Eisenmangel kann sich durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Blässe äußern. Besonders Frauen sind häufig von einer Eisenunterversorgung betroffen, insbesondere aufgrund der Regelblutung. In solchen Fällen werden oft Eisenpräparate zur Behandlung eingesetzt. Allerdings können diese auch Nebenwirkungen verursachen, darunter Migräne.

Eisenmangel: Ursachen und Auswirkungen

Ein Eisenmangel entsteht durch ein Missverhältnis zwischen Eisenaufnahme und Eisenbedarf. Zu wenig Eisen wird aufgenommen, wenn beispielsweise Verdauungs- und Resorptionsstörungen oder eine Magenschleimhautentzündung vorliegen. Auch Fehl- bzw. Unterernährung können zu einem Eisenmangel führen. Erhöht ist der Eisenbedarf bei andauernden Blutungen des Magen-Darmtrakts.

Die Symptome eines Eisenmangels können vielfältig sein und umfassen:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Blässe
  • Unkonzentriertheit
  • Kopfschmerzen und Migräne

Eisenpräparate: Nutzen und Risiken

Eisenpräparate sind eine gängige Methode, um einen Eisenmangel auszugleichen. Sie sind in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Tabletten, Kapseln, Stix und Infusionen. Die Präparate enthalten Eisen in unterschiedlicher Form, wobei zweiwertiges Eisen (Eisen-II) in der Regel besser vom Körper aufgenommen wird als dreiwertiges Eisen (Eisen-III).

Obwohl Eisenpräparate bei Eisenmangel hilfreich sein können, sind sie nicht ohne Risiken. Zu viel Eisen kann schädlich sein und zu Nebenwirkungen führen. Daher sollten Eisenpräparate niemals blind eingenommen werden, sondern nur nach Rücksprache mit einem Arzt und nach Feststellung eines deutlichen Mangels.

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Mögliche Nebenwirkungen von Eisenpräparaten

Die Einnahme von Eisenpräparaten kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen, die sich vor allem im Magen-Darm-Trakt äußern. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Sodbrennen
  • Bauchschmerzen
  • Dunkle Verfärbung des Stuhls (harmlos)

In seltenen Fällen können auch Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.

Die Häufigkeit und Intensität der Nebenwirkungen hängen oft von der Dosis des Eisenpräparats ab. Eine zu hohe Dosis kann die Beschwerden verstärken. Es kann auch helfen, die Einnahme aufzuteilen oder das Präparat nicht auf nüchternen Magen einzunehmen.

Eisen und Migräne: Ein möglicher Zusammenhang

Migräne ist eine häufige neurologische Störung, von der vor allem Frauen betroffen sind. Die Ursachen von Migräne sind komplex und noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Migräne bestehen könnte.

Eine Studie hat gezeigt, dass Frauen zwischen 20 und 50 Jahren, die weniger Eisen über die Nahrung aufnahmen, häufiger unter Migräne litten. Auch ein niedriger Serumeisengehalt korrelierte bei Frauen über 50 Jahren mit Migräne. Die Autoren der Studie vermuten, dass die Eisenaufnahme verschiedene Auswirkungen bei Frauen unterschiedlichen Alters haben kann, was mit altersbedingten Veränderungen des Menstruationszyklus zusammenhängen könnte.

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Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine Störung des Eisenstoffwechsels in einem kleinen Teil des Gehirns, der Periaqueductalen grauen Substanz (PAG), Migräneattacken und starke Kopfschmerzen verursachen kann. Die PAG kontrolliert beim gesunden Menschen den Schmerz. Bei einem Migräneanfall ist ihre Funktion jedoch gestört, und der Schmerz trifft den Patienten ungehindert. Forscher vermuten, dass dies mit einer erhöhten Eisenkonzentration in der PAG zusammenhängen könnte.

Was tun bei Migräne durch Eisenpräparate?

Wenn Sie nach der Einnahme von Eisenpräparaten unter Migräne leiden, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  1. Arzt konsultieren: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden. Er kann die Ursache der Migräne abklären und gegebenenfalls die Dosierung oder das Präparat wechseln.
  2. Dosierung anpassen: Reduzieren Sie die Dosis des Eisenpräparats oder verteilen Sie die Einnahme auf mehrere Portionen über den Tag verteilt.
  3. Einnahmezeitpunkt ändern: Nehmen Sie das Eisenpräparat nicht auf nüchternen Magen ein, sondern zu einer Mahlzeit.
  4. Präparat wechseln: Probieren Sie ein anderes Eisenpräparat mit einer anderen Eisenverbindung (z. B. Eisen-III-Salze) oder einer anderen Darreichungsform (z. B. Kapseln mit magensaftresistenten Pellets).
  5. Alternative Therapien: Ziehen Sie alternative Therapien in Betracht, wie z. B. eine eisenreiche Ernährung oder Eiseninfusionen.
  6. Ausreichend trinken: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um Kopfschmerzen vorzubeugen.
  7. Medikamenten-Tagebuch führen: Notieren Sie sich, wann Sie das Eisenpräparat eingenommen haben und wann die Migräne aufgetreten ist, um mögliche Zusammenhänge zu erkennen.

Alternative Therapien bei Eisenmangel

Wenn Sie Eisenpräparate nicht vertragen oder lieber auf natürliche Weise Ihren Eisenhaushalt aufbessern möchten, gibt es verschiedene Alternativen:

  • Eisenreiche Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, grünem Gemüse und Nüssen.
  • Vitamin C: Nehmen Sie Vitamin C-reiche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zu sich, um die Eisenaufnahme zu verbessern.
  • Eisenhaltige Getränke: Trinken Sie eisenhaltige Säfte wie Johannisbeersaft.
  • Homöopathische Mittel: In leichten Fällen können homöopathische Mittel mit Eisen helfen.
  • Eiseninfusionen: Bei sehr akutem Eisenmangel kann eine Eiseninfusion in Erwägung gezogen werden.

Eisenversorgung optimieren: Tipps für die richtige Ernährung

Um einem Eisenmangel vorzubeugen und die Eisenaufnahme zu verbessern, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Kombinieren Sie eisenreiche Lebensmittel mit Vitamin C: Ein Glas Orangensaft oder Obst zu den Mahlzeiten kann die Eisenverfügbarkeit erhöhen.
  • Vermeiden Sie hemmende Stoffe: Kaffee, schwarzer Tee und Milchprodukte können die Eisenaufnahme hemmen. Nehmen Sie diese nicht gleichzeitig mit eisenreichen Mahlzeiten ein.
  • Beachten Sie die Zubereitung: Durch Einweichen und Keimen von Hülsenfrüchten und Getreide kann die Phytinsäure reduziert werden, die die Eisenaufnahme hemmt.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Fleisch, Fisch, Gemüse und Hülsenfrüchten ist die beste Basis für eine gute Eisenversorgung.

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