Die Wirkung elektronischer Musik auf das Gehirn: Eine umfassende Analyse

Musik löst in uns die unterschiedlichsten Emotionen aus. Sie kann uns trösten oder aufputschen. Sie hält unser Gehirn jung und kann heilen. Worin liegt die Kraft der Musik? Dieser Artikel untersucht die vielfältigen Auswirkungen elektronischer Musik auf das menschliche Gehirn, von der Freisetzung von Glückshormonen bis hin zur Beeinflussung von Blutdruck und Herzfrequenz. Dabei werden sowohl die positiven als auch die potenziell negativen Aspekte beleuchtet und wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Erfahrungen von Musikern und Experten verknüpft.

Die neurologischen Grundlagen der Musikwirkung

"Musik hält fit und macht gesund", sagt Prof. Dr. Stefan Kölsch, Neurowissenschaftler und Musikpsychologe an der Universität Bergen in Norwegen. Das Glückshormon Dopamin, das besonders beim Musizieren ausgeschüttet wird, sei ein wahrer Jungbrunnen für das Gehirn. Dazu gehört auch der "Morgentanz". Er rät, sich Titel zusammenzustellen, die für gute Laune sorgen, und diese bewusst zum Start in den Tag zu hören - und dazu zu tanzen. Oder der "Musiktresor": "Mit Musikstücken, die mit hoffentlich positiven Erinnerungen verbunden sind, sozusagen ein musikalisches Fotoalbum, in dem Sie blättern können", erklärt Kölsch.

Seit langem bekannt ist, dass sowohl beim Musizieren als auch beim Hören bestimmter Melodien und Rhythmen Endorphine ausgeschüttet werden, endogenes Morphin, dass die analgetische und euphorisierende Wirkung von Musik erklärt. Bei Berufsmusikern beispielsweise ist das Corpus callosum, das die rechte und linke Hemisphäre des Großhirns verbindet, stärker ausgeprägt als bei Nichtmusikern. Wie der Neurologe Professor Gottfried Schlaug vom Department of Neurology der Harvard Medical School in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) und Direktor des Music and Neuroimaging Laboratory in einer Studie nachwies, sind die auditiven und motorischen Hirnregionen von Berufsmusikern besser miteinander verbunden. Neu ist zudem die Erkenntnis, dass das Muster unserer Hirnaktivität wie auch die dauerhaften Veränderungen unserer Hirnstrukturen davon abhängig ist, welche Musik wir hören oder spielen. Bei allen gleichermaßen aktiviert wurden Areale der Hörrinde, des limbischen Systems und motorischen Cortex‘.

Die Neurologin Valorie Salimpoor von der McGill University in Montreal, Kanada, geht sogar so weit zu behaupten, dass Musik unter Umständen ähnlich euphorisierend wirkt wie psychoaktive Drogen: In ihrer Studie hat sie Probanden mit Klassik, Rock, Punk und Techno beschallt und währenddessen die wichtigsten physiologischen Parameter gemessen. "Eine Person erlebte einen Anstieg seines Dopaminspiegels um 21 Prozent", berichtet die Neurologin.

Die emotionale Kraft der Musik

"Musik hat etwas sehr Tröstendes für mich", sagt der Musiker Gregor Schwellenbach. "Ich fühle mich in ihr geschützt und geborgen. Musik hilft mir, meine Gefühle auszudrücken, sie schult meine Empathie. Musik kann einem aber auch Energie geben: Sie kann mich abends zum Tanzen bringen und mir morgens helfen, aufzustehen. Als Komponist von Film-, Theater- und Hörspielmusiken und als DJ setzt er die Wirkung von Klängen bewusst ein. Dabei hat er eine große Bandbreite. "Pop ist meine Muttersprache", sagt er aber es reize ihn, zu experimentieren und klassische Musik mit Pop und Techno zu ganz eigenen Kompositionen zu mixen. Da treffen schon einmal klassische Streicher auf indonesische Gamelan-Gongs, wie auf der CD "Gregor Schwellenbach spielt 20 Jahre Kompakt".Auch als Künstler ist von der heilenden Wirkung der Musik überzeugt: Das spüre er bei seinen Auftritten am eigenen Leib. Aber man könne es auch hören.

Lesen Sie auch: Die Rolle von elektronischem Spielzeug bei der Entwicklung des Babygehirns

Musik kann das Belohnungssystem im Gehirn ähnlich anregen wie Essen oder Sex. Das hat ein Team finnischer Forschender in einer Studie mit Hirnscannern gezeigt. Erstmals beobachtete es, wie genau das Hören von Lieblingsmusik Opioidrezeptoren im Gehirn aktiviert, zumindest bei Frauen. Körpereigene Opioide sind Nervenbotenstoffe. Schon länger war bekannt, dass Musik auf das Opioidsystem des Gehirns wirken kann. Zu diesem gehört auch das Belohnungszentrum. Das System ist an lustvollen Emotionen beteiligt, die bei überlebenswichtigen Verhaltensweisen wie Essen und Sex entstehen.

Die Forschenden haben unter anderem bei 30 Frauen aufgezeichnet, welche Hirnregionen aktiv sind, wenn diese ihre Lieblingsmusik hören. Lieblingsmusik setzt demnach Opioide in mehreren Hirnregionen frei, die an Emotionen und Belohnung beteiligt sind. Darunter ist der Orbitallappen, der sich über der Augenhöhle vorn im Schädel befindet. Eine weitere Region ist der Mandelkern, eine zentrale Verarbeitungsstation für von außen kommende neue Informationen. Im sogenannten Nucleus accumbens, einem Teil des Belohnungssystems, wurden Opioide vor allem freigesetzt, wenn Menschen angenehme Gänsehautmomente beim Musikhören erlebten. Je mehr Opioide freigesetzt wurden, desto mehr dieser Momente verspürten sie. Die Ausschüttung von Opioiden erkläre, warum Musik so starke Glücksgefühle hervorrufen kann, obwohl sie nicht für das Überleben oder die Fortpflanzung notwendig sei, sagt der Studienautor Vesa Putkinen von der Universität Turku in einer Mitteilung.

Der Einfluss von Musik auf den Körper

Rhythmen regen Sportler zu Höchstleistungen an, Melodien trösten uns, Klänge sind förderlich beim Prozess des Entspannens, und bei Operationen benötigen Patienten unter fröhlicher Beschallung weniger Narkotika.

Bei einer Studie der türkischen Vera Clinic wurden 1540 Teilnehmern Musik aus verschiedenen Genres vorgespielt. Dabei wurde der Blutdruck und die Herzfrequenz gemessen. Die Forscher spielten bei der Studie zahlreiche Musikstücke aus den verschiedenen Genres für 18 bis 65 jährige Hörer ab. Die aufgezeichneten Werte von Blutdruck und Herzfrequenz wurden dabei mit einer Kontrollgruppe verglichen, die im stillen Nebenraum saßen. Popmusik aus den 80er stach bei den Ergebnissen besonders hervor. Lieder von Wham!, Pet Shop Boys und Duran Duran konnte am besten den Blutdruck der Probanden senken. Bei 96% der Hörer wurden niedrigere Blutdruckwerte gemessen, was laut den Forschern etwas mit der “positiven Nostalgie” dieser Zeit zutun haben könnte. Außerdem waren die gespielten Lieder “fröhlich und stimmungsvoll”, wodurch mehr Serotonin ausgestoßen wird. Dies führt dann zu einem glücklicheren und entspannteren Gefühl. Das Genre welches nach 80er Pop am meisten den Blutdruck gesenkt hat war Heavy Metal.

Trappe und Kollegen wiesen an ihren Probanden nach, dass es unter Beschallung mit Musik der US-Metal-Band Disturbed sowohl zu einer Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks kam als auch zu einer Senkung der Herzfrequenz.

Lesen Sie auch: Die stimulierende Wirkung von Musik

Ein erhöhter Blutdruck und Herzschlag sind körperliche Reaktionen auf Stress und Angst. Techno ist laut der Studie allerdings alles andere als Stress- und Angstlösend. Ganze 78% der Teilnehmer hatten nach dem Hören einen erhöhten Blutdruck (Spitzenwert) und bei 9% ist die Herzfrequenz angestiegen (2. höchster Wert). Ähnliche Ergebnisse gab es bei Dubstep. Hier hatten 74% einen höheren Blutdruck und 13% einen verstärkten Pulsschlag.

Die Bedeutung von Kontext und Erfahrung

Das Empfinden von Musik wird auch einen kulturellen Zusammenhang haben. Dafür spricht zum Beispiel, dass unser Gehirn bereits bekannte Lieder mit einem Dopaminaustoß belohnt. Das liegt daran, dass das Gehirn bei mehrmaligen Hören bestimmte Strukturen und Merkmale der Musik abspeichert und bei wiederholtem Hören die alten Informationen nur noch abrufen muss. Dies erfordert weniger Kraftanstrengung fürs Gehirn, weshalb der Hörer mit Dopamin belohnt wird. Bei unbekannter Musik bzw. Musikgenres muss sich das Gehirn hingegen erst an die neuen Tonfolgen gewöhnen und muss entsprechend mehr arbeiten. Das ist auch ein Grund, weshalb Menschen im Alter weniger neue Musik hören.

Auch unterscheiden sich viele Songs in den verschiedenen Genres sehr. Zwar wurden mehrere Lieder jedes Genres abgespielt, für einen richtigen Querschnitt hätte es hier aber mehr Lieder benötigt. Außerdem spielen auch persönliche Vorlieben und Erfahrungen eine Rolle beim Rezipieren von Musik. Vertraute Lieder, mit denen man positive Erfahrungen oder Zeiten assoziiert, wirken anders als Lieder eines völlig neuen Genres. Dass hier bekannte Poplieder besser ankommen ist wenig überraschend.

Trance und Ekstase in der elektronischen Musik

Namito, seit 20 Jahren Techno-DJ und Musikproduzent, sagt, um eine drogenähnliche Wirkung von Musik zu erreichen, komme es nicht darauf an, ob man einen schnelleren oder langsameren Beat zugrunde lege. Es gehe vor allem um monotone Wiederholung: „Wenn man eine bestimmte Bewegung immer wieder wiederholt beim Tanzen – da braucht man gar keine Drogen –, erreicht man diesen Zustand. Wahrscheinlich kennt man das auch vom Joggen, dass man irgendwann Glückshormone freisetzt. Das hat einfach mit einem langen, geduldsamen Tanzen zu tun. Und dann kommt man auch in einen Zustand, der sehr an Drogen erinnert.

Christian Kaden ist Musikwissenschaftler an der Humboldt-Universität Berlin. Ihm zufolge werden Trancezustände ausgelöst durch große Lautstärken, durch sich steigernde oder monoton gleich bleibende Tempi und durch zunächst weniger auffällige Elemente: „In Indonesien kenne ich Beispiele aus Sumatra, wo man eine Laute hat, die gegenüber der sonstigen Stimmung der Blas- und Schlaginstrumente ein kleines bisschen verstimmt ist. Eine Schwebung drüber oder drunter. Und dann wird im Laufe der Zeit so eine Laute immer lauter angeschlagen. Dadurch wird die Verstimmung größer. Das heißt, es werden systemische Regularitäten interferiert. Es kommt zu einer kleinen Überlagerung; und man weiß das ja aus der Schwingungslehre auch: Interferenzen können dann plötzlich ganz große Amplituden erzeugen.

Lesen Sie auch: Einblick in das wohltemperierte Gehirn

Binaurale Beats: Mythos und Realität

In letzter Zeit ist ein weiteres Geräusch-Phänomen hinzugekommen, das uns aktivieren, ja sogar kognitiv bereichern soll: die binauralen Beats. Sie sollen den Schlaf, die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis verbessern, außerdem Stress, Schmerzen und Ängste mildern. Und selbst das Bewusstsein sollen sie ähnlich wie ein schwacher Drogenrausch verändern können.

Man könnte sagen, es handelt sich bei den binauralen Beats um einen akustischen Trick des Gehirns, vielleicht sogar eine Art auditive Halluzination. Denn letztlich hört man etwas, das gar nicht da ist. Das Phänomen tritt auf, wenn man sich einen Kopfhörer aufsetzt und links und rechts zwei unterschiedlich hohe Töne auf die Ohren spielt. Die Lautstärke ist nicht so entscheidend. Wichtiger ist, dass sich die Töne in ihrer Höhe, also in der in Hertz gemessenen Frequenz nur ganz leicht unterscheiden. Etwa 10 Hertz Unterschied sind eine geeignete Größenordnung. Dann hört man eine Art Auf- und Abschwellen des Tons, ein hin- und herpendelndes Brummen. Hört man auf dem linken Ohr also einen 400 Hertz hohen Ton und auf dem rechten Ohr 410 Hertz, dann liegt die gehörte Schwingung bei 10 Hertz.

Der Mythos, dass binaurale Beats irgendetwas im Gehirn bewirken würden, stammt von dem US-amerikanischen Geschäftsmann und Radio-Programmdirektor Robert Allen Monroe. Der gründete 1971 das Monroe Institut mit dem Ziel, parawissenschaftliche Dinge wie Energiekörper oder Fernwahrnehmung zu erforschen und für die Menschen und seinen Geldbeutel nutzbar zu machen.“ 1993 ließ sich Monroe die Verwendung von in Musik oder Rauschen eingebetteten binauralen Tönen patentieren, um darüber beliebige mentale Zustände zu induzieren.

Die Idee hinter den Effekten der binauralen Beats ist, dass man mit der hervorgerufenen Schwingung auch andernorts im Gehirn Gehirnwellen gleicher Frequenz hervorrufen kann. Dass, wenn also binaurale Beats mit 10 Hertz schwingen, dies weitere 10 Hertz-Gehirnwellen hervorruft.

Für Christoph Reuter scheint diese Idee allerdings eher unplausibel: „Binaurale Beats sind einerseits neuronal gesehen ziemlich schwach ausgeprägt. Und andererseits ist es ziemlich unmöglich, dass sich in der Hörbahn hervorgerufene Frequenzen auf andere Hirnregionen übertragen“, so der Musikwissenschaftler.

Die Forschung zum Thema legt also nahe, dass binaurale Beats keine der diskutierten Effekte auf Schlaf, Gedächtnis, Schmerzen, Konzentration, Stress oder Ängste haben. Wer sie sich dennoch anhören möchte - unabhängig davon ob sie nun wirken oder nicht, ist es ja ein interessantes akustisches Phänomen - muss daher auch nichts weiter beachten. Gefährlich ist das Anhören nicht.

Musik als Therapie und Jungbrunnen

Musik hat viele positive Auswirkungen auf Körper, Gehirn, Geist und Seele des Menschen. Sie ist gut für die Gesundheit, fördert die Intelligenz von Kindern und Musik steigert die geistige Fitness im Alter. Das Musik einfach gut tut, zeigt schon die Erfahrung aus dem Alltag. Denn jeder von uns hat sich schon oft mit seinen Lieblingsliedern den Tag versüßt. Ein schöner Herbsttag, der erste Kuss und die Gänsehaut die du dabei gespürt hast - all diese Ereignisse kann das Musikstück wecken, das du an diesem Tag gehört hast. Dabei entstehen allein schon durch das Anhören von Musik Glücksgefühle, die der Seele gut tun. Durch die Klänge der Musik werden die Bereiche des Gehirns angeregt, die für die Emotions-Verarbeitung verantwortlich sind. Je nach Charakter der gehörten Musik, werden dabei unterschiedliche Hormone in die Blutbahn ausgeschüttet. Dazu kommen noch eine ganze Reihe anderer Botenstoffe. Zum Beispiel die Glückshormone Serotonin und Dopamin. Wie die Universität-Regensburg in einer vergleichenden Studie herausfand, ist dieser Hormon-Cocktail sogar so wirksam, dass er leichten Depressionen entgegenwirken kann [1]. Am Stärksten gingen die Depressionen bei den Studienteilnehmern zurück, die sowohl Musik gehört, als auch aktiv Musik gemacht haben. Aber auch zur Stressbewältigung kann Musik effektiv eingesetzt werden. Denn die beruhigende Wirkung ist durch zahlreiche Studien gut belegt. Auf die Musikrichtung kommt es dabei weniger an. Obwohl die meisten Studien mit Klassischer Musik durchgeführt wurden, ist die entspannende Wirksamkeit auch mit anderen Musikrichtungen belegt. Um Stress optimal abzubauen, sollte die Musik ohne Gesang sein. Natürliche, Akustische Instrumente, wie Geige, Gitarre oder die Mundharmonika sind dabei ideal. Langsame Musik erzeugt dabei einen entspannenden Effekt. Aber auch schnellere Musik kann wirksam sein, wenn auf sie ruhige Musik folgt. Denn die Anspannung, die die schnelle Musik hervorruft, lässt im Wechsel mit sanfter Musik besonders stark nach.

Inzwischen ist es belegt, dass Musik die geistige und soziale Entwicklung von Kindern fördern kann. In zahlreichen Studien ist eine solche Auswirkung auf die Entwicklung von Kindern belegt. Vor einigen Jahren glaubte man noch, dass das alleinige Anhören von klassischer Musik die Entwicklung von Babies und Kindern besonders förderte. Anders sieht es hingegen aus, wenn Kinder selbst zum Musizieren animiert werden. Besonders wertvoll ist dabei das Singen, welches für Kinder jedes Alters leichter zugänglich ist, als ein Instrument zu erlernen. Kinder im Grundschulalter profitieren zusätzlich noch von einem Instrument. Eine Blockflöte kennen viele noch aus Kindertagen - oft mit schlechten Erinnerungen. Das aktive Musik-machen entwickelt bei Kindern eine Reihe von Eigenschaften, die dazu beitragen, dass es langfristig erfolgreicher ist. Verantwortlich für diese Leistungssteigerungen sind eine Reihe von Veränderungen die im Gehirn stattfinden. Am Ende des Zeitraums stellten sie fest, dass bei den Kindern sowohl die motorischen, als auch die auditiven Fähigkeiten verbessert waren. Dazu kam, dass die Bereiche des Gehirns, in denen diese Fertigkeiten sitzen, vergrößert waren. Eine solche Vernetzung kann dazu führen, dass die Gehirnleistung steigt, weil Informationen schneller verarbeitet werden. Andere Forscher fanden weitere erfreuliche Effekte des aktiven Musizierens bei Kindern. Denn Musik erfordert eine feine Abstimmung auf einander. Das Verhalten innerhalb einer Gruppe verbessert sich oft durch Musik. Auch im Hinblick auf die Sprachentwicklung ist Musik positiv. Bei Grundschulkindern fördert der Musikunterricht wichtige Fertigkeiten, die entscheidend für den Erfolg im Leben sind. Denn zum Lernen eines Instruments benötigt das Kind eine gehörige Portion Selbstdisziplin und Konzentration. Auch das Lernen von Liedern wirkt sich positiv auf das Gedächtnis aus.

Viele ältere Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sie im Alter geistig in Form bleiben können. Denn wer rastet, rostet bekanntlich. Dabei soll das Gehirn durch tägliche Aufgaben, wie z.B. Kreuzworträtsel oder Sudoku, seine Leistungsfähigkeit behalten. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass dieses Training nur begrenzt wirkt und sich nicht auf andere Bereiche überträgt. Doch es gibt eine Form des Gehirnjoggings, das weite Bereiche des Gehirn trainiert und sich auch auf den Alltag überträgt. Denn nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft wirkt das Musizieren wie ein Jungbrunnen für das Gehirn. Je früher damit begonnen wird, desto besser. Das liegt daran, dass durch das Musizieren ausgerechnet jene Gehirnareale trainiert werden, die im Alter besonders vom Verfall betroffen sind. Zusätzlich hat Musik den Effekt, dass durch das Spielen eines Instruments oder das Singen neue Nervenverschaltungen gebildet werden. Diese neuronalen Verbindungen bleiben durch das Spielen ein Leben lang erhalten. Dadurch entsteht eine geistige Reserve, die die Leistungsfähigkeit im Alter beibehält. Es lohnt sich also frühzeitig mit dem Musizieren zu beginnen. Durch das regelmäßige Musik-machen lässt sich der Abbau von Nervenzellen im Gehirn verhindern. Doch auch, wer erst später zum ersten Mal zu einem Instrument greift, profitiert davon. Und eine Studie der Northwestern University in Chicago an Älteren Probanden zeigte Verbesserungen im Blick auf die Sprachwahrnehmung, worunter viele ältere Menschen leiden. Insgesamt steigt also die Lebensqualität älterer Menschen durch das Erlernen eines Instruments.

Es heißt, Lachen ist die beste Medizin. Das Musik eine Wirkung auf die Gesundheit von Geist und Körper hat, wusste man bereits vor tausenden von Jahren. Dabei sind es neben den seelischen Leiden auch viele körperliche Beschwerden, die mit Musik dämpfbar sind. Allein schon die Beschallung mit angenehmer Musik kann dazu führen, dass das Immunsystem gestärkt und die Gesundheit insgesamt verbessert wird. Man hat nämlich festgestellt, dass durch die Musik der Anteil an Abwehrstoffen im Blut steigt. Diese Effekte kommen davon, dass das vegetative Nervensystem durch die Musik beeinflusst wird. Die Musik senkt die Herzfrequenz und damit den Blutdruck. Auch in der Schmerztherapie hilft Musik dabei, Schmerzen zu dämpfen. So mancher Zahnarzt nutzt diesen Effekt um das Bohren angenehmer zu machen. Grund für die Schmerz-dämpfende Wirkung ist, dass die Nervenfasern die zur Musikverarbeitung beitragen, in direkter Nähe zu den Nervenbahnen verlaufen, die die Schmerzen transportieren. Die Wirkung von Musik dringt aber noch tiefer. Denn selbst bei der Heilung neurologischer Störungen wird Musik erfolgreich eingesetzt. So verbessert Musik bei Parkinson-Patienten die Grobmotorik und Mobilität. Man macht sich dabei die Rhythmen der Musik zu Nutze, die uns ja auch zum Tanzen anregen. Musik wird sogar zur Besserung von Hirnleistungsstörungen eingesetzt. Bei Demenzkranken kann eine bekannte Musik positive Erinnerungen wecken und Glücksgefühle auslösen. Menschen, die unter Sprachverlust (Apasie) leiden, kann mit Musik geholfen werden, wieder das Sprechen zu erlangen. Auch beim Stottern kann das Singen helfen, wieder flüssig zu sprechen.

Fazit: Die vielschichtige Wirkung elektronischer Musik

Die Wirkung elektronischer Musik auf das Gehirn ist vielschichtig und hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art der Musik, die persönlichen Vorlieben und Erfahrungen des Hörers sowie der Kontext, in dem die Musik gehört wird. Während einige Studien positive Auswirkungen auf Stimmung, Stressabbau und kognitive Funktionen zeigen, weisen andere auf potenzielle Risiken wie erhöhten Blutdruck und Angstzustände hin, insbesondere bei bestimmten Genres wie Techno und Dubstep.

Es ist wichtig zu betonen, dass Musikgeschmack subjektiv ist und die individuellen Reaktionen auf verschiedene Musikstile stark variieren können. Was für den einen entspannend und euphorisierend wirkt, kann für den anderen unangenehm und stressig sein. Daher ist es ratsam, auf die eigenen Körpersignale zu achten und Musik bewusst einzusetzen, um die gewünschten Effekte zu erzielen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass Musik, einschließlich elektronischer Musik, ein mächtiges Werkzeug sein kann, um unsere Emotionen zu beeinflussen, unsere kognitiven Fähigkeiten zu verbessern und unsere Lebensqualität zu steigern. Es ist jedoch wichtig, sich der potenziellen Risiken bewusst zu sein und Musik verantwortungsvoll zu nutzen, um ihre positiven Auswirkungen optimal zu nutzen.

tags: #elektronische #musik #gehirn