Hirnblutung durch Aneurysma: Ursachen, Symptome und Behandlung

Einführung

Eine Hirnblutung, oft verursacht durch ein geplatztes Aneurysma, ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofortige medizinische Hilfe erfordert. Ein Aneurysma ist eine Ausbuchtung in der Wand eines Blutgefäßes. Diese Ausbuchtung kann platzen und zu einer Blutung im Gehirn führen. Der Fall der Schauspielerin Emilia Clarke, bekannt aus der Serie "Game of Thrones", hat das Thema Hirnblutungen durch Aneurysmen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Hirnblutungen durch Aneurysmen.

Was ist ein Aneurysma?

Der Begriff Aneurysma stammt aus dem Griechischen und bedeutet Erweiterung. Es handelt sich um eine spindel- oder sackförmige Erweiterung von Blutgefäßen, die lokal begrenzt und dauerhaft ist. Ein Aneurysma kann eine Größe von einem Millimeter bis zu mehreren Zentimetern erreichen. Die Gefäßwand der Blutgefäße besteht aus drei Schichten. Wenn diese Schichten an einer oder mehreren Stellen porös werden, verlieren sie an Stabilität und stülpen sich aus. Dadurch steigt die Gefahr, dass sie platzen.

Ursachen von Hirnblutungen durch Aneurysmen

Hirnarterien-Aneurysmen, auch intrakranielle Aneurysmen genannt, haben ein Blutungsrisiko von bis zu zwei Prozent pro Jahr. Wenn ein Schlagadersack im Hirn platzt, kommt es typischerweise zu einer Subarachnoidalblutung. Dabei fließt Blut um das Gehirn herum und in den Bereich der Schädelbasis.

Mehrere Faktoren können zur Entstehung eines Aneurysmas beitragen, darunter:

  • Genetische Veranlagung: Bei etwa zehn Prozent der Patienten gibt es in der Familie bereits Betroffene. Angeborene Aneurysmen führen häufig schon in jüngerem Alter zu Hirnblutungen. Junge Betroffene wie Emilia Clarke haben fast immer eine angeborene Gefäß-Fehlbildung im Gehirn. Die Arterienwand ist stellenweise besonders dünn und instabil.
  • Bluthochdruck: Erhöhter Blutdruck kann die Wände der Blutgefäße schwächen und das Risiko einer Aneurysma-Bildung erhöhen.
  • Rauchen: Starkes Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Aneurysmen.
  • Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum kann ebenfalls die Blutgefäße schädigen.
  • Zuckerkrankheit: Diabetes kann die Blutgefäße beeinträchtigen und das Risiko für Aneurysmen erhöhen.
  • Fettstoffwechselstörungen: Hohe Cholesterinwerte können zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen und das Risiko für Aneurysmen erhöhen.

Das Risiko, dass ein Aneurysma platzt, hängt unter anderem von der Größe, Form und dem Ort der Ausweitung ab.

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Symptome eines Aneurysmas

Viele Betroffene haben über Jahre oder Jahrzehnte keinerlei Krankheitssymptome. Aneurysmen werden entweder als Blutung auffällig oder als Zufallsbefund bei einer heutzutage wesentlich verbesserten Bildgebung des Gehirns und seiner Gefäße entdeckt.

Allerdings treten bei vielen einige Wochen vor der Blutung Warnhinweise auf wie starke Kopfschmerzen oder neurologische Ausfallerscheinungen. Mediziner sprechen auch von einer Vorbotenblutung.

Das Leitsymptom einer Hirnblutung ist ein plötzlicher, heftiger Kopfschmerz, oft beschrieben als der schlimmste Kopfschmerz, den man je erlebt hat. Weitere Symptome können sein:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Sehstörungen
  • Lähmungserscheinungen
  • Ein schmerzhaft steifer Nacken
  • Ohnmacht

Emilia Clarke beschrieb ihre Erfahrung wie folgt: "Ich war im Fitnessstudio und plötzlich war da dieser furchtbare Schmerz, als würde ein Gummiband in meinem Kopf reißen. Ich spürte auf einmal einen enormen Druck und begriff dann sehr schnell, dass ich weder stehen noch laufen konnte. In diesem Moment wusste ich, dass ich hirngeschädigt war."

Nach einer MRT-Untersuchung erfuhr Emilia Clarke von einem weiteren Aneurysma auf der anderen Kopfseite, das jederzeit reißen konnte.

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Diagnose von Aneurysmen

Die Diagnose eines Aneurysmas erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren wie:

  • Computertomographie (CT): Eine CT-Aufnahme des Gehirns kann eine Blutung oder ein Aneurysma erkennen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT-Aufnahme kann detailliertere Bilder des Gehirns und der Blutgefäße liefern.
  • Angiographie: Bei einer Angiographie wird ein Kontrastmittel in die Blutgefäße injiziert, um sie auf einem Röntgenbild sichtbar zu machen. Dies kann helfen, die Größe und Form eines Aneurysmas zu bestimmen.

Behandlung von Aneurysmen

Es gibt zwei Methoden, um ein Aneurysma aus der Blutbahn auszuschalten:

  • Clipping: Bei der klassischen operativen Methode wird der Schädel häufig oberhalb der Augen geöffnet. Der Neurochirurg verschließt das Aneurysma mit Hilfe eines Titanclips, der dauerhaft im Kopf bleibt. Dieses Verfahren wird auch Clipping genannt. Der Clip unterbricht die Aussackung vom Blutgefäß, so dass kein Blut mehr in das Aneurysma fließen kann und eine Ruptur (Riss) verhindert wird.
  • Coiling: Die zweite seit Anfang der 1990er Jahre angewendete Methode nennt sich Coiling. Beim Coilen wird ein meterlanger Katheter durch die Leistengegend eingeführt und durch die Bauch- und Halsschlagader bis in die Hirngefäße geschoben. Durch das Innere des Katheters schiebt der Neuroradiologe einen Platindraht direkt bis ins Aneurysma. Dort rollt er den spiralförmigen Draht auf, füllt den Schlagadersack aus. Eine Thrombose (Blutgerinsel) wird erzeugt, die das Aneurysma von innen verschließt.

Emilia Clarke unterzog sich 2011 einem minimal-invasiven Eingriff, der erfolgreich verlief. 2013 musste sie sich jedoch einer zweiten, weitaus dramatischeren Aneurysma-Operation unterziehen. Dabei kam es zu einer Blutung, und die Ärzte mussten den Schädel öffnen, um Clarkes Gehirn und ihr Leben zu retten.

Komplikationen und Genesung

Obwohl die Operation eines Hirn-Aneurysmas hohe Komplikationsrisiken birgt, ist die Alternative ebenso gefährlich: Ein dünnwandige Gefäß-Aussackungen kann bei jeder körperlichen Anstrengung aufreißen, Teile des Gehirns mit Blut überschwemmen und die lebensnotwendig Sauerstoffversorgung unterbrechen. Bei zwei von drei nicht-behandelten Aneurysmen im Gehirn ist das irgendwann der Fall.

Laut Experten liegt bei Aneurysmen ohne Blutung, die rechtzeitig entdeckt werden, die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls „im Promillebereich“. Subarachnoidale Blutungspatienten haben demnach ein sehr hohes Risiko von 40 bis 50 Prozent, einen Gefäßspasmus zu bekommen - eine krampfartige Verengung blutführender Gefäße. Infolge dieses Vasospasmus bekommen 20 bis 30 Prozent der Aneurysma-Patienten, die eine Hirnarterienblutung erlitten haben, zusätzlich einen Schlaganfall in unterschiedlicher Ausprägung - teils ohne bleibende Schäden.

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Wenn das Aneurysma ausgeschaltet ist, schließt sich in aller Regel eine Rehabilitationsmaßnahme an. Je früher der Patient nach einer Hirnarterienblutung medizinisch versorgt wird, desto größer sind die Chancen, die Folgen der Erkrankung einzugrenzen.

Emilia Clarke hatte nach ihrer Operation mit vielen Folgebeschwerden zu kämpfen. Sie litt an quälenden Kopfschmerzen und auch mental ging es ihr schlecht. In ihrem Essay berichtet sie von Panikattacken, sowie der ständigen Sorge, sich nicht wieder vollständig zu erholen. Ihre größte Angst: Kognitive oder sensorische Einschränkungen zurückzubehalten, sich nicht konzentrieren und nicht klar sehen zu können, oder Dinge zu vergessen. Sie hatte sogar Angst, ihre Schauspiel-Fähigkeiten verloren zu haben.

Prävention

Vorbeugen ist bei angeborenen Aneurysmen nicht möglich. Allerdings können bestimmte Risikofaktoren minimiert werden, um das Risiko einer Aneurysma-Bildung zu verringern:

  • Nicht rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Aneurysmen.
  • Blutdruck kontrollieren: Hoher Blutdruck kann die Wände der Blutgefäße schwächen und das Risiko einer Aneurysma-Bildung erhöhen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, die Blutgefäße gesund zu halten.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, den Blutdruck zu senken und die Blutgefäße gesund zu halten.
  • Mäßiger Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum kann die Blutgefäße schädigen.

Emilia Clarkes Engagement

Emilia Clarke hat ihre Erfahrungen mit Aneurysmen öffentlich gemacht, um das Bewusstsein für diese Erkrankung zu schärfen und anderen Betroffenen zu helfen. Sie hat die Wohltätigkeitsorganisation "SameYou" gegründet, die sich für die mentale Gesundheit von Menschen einsetzt, die eine Hirnverletzung erlitten haben. Clarke sagte, dass eines der größten Gefühle, die sie nach der Hirnverletzung hatte, eine tiefe Einsamkeit war.

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