Neurodegenerative Erkrankungen stellen eine wachsende Herausforderung für unsere alternde Gesellschaft dar. Zu diesen Erkrankungen gehören Demenz, Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington und ALS, die alle durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet sind. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Unterscheidung zwischen Parkinson und Demenz, wobei insbesondere die Parkinson-Demenz und ihre Unterschiede zur Alzheimer-Demenz beleuchtet werden.
Neurodegenerative Erkrankungen: Wenn das Gehirn abbaut
Im Alter kann das Gehirn nachlassende Funktionen normalerweise ausgleichen. Bei einer neurodegenerativen Erkrankung sieht das anders aus. Dabei werden kontinuierlich Nervenzellen zerstört, bis ganze Hirnbereiche ihre Funktionen verlieren. Neurodegenerative Erkrankungen sind durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet. Dieser Prozess, die Neurodegeneration, führt dazu, dass Betroffene motorische und mentale Fähigkeiten verlieren. Da dieser Degenerationsprozess nicht umkehrbar ist, gelten neurodegenerative Erkrankungen nach heutigem Stand als unheilbar.
Je nachdem, wie und wo Nervenzellen im Gehirn zerstört werden, ergeben sich verschiedene Krankheitsbilder. Zu den bekanntesten gehören Demenz, Alzheimer, Parkinson, Chorea Huntington und die ALS-Krankheit. Alle Erkrankungen bedeuten eine massive Belastung für die Betroffenen und deren Angehörige.
Demenz: Ein Überblick
Expertinnen und Experten schätzen, dass heutzutage rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland von einer Demenz betroffen sind. Mit rund 80 Prozent machen Demenzerkrankungen den Großteil unter den neurodegenerativen Erkrankungen aus. Es gibt viele verschiedene Arten, eine davon ist die frontotemporal Demenz auch als Morbus Pick bekannt. Die Nervenzellen in Stirn- und Schläfenlappen werden zerstört, was zu Veränderungen der Persönlichkeit und Verhaltensweisen führt. Bei den meisten Menschen tritt die Erkrankung vor dem 60. Lebensjahr auf.
Die Alzheimer-Erkrankung ist die häufigste Form der Demenz und macht etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankungen aus. Sie beginnt üblicherweise im Alter zwischen 50 und 60 Jahren und führt zur Zerstörung wichtiger Teile der Großhirnrinde. Die Folgen sind Gedächtnisschwund, Sprachstörungen und motorische Störungen.
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Parkinson-Krankheit: Symptome und Ursachen
Nach Alzheimer ist die Parkinson-Erkrankung die zweithäufigste der neurodegenerativen Erkrankungen. Bei den meisten Menschen treten die ersten Anzeichen ab dem 50. Lebensjahr auf. Hierbei werden Zellen zerstört, die für die Produktion von Dopamin verantwortlich sind. In der Folge kommt es zu einem akuten Dopaminmangel, der sich vor allem auf die Motorik auswirkt. Die Bewegungen verlangsamen sich, die Extremitäten werden steif und die Muskeln zittern im Ruhezustand vor allem in den Händen.
Bei der Parkinson-Krankheit kommt es zu einem Abbau von Nervenzellen in einer bestimmten Region im Mittelhirn, der sogenannten schwarzen Substanz (Substantia nigra). Dort befinden sich die Nervenzellen, die für die Produktion von Dopamin zuständig sind. Dopamin steuert unter anderem unsere körperlichen Bewegungen. Wenn Nervenzellen absterben, kommt es zu einem Dopaminmangel. Im Verlauf der Krankheit sterben aber auch die Nervenzellen ab, die das Acetylcholin regulieren. Dies führt zu einem Acetylcholinmangel, der im weiteren Krankheitsverlauf unter anderem kognitive Störungen im Gehirn begünstigen kann.
Die genauen Ursachen und Zusammenhänge für das Absterben der Nervenzellen sind noch nicht geklärt. Eine entscheidende Rolle scheint ein Protein namens Alpha-Synuclein zu spielen. Es verklumpt sich in den Nervenzellen zu kleinen Ablagerungen. Lewy-Körperchen (rund) sind in den Hirnnervenzellen bei Menschen mit Parkinson nachweisbar. Das Risiko für eine Parkinson-Demenz steigt vor allem mit dem Alter. In der Altersgruppe der Menschen über 75 entwickelt ungefähr jeder zweite Person mit Parkinson zusätzlich eine Demenz.
Parkinson-Demenz: Eine spezielle Form der Demenz
Die Parkinson-Demenz ist ein mögliches Begleitsymptom der Parkinson-Krankheit. Bei nahezu 30 Prozent aller Parkinson-Patientinnen tritt eine Parkinson-Demenz auf. Neben den Bewegungsstörungen, aufgrund von Parkinson, treten zusätzlich Beeinträchtigungen der mentalen Fähigkeiten auf. Parkinson-Demenz ist ein Symptom, welches mit der Parkinson-Krankheit einhergehen kann und nicht heilbar ist. In etwa ein Drittel der Parkinson-Patientinnen sind von der Parkinson-Demenz betroffen. Für die Diagnose einer Parkinson-Demenz müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen beginnt und verläuft die Symptomatik eher schleichend und zum anderen müssen mindestens zwei kognitive Funktionen gestört sein, wie z. B. die Aufmerksamkeit und die Sprache. Bevor von einer Parkinson-Demenz gesprochen wird, besteht die Symptomatik meist bereits seit 6 Monaten und schränkt die betroffene Person im alltäglichen Leben ein.
Von einer Parkinson-Demenz spricht man, wenn ein Mensch mit Parkinson mindestens zwei kognitive Einschränkungen aufweist, die sein unabhängiges Leben erschweren. Wie stark diese Einschränkungen sind, ist von Person zu Person unterschiedlich. Häufig sind die Aufmerksamkeit, die Problemlösefähigkeit, die Sprache oder die Orientierung betroffen. Auch das Lang- und Kurzzeitgedächtnis kann bei Menschen mit Parkinson-Demenz nachlassen. Menschen mit Parkinson-Demenz verarbeiten Informationen oft langsamer und es kann zu Persönlichkeitsveränderungen kommen.
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Symptome der Parkinson-Demenz
Die Symptome der Parkinson-Demenz können, wie bei Demenz-Symptomen anderer Demenzformen, individuell in Art und Ausprägung variieren. Typischerweise treten bei der Parkinson-Demenz kognitive Einschränkungen auf. Diese unterscheiden sich jedoch von den typischen Alzheimer-Symptomen wie z. B. Gedächtnisprobleme.
Symptome der Parkinson-Demenz sind z. B.:
- Probleme, aufmerksam zu sein bzw. zu bleiben
- Probleme mit der visuell-räumlichen Wahrnehmung und Orientierung
- Verlangsamung der kognitiven Prozesse (z. B. verringerte Reaktionszeit)
- Schwierigkeiten beim Sprechen, Planen, Denken, Einhalten von Reihenfolgen
- Verringerung oder Verlust der Multitasking-Fähigkeit
- Veränderungen der Persönlichkeit
- Veränderungen des Verhaltens (z. B. Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit)
- Begleitsymptome wie Depression, Angstzustände, Halluzinationen
Die Parkinson-Demenz macht sich durch verschiedene Störungen der kognitiven Funktionen bemerkbar:
- Beeinträchtigte Aufmerksamkeit: Aufgaben, die eine hohe Aufmerksamkeit erfordern, sind für die Betroffenen schwer zu erfüllen
- Schwierigkeiten beim Planen und Ausführen von Tätigkeiten
- Verlangsamtes Denken
- Beeinträchtigungen bei der räumlichen Orientierung und Wahrnehmung
- Schwierigkeiten, kürzliche Ereignisse oder neu erlernte Inhalte abzurufen
- Manchmal Schwierigkeiten, Worte zu finden und Probleme, komplizierte Sätze zu bilden
Im Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit, bei der vor allem das Kurz- und Langzeit-Gedächtnis gestört sind, betrifft die Parkinson-Demenz vor allem die Aufmerksamkeit und die Geschwindigkeit von Denkprozessen. Auch die Lernfähigkeit selbst bleibt erhalten, allerdings sind erlernte Inhalte nur mit Verzögerung abrufbar.
Neben den kognitiven Beeinträchtigungen kommt es bei Menschen mit Parkinson-Demenz auch zu Änderungen des Verhaltens. Betroffene wirken oft apathisch, sie verlieren ihre Spontaneität und Motivation. Auch Veränderungen der Persönlichkeit und Stimmungsschwankungen mit Ängsten und depressiven Symptomen treten auf. Einige Menschen mit Parkinson-Demenz leiden an Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
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Ursachen der Parkinson-Demenz
Die Ursache der Parkinson-Demenz ist nicht eindeutig. Wie auch bei anderen Demenzformen, spielen Eiweißablagerungen und Botenstoffe eine Rolle. Der Mangel am Botenstoff Dopamin und folglich auch Acetylcholin sowie die Lewy-Körperchen begünstigen die Entwicklung einer Parkinson-Demenz.
Wissenschaftlerinnen vermuten, dass bei Parkinson-Patientinnen ein Mangel an Dopamin und damit ein Ungleichgewicht zwischen den Botenstoffen Dopamin und Acetylcholin herrscht. Dopamin ist für die Steuerung körperlicher Funktionen verantwortlich, weshalb sich der Mangel an Dopamin negativ auf diese auswirkt.
Aufgrund des Mangels an Dopamin kommt es zu einer „Ausgleichfunktion“ des Körpers und die Menge an Acetylcholin steigt stark an. Im Verlauf der Parkinson-Erkrankung sterben jedoch Zellen ab, welche diese Botenstoffe erzeugen. Folglich herrscht nicht nur ein Mangel an Dopamin, sondern ebenfalls an Acetylcholin. Letzteres ist wichtig für die geistigen Fähigkeiten und bekannt als mögliche Ursache einer Demenz.
Auch bei verstorbenen Parkinson-Patient*innen werden Lewy-Körperchen im Gehirn festgestellt. Anders als bei der Lewy-Körperchen-Demenz sind diese nicht vermehrt in der Großhirnrinde zu finden, sondern in der Substantia nigra, welches ein Kerngebiet im Mittelhirn darstellt.
Risikofaktoren der Parkinson-Demenz
Es sind mehrere Risikofaktoren der Parkinson-Demenz bekannt. Ein bedeutender Risikofaktor ist das Lebensalter. Mit 70+ Jahren steigt das Risiko einer Parkinson-Demenz enorm. Daneben beeinflusst die Dauer der Parkinson-Krankheit das Auftreten einer Demenz. Auch weitere Erkrankungen bzw. Symptome wie Halluzinationen oder Depression sind Risikofaktoren.
Betroffene der Parkinson-Demenz können ein Symptom der Parkinson-Krankheit sein. Nicht alle Parkinson-Patientinnen weisen eine Demenz auf, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit diese Symptomatik zu bekommen bei Parkinson-Patientinnen um die sechsmal höher als bei Menschen ohne Parkinson-Erkrankung. Zudem steigt das Risiko einer Parkinson-Demenz mit dem Alter. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt bei 72 Jahren.
Diagnose der Parkinson-Demenz
Bei Verdacht auf eine Demenz wie der Parkinson-Demenz wird der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen. Zuerst erfragt er die Krankengeschichte (Anamnese) im Gespräch mit dem Betroffenen und den Angehörigen. Dabei lässt er sich zum Beispiel die Symptome genau schildern, also etwa Probleme mit der Konzentration. Außerdem fragt der Arzt, seit wann diese Symptome bestehen, ob andere Erkrankungen vorliegen und welche Medikamente der Betroffene einnimmt.
Nach dem Anamnese-Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Außerdem entnimmt der Arzt eine Blutprobe für eine Laboranalyse. Mit sogenannten kognitiven Kurztests prüft der Arzt, ob der Betroffene tatsächlich an einer Parkinson-Demenz (oder sonstigen Demenz) leidet. Allerdings sind diese Tests bei leichter Demenz wenig aussagekräftig. Dann ist gegebenenfalls eine vertiefende neuropsychologische Untersuchung nötig. Bei Demenz-Verdacht wird oft das Gehirn bildlich dargestellt - mittels Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspintomografie). Bei dementen Menschen erkennt man auf den Aufnahmen, dass das Hirngewebe geschrumpft ist (Atrophie). In unklaren Fällen von Demenz folgen weitere Untersuchungen.
Um die geistigen Fähigkeiten zu überprüfen, gibt es spezielle Gedächtnistests. Ein Test, der extra für Menschen mit Parkinson entwickelt wurde, heißt PANDA-Test (Parkinson Neuropsychometric Dementia Assessment). Damit werden zum Beispiel die Aufmerksamkeit, das Erinnerungsvermögen oder die Wortfindung getestet. Wenn der Verdacht auf eine Demenz besteht, können weitere Tests wie eine MRT-Untersuchung zeigen, ob Teile des Gehirns geschrumpft sind.
Therapie der Parkinson-Demenz
Die Therapie der Parkinson-Demenz ähnelt der Alzheimer-Therapie. Mithilfe geeigneter (nicht-)medikamentöser Therapieansätze kann die Verschlechterung der Symptomatik hinausgezögert werden, um ein selbstständiges Leben der Betroffenen möglichst lange aufrechtzuerhalten.
Zunächst ist es manchmal notwendig, die Medikamente anzupassen, die gegen die Parkinson-Krankheit eingenommen werden. Manche Präparate verstärken nämlich eine Demenz. Sie sollten deshalb gegen andere ersetzt werden, die das nicht tun.
Medikamentöse Therapie
Es gibt auch Medikamente, die gezielt die Symptome der Parkinson-Demenz lindern. Dazu zählen vor allem Präparate mit dem Wirkstoff Rivastigmin. Das ist ein sogenannter Acetylcholinesterase-Hemmer:
Die Acetylcholinesterase ist ein Enzym, das im Gehirn den Nerven-Botenstoff (Neurotransmitter) Acetylcholin abbaut. Wie bei der Alzheimer-Demenz besteht auch bei der Parkinson-Demenz ein Mangel an Acetylcholin. Rivastigmin behebt diesen Mangel, indem es das Enzym hemmt, das normalerweise Acetylcholin abbaut. So bleiben Hirnleistungen wie Denken, Lernen und Erinnern länger erhalten. Zudem kommen die Betroffenen in ihrem Alltagsleben wieder besser zurecht.
Gegen die Symptome der Parkinson-Demenz können Medikamente mit dem Wirkstoff Rivastigmin helfen. Dieser kann dem Mangel am Botenstoff Acetylcholin entgegenwirken, sodass die kognitiven Funktionen länger erhalten bleiben. Der Wirkstoff Donepezil wirkt sich auch positiv auf die kognitiven Leistungen und das allgemeine Befinden der Patientinnen aus. Angewendet wird dieser jedoch ohne offizielle Zulassung, weshalb hier von „off-label-use“ gesprochen wird. Während Neuroleptika bei einigen Demenzformen eingesetzt werden, um psychischen Symptomen entgegenzuwirken, werden diese bei der Parkinson-Demenz meistens nicht eingesetzt. Grund dafür, ist die erhöhte Anfälligkeit von Nebenwirkungen der Parkinson-Patientinnen. Es kann z. B. zur Verringerung der Beweglichkeit und Aufmerksamkeit kommen bzw. zur allgemeinen Verschlechterung der Parkinson-Symptome. Die Antipsychotika Clozapin und Quetiapin können gegebenenfalls eingesetzt werden.
Vorsicht bei Antipsychotika!
Antipsychotika (Neuroleptika) sind Medikamente gegen psychotische Symptome, zum Beispiel Halluzinationen, wie sie auch bei der Parkinson-Demenz vorkommen. Daher werden sie bei bestimmten Demenzformen angewendet. Bei der Parkinson-Demenz sind die meisten Antipsychotika (klassische und viele atypische Antipsychotika) allerdings tabu. Der Grund ist, dass die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen haben. Vor allem verschlechtern solche Wirkstoffe die Beweglichkeit und Wachheit (Vigilanz) beim Parkinson-Syndrom unter Umständen stark.
Nicht-medikamentöse Therapie
Wie bei allen Demenzformen ist auch die nicht-medikamentöse Therapie enorm wichtig, um den Symptomen bestmöglich entgegenzuwirken. Krankengymnastik bzw. Physiotherapie, alltägliche Bewegung, eine überdurchschnittliche Flüssigkeitszufuhr sowie eine gesunde Ernährung sollten beherzigt werden. Gedächtnistraining wird empfohlen und kann insbesondere im frühen Stadium der Parkinson-Demenz eingesetzt werden. Auch können künstlerische Therapieansätze und damit das Malen, Tanzen und/ oder Musizieren Bestandteil des Therapieplanes sein. Insgesamt ist es von großer Bedeutung auf die Ernährung, Bewegung, kognitives Training sowie soziale Kontakte zu achten.
Neben Medikamenten sind auch nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Parkinson-Demenz (und anderen Demenzen) sehr wichtig. Empfehlenswert sind zum Beispiel Krankengymnastik, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung. Gedächtnistraining („Gehirnjogging“) bietet sich bei leichten Formen von Parkinson-Demenz an, solange sich die Betroffenen mit Freude und ohne Frustration daran beteiligen. Auch künstlerisch-expressive Therapieformen wie Malen, Musik und Tanz wirken sich unter Umständen positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Betroffenen aus. Bei Parkinson-Demenz ist es auch wichtig, die Wohnräume bedürfnisgerecht zu gestalten. Dazu gehört, mögliche Gefahren- und Verletzungsquellen zu beseitigen.
Folgen der Parkinson-Demenz
Die Folgen der Parkinson-Demenz sind zunächst das Auftreten zahlreicher Symptome und Begleiterscheinungen. Aufgrund der körperlichen und mentalen Beeinträchtigungen sollten Gefahrenquellen, insbesondere im Eigenheim, beseitigt werden. Im Verlauf der sich verschlechternden Symptomatik, ist die betroffene Person zudem verstärkt auf Hilfe angewiesen. Eine Folge der Parkinson-Demenz sind unter anderem erhebliche Einschränkungen im Alltag. Um den Alltag der Betroffenen nicht zusätzlich zu erschweren, sollte auf eine angemessene Wohnsituation geachtet werden. Teppiche, Spielzeuge und ähnliches sind Stolperfallen, die verhindert werden sollten. Zudem sollten Möbel und ähnliches nicht verschoben werden, sodass die Orientierung im eigenen Zuhause nicht noch schwerer fällt.
Betroffene der Parkinson-Demenz sind im schleichenden Verlauf auf Hilfe angewiesen. Für Angehörige kann die Symptomatik und das Betreuen der erkrankten Person sehr kräftezehrend sein. Unterstützend können ambulante Pflegedienste Ihnen und der betroffenen Person zur Seite stehen. Daneben ist ein angemessener und individueller Therapieplan unabdingbar.
Unterschiede zwischen Parkinson-Demenz und Alzheimer
Während die Alzheimer-Demenz insbesondere mit Gedächtnisstörungen und -verlust in Verbindung steht, tritt dies bei Parkinson-Patientinnen erst im späten Verlauf der Parkinson-Demenz auf. Die Parkinson-Demenz geht mit Aufmerksamkeitsstörungen und verlangsamter kognitiver Verarbeitung einher. Parkinson-Patientinnen können Neues erlernen bzw. Informationen abspeichern, wobei sich das Abrufen dieser Informationen verzögert. Alzheimer-Patient*innen, können neue Dinge sehr eingeschränkt bis gar nicht erlernen. Auch ist Alzheimer die häufigste Demenzform.
Im Gegensatz zu einer Alzheimer-bedingten Demenz, bei der häufig Gedächtnisprobleme das erste Symptom sind, äußert sich eine Parkinson-Demenz zunächst vor allem in Aufmerksamkeitsstörungen und einer Verlangsamung des Denkens. Das bedeutet: Die Betroffenen können Informationen einfach nicht mehr so rasch wie gewohnt verarbeiten, sie haben Schwierigkeiten, Aufgaben wie gewohnt zu planen und zu erledigen; kurz: für alles und jedes ist jetzt viel mehr Zeit vonnöten. Die Lernfähigkeit bleibt allerdings - das ist ein weiterer Unterschied zur Alzheimer-Krankheit - länger erhalten.
Weitere Demenzformen
Neben der Parkinson-Demenz gibt es noch weitere Demenzformen wie z. B. die Alzheimer-Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz, die Frontotemporale Demenz und die Multiinfarkt-Demenz.
Lewy-Körperchen-Demenz
Die Lewy-Körperchen-Demenz (auch: Lewy-Body Demenz) ähnelt der Parkinson-Demenz in einigen Punkten. Beide Krankheiten führen zu Problemen beim Denken und bei der Bewegung. Es gibt jedoch zwei wichtige Unterschiede:
- Bei der Parkinson-Demenz sammeln sich schädliche Proteine vor allem in einem bestimmten Bereich des Gehirns, der Substantia nigra. Bei der Lewy-Körperchen-Demenz befinden sie sich dagegen hauptsächlich in der Großhirnrinde.
- Die Reihenfolge der Beschwerden ist unterschiedlich: Bei der Lewy-Körperchen-Demenz treten die Probleme mit dem Denken oft zuerst oder gleichzeitig mit den Bewegungsstörungen auf. Wenn eine Parkinson-Erkrankung vorliegt, kann sich im Krankheitsverlauf eine Demenz entwickeln.
Kennzeichnend für eine Lewy-Körperchen-Demenz sind:
- starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit und der Aufmerksamkeit
- optische Halluzinationen, die oft sehr detailreich sind, und
- leichte Parkinsonsymptome (unwillkürliches Zittern der Hände, Steifigkeit der Bewegungen
Es müssen aber nicht alle Symptome auftreten! Außerdem kommt es häufig zu Stürzen oder kurzen Bewusstlosigkeiten.
Vaskuläre Demenz
Bei vaskulären Demenzen kommt es in Folge von Durchblutungsstörungen des Gehirns zu einem Absterben von Nervenzellen. Vom Ausmaß der Durchblutungsstörung ist es abhängig, wie ausgeprägt die Demenz ist. Die häufigste Variante der vaskulären Demenz wird durch eine Wandverdickung in kleinen Blutgefäßen hervorgerufen, welche die tiefen Strukturen des Gehirns mit Blut versorgen. Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor. Die Gefäßerkrankung bewirkt kleine Infarkte (Lakunen) und eine Schädigung der Nervenfasern (Marklagerschäden).
Der Beginn der vaskulären Demenz ist oft schleichend, das Fortschreiten allmählich - also schwer von der Alzheimer-Krankheit zu unterscheiden. Allerdings sind die Symptome anders. Im Vordergrund stehen nicht Gedächtnisstörungen, sondern Verlangsamung, Denkschwierigkeiten oder Stimmungslabilität.
Eine seltenere Form der vaskulären Demenz ist die Multi-Infarkt-Demenz, bei der das Gehirn durch viele kleine Schlaganfälle geschädigt wird. Die Multi-Infarkt-Demenz beginnt meist plötzlich und schreitet in der Regel stufenweise fort. Die Krankheitssymptome sind denen der Alzheimer-Krankheit sehr ähnlich, es können aber körperliche Störungen wie Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen hinzu kommen.
Weitere Ursachen für Demenz
Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Ursachen für eine Demenz, die insgesamt jedoch seltener sind, wie z.B.:
- Creutzfeldt-Jakob Krankheit
- Korsakow-Syndrom
- Chronische Traumatische Enzephalopathie (CTE)
Prävention und Umgang mit Demenz
Körperlich aktiv zu bleiben ist eine der wichtigsten Empfehlungen in Sachen Prävention: Regelmäßige körperliche Übungen können nämlich nicht nur das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit, sondern auch das Risiko für die Entwicklung einer Parkinson-Demenz wesentlich senken. Speziell am Anfang kann kognitives Training wie das berühmte „Gehirn-Jogging“ Erfolge zeigen - es ist aber wichtig, dass die Erkrankten Spaß daran haben und keinem „Druck zum Lernen“ ausgesetzt werden. Und auch in diesem Krankheitsstadium wird Bewegung empfohlen: Je nach Vermögen der Betroffenen sind dies beispielsweise Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Nordic Walking, Koordinationstraining (z.B. Tanzen). Auch wichtig: Einige Medikamente gegen Parkinson haben eine austrocknende Wirkung, eine Dehydrierung kann die Verwirrtheit bei Parkinson-Demenz aber verstärken.
Um den Alltag der Betroffenen nicht zusätzlich zu erschweren, sollte auf eine angemessene Wohnsituation geachtet werden. Teppiche, Spielzeuge und ähnliches sind Stolperfallen, die verhindert werden sollten. Zudem sollten Möbel und ähnliches nicht verschoben werden, sodass die Orientierung im eigenen Zuhause nicht noch schwerer fällt.
Forschung und Ausblick
Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und viele weitere Einrichtungen in Deutschland und weltweit forschen an den Ursachen, um irgendwann vielleicht eine Möglichkeit zu finden, neurodegenerative Krankheiten zu heilen.
Forschende aus Tübingen entwickelten nun ein Verfahren, um Risikopatienten zu identifizieren und eine Therapieoption zu erarbeiten. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gelang die Charakterisierung grundlegender molekularer Mechanismen der Demenz bei Parkinson-Patienten mit Erbveränderungen im GBA-Gen. Diese Ergebnisse ermöglichen es erstmals, zwei wesentliche Ursachen der Demenz bei Parkinson-Patienten schon zu Lebzeiten der Betroffenen voneinander zu unterscheiden, was Auswirkungen auf mögliche Therapien haben wird.