Entgiftung bei Migräne: Wissenschaftliche Studien und natürliche Ansätze

Migräne ist eine idiopathische Kopfschmerzerkrankung, die sich durch starke, einseitige, rezidivierende, pulsierende Schmerzen auszeichnet. Die Schmerzen halten in der Regel mehrere Stunden bis Tage an und werden oft von vegetativen Begleitsymptomen wie Übelkeit und Erbrechen begleitet. Hinzu kommt eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen. Migräne kann sowohl mit als auch ohne Aura auftreten. Die genaue Ursache bei Migräne ist nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch von einer genetischen Veranlagung aus. Triggerfaktoren spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Enteicklung von Migräne.

Dieser Artikel beleuchtet die Rolle der Entgiftung und verschiedener wissenschaftlich fundierter Ansätze zur Linderung von Migräne, wobei sowohl traditionelle Methoden als auch moderne Forschungsergebnisse berücksichtigt werden.

Migräne verstehen

Migräne tritt bei etwa 30% der Frauen, 8% der Männer und 5% der Kinder auf und steht damit an zweiter Stelle der Kopfschmerzarten. Typischerweise zeigt sie sich zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr und selten nach dem 40. Lebensjahr. Die Diagnose basiert vor allem auf der Beschreibung der Symptome durch den Patienten. Wenn Patienten sich mit dem Leitsymptom „Kopfschmerz“ vorstellen, ist es für Ärzte wichtig, andere Ursachen für den Schmerz auszuschließen. Nur so ist eine korrekte Behandung der Kopfschmerzen möglich.

Ernährung als Schlüssel zur Migräne-Prävention

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung von Migräne. Es ist wichtig, regelmäßig zu essen und zu trinken. Regelmäßigkeit und kohlenhydratreiche Ernährung sind dabei zentrale Regeln für eine stabile Energieversorgung der Nervenzellen. Wer unter Migräne leidet, sollte Fertigprodukte meiden und vorsichtig sein mit Histaminen. Wichtig: regelmäßig trinken und in Ruhe essen. Welche Faktoren Kopfschmerzen oder Migräne auslösen, ist bei Betroffenen sehr verschieden. Ein Ernährungs- und Schmerztagebuch hilft, die sogenannten "Trigger" zu identifizieren. Darin werden alle Genussmittel, Stressfaktoren und Schmerzereignisse über mindestens vier Wochen protokolliert (Uhrzeit, Essen, Getränk, Besonderheiten, Beschwerden).

Ein guter Allgemein- und Ernährungsstatus kann dem Organismus helfen, Erkrankungen vorzubeugen oder diese zu überwinden. Etwa 30 Millionen Europäer leiden an Migräne. Wie genau die Migräne entsteht, ist nicht bekannt.

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Histamin und Migräne

Histaminreiche bzw. histaminfreisetzende Lebensmittel wie Rotwein, Schokolade, Käse, Bananen, Erdbeeren, usw. können Migräneanfälle auslösen. Histamin stellt laut verschiedenen Studien einen häufigen und gesicherten Auslöser für Migräneanfälle dar. Gerade wenn Sie als chronische Migräne Patien*innen auch unter Magen-Darm-Beschwerden leiden, ist es wichtig, die gesunde Darmflora zu stabilisieren und einen möglichen Mangel die Diaminoxidase DAO zu überprüfen. Das Enzym DAO ist im Dünndarm für den Abbau von Histamin verantwortlich, deshalb kann auch ein Mangel an DAO zur Migräne führen.

Serotonin und Migräne

Mittlerweile gilt es als gesichert, dass es bei einem Migräneanfall zu einem Serotoninmangel kommt. Serotonin ( Neurotransmitter im ZNS ) wird auch als Glückshormon bezeichnet und wirkt unter anderem auf die Magen-Darm-Tätigkeit, das Herz-Kreislauf-System und trägt ebenso zur Blutgerinnung bei. Nahrungsmittel wie Nüsse, Vollkorngetreide und Eigelb, sowie eine gute Versorgung mit Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B6 und B12, sorgen für einen ausgeglichenen Serotoninspiegel.

Magnesium und Coenzym Q10

Vielen Betroffenen ist schon bekannt, dass Magnesiummangel ein Auslöser für Migräne ist. In Studien wurde gezeigt, dass eine Magnesiumzufuhr von 500-600 mg pro Tag eine präventive Wirkung hat. Die Migräne trat weniger auf und auch die Schmerzempfindlichkeit ging zurück. Es ist vor allem in Gemüse, Früchten, Nüssen, Samen, Kürbiskernen, Amaranth, Quinoa, Mandeln und Trockenfrüchten enthalten.

Coenzym Q10 scheint auch eine tragende Rolle für die Gefäßaktivität und die Energiebereitstellung in den Zellen, besonders in den Mitochondrien auch bei der Migräne und der chronischen Erschöpfung zu spielen. Prof. Dr. med. Peter Sandor konnte in Studien zeigen, dass es im Energiestoffwechsel von Migränepatienten zu einem erhöhten Energieverbrauch in den Mitochondrien im Gehirn kommen kann. In diesem Zusammenhang sollten natürliche Stoffe wie Coenzym Q10 berücksichtigt werden. Prof. Er vermutet, dass das zugeführte Coenzym Q10 ein Auffüllen der Energiereserven der Mitochondrien ermöglicht.

Omega-3-Fettsäuren

In einer US-Studie des US National Institute on Aging in Baltimore untersuchten Experten um Dr. Christopher Ramsden den Einfluss von Fettsäuren auf Migräne. Für die Untersuchung wurden 182 Migräne Patienten in 3 Gruppen unterteilt. Bei der ersten Gruppe wurde der Speiseplan um 1,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA täglich mit viel Lachs und ausgewählten Ölen erhöht. Patienten, die sich besonders Omega-3 reich ernährten, konnten Ihre Migräne Attacken deutlich (von rund 16 x monatlich auf 2-3 x monatlich) reduzieren. Eine Studie aus 2018 zeigt den Effekt von mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf die Vorbeugung von Migräne bei chronischen Migränepatienten. Den genauen Zusammenhang erklärt eine weitere Untersuchung. Migräne ist eine destabilisierende neuroinflammatorische Erkrankung, die durch wiederkehrende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Omega-3 Fettsäuren und Curcuminoide üben hier neuroprotektive und entzündungshemmende Wirkung über gleich mehrere Mechanismen aus.

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Nitratreiche Lebensmittel

Wenn Lebensmittel hohe Nitratgehalte aufweisen, dann können diese Nitrate im Mund von bestimmten Bakterien der dort ansässigen Mundflora in Nitrite umgewandelt werden - was im Grunde ein völlig normaler Prozess darstellt. Stickstoffmonoxid hat viele positive gesundheitliche Auswirkungen. Es verbessert unter anderem den Blutfluss und senkt den Blutdruck, weil es die Muskulatur der Gefäßwände entspannt. Man entdeckte in der Darmflora deutliche Unterschiede zwischen der Bakterienflora von Gesunden im Vergleich zur Bakterienflora der Migränepatienten (1). In der Migränegruppe fand man signifikant mehr Bakterien (Pseudomonas oligotype 2), die für die Nitrat-Nitrit-Umwandlung zuständig sind. Für Migränepatienten sind diese Bakterien jedoch nicht so günstig, da sie Migräne auslösen können - ob direkt oder indirekt ist noch unklar", so Embriette Hyde, Projektleiterin des American Gut Projects. Die Mundflora nun hängt direkt mit dem Zustand des Verdauungssystems und der dort vorhandenen Darmflora zusammen. Zur Regulierung der Mundflora können daher Probiotika eingenommen werden, die gemeinhin zum Aufbau der Darm- und Scheidenflora eingesetzt werden, wie z. B. Darüber hinaus sollten Migräneanfällige - wenigstens probeweise - nitratreiche Lebensmittel meiden. Denn die Art der Ernährung beeinflusst natürlich auch die Zusammensetzung der Mundflora. Wird viel Nitrat verzehrt, siedeln sich auch bevorzugt nitratverarbeitende Bakterien in der Mundflora an. Zu den nitratreichen Lebensmitteln gehören insbesondere Wurst und verarbeitete Fleischprodukte, Fischkonserven, manche Käse, manche Lachszubereitungen, Wasser (Nitratgehalt des Wassers kann beim zuständigen Wasserversorger erfragt werden), Bier und grüne Blattgemüse. Nichtsdestotrotz geht man davon aus, dass bei Blattgemüse die positiven Inhaltsstoffe (Vitamine, Antioxidantien, Mineralien) mögliche Schadwirkungen des Nitrats kompensieren können. Vitamin C scheint die Umwandlung des Nitrats zu bedenklichen Stoffen hemmen zu können. Dazu muss es aber regelmäßig über den Tag verteilt eingenommen werden, z. B.

Hildegard von Bingen und ihre Erkenntnisse

Hildegard von Bingen lebte im 12. Jahrhundert als Äbtissin und Expertin für Naturheilkunde. Teil ihrer Lehre sind auch Heilpflanzen, mit denen man Migräne und Kopfschmerz ganzheitlich behandeln kann. Dabei stand die Linderung von Beschwerden durch natürliche Heilkunde im Vordergrund. Wer unter chronischen Kopfschmerzen leidet, weiß, wie sehr diese die Lebensqualität einschränken. Die Heilige Hildegard erkannte damals, dass Menschen ihren Schmerzen oft hilflos ausgeliefert sind. Besonders groß ist der Leidensdruck, wenn nicht einfach nur der Kopf schmerzt, sondern Symptome wie eine Aura hinzukommen oder die Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Die Suche nach natürlichen Heilmitteln war ihr sehr wichtig. Auch sie selbst litt unter migräneartigen Kopfschmerzen, die sie typischerweise nach jeder Vision heimsuchten. Ihre Erkenntnisse fasste sie in der Causae et curae zusammen. Erstmals entstand damals die Annahme, dass die Darmflora für chronische Kopfschmerzen verantwortlich sei. Nicht nur bei Migräne geht es darum, die Ursachen zu erkennen und zu behandeln, statt nur die Symptome. Dabei spielen die Entgiftung über die Leber und die Entsäuerung des Körpers eine wichtige Rolle. Die bekannte Birnhonig-Kur mit Bärwurz nach Hildegard von Bingen dient vorrangig dazu, den Darm zu reinigen und die Abwehrkräfte zu stärken.

Die Birnhonig-Kur nach Hildegard von Bingen

Zunächst halbiere die Birnen, befreie sie vom Kernhaus und koche sie auf. Zerstampfe sie hinterher zu Mus und gib den Honig dazu. Dann kannst du die Würzmischung einrühren oder selbst Zutaten mischen. Verwende für deine Kur am besten Galgantwurzel, Süßholz, Pfefferkraut und natürlich Bärwurz. Gib alles in ein verschließbares Gefäß. Es ist sinnvoll, diese Entgiftungskur alle ein, zwei Jahre zu wiederholen. Bei bekanntem Migräneleiden darfst du die Einnahme-Prozedur auch ohne Pause zweimal hintereinander durchführen. Um den Effekt zu verstärken, kannst du zusätzliche Detox-Maßnahmen in deinen Alltag integrieren. Hildegard von Bingen nennt die Darmsanierung mit ihrer Kur „wertvoller als Gold“. Doch was meint die moderne Wissenschaft dazu? Das Universalmittel zur Entgiftung enthält wertvolle Bitterstoffe. Wissenschaftlichen Studien zufolge tragen diese zur Bekämpfung von Übersäuerung bei. So stärkt die Kur die Darmflora, und kann dadurch chronische Kopfschmerzen und Migräne reduzieren, denn es gibt Belege dafür, dass eine geschwächte Darmflora schwere Kopfschmerzen begünstigen kann. Darauf weist auch Migräneliga e.V. hin. Im Umkehrschluss trägt die Reinigung von Galle und Darm zu einer Besserung der Symptomatik sowie zur Vorbeugung bei.

Natürliche Heilmittel und Entspannungstechniken

In der Naturheilkunde gibt es einige Kräuter, die gegen Migräne helfen. Möchte man den Symptomen entgegenwirken, bieten sich spannungslösende Heilpflanzen zum Auftragen an. Besonders beliebt sind dabei Pfefferminzöl, Kältebehandlung und die Birnhonig-Kur mit Bärwurz nach Hildegard von Bingen. Wenn jemand unter Kopfschmerzen oder unter Migräne leidet, kann er dieses Naturheilmittel 3 Wochen lang 3x täglich anwenden. Es stärkt die Darmflora und bietet beste Voraussetzungen für langfristige Abhilfe. Außerdem ist es ratsam, die Ernährung dauerhaft umzustellen oder Fastenkuren einzubauen, um den Darm zu stärken. Ein Heilpraktiker mit ganzheitlichem Ansatz kann bei Migräne helfen. Es ist wichtig, zu berücksichtigen, dass Schmerzen Symptome sind, die man nicht einfach nur lindern sollte, sondern deren Ursprung es zu identifizieren gilt. Meditation hilft bei Migräne.

Kopfmassage und Akupressur

Bei Migräneschmerzen kannst du deinen Kopf massieren. Das löst die Anspannung und sorgt dafür, dass der Schub erträglicher wird. Damit die Massage wirkt, ist die richtige Technik entscheidend. Möchtest du Kopfschmerzen durch Massage lösen, musst du Akupressurpunkte am Kopf stimulieren. Diese sitzen z.B. oberhalb der Augenbrauen an den Schläfen. Meist reicht es aus, kreisende Bewegungen mit leichter Druckausübung um die Schläfen herum durchzuführen. Nicht selten kommt es aufgrund von Verspannungen zu Migräneanfällen. Spannungskopfschmerzen lassen sich langfristig gut mit speziellen Übungen von Liebscher & Bracht zu Hause behandeln.

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Die Rolle des Energiestoffwechsels und der Mitochondrien

Neue Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Migräne ein Energie-Defizitsyndrom des Gehirns mit Fehlsteuerung des Energieumsatzes in den Mitochondrien der Nervenzellen ist. Dieses führt zu einer Kaskade von neurologischen Symptomen. Mittels Magnetresonanzspektroskopie (MRS) konnten zahlreiche Substanzen analysiert werden, welche im Energiestoffwechsel beteiligt sind. Diese schließen Laktat, Magnesium und Adenosintriphosphat ein. Studien haben Veränderungen im Hypothalamus, Thalamus und im Hirnstamm identifiziert. Diese legen eine endokrine Entstehung der Migräne nahe. Oxidative Stresslevel übersteigen dabei die antioxidativen Fähigkeiten der Nervenzellen. Die Migräneattacke unterstützt dabei möglicherweise die Wiederherstellung des ausgeglichenen Energiehaushaltes des Gehirns. Sie reduziert schädigenden oxidativen Stress. Nervenzellen halten ihre Fähigkeit reduzierende oder oxidierende Stoffe zu neutralisieren, stabil, indem sie oxidierende bzw. reduzierende Stoffe herstellen und bevorraten. Wird die normale Reparatur- und Entgiftungsfunktion einer Zelle überfordert, nennt man dies oxidativer Stress. Eine Fehlsteuerung der mitochondrialen Enzymfunktion und der Glukose-Verstoffwechslung sowie oxidativer Stress können spezifische Antworten auf externe Auslöser sein. Trigger oder Auslöser wirken demnach nicht an sich. Ihre Wirkung ist vielmehr eine Folge von Störungen im Energiestoffwechsel des Gehirns. Entscheidend ist bei der Entstehung der Migräneattacke nicht der Anfall an sich. Dieser entsteht vielmehr in der Folge von mannigfaltigen Ereignissen häufig schon Wochen bevor der eigentliche Anfall auftritt. Diese Ereignisse kulminieren dann in einer Migräneattacke. Der direkte Zeitraum vor dem eigentlichen Anfall ist daher nicht von entscheidender Bedeutung. Der Ratschlag, Trigger zu vermeiden funktioniert daher in der Regel nicht. Sie wirken zu bestimmten Zeiten, zu anderen Zeiten nicht. Trigger kulminieren in einer Migräneattacke, wenn eine gewisse Schwelle überschritten ist, die in der Biologie der Betroffenen bedingt ist, nicht jedoch in der physikalischen Eigenschaft des Triggers. Gemeinsamer Faktor der Auslöser ist damit deren Fähigkeit in der Summe oxidativen Stress zu bedingen. Oxidativer Stress wird aufgrund eines Defizits der nervalen Energievorräte bedingt. Die Folge ist, dass die Nervenzellen ihre Energie nicht mehr für die Abwehr von oxidativem Stress nutzen können, die antioxidative Verteidigung nicht mehr ausreichend möglich ist.

Neue Behandlungsstrategien

Aus diesen Erkenntnissen ergibt sich eine völlig neue Herangehensweise für die Behandlung der Migräne. Insbesondere kann damit weit vor dem eigentlichen Ausbruch der Migräneattacke durch Wissen und angepasste Verhaltensweisen therapeutisch eingegriffen werden. Dabei wird das frühere Denken, dass die Migräneattacke die eigentliche Erkrankung ist, welche unterdrückt werden muss, in Frage gestellt. Daraus ergeben sich neue wesentliche vorbeugende Behandlungsstrategien. Behandlungen, die den Hirnstoffwechsel normalisieren, spielen dabei eine zentrale Rolle. Maßnahmen, die eine Stabilisierung des Energiestoffwechsels als Ziel haben, sollten daher primär als Therapie im Mittelpunkt stehen. Im Fokus steht dabei auch Ernährung. Sie stellt die Energie, die Fähigkeit zu arbeiten, den Nervenzellen zur Verfügung. Aber auch für die Behandlung der akuten Attacke kann eine Stabilisierung des Energiehaushaltes bedeutsam sein. Koffein aktiviert den Energieumsatz aus Kohlenhydraten in nervale Energie. Auch Kortikosteroide können über einen metabolischen Effekt in den Energiehaushalt der Nervenzellen therapeutisch eingreifen. In der Zusammenschau ist die Migräneattacke eine Schutzreaktion des Gehirns zur Schadensabwehr und nicht das eigentliche Problem.

Magnesium gegen Migräne

Migräne - das Kopfgewitter gehört zu den Krankheiten mit dem stärksten Leidensdruck weltweit. Für Magnesium sprechen die gute Verträglichkeit als natürlicher Baustein des Organismus sowie die Kombinationsfähigkeit mit anderen Wirkstoffen wie Vitamin B und Coenzym Q10. Es ist an über 600 enzymatischen Reaktionen beteiligt und spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel. Magnesium trägt dazu bei, dass ATP effizient in den Mitochondrien, den "Energiezentralen" der Zellen, hergestellt wird. Vor allem Sportler wissen den Mineralstoff zu schätzen, der zusammen mit Calcium für die Muskelkontraktion benötigt wird. Magnesium übt eine Kernfunktion für die Steuerung des Nervensystems aus, indem es das elektrische Potenzial der Neuronen moduliert. Migräne zu den typischen Symptomen eines Magnesiummangels gehören. Die genauen Mechanismen zur Entstehung von Migräne sind komplex und noch nicht vollständig verstanden. Ein zentraler Ansatzpunkt ist hier der NMDA-Rezeptor, eine Art Schaltstelle für die Signalübertragung im Gehirn, an der der Neurotransmitter Glutamat andockt. Ein Mangel an Magnesium kann dazu führen, dass dieser Schutzmechanismus ausfällt. Eine der wichtigsten Funktionen des Magnesiums im Nervensystem ist nämlich seine Interaktion mit dem NMDA-Rezeptor, an den der aktivierende Neurotransmitter Glutamat andocken kann. Das Magnesium-Ion blockiert den NMDA-Rezeptor (Für Nerds: genauer gesagt dessen Calciumkanal) und schützt die Zelle so vor einer Überregung. Die Folge davon können dann oxidativer Stress oder eine Streudepolarisation sein. Beides trägt vermutlich zur Entstehung von Migräne bei. In einer Observationsstudie zeigte sich, dass Magnesium sogar bei einer akuten Migräne helfen kann, sofern dieses intravenös verabreicht wird. Diese Art der Behandlung führte bei 54 Prozent der Probanden zu einer signifikanten Schmerzreduktion und 44 Prozent benötigten keine weiteren Heilmittel mehr (2). Dass Magnesium seine Stärken vor allem in der präventiven Therapie gegen Migräne entfaltet, zeigte sich in einer weiteren kontrollierten klinischen Studie. Es ist wichtig zu betonen, dass Magnesium alleine möglicherweise nicht ausreichend ist, um Migräneanfälle zu verhindern. Laut dem National Institute of Health liegen die allgemeinen täglichen Empfehlungen für Erwachsene je nach Alter und Geschlecht zwischen 310 und 420 mg. Diese Dosierungsempfehlungen orientieren sich auch an den Leitlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Insgesamt spricht viel für Magnesium gegen Migräne im Rahmen der Prophylaxe. Magnesium kann ein wirksamer Bestandteil bei der Prophylaxe von Migräne sein. Ist die Ursache von Kopfschmerzen und Migräne ein Magnesiummangel, können sich die Effekte nach einigen Wochen zeigen.

Schulmedizinische Behandlungsansätze

Die Behandlung hängt von der Schwere und Häufigkeit der Anfälle ab. Es gibt Ansätze zur akuten Behandlung (acute treatment migraine) während eines Anfalls und präventive Maßnahmen, um die Anzahl und Schwere der Anfälle zu reduzieren. Bei leichten bis mittelstarken Migräneattacken sind NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika) die bevorzugten Medikamente. Dazu gehören Acetylsalicylsäure (kurz ASS), die sowohl oral als auch als Infusion gegeben werden kann. Weitere NSAR-Optionen sind Ibuprofen, Diclofenac-Kalium und eine Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein. Mittelschwere bis schwere Migräneattacken werden hauptsächlich anhand von Triptane behandelt. Beispiele für diese Medikamente sind Sumatriptan und Almotriptan. Sie können auf verschiedene Weisen verabreicht werden - von Tabletten über Nasensprays bis hin zu Injektionen. Besonders wirksam ist die subkutane Gabe von Sumatriptan. Triptane wirken, indem sie spezielle Rezeptoren im Gehirn aktivieren und Entzündungen sowie Blutgefäßverengungen hemmen. Triptane können jedoch auch Nebenwirkungen haben, darunter einen kurzzeitigen Blutdruckanstieg, Kältegefühle, Schwindel und Müdigkeit. Bei zu häufiger Anwendung können sie sogar Kopfschmerzen verursachen. Bei anhaltende Kopfschmerzen und wenn orale Medikamente nicht helfen, können ASS (in einer speziellen Form) oder Sumatriptan als Injektionen gegeben werden.

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