Einführung
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Krampfanfälle aufgrund vorübergehender Funktionsstörungen von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Obwohl viele Faktoren Epilepsie auslösen können, wird in diesem Artikel der mögliche Zusammenhang zwischen Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) und Epilepsie untersucht.
Nasennebenhöhlenentzündung: Ursachen und Komplikationen
Bei jedem Schnupfen wird immer auch die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen in Mitleidenschaft gezogen. Daraus können chronische Entzündungen entstehen. Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung liegt vor, wenn die Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen über einen Zeitraum von mehr als zwölf Wochen entzündet bleiben - ohne dass es zwischenzeitlich zu einer vollständigen Abheilung kommt. Anders als bei einem gewöhnlichen Schnupfen heilt die Entzündung hier nicht von selbst aus, sondern besteht dauerhaft fort und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Die Ursachen für eine chronische Rhinosinusitis sind vielschichtig und oft nicht eindeutig einem einzigen Auslöser zuzuordnen. Häufig wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen, was die Diagnose und Behandlung besonders anspruchsvoll macht. Die häufigsten Auslöser sind:
- Wiederkehrende Infektionen der oberen Atemwege: Häufige Erkältungen oder grippale Infekte können die Schleimhäute dauerhaft reizen und anfälliger für Entzündungen machen.
- Allergien: Allergien, z. B. gegen Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare, führen zu einer chronischen Schwellung der Nasenschleimhäute, wodurch die Belüftung und der Abfluss der Nebenhöhlenflüssigkeit behindert werden.
- Anatomische Besonderheiten: Strukturelle Veränderungen in der Nase, wie eine verkrümmte Nasenscheidewand, verengte Nebenhöhlengänge oder knöcherne Wucherungen, können die Belüftung der Nasennebenhöhlen beeinträchtigen.
- Nasenpolypen: Dabei handelt es sich um gutartige, meist entzündlich bedingte Wucherungen der Nasenschleimhaut, die wie weiche Gewebeausstülpungen in der Nasenhöhle sitzen.
- Umweltfaktoren und Schadstoffe: Dauerhafte Belastung durch Tabakrauch, aggressive Chemikalien, Staub, Schimmelsporen oder sehr trockene Luft kann die Schleimhäute ebenfalls reizen und schwächen.
- Störungen des Immunsystems: Bei einem geschwächten oder fehlgesteuerten Immunsystem kann die Abwehr von Viren, Bakterien oder Pilzen im Nasen-Rachen-Raum nicht effektiv erfolgen.
Durch die Nähe zu Gehirn und Orbita kommt es vor, daß sie dorthin übergreifen. Eine Sinusitis kann sich etwa von der Stirnhöhle ins Gehirn ausbreiten. Auch bei orbitalen Komplikationen ist die Stirnhöhle eine Überleitungsstelle. Bei Kindern entstehen Entzündungen der Orbita relativ häufig aus einer Sinusitis der Siebbeinzellen, da diese im Gegensatz zu den anderen Nebenhöhlen bei Geburt schon ausgeprägt sind.
Bei den orbitalen Komplikationen unterscheidet man verschiedene Stadien. Im Stadium I haben die Patienten ein entzündliches Lidödem mit Schwellung von Ober- und/oder Unterlid. Typisch für Stadium II ist die periorbitale Osteitis mit Ödem und Schmerzen. Beim subperiostalen und Orbitaabszeß (Stadium III und IV) ist die Beweglichkeit des Augapfels eingeschränkt und oft auch der Visus, die Patienten haben starke Schmerzen. Eine septische Thrombose des Sinus cavernosus (Stadium V) kann sich durch venöse Verbindungen auf das noch gesunde Auge ausbreiten und zur Erblindung führen.
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Wegweisend für die Diagnose ist der klinische Befund des geschwollenen und geröteten Auges mit der Anamnese einer Rhinitis. Endoskopisch findet man ein Ödem der mittleren Muschel mit verlegtem mittleren Nasengang. Eine augenärztliche Kontrolle ist ebenfalls obligatorisch. Bei Verdacht auf einen subperiostalen Abszeß empfiehlt sich eine Computertomographie, ebenso die Bestimmung von Entzündungsparametern. Differentialdiagnostisch kommen Verletzungen, Erysipel, Konjunktivitis, Allergien, Insektenstich oder Entzündungen der Tränendrüse in Frage. In den Stadien I und II genügt meist noch die I.v.-Gabe eines Antibiotikums, wobei ein Cephalosporin das Mittel der Wahl ist. Bessern sich die Beschwerden nicht, hilft oft die Entleerung von Eiter aus der mittleren Muschel. Ab Stadium III ist eine operative Sanierung angezeigt, am besten die endoskopisch kontrollierte Eröffnung der Nebenhöhlen.
Intrakranielle Komplikationen gehen bei Erwachsenen am häufigsten von der Stirnhöhle aus, bei Kindern von den Siebbeinzellen und der Keilbeinhöhle, entweder direkt oder über eine orbitale Komplikation. Bei Entzündungen der Zähne ist auch eine Ausbreitung übers Blut möglich. Zur Diagnose eignen sich CT sowie MRT.
Breitet sich eine Sinusitis ins Gehirn aus, ist die häufigste Folge eine Meningitis. Das epidurale Empyem entsteht meist an der Hinterwand der Stirnhöhle. Überschreitet die Entzündung die natürliche Barriere der Dura, kann ein Subduralabszeß oder -empyem entstehen. Dessen Symptome können zunächst gering sein, erst bei Ausdehnung ins Gehirn kommt es zu neurologischen Herdstörungen oder Krampfanfällen. Hirnabszesse bilden sich vor allem im Frontalhirn sowie zwischen grauer und weißer Substanz, meist durch eine Thrombophlebitis.
Weiterhin kann sich eine Sinusitis auf die Knochen ausdehnen. Eine von der Stirnhöhle ausgehende Osteomyelitis des Stirnbeins ist Pott’s puffy tumor, der gehäuft bei Teenagern vorkommt. Symptome sind Lichtscheu, Kopfschmerzen, Schwellung der Orbita und der Stirn mit Rötung und Fieber bis zur Perforation der Haut und Fistelbildung. Die Infektion kann ferner eine Osteitis der Siebbeinlamellen verursachen oder von der Keilbeinhöhle auf die Schädelbasis übergreifen. Eine Osteomyelitis des Oberkiefers, häufig bei Kindern, geht fast immer von den Zähnen aus.
Epilepsie: Ursachen, Symptome und Diagnose
Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Sie betrifft Menschen aller Altersgruppen und kann das tägliche Leben erheblich beeinflussen. Epileptische Anfälle können sowohl über einen bestimmten Zeitraum als auch ein Leben lang auftreten und äußern sich häufig durch Muskelzucken, oft begleitet von Bewusstlosigkeit. Der Kontrollverlust und die mit der Krankheit einhergehenden Einschränkungen im Alltag stellen für Betroffene und Angehörige eine große Belastung dar. Die gute Nachricht: in den meisten Fällen lassen sich weitere epileptische Anfälle effektiv durch Medikamente verhindern.
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Epilepsie ist eine vorübergehende, plötzlich auftretende Fehlfunktion des Gehirns, die durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet ist. Die Anfälle sind das Ergebnis übermäßiger elektrischer Aktivitäten im Gehirn oder einzelnen Bereichen. Treten zu viele Impulse gleichzeitig auf, äußert sich dies durch einen epileptischen Anfall. Dieser geht mit Verhaltens- oder Bewusstseinsstörungen, wie dem Zucken einzelner Muskeln, Krampfen des gesamten Körpers oder sogar Bewusstlosigkeit einher.
Wenn epileptische Anfälle ohne Grund häufiger (mehr als zwei Anfälle zwischen denen mehr als 24 Stunden liegen) auftreten, spricht man von einer Epilepsie. Erste Anfälle treten meist im Kindesalter oder erst ab dem 60. Lebensjahr auf, können jedoch je nach Ursache und Anfallsart auch zu anderen Zeitpunkten im Leben auftreten.
Die Symptome von Epilepsie können stark variieren, abhängig von der Art des Anfalls und den betroffenen Gehirnbereichen. Meist treten die Anfälle nur kurz, in der Regel für maximal zwei Minuten auf. Auch mehrere Anfälle hintereinander sind möglich.
Sollte ein epileptischer Anfall länger als fünf Minuten andauern, spricht man von einem „Status epilepticus“, einem absoluten Notfall, der einer schnellen Behandlung durch den Notarzt bedarf. In der Medizin werden zwei Hauptkategorien von Anfällen unterschieden:
Generalisierte Anfälle
Diese Art von Epilepsieanfällen betreffen das gesamte Gehirn und umfassen verschiedene Subtypen, darunter:
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- Absence-Anfälle: Plötzliche, kurze Bewusstseinsverluste ohne Krämpfe
- Myoklonische Anfälle: Arrhythmische Zuckungen der Muskeln
- Klonische Anfälle: Rhythmische Muskelzuckungen, die meist mit einem Bewusstseinsverlust einhergehen
- Tonisch-klonische Anfälle: Bewusstseinsverlust und heftige Muskelkrämpfe des gesamten Körpers
- Atonische Anfälle: Plötzlicher Verlust der Muskelspannung, was zu Stürzen führen kann
- Tonische Anfälle: Verkrampfen und Versteifen der Gliedmaßen für eine kurze Dauer
Fokale Anfälle
Fokale Anfälle beginnen in einem bestimmten Teil des Gehirns. Sie können als einfache fokale Anfälle auftreten, bei denen das Bewusstsein erhalten bleibt, oder als komplexe fokale Anfälle, bei denen das Bewusstsein beeinträchtigt ist. Fokale Anfälle beginnen mit motorischen oder nicht-motorischen Symptomen:
- Motorisch: Zucken eines Körperteils
- Sensorisch: Gefühlsstörungen
- Visuell: Sehveränderungen
Zusätzlich können weitere Symptome auftreten:
- Veränderung der Sinneswahrnehmung
- geistige Abwesenheit
- Schwindel
- Angstzustände
- Halluzinationen
- Schmatzen
- Grimassen
- Stammeln
- zielloses Umherlaufen
Epilepsie kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter genetische Veranlagung, Hirnverletzungen, Infektionen, Hirntumore, Schlaganfälle oder Entwicklungsstörungen. Ist die Ursache für die Erkrankung unbekannt, spricht man von einer kryptogenen Epilepsie. Entsteht sie durch strukturelle Veränderungen des Gehirns oder Grunderkrankungen, spricht man von einer symptomatischen Epilepsie.
Zusätzlich gibt es weitere Risikofaktoren, die einen epileptischen Anfall auslösen können:
- äußere Reize wie flackerndes Licht
- bestimmte Umstände wie Schlafmangel, Sauerstoffmangel, Vergiftungen, Alkohol, Betäubungsmittel oder hohes Fieber
Einige Auslöser, wie bestimmte Krankheiten oder Umstände, insbesondere Fieberkrämpfe bei Kindern können auch zu Gelegenheitsanfällen führen, obwohl keine Epilepsie vorliegt.
Möglicher Zusammenhang zwischen Nasennebenhöhlenentzündung und Epilepsie
Obwohl der direkte Zusammenhang zwischen Nasennebenhöhlenentzündung und Epilepsie noch nicht vollständig geklärt ist, gibt es mehrere mögliche Mechanismen, die eine Verbindung zwischen den beiden Erkrankungen nahelegen:
- Ausbreitung der Entzündung: In seltenen Fällen kann sich eine Sinusitis auf das Gehirn ausbreiten und dort eine Meningitis oder einen Hirnabszess verursachen. Diese Komplikationen können neurologische Schäden verursachen und das Risiko für epileptische Anfälle erhöhen.
- Chronische Entzündung: Chronische Entzündungen im Körper, einschließlich chronischer Sinusitis, können das Immunsystem aktivieren und Entzündungsprozesse im Gehirn verstärken. Diese Entzündungsprozesse können die Erregbarkeit der Nervenzellen erhöhen und das Risiko für epileptische Anfälle fördern.
- Riechstörungen: Weniger häufige Ursachen von Riechstörungen können Erkrankungen wie Epilepsie darstellen.
Diagnose und Behandlung
Wenn der Verdacht auf eine Sinusitis besteht, ist eine gründliche Untersuchung durch einen HNO-Arzt erforderlich. Die Diagnose umfasst in der Regel eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung, eine Endoskopie der Nase und der Nasennebenhöhlen sowie gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie CT oder MRT.
Die Behandlung der Sinusitis richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. In den Stadien I und II genügt meist noch die I.v.-Gabe eines Antibiotikums, wobei ein Cephalosporin das Mittel der Wahl ist. Bessern sich die Beschwerden nicht, hilft oft die Entleerung von Eiter aus der mittleren Muschel. Ab Stadium III ist eine operative Sanierung angezeigt, am besten die endoskopisch kontrollierte Eröffnung der Nebenhöhlen.
Wenn epileptische Anfälle auftreten, ist eine neurologische Untersuchung erforderlich, um die Ursache der Anfälle zu ermitteln und eine geeignete Behandlung einzuleiten. Die Diagnose von Epilepsie umfasst in der Regel eine Anamnese, eine körperliche Untersuchung, ein EEG (Elektroenzephalogramm) und bildgebende Verfahren wie MRT oder CT.
Die Behandlung von Epilepsie erfolgt in den meisten Fällen medikamentös mit Antiepileptika.
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