Epilepsie Zentrum Bielefeld: Umfassende Versorgung für Menschen mit Epilepsie

Das Epilepsie Zentrum Bielefeld, insbesondere die Universitätsklinik für Epileptologie im Krankenhaus Mara, bietet ein breites Spektrum an diagnostischen, therapeutischen und rehabilitativen Maßnahmen für Menschen mit Epilepsie. Die Angebote sind individuell auf die Bedürfnisse und das Lebensumfeld der Patientinnen und Patienten zugeschnitten und basieren auf dem neuesten Stand der medizinischen Forschung.

Trägerschaft und Werte

Das Krankenhaus Mara wird von den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel betrieben und blickt auf eine über 70-jährige Geschichte in Bielefeld zurück. Die Geschäftsführung liegt beim EvKB. Die diakonische Trägerschaft prägt die tägliche Arbeit und spiegelt sich in christlichen Werten wider. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind wegen Förderung mildtätiger, kirchlicher und als besonders förderungswürdig anerkannter gemeinnütziger Zwecke von der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer befreit.

Universitätsklinik für Epileptologie: Umfassendes Behandlungsspektrum

Die Universitätsklinik ist ein zuverlässiger Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern und bietet ein breites Behandlungsspektrum für akute und chronische Erkrankungen. Die Klinik verfügt über modernste diagnostische und therapeutische Verfahren und arbeitet auf wissenschaftlich höchstem Niveau sowie auf Basis aktueller Leitlinien. Jedes Jahr werden rund 40.000 junge Patienten stationär, als Notfallpatienten oder ambulant behandelt. Die Kompetenz der Klinik wird weit über die Grenzen Ostwestfalen-Lippes hinaus geschätzt.

Schwerpunkte der Neuropädiatrie

Die Neuropädiatrie im Kinderzentrum Bethel hat eine lange Tradition. Zu den häufigsten Erkrankungen, die hier behandelt werden, gehören infantile Zerebralparese (CP), Epilepsien, neuromuskuläre Erkrankungen und Bewegungsstörungen. Die Abteilung für Neuropädiatrie legt neben Epilepsien einen Schwerpunkt auf Entwicklungs- und Bewegungsstörungen sowie entzündliche Erkrankungen des Nervensystems. Ein großer Vorteil für die Patienten ist die enge Zusammenarbeit mit der Abteilung für Psychosomatik im Kinderzentrum, um neurologische und psychische Ursachen von Beschwerden wie chronischen Schmerzen, Missempfindungen oder Lähmungen zu erkennen.

Diagnostik

Für die Diagnose neurologischer Störungen steht ein großes EEG-Labor zur Verfügung, in dem die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen und aufgezeichnet werden kann. Ergänzt durch ein Video-EEG erhalten die Fachärzte in den meisten Fällen genauen Aufschluss über das Krankheitsbild. Die Neuropädiatrie verfügt über ein EEG-Labor mit 4 Video-Arbeitsplätzen und der Möglichkeit für Video-Langzeitableitungen bei Intensivpatienten. In der Neonatologie kommt ein aEEG-Gerät zum Einsatz. Ein mobiles Langzeit-EEG-Gerät ist zusätzlich vorhanden.

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die spezialisierten Neuropädiater arbeiten mit Heilpädagoginnen, Ergotherapeuten, Psychologen, Physiotherapeutinnen, Musik- und Kunsttherapeutinnen zusammen, um jedem Kind individuelle Angebote zu machen. Die Klinik hält 19 Betten auf den allgemeinpädiatrischen und Intensivstationen vor und wird durch die neuropädiatrische Hochschulambulanz mit DGfE-zertifizierter Epilepsie-Ambulanz ergänzt. Es besteht ein Konsiliardienst für die anderen Fachbereiche des Kinderzentrums. Angeschlossen an die Kinderklinik ist das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) mit jährlich über 3.500 Patienten. Hier werden Kinder mit Entwicklungsstörungen, neurologischen Erkrankungen und psychosozialen Entwicklungsbeeinträchtigungen von 0 bis 18 Jahren betreut. Die Universitätsklinik ist Teil des Westdeutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit (WZKJ).

Epilepsie-Ambulanz

Die Epilepsie-Ambulanz wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V. zertifiziert. Hier erfolgt auch eine erste Kontaktaufnahme im Rahmen eines ambulanten Kontaktes. In der Regel erhält das Kind eine EEG-Untersuchung und im Anschluss findet ein Gespräch mit einem Facharzt statt. Eltern von Kindern bis 12 Jahren nutzen die Kompetenz und Erfahrung insbesondere bei folgenden Anliegen:

  • Das Kind hat seit langem eine Epilepsie und immer noch viele Anfälle.
  • Das Kind ist noch ganz jung und hat die Diagnose epileptische Anfälle bekommen.
  • Das Kind ist schon mehrfach mit Anfällen im Krankenhaus gewesen, aber die Diagnose ist noch nicht klar.
  • Das Kind ist von einer seltenen Erkrankung mit epileptischen Anfällen betroffen.
  • Es werden Alternativen zu Medikamenten gesucht, wie z.B. die Ketogene Diät oder eine Operation.
  • Das Kind hat sich verändert, seit es die Medikamente nimmt.
  • Seit die Anfälle gekommen sind, stimmt etwas mit der Entwicklung nicht mehr.

Jugendliche ab 12 Jahren werden auf der Jugendseite von Kidron betreut. Zu den häufigsten Fragen gehören:

  • Die Epilepsie besteht seit langem und es gibt immer noch viele Anfälle.
  • Es gab vor kurzem den ersten großen epileptischen Anfall.
  • Es gab schon öfter Einweisungen in die Kinderklinik, aber es wird gesagt, dass keine Epilepsie vorliegt, sondern psychogene Anfälle.
  • Es besteht das Gefühl, dass die Medikamente nicht guttun.
  • Es wird sich gefragt, ob eine Behandlung mit Medikamenten überhaupt notwendig ist.
  • Es besteht Unklarheit, was Anfälle und Epilepsie überhaupt bedeuten.
  • Es werden Alternativen zu Medikamenten gesucht, wie z.B. eine Ketogene Diät oder eine Operation.
  • Es gibt Schwierigkeiten in der Schule seit Beginn der Anfälle und der Medikamenteneinnahme.
  • Es wird sich gefragt, ob der Führerschein gemacht werden darf und ob es Einschränkungen bei der Berufswahl gibt.

Behandlung schwer behandelbarer Epilepsien

Schwer behandelbare Epilepsien, wie das Dravet-Syndrom oder das Lennox-Gastaut-Syndrom, erfordern eine hohe, spezialisierte Expertise. Die Diagnose erfordert die spezialisierten Möglichkeiten eines Epilepsie-Zentrums von der genetischen Diagnostik bis zur epilepsie-chirurgischen Therapie. Eine multidisziplinäre Behandlung, die medizinische und psychosoziale Unterstützung umfasst, ist entscheidend, um die bestmögliche Versorgung und Lebensqualität für die betroffenen Kinder zu gewährleisten.

Epilepsiechirurgie

Die Epilepsiechirurgie wurde 1991 eingeführt und ist ein wichtiger Bestandteil des Behandlungsspektrums. Das Zentrum verfügt über eine lange und große Erfahrung zur epilepsiechirurgischen Behandlung vom Säuglingsalter an.

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Ketogene Ernährungstherapie

Seit 2005 bietet das Zentrum ketogene Ernährungstherapie an und hat diese bei mehr als 100 Kindern eingeleitet.

Rehabilitation

Die Rehabilitationsklinik erweitert das Angebot um Maßnahmen der medizinischen und medizinisch-beruflichen Rehabilitation. Dabei können die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Universitätsklinik für Epileptologie genutzt werden. In der Rehabilitation werden folgende Ziele verfolgt:

  • Krankheitsakzeptanz und -verarbeitung
  • Ausbildung
  • Beruf
  • Mobilität
  • Alltag

Aktuelle wissenschaftliche Daten zeigen, dass eine Rehabilitationsbehandlung frühzeitig nach der ersten Diagnose hilfreich ist.

Stationäre Aufnahme

Alle Zimmer sind mit Kamera zur Überwachung der Patienten ausgestattet. In einigen Zimmern besteht die Möglichkeit zur Videoaufzeichnung für diagnostische Zwecke. Die Kinder sind in der Regel in Doppelzimmern untergebracht. Ein Elternteil kann in der Regel das Kind im Zimmer begleiten (Rooming-in) und wird in die Pflege eingebunden. Für Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf stehen einzelne Therapie-Kinderbetten zur Verfügung. Zudem stehen in besonderen Fällen einzelne Eltern-Kind-Zimmer außerhalb der Station sowie Elternzimmer in einem Nachbargebäude zur Verfügung. Es gibt einen Tagesraum, in dem die Kinder gemeinsam essen können, ein Spielzimmer, einen Garten mit Sandkasten, Schaukeln, Hängematte, Basketballkorb, Bodentrampolin und Tischtennisplatte. In dem Gebäude befinden sich Räume der Dothan-Schule, einer Schule für Kranke der von Bodelschwinghschen Stiftungen.

Schulungen und Kurse

Während des stationären Aufenthaltes werden die Jugendlichen auf der Station in 4 bis 5 Einheiten zum Thema Anfälle, Ursachen, Auslöser, Diagnostik, Tabletteneinnahme, aber auch Lebensführung, Familie und Freunde, Freizeitgestaltung, Schule, Beruf und Führerscheinrichtlinien informiert. Für Kinder zwischen etwa 6 und 12 Jahren und Eltern gibt es den Kurs "Famoses", in dem Wissen zum Thema Epilepsie vermittelt, Einstellungen und Meinungen reflektiert und der Austausch über Strategien und Verhaltensweisen im Alltag mit einem epilepsiekranken Kind gefördert wird.

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Anfahrt

Mit dem Auto:

  • Aus Richtung Hannover: Auf der Autobahn 2 die Abfahrt "Bielefeld Ost" (ehemals "Bielefeld Zentrum") wählen. Der Lagesche Straße (wird zur Detmolder Straße, wird zur Kreuzstraße) in Richtung Bielefeld Zentrum bis zum Ende (Adenauerplatz) folgen. An der Ampel links abbiegen in die Artur-Ladebeck-Straße und der Verkehrsbeschilderung "Bethel" folgen. An der zweiten Ampelanlage (zirka 500 m) in die Linksabbiegerspur einordnen und in den Quellenhofweg abbiegen. Diesem bis zum 2. Kreisverkehr folgen und diesen an der 2. Ausfahrt (links) in den Maraweg verlassen. An der nächsten Kreuzung rechts in den Karl-Siebold-Weg einbiegen.
  • Aus Richtung Dortmund: Beim Autobahnkreuz Bielefeld von der A 2 auf die A 33 in Richtung Bielefeld/Osnabrück wechseln und ihr zirka 4 Kilometer folgen. Von der Abfahrt kommend rechts in die Artur-Ladebeck-Straße einbiegen und der Verkehrsbeschilderung "Bethel" folgen. An der zweiten Ampelanlage (zirka 500 Meter) in die Linksabbiegerspur einordnen und in den Quellenhofweg abbiegen. Diesem bis zum zweiten Kreisverkehr folgen und diesen an der 2. Ausfahrt in den Maraweg verlassen. An der nächsten Kreuzung rechts in den Karl-Siebold-Weg einbiegen.

Parken:

Es gibt zwei Möglichkeiten, Parktickets zu erwerben: Auf den Stiftungsparkplätzen oder den Parkhäusern an Parkticket-Automaten. Bei längeren Aufenthalten gibt es die Möglichkeit, Kurzzeitparkausweise bis zu 3 Monaten Dauer zu erwerben. Die Kosten betragen für 30 Tage 30,00€.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Aus dem Eingang des Hauptbahnhofs kommend, ca. 100 m geradeaus zum Eingang der Stadtbahn (U-Bahn) gehen. Nach dem Rollband geradeaus bis zum Ende der Halle gehen. Die Rolltreppe auf der linken Seite hinunter zu Gleis/Bahnsteig 2 benutzen. Von dort mit der Rolltreppe noch eine Ebene tiefer zu Gleis/Bahnsteig 4 fahren. Mit der Linie 1 (Richtung Brackwede/Senne) bis zur Haltestelle „Bethel“ (5 Stationen) fahren. Den Bahnsteig verlassend, nach links die Artur-Ladebeck-Straße und die Gadderbaumer Straße überqueren. Ab hier („Bethel-Eck“) kann mit der Buslinie 122 das Krankenhaus Mara erreicht werden.

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