Epilepsie-Frequenztherapie: Ein umfassender Überblick

Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist, welche durch abnorme elektrische Entladungen im Gehirn verursacht werden. Dank moderner Diagnose- und Behandlungsmethoden können Menschen mit Epilepsie heute ein Leben mit hoher Lebensqualität führen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Epilepsie, von den Ursachen und Diagnosemethoden bis hin zu den vielfältigen Therapieansätzen, einschließlich der Frequenztherapie.

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist definiert als das Auftreten von rezidivierenden epileptischen Anfällen. In den meisten Fällen sollte eine Behandlung begonnen werden, sobald die Diagnose gestellt wurde. Dies kann bereits nach einem einzelnen Anfall der Fall sein, insbesondere wenn zusätzliche Untersuchungen wie EEG (Elektroenzephalographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) typische Auffälligkeiten zeigen, die auf ein hohes Risiko für weitere Anfälle hindeuten. Auch das Auftreten eines zweiten Anfalls oder das Erkennen kleinerer, zuvor unerkannter Anfälle in Verbindung mit einem größeren Anfall sind Situationen, in denen eine Therapie sinnvoll ist.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen Patienten nur alle paar Jahre Anfälle haben. In solchen Situationen muss sorgfältig abgewogen werden, ob eine Behandlung notwendig ist, da möglicherweise über einen langen Zeitraum behandelt werden muss, um den Erfolg der Therapie zu beurteilen. Wenn jedoch ein hohes Risiko für einen weiteren Anfall innerhalb des nächsten Jahres besteht, ist eine Behandlung in der Regel ratsam.

Diagnose von Epilepsie

Die Neurologische Klinik mit klinischer Neurophysiologie am Universitätsklinikum Augsburg verfügt über umfassende diagnostische Möglichkeiten zur Erkennung und Klassifizierung von Epilepsie. In Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen des Klinikums stehen alle erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zur Verfügung, um neurologische Patienten optimal zu betreuen und zu behandeln.

Therapieansätze bei Epilepsie

Epilepsie kann auf vielfältige Weise therapiert werden. Die Basis der Behandlung bilden Antikonvulsiva, Medikamente, die speziell gegen Epilepsie eingesetzt werden. Es ist wichtig zu beachten, dass fokale und generalisierte Epilepsien unterschiedlich behandelt werden müssen, da verschiedene Medikamente für verschiedene Arten von Epilepsie unterschiedlich gut wirksam sind. Paradoxerweise kann der falsche Einsatz von Antiepileptika die Epilepsie sogar verschlimmern. Daher ist eine genaue Diagnose und Unterscheidung zwischen fokalen und generalisierten Epilepsien von entscheidender Bedeutung.

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Es ist wichtig zu verstehen, dass fokale/generalisierte Epilepsien etwas anderes sind als fokale/generalisierte Anfälle. Generalisierte Anfälle können sowohl bei fokalen als auch bei generalisierten Epilepsien auftreten. Dies mag verwirrend klingen, aber es ist wichtig, auf zwei Ebenen zu denken:

  1. Veränderungen im Gehirn: Treten die Veränderungen im EEG nur an einer Stelle (fokal) oder überall gleichzeitig (generalisiert) auf?
  2. Anfallstyp: Welchen Anfallstyp hat der Patient? Ein fokaler Anfall kann sich so ausbreiten, dass er generalisiert auftritt und somit überall im Gehirn ist. Umgekehrt kann sich ein generalisierter Anfall - obwohl er überall im EEG zu sehen ist - so gering äußern, dass es nur ein Abwesenheitszustand ist.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie mit Antikonvulsiva zielt darauf ab, die Nervenzellen im Gehirn so zu stabilisieren, dass sie nicht zu schnell entladen werden. Eine zu schnelle, unkontrollierte und synchronisierte Entladung im Gehirn führt zu einem epileptischen Anfall. Epilepsiemedikamente werden in der Regel zweimal täglich eingenommen. Es gibt jedoch auch Medikamente, die nur einmal täglich oder öfter als zweimal eingenommen werden müssen.

Bei der Einnahme ist es wichtig, dass die Zeitpunkte, zu denen die Medikamente eingenommen werden, fest in den Tagesablauf integriert werden, um die Einnahme nicht zu vergessen. Es ist nicht unbedingt erforderlich, dass genau zwölf Stunden zwischen den beiden Einnahmen liegen, sondern vielmehr, dass die Einnahme regelmäßig erfolgt. Die Medikamente können beispielsweise morgens und abends beim Zähneputzen, beim Frühstück oder Abendessen oder zu einer anderen festen Tagesaktivität eingenommen werden.

Einige Medikamente sind auch als Saft oder lösliche Tabletten erhältlich, falls Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten bestehen. Bestimmte Antiepileptika sind auch als Lösung zur Injektion in die Vene verfügbar, was insbesondere bei Schluckstörungen oder bei Krankenhausaufenthalten sinnvoll ist.

Therapieziele

Die Behandlung von Epilepsie zielt immer darauf ab, die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen. Zu Beginn der Erkrankung ist das primäre Behandlungsziel die Anfallsfreiheit. Anfallsfreiheit macht den größten Unterschied in der Lebensqualität aus. Eine Reduktion der Anfälle, beispielsweise von vier auf zwei Anfälle im Monat, ist zwar eine Verbesserung, führt aber nicht zu dem gleichen großen Sprung in der Lebensqualität, da die Anfälle weiterhin unvermittelt und unvorhersehbar auftreten.

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Das initiale Therapieziel ist daher die Anfallsfreiheit, die idealerweise mit dem ersten oder spätestens dem zweiten Antiepileptikum erreicht werden sollte. Wenn dies nicht gelingt, obwohl das richtige Medikament in der richtigen Dosis über einen entsprechenden Zeitraum gegeben wurde und gut vertragen wurde, spricht man von einer sogenannten Therapierefraktärität. In diesem Fall wird es schwieriger, die Epilepsie zu behandeln und das Therapieziel Anfallsfreiheit zu erreichen. Daher kann sich das Therapieziel auf möglichst wenige Anfälle und möglichst wenige Nebenwirkungen verlagern.

Zusätzlich sollte in diesem Stadium geprüft werden, ob ein epilepsiechirurgischer Eingriff in Frage kommt, der ebenfalls das Ziel der dauerhaften Anfallsfreiheit verfolgt.

Weitere Therapieoptionen

In bestimmten Fällen können neben der medikamentösen Therapie auch eine Diät (z.B. die ketogene Diät), ein Schrittmacher oder sogar eine epilepsiechirurgische Behandlung in Frage kommen.

Wenn trotz Medikation weiterhin epileptische Anfälle auftreten, können alternative Therapieoptionen in Betracht gezogen werden, wie z.B. andere Medikamente gegen Anfälle, potenzielle Epilepsiechirurgie, Stimulatoren oder die ketogene Diät.

Dynamischer Krankheitsverlauf

Epilepsie ist eine Erkrankung, die einen dynamischen Krankheitsverlauf aufweisen kann. Das bedeutet, dass sie nicht immer gleich ist. Es gibt Epilepsiesyndrome, die als Ausdruck einer vorübergehenden Erregbarkeit des Gehirns oder der Nervenzellen im Gehirn auftreten und nach einiger Zeit wieder verschwinden können. Ein klassisches Beispiel ist die Absencen-Epilepsie des Schulalters, eine Art der generalisierten, idiopathischen oder genetisch determinierten Epilepsie, die im Rahmen des Volkschulalltags auftritt und meistens im Zuge der Pubertät wieder verschwindet.

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Es gibt aber auch Epilepsien, wie z.B. Anfälle nach bestimmten Autoimmunenzephalitiden. Dies sind Entzündungen im Gehirn, die dadurch entstehen, dass der Körper Antikörper gegen sich selbst produziert. Diese Entzündungen können vorübergehend sein und auch über einen längeren Zeitraum andauern, aber nicht unbedingt zu einer dauerhaften Epilepsie führen, obwohl über einen längeren Zeitraum Anfälle aufgetreten sind bzw. Medikamente gegen Anfälle eingenommen werden mussten.

Bei den meisten Epilepsien, die im Jugend- oder Erwachsenenalter auftreten und eine strukturelle oder nachgewiesene Ursache haben, ist es wahrscheinlich, dass sie nicht von alleine verschwinden werden. Die Frequenz und Stärke der Anfälle kann sich jedoch im Laufe der Jahre verändern. Auch bei Patienten mit einer chronischen Epilepsie kann es Phasen von ein, zwei Jahren Anfallsfreiheit geben, die jedoch leider wiederkehren können.

Auch wenn mit Medikamenten eine dauerhafte Anfallsfreiheit erreicht werden kann, bedeutet dies nicht, dass die Epilepsie geheilt ist.

Was tun bei vergessener Medikamenteneinnahme?

Es kann immer wieder vorkommen, dass man vergessen hat, die Medikamente einzunehmen. Wenn dies mittags bemerkt wird, kann die Morgendosis nachträglich eingenommen und die Abenddosis etwas später eingenommen werden. Wenn die vergessene Morgendosis erst abends bei der Einnahme der Abenddosis bemerkt wird, sollte die Morgendosis ausgelassen und ganz normal die Abenddosis eingenommen werden. Anschließend sollten die Medikamente wieder in regelmäßigen Abständen eingenommen werden.

Wirksamkeit der Medikamente

Medikamente gegen Epilepsie wirken dann ausreichend, wenn idealerweise keine Anfälle mehr auftreten und keine nennenswerten Nebenwirkungen auftreten. Es ist jedoch häufig so, dass in den ersten Wochen nach Beginn der Einnahme bemerkt wird, dass das Medikament Müdigkeit oder andere Nebenwirkungen verursacht. Diese sollten sich aber mit der Zeit legen.

Wenn das Medikament nicht gut wirkt, gibt es verschiedene Optionen. In der Regel wird ein Medikament in einer niedrigen Dosis gestartet und dann sukzessive weiter erhöht.

Nebenwirkungen von Antiepileptika

Antiepileptika haben sehr verschiedene Nebenwirkungen. Da sie im Gehirn wirken, können sie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, verlangsamtes Denken, Zittern oder Schwindel verursachen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Medikamente in der Mehrzahl der Fälle gut vertragen werden und keine Nebenwirkungen auftreten. Sollten jedoch Nebenwirkungen auftreten, sollte dies mit dem behandelnden Neurologen besprochen werden.

Notfallmaßnahmen und Hilfsmittel

Ein Notfallausweis ist hilfreich, wenn ein Anfall oder eine andere Erkrankung bzw. ein Unfall auftritt und der Betroffene selbst keine Auskunft geben kann, andere aber wissen müssen, dass er an Anfällen leidet bzw. welche Medikamente er einnimmt.

Ein Anfallskalender kann insbesondere in Phasen der Umstellung der Medikation sehr hilfreich sein, um den Effekt der Umstellung zu beobachten. Es wird in der Regel empfohlen, in bestimmten Phasen, aber nicht zwangsläufig dauerhaft, einen Anfallskalender zu führen. Dies ist individuell unterschiedlich.

Risikofaktoren und Komplikationen

Selten kann es bei Epilepsie zu einer schweren Komplikation kommen, die sich SUDEP (Sudden Unexplained Death in Epilepsy Patients) nennt. Dabei kommt es nach einem Anfall, meist einem generalisierten Anfall, zu einer so starken Unterdrückung des Herzens und des Atemzentrums, dass der Betroffene verstirbt. Dies ist eine sehr ernste Komplikation, die zum Glück nicht häufig vorkommt, aber dennoch jeden Betroffenen zu viel ist. Der beste Schutz gegen SUDEP ist Anfallsfreiheit.

Risikofaktoren für SUDEP sind nächtliche generalisierte Anfälle und junge oder männliche Patienten. Bei solchen Konstellationen sollte Wert darauf gelegt werden, diese mit der Therapie womöglich zu eliminieren. Es gibt auch Geräte, mit denen Anfälle nachts detektiert werden können und die Angehörige warnen können, damit diese überprüfen können, ob alles in Ordnung ist und gegebenenfalls Hilfsmaßnahmen einleiten können.

Die Rolle des Neurologen

Die Therapie und die Wahl des richtigen Antikonvulsivums hängt von der Art der Epilepsie (fokal oder generalisiert) und der Art der Anfälle ab (fokal, generalisiert, Absencen, Myoklonie etc.). Der Neurologe wird das richtige Medikament auswählen und dabei auch andere wichtige Faktoren berücksichtigen, wie z.B. die Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter oder Interaktionen mit anderen Medikamenten bei älteren Menschen. Auch andere Erkrankungen (Komorbiditäten) werden bei der Auswahl der Therapie berücksichtigt.

Häufig stellt der Neurologe bei der Auswahl einer Therapie zwei oder drei verschiedene Optionen mit deren Vor- und Nachteilen vor, so dass der Patient mitentscheiden kann, für welches Medikament er sich entscheidet.

Experimentelle Therapieansätze: Frequenztherapie und mehr

Neben den etablierten Behandlungsmethoden gibt es auch vielversprechende experimentelle Therapieansätze, die neue Wege in der Behandlung von Epilepsie eröffnen könnten.

Frequenztherapie

Die Frequenztherapie ist ein nicht-invasives, sanftes Behandlungsverfahren, das Biophotonen oder elektromagnetische Frequenzen nutzt, um physiologische Prozesse im Körper zu stimulieren und zu regulieren. Diese Methode basiert auf der Annahme, dass jede Zelle und jedes Organ des Körpers eine spezifische Frequenz besitzt und durch die Anwendung zielgerichteter Frequenzen das natürliche Gleichgewicht des Körpers wiederhergestellt oder unterstützt werden kann.

Die Frequenztherapie mit Biophotonen nutzt moduliertes Laserlicht, um auf zellulärer Ebene therapeutisch zu wirken. Hierbei wird die spezifische Frequenz des Laserlichts genutzt, um die Energiebahnen im Körper, auch Meridiane genannt, zu beeinflussen. Das Laserlicht wird so moduliert, dass es auf spezifische Frequenzen eingestellt werden kann, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Die Dauer einer Behandlungssitzung variiert je nach individuellem Fall und kann zwischen 10 und 30 Minuten liegen. Durch die Anwendung der Frequenztherapie sollen die Energiebahnen im Körper angeregt werden, was zu einer Verbesserung der Zellfunktion und somit zur Erholung des Patienten beitragen kann. Die Frequenztherapie kann auf natürliche Weise Schmerzen lindern und das allgemeine Wohlbefinden fördern.

Niederfrequente Stimulation bei Schläfenlappenepilepsie

Ein weiterer experimenteller Ansatz zur Prävention epileptischer Anfälle bei Schläfenlappenepilepsie ist die niederfrequente Stimulation bestimmter Hirnareale. Wissenschaftler haben gezeigt, dass sich mit einer niederfrequenten Stimulation bestimmter Hirnareale die epileptische Aktivität komplett beenden ließ. Statt mit Strom stimulierten die Forscher die Zellen mit Licht, indem sie zuvor ein lichtsensitives Molekül in die Zellen einschleusten, das eine besonders präzise Stimulation erlaubt.

Sobald die Hirnregion mit einer Frequenz von einem Hertz stimuliert wurde, waren die epileptischen Anfälle verschwunden. Dieser Effekt war über mehrere Wochen stabil, ohne dass eine Gewöhnung auftrat, wie sie bei einer medikamentösen Therapie auftreten kann. Die Hirnregion wurde täglich eine Stunde stimuliert.

Bei einer Schläfenlappenepilepsie ist oft der Hippocampus krankhaft verändert und stellt meist den Fokus der epileptischen Aktivität dar. Die Forscher nutzten das Fasersystem und dessen synaptische Kontakte zwischen Schläfenlappen und Hippocampus, um die Aktivität des Hippocampus unter dem Einsatz lichtabhängiger Proteine spezifisch und zeitlich präzise zu manipulieren. Dabei zeigte sich, dass eine rhythmische Aktivierung des erkrankten Hippocampus mit einer niedrigen Frequenz von einem Hertz die epileptische Aktivität unterdrückt und deren Ausbreitung verhindert.

Die anti-epileptische Wirkung ist größtenteils auf die wiederholte Aktivierung der überlebenden Körnerzellen im Anfallsfokus zurückzuführen. Einzelzell-Untersuchungen bestätigten die Vermutung, dass die Körnerzellen aufgrund der Stimulation weniger erregbar sind und sich der epileptische Anfall dadurch weniger leicht ausbreitet. Es ist auch möglich, dass ein weitgreifender Netzwerkeffekt vorliegt, da sich die Stimulation über die Schaltkreise des Hippocampus ausbreiten kann.

Fokussierte Transkranielle Ultraschallstimulation (fTUS)

Die fokussierte Transkranielle Ultraschallstimulation (fTUS) mit niedriger Intensität ist eine weitere vielversprechende nicht-invasive Methode zur Hirnstimulation. Mit speziellen Schallköpfen und Ultraschallfrequenzen im Bereich von 0,5 MHz können sowohl oberflächliche als auch tiefe, fokale Hirnregionen moduliert werden. Die Technik wurde bei PatientInnen mit chronischen Schmerzen, Demenz, Epilepsie, Schädel-Hirn-Trauma und Depressionen untersucht.

Die kurzfristigen Stimulationseffekte variierten in Abhängigkeit von den Ultraschallparametern und beeinflussten Erregbarkeit, Konnektivität des Gehirns, Plastizität sowie das Verhalten positiv. Das Nebenwirkungsprofil war geprägt durch leichtgradige Beschwerden, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Stimmungsverschlechterung, Kopfhauterwärmung, kognitive Probleme, Nackenschmerzen, Muskelzuckungen, Angstzustände und Schläfrigkeit.

fTUS kann mit großer räumlicher Präzision bei gleichzeitiger Nicht-Invasivität zur Modulation auch tiefer Hirnareale eingesetzt werden. Obwohl fTUS zunehmend zum Einsatz kommt, befindet sich die Methode noch in der experimentellen Phase mit der Notwendigkeit zu weiterer Erforschung.

Transkranielle Magnetstimulation-Elektroenzephalographie (TMS-EEG)

Ein neuer Ansatz, ein Post-Stroke-Delir vorherzusagen und dann seiner Entwicklung gegebenenfalls vorzubeugen, ist die Transkranielle Magnetstimulation-Elektroenzephalographie (TMS-EEG), bei der die Effekte der TMS verlässlich mittels EEG aufgezeichnet werden. Die TMS-EEG konnte die Entwicklung eines Post-Stroke-Delirs mit hoher Genauigkeit vorhersagen. Die Vorhersagegenauigkeit war unabhängig von der Größe der Läsion, der betroffenen Hemisphäre und der Schwere des Schlaganfalls.

Temporale Interferenzstimulation (TIS)

Eine weitere Form der Neurostimulation, die derzeit erforscht wird, ist die Temporale Interferenzstimulation (TIS). Sie nutzt zwei transkranielle Wechselstromstimulatoren (tACS), die in tiefen Hirnregionen eine temporale Interferenz auslösen können. Während an der Hirnoberfläche durch die dort vorherrschenden hohen Frequenzen (2 kHz) keine biologischen Effekte zu erwarten sind, kann in der Tiefe des Gehirns das elektrische Interferenzfeld (10 Hz) zu einer Modulation neuronaler Aktivität führen.

Ultraschallbasierte Transkranielle Pulsstimulation (TPS)

Weitere Entwicklungen sind derzeit noch in der präklinischen Phase oder werden im Rahmen einer Pilotstudie erprobt, wie zum Beispiel die ultraschallbasierte Transkranielle Pulsstimulation (TPS) bei Alzheimer. Hier emittiert eine spezielle Ultraschallsonde sehr kurze Ultraschallpulse (30 µs) mit einer Frequenz von 5 Hz.

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