Angst vor Schlaganfall nach Einrenken: Ursachen, Risiken und Alternativen

Viele Menschen suchen nach schnellen Lösungen für Nacken- und Rückenschmerzen und sehen im Einrenken eine einfache Möglichkeit, Verspannungen zu lösen und Gelenke wieder in die richtige Position zu bringen. Doch das Einrenken, insbesondere der Halswirbelsäule, birgt Risiken, die nicht unterschätzt werden sollten. In diesem Artikel werden die Ursachen für die Angst vor einem Schlaganfall nach dem Einrenken, die damit verbundenen Risiken und mögliche Alternativen beleuchtet.

Was ist das Einrenken der Halswirbelsäule?

Das Einrenken der Halswirbelsäule ist eine manuelle Therapie, bei der durch schnelle und gezielte Bewegungen die Wirbelkörper wieder in ihre richtige Position gebracht werden sollen. Diese Technik wird oft von Chiropraktikern, Osteopathen oder Physiotherapeuten angewendet und soll bei Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich helfen.

Warum ist das Einrenken der Halswirbelsäule riskant?

Die Halswirbelsäule ist ein empfindliches Gebiet des Körpers, das sorgfältig behandelt werden sollte. Eine falsche Bewegung oder ein ungenaues Einrenken kann zu schweren Verletzungen führen, wie zum Beispiel einem Bandscheibenvorfall oder sogar einer Querschnittslähmung. Darüber hinaus können auch Nervenschäden auftreten, die langfristige Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben können.

Verletzung der Arteria vertebralis

Eine der häufigsten und gefährlichsten Komplikationen beim Einrenken der Halswirbelsäule ist die Verletzung der Arteria vertebralis. Diese Arterie verläuft durch die Halswirbel und versorgt das Gehirn mit Blut. Durch die schnellen und ruckartigen Bewegungen beim Einrenken kann es zu einem Riss in der Arterienwand kommen. In der Folge kann sich ein Blutgerinnsel bilden, das ins Gehirn wandert und dort ein Gefäß verstopft, was zu einem Schlaganfall führt.

Weitere Risiken

Neben der Verletzung der Arteria vertebralis können beim Einrenken der Halswirbelsäule auch andere Risiken auftreten:

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  • Verletzungen an Nerven: Die Nerven, die durch die Halswirbelsäule verlaufen, können durch die Manipulation gereizt oder geschädigt werden. Dies kann zu Gefühlsstörungen, Schmerzen oder sogar Lähmungen führen.
  • Verletzungen der Wirbelsäule: In seltenen Fällen kann es beim Einrenken zu Verletzungen der Wirbelsäule selbst kommen, beispielsweise zu einem Bandscheibenvorfall oder einer Fraktur.
  • Schmerzen und Kopfschmerzen: Nach dem Einrenken können vorübergehend Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich sowie Kopfschmerzen auftreten.

Wer ist besonders gefährdet?

Besonders gefährdet für Komplikationen beim Einrenken der Halswirbelsäule sind Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen:

  • Arteriosklerose: Bei Arteriosklerose sind die Blutgefäße bereits durch Ablagerungen verengt und weniger elastisch. Dadurch steigt das Risiko, dass die Arteria vertebralis beim Einrenken verletzt wird.
  • Osteoporose: Bei Osteoporose sind die Knochen brüchiger und anfälliger für Verletzungen. Dies erhöht das Risiko von Frakturen der Wirbelkörper beim Einrenken.
  • Vorherige Nackenverletzungen: Menschen, die bereits Nackenverletzungen erlitten haben, haben ein höheres Risiko für Komplikationen beim Einrenken.

Wie kann man die Risiken minimieren?

Wenn man sich trotz der Risiken für das Einrenken der Halswirbelsäule entscheidet, gibt es einige Maßnahmen, die man ergreifen kann, um das Verletzungsrisiko zu minimieren:

  • Erfahrenen Arzt wählen: Es ist wichtig, dass die Behandlung von einem erfahrenen und qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Ein qualifizierter Chiropraktiker oder Osteopath kann in der Regel eine sichere und effektive Einrenkung durchführen. Frage nach seiner Ausbildung und wie oft er bereits Einrenkungen durchgeführt hat.
  • Gründliche Untersuchung: Vor der Behandlung sollte eine gründliche Untersuchung durch einen Facharzt für Orthopädie oder Neurologie erfolgen, um sicherzustellen, dass keine schwerwiegenden Verletzungen vorliegen.
  • Offene Kommunikation: Informiere den Arzt über alle relevanten Informationen über deine Gesundheit und etwaige Vorerkrankungen. Wenn du bereits unter Nackenschmerzen leidest oder eine Vorgeschichte von Nackenverletzungen hast, solltest du besonders vorsichtig sein und deinen Arzt darauf hinweisen.
  • Aufwärmen und Entspannen: Vor der Behandlung solltest du dich gut aufwärmen und entspannen. Dein Körper sollte möglichst locker sein, damit die Wirbel leichter in ihre ursprüngliche Position zurückgleiten können.
  • Ruhige Atmung: Während des Einrenkens solltest du nicht den Atem anhalten oder pressen, da dies den Druck im Nacken erhöhen kann. Stattdessen solltest du ruhig und gleichmäßig atmen.
  • Sofortige Rückmeldung: Sollte es während der Behandlung zu Schmerzen oder ungewöhnlichen Empfindungen kommen, solltest du dies sofort deinem Arzt oder Therapeuten mitteilen und die Behandlung abbrechen lassen.

Welche Alternativen gibt es?

Es gibt verschiedene alternative Behandlungsmöglichkeiten zum Einrenken der Halswirbelsäule, die weniger riskant sind und den gleichen Effekt erzielen können:

  • Manuelle Therapie: Bei der manuellen Therapie werden gezielte Handgriffe und Mobilisationen durch einen spezialisierten Therapeuten angewendet, um die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu verbessern.
  • Physiotherapie: Die Physiotherapie kann helfen, indem sie gezielt Muskeln stärkt und Verspannungen löst.
  • Chiropraktische Behandlung: Bei der chiropraktischen Behandlung werden durch sanfte Impulse auf bestimmte Punkte entlang der Wirbelsäule eine Verbesserung der Beweglichkeit erreicht.
  • Akupunktur: Akupunktur kann bei Beschwerden im Nackenbereich helfen, indem sie die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und Schmerzen lindert.
  • Osteopathie: Die Osteopathie betrachtet den Körper als Einheit und behandelt Funktionsstörungen im gesamten Bewegungsapparat.

Mobilisation vs. Manipulation

Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Mobilisation und Manipulation. Bei der Mobilisation werden Gelenke mit eingeschränkter Beweglichkeit sanft bewegt; anfänglich langsam, dann mit zunehmender Geschwindigkeit und erhöhtem Druck. Bei der Manipulation werden mit einer hohen Geschwindigkeit Bewegungen ausgeführt, die einen Impuls mit geringer Kraft und minimalem Weg vermitteln. Die Mobilisation ist in der Regel schonender und risikoärmer als die Manipulation.

Weitere Maßnahmen

Zusätzlich zu den genannten Therapieformen können auch folgende Maßnahmen zur Linderung von Nackenschmerzen beitragen:

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  • Ruhigstellung: Bei akuten Schmerzen kann eine Ruhigstellung mit einer weichen Halskrawatte helfen.
  • Wärmezufuhr: Wärme kann die Muskeln entspannen und Schmerzen lindern.
  • Schmerzmittel: Schmerzmittel können bei Bedarf eingenommen werden, sollten aber nicht dauerhaft eingesetzt werden.
  • Muskelentspannende Medikamente: Muskelentspannende Medikamente können bei Verspannungen helfen, sollten aber nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.
  • Triggerpunkt-Akupunktur: Bei der Triggerpunkt-Akupunktur werden Akupunkturnadeln in die verhärteten Muskulaturstrukturen gestochen, um Verspannungen zu lösen und Schmerzen zu lindern.

Was sollte man vor einer alternativen Behandlung beachten?

Bevor man sich für eine alternative Behandlungsform entscheidet, sollte man einige wichtige Faktoren beachten:

  • Qualifikation des Behandlers: Stelle sicher, dass die alternative Behandlungsmethode von einem qualifizierten Arzt oder Therapeuten durchgeführt wird.
  • Erwartungen und Risiken: Verstehe, welche Art von Ergebnissen du erwarten kannst und welche Risiken mit der alternativen Methode verbunden sind.
  • Medizinische Geschichte: Berücksichtige deine eigene medizinische Geschichte und ob es andere gesundheitliche Bedingungen gibt, die berücksichtigt werden müssen.
  • Erfahrung des Behandlers: Stelle sicher, dass der Therapeut oder Arzt über fundierte Erfahrungen und Kenntnisse in dieser speziellen Methode verfügt.
  • Dauer und Häufigkeit der Behandlung: Informiere dich, wie lange die Behandlung dauern wird und wie oft sie wiederholt werden muss.

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