Epilepsie: Ein umfassender Überblick unter Berücksichtigung der Expertise von Prof. Elger und Novartis Pharma

Einführung

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte unprovozierte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch abnorme, synchrone Entladungen von Neuronen im Gehirn. Die Diagnose und Behandlung von Epilepsie sind komplexe Prozesse, die ein tiefes Verständnis der verschiedenen Aspekte dieser Erkrankung erfordern. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Epilepsie, wobei die Forschung und Expertise von Prof. Elger sowie Informationen von Novartis Pharma berücksichtigt werden.

Epilepsie: Eine Erkrankung des Gehirns

Epilepsie ist primär eine Erkrankung des Gehirns. Die Anfälle entstehen durch plötzliche, unkontrollierte elektrische Entladungen in den Nervenzellen des Gehirns. Diese Entladungen können verschiedene Symptome verursachen, die von kurzen Bewusstseinsverlusten bis hin zu tonisch-klonischen Anfällen reichen. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und können genetische Faktoren, Hirnverletzungen, Infektionen oder strukturelle Veränderungen im Gehirn umfassen.

Erkennen einer Epilepsie

Die Diagnose von Epilepsie basiert in erster Linie auf der Anamnese des Patienten und der Beobachtung von Anfällen. Eine sorgfältige Beschreibung der Anfälle durch den Patienten oder Zeugen ist entscheidend für die Diagnose. Zusätzliche diagnostische Verfahren umfassen:

  • EEG (Elektroenzephalogramm): Das EEG misst die elektrische Aktivität des Gehirns und kann abnorme Entladungen aufzeichnen, die auf Epilepsie hinweisen. Laut Schulze-Bonhage A ist die EEG-Diagnostik ein wichtiger Bestandteil bei der Diagnose von Epilepsien.
  • Bildgebende Verfahren (MRT, CT): Diese Verfahren können strukturelle Veränderungen im Gehirn aufdecken, die Epilepsie verursachen könnten, wie z.B. kortikale Dysplasien. Schulze-Bonhage A, Fauser S, Spreer J, Pantazis G und Huppertz HJ untersuchten kortikale Dysplasien als Ursache fokaler Epilepsien.
  • fMRT (funktionelle Magnetresonanztomographie): Die fMRT kann zur Bestimmung der zerebralen Sprachdominanz eingesetzt werden, was vor epilepsiechirurgischen Eingriffen von Bedeutung ist. Spreer J, Schwarzwald R, Garcia A M, Ziyeh S, Huppertz H-J, Steinhoff B, Honnegger J, Schulze-Bonhage A und Quiske A betonten den Stellenwert der fMRT in diesem Zusammenhang.

Behandlung von Epilepsie

Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die wichtigsten Behandlungsoptionen sind:

Antiepileptische Medikamente (AEDs)

AEDs sind die häufigste Form der Behandlung von Epilepsie. Es gibt viele verschiedene AEDs, und die Wahl des Medikaments hängt von der Art der Anfälle, dem Alter des Patienten, anderen medizinischen Bedingungen und möglichen Nebenwirkungen ab.

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  • Valproat: Elger CE, Bauer J, Bergmann A, Desplant A, Mamoli B, Noachtar S, Pohlmann-Eden B, Ransmayr G, Rosenow F, Rüegg S, Runge U, Schmith D, Schmitz B, Schulze-Bonhage A, Stefan H, Steinhoff BJ, Stodieck SRG, Trinka E, Werhan KJ und Krämer G betonten den Stellenwert von Valproat in der Therapie von Altersepilepsie.
  • Zonisamid: Schulze-Bonhage A und Feuerstein TJ untersuchten Zonisamid als Antiepileptikum.
  • Carbamazepin und Oxcarbazepin: Schulze-Bonhage A untersuchte die Effekte von Carbamazepin und Oxcarbazepin auf den Knochenstoffwechsel.
  • Levetiracetam: Brodie MJ, Perucca E et al. verglichen Levetiracetam und Carbamazepin mit verzögerter Wirkstofffreisetzung bei neu diagnostizierter Epilepsie.
  • Lacosamid (Vimpat): UCB Pharma veröffentlichte eine Zusammenfassung der Produkteigenschaften für Lacosamid.

Schmidt D, Elger CE, Steinhoff BJ, Stodieck SRG, Stefan H, Hufnagel A, Schmitz B, Luef G, Dennig D, Fröscher W, Krämer G, Mayer T, Meencke HJ, Noachtar S, Pohlmann-Eden B, Runge U, Schulze-Bonhage A und Witte OW untersuchten den Einsatz neuer Antiepileptika bei vorher unbehandelten Jugendlichen und Erwachsenen mit Epilepsie.

Epilepsiechirurgie

Für Patienten, deren Anfälle mit Medikamenten nicht kontrolliert werden können (pharmakoresistente Epilepsie), kann eine Operation eine Option sein. Die Epilepsiechirurgie zielt darauf ab, den Bereich des Gehirns zu entfernen oder zu isolieren, der die Anfälle verursacht.

  • Langzeit-Outcome nach epilepsiechirurgischen Eingriffen: Schulze-Bonhage A untersuchte das Langzeit-Outcome nach epilepsiechirurgischen Eingriffen.
  • Effektivität interstitieller Radiochirurgie: Schulze-Bonhage A, Bast T, Keimer R, Tuxhorn I, Ernst JP, Elger C, Trippel M, Deimling F und Ostertag C untersuchten die Effektivität interstitieller Radiochirurgie zur Behandlung pharmakorefraktärer gelastischer Epilepsien bei hypothalamischen Hamartomen.
  • Auswirkungen von interstitieller Radiochirurgie auf kognitive Fähigkeiten: Wagner K, Freigs L, Quiske A, Bonakdar S, v. Deimling F, Ernst JP, Bast T, Keimer R, Tuxhorn I, Elger CE, Ebner A, Ostertag C und Schulze-Bonhage A untersuchten die Auswirkungen von interstitieller Radiochirurgie auf kognitive Fähigkeiten bei jugendlichen Epilepsiepatienten mit hypothalamischen Hamartomen.
  • Ergebnisse epilepsiechirurgischer Eingriffe bei Kindern mit fokalen kortikalen Dysplasien: Carmona H, Schulze-Bonhage A, Strobl K, Ernst JP, Keimer R, Bast T, Rating D, Rona S, Honegger J, Korinthenberg R und Zentner J untersuchten die Ergebnisse epilepsiechirurgischer Eingriffe bei Kindern mit fokalen kortikalen Dysplasien.
  • Stereotaktische 123J-Seed-Implantation: Homberg V, Schulze-Bonhage A, Keimer R, Cyron D, Warnke PC und Ostertag Ch untersuchten die stereotaktische 123J-Seed-Implantation als Therapieoption pharmakorefraktärer Epilepsien bei hypothalamischen Hamartomen.
  • SUDEP bei epilepsiechirurgisch behandelten Patienten: Schulze-Bonhage A untersuchte SUDEP bei epilepsiechirurgisch behandelten Patienten.
  • Welche Patienten profitieren am meisten von Epilepsiechirurgie?: Schulze-Bonhage A erörterte, welche Patienten am meisten von Epilepsiechirurgie profitieren.

Vagusnervstimulation (VNS)

Die VNS ist eine weitere Behandlungsoption für Patienten mit pharmakoresistenter Epilepsie. Bei der VNS wird ein Gerät implantiert, das den Vagusnerv stimuliert, was dazu beitragen kann, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Schulze-Bonhage A untersuchte die Rolle des Vagusnervs bei der Behandlung von Epilepsie und Depression.

Ketogene Diät

Die ketogene Diät ist eine fettreiche, kohlenhydratarme Diät, die bei einigen Patienten mit Epilepsie, insbesondere bei Kindern, wirksam sein kann.

Besondere Aspekte der Epilepsie

Plötzlicher unerwarteter Tod bei Epilepsie (SUDEP)

SUDEP ist eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation der Epilepsie, bei der ein Mensch mit Epilepsie unerwartet stirbt, ohne dass eine andere Ursache für den Tod gefunden werden kann. Krämer G, Wieser H-G, Tuxhorn I und Schulze-Bonhage A betonten die Bedeutung des aktuellen Wissensstandes und der Konsequenzen für die Information von Patienten und Angehörigen bezüglich SUDEP. Schulze-Bonhage A widmete sich ebenfalls dem unerwarteten Tod bei Epilepsiepatienten.

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Anfallsvorhersage

Die Möglichkeit, epileptische Anfälle vorherzusagen, ist ein aktives Forschungsgebiet. Schulze-Bonhage A und Kollegen untersuchten die Vorhersage epileptischer Anfälle und ob es im EEG erkennbare Vorläufer epileptischer Anfälle gibt. Sie stellten die Frage: "Können wir epileptische Anfälle vorhersagen?" und untersuchten die Unvorhersagbarkeit von Anfällen und die Belastung durch Epilepsie.

Perioperative Risiken und Therapie bei Epilepsiepatienten

Schulze-Bonhage A, Feil B, Fauser S und Homberg V untersuchten die perioperativen Risiken und die Therapie bei Epilepsiepatienten.

Gelastische Epilepsien

Schulze-Bonhage A, Lutterbach J und Ostertag Ch befassten sich mit der Diagnostik und Therapie bei gelastischen Epilepsien.

Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit

Die Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung (Bundesanstalt für Straßenwesen Heft M 115) berücksichtigen Epilepsie. Der Ausschuss Arbeitsmedizin der BGZ befasst sich mit Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit von Personen mit Epilepsien (BGI 585). Widder B bietet in seinen Gutachterlichen Bewertungstabellen Informationen zur Epilepsie in der Neurologie.

Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE)

Berg AT, Berkovic SF, Brodie M et al. veröffentlichten Definitionen, Klassifikationen und Diagnosen der Internationalen Liga gegen Epilepsie (ILAE) für die Jahre 2005-2009.

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Leben mit Epilepsie

Epilepsie kann erhebliche Auswirkungen auf das Leben eines Menschen haben. Neben den körperlichen Auswirkungen der Anfälle können auch psychische und soziale Probleme auftreten. Es ist wichtig, dass Menschen mit Epilepsie Zugang zu einer umfassenden Versorgung haben, die medizinische Behandlung, psychologische Unterstützung und soziale Dienste umfasst.

Schlafstörungen

Rocamora R und Schulze-Bonhage A untersuchten Schlafstörungen im Zusammenhang mit Epilepsie.

Antikonvulsiva

Schulze-Bonhage A, Feuerstein TJ und Hufschmidt A gaben einen Überblick über Antikonvulsiva.

Degenerative Erkrankungen mit Leitsymptom Epilepsie

Schulze-Bonhage A und Lücking CH untersuchten degenerative Erkrankungen mit Leitsymptom Epilepsie.

Langzeit-EEG

Steinhoff BJ und Schulze-Bonhage A befassten sich mit dem Langzeit-EEG.

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