Naturheilkundliche Therapieansätze bei Epilepsie: Möglichkeiten und Grenzen

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Trotz moderner Antiepileptika bleiben viele Patient:innen therapieresistent - ihre Anfälle lassen sich mit den verfügbaren Medikamenten nicht oder nur unzureichend kontrollieren. In solchen Fällen rückt medizinal Cannabis zunehmend in den Fokus der Forschung und Anwendung. Doch wie wirksam ist medizinisches Cannabis tatsächlich bei Epilepsie? Welche anderen naturheilkundlichen Optionen gibt es? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Möglichkeiten der Naturheilkunde bei der Behandlung von Epilepsie, ihre Wirkungsweisen und Grenzen.

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist keine einheitliche Krankheit, sondern ein Überbegriff für verschiedene Erkrankungen des zentralen Nervensystems, bei denen es zu wiederkehrenden epileptischen Anfällen kommt. Die Epilepsie lässt sich am ehesten als eine Art Funktionsstörung des Gehirns bezeichnen. Aus bisher teils unerklärlichen Gründen zeigt das Gehirn eine plötzliche und unerwartete Überreaktion und entsendet vollkommen unkontrolliert Impulse. Die Ursachen sind vielfältig: genetische Faktoren, Hirnverletzungen, Tumoren, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen. Auch seelische Ursachen wie vermehrter Stress können eine Rolle spielen. Grelles Stroboskoplicht kann ebenfalls epileptische Anfälle auslösen.

Die Anfälle können nur Teile der Hirnrinde (fokale Anfälle) oder die ganze Hirnrinde (generalisierte Anfälle) betreffen. Die Häufigkeit und die Ausprägung variieren von Patient zu Patient stark. Die Symptome sind so zahlreich wie die unterschiedlichen Arten der Epilepsie. Sie reichen von geistiger Abwesenheit wie bei der Absence bis hin zu starken körperlichen Zuckungen und Verkrampfungen.

Formen der Epilepsie

Es gibt zahlreiche Epilepsie-Arten: Von einem einfachen Muskelzucken über eine zeitlich begrenzte geistige Abwesenheit bis hin zu schweren körperlichen Krämpfen wie dem Grand-Mal-Anfall oder dem gefährlichen Status Epilepticus. Die Unterteilung der verschiedenen Anfälle richtet sich dabei nach der Größe des Gehirnareals, das während des Anfalls betroffen ist.

  • Fokale Epilepsie: Wenn nur ein Teil des Gehirns betroffen ist. Fokale Epilepsien können in zwei verschiedenen Varianten auftreten: Ohne oder mit Bewusstseinsstörung. Der epileptische Anfall mit Bewusstseinsstörung nennt sich auch komplex-fokaler Krampfanfall. Oft geht einem fokalen Anfall zudem eine Aura voraus.

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    Fokale Epilepsie-Syndrome umfassen: Temporallappen-Epilepsie, Frontallappen-Epilepsie, Parietallappen-Epilepsie, Okzipitallappen-Epilepsie, Rolando-Epilepsie, Epilepsie des Kindesalters mit okzipitalen Paroxysmen, Primäre Lese-Epilepsie.

  • Generalisierte Epilepsie: Wenn das ganze Gehirn betroffen ist. Die wohl bekannteste Form des generalisierten Anfalls ist der sogenannte Grand-Mal-Anfall. Ein anderes Beispiel ist die sogenannte Absence - eine kurze Periode der geistigen Abwesenheit.

Das Endocannabinoid-System und seine Rolle bei Epilepsie

Im menschlichen Körper existiert das sogenannte Endocannabinoid-System (ECS) - ein Netzwerk aus Rezeptoren, Botenstoffen und Enzymen, das unter anderem das zentrale Nervensystem reguliert. Forscher:innen vermuten, dass ein gestörtes ECS zur Entstehung epileptischer Anfälle beitragen kann. Dies hat zur Erforschung von Cannabinoiden als mögliche Therapieoption geführt.

Medizinisches Cannabis in der Epilepsie-Therapie

Im Jahr 2018 entwickelte sich in den wissenschaftlichen Zeitschriften, aber auch in den Informationen für medizinische Laien und Patienten geradezu ein Hype zur Frage, ob Cannabis eine geeignete Substanz zur Behandlung von Epilepsien ist. Einige seiner Patienten haben sogar ihr teilweise intensives „Kiffen“ damit gerechtfertigt. Andere fingen mit dem Gebrauch von Cannabis erst an, als sie ein Medikament zur Epilepsiebehandlung schlecht vertragen oder als unwirksam empfunden haben und gingen dann von einer sinnvollen Therapie aus. Zu dieser Thematik wurden sorgfältige medizinische Studien durchgeführt. Diese haben klare Ergebnisse ergeben.

Seit März 2017 ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal und verschreibungsfähig - auch bei Epilepsie, sofern eine ärztlich dokumentierte Therapieresistenz vorliegt. Nun zurück zu den Epilepsiemedikamenten, die aus der Cannabispflanze (Haschisch, Marihuana, „Gras“) gewonnen werden. Sie gehört zur Gruppe der Hanfpflanzen und wird medizinisch in vielen Kulturen seit Jahrhunderten, wahrscheinlich seit Jahrtausenden, als Heilmittel eingesetzt. Die Pflanze besteht aus vielen biologisch wirksamen Substanzen. Es konnten sogar im Gehirn Cannabinoidrezeptoren nachgewiesen werden, die als „Endocannabinoidsystem“ bezeichnet werden und nicht nur auf von außen zugeführte Substanzen aus der Cannabispflanze reagieren, sondern auch durch vom Körper hergestellte „Endocannabinoide“ aktiviert werden.

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Als auch unter modernen pharmakologischen Gesichtspunkten für gut befundene Cannabisbestandteile gelten Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC ist für die Rauschmitteleffekte verantwortlich und wird medizinisch bei schwerer Spastik, bei Multipler Sklerose, bei starken Tumorschmerzen, Übelkeit und bei Gewichtsabnahme bei Tumorerkrankungen erfolgreich eingesetzt. Dies ist bei Cannabidiol anders. Cannabidiol (CBD) zeigte in verschiedenen Studien in speziellen Patientengruppen eine gute Wirksamkeit. Knapp die Hälfte der Patienten mit Dravet-Syndrom, eine seltene Epilepsieform im Kindesalter, und mit Lennox-Gastaut-Syndrom,eine Epilepsieform, die durch ihre Sturzanfälle besonders belastend für die Patienten ist, zeigt eine Verminderung der Anfälle um 50 Prozent. Zu berücksichtigen ist, dass in der Kontrollgruppe ohne wirksames Medikament etwa 20 Prozent der Betroffenen diese Verbesserung zeigten. Eine Studie ohne Kontrollgruppe an einer größeren Zahl von Patienten mit Pharmakoresistenz zeigte vergleichbare Ergebnisse. Die medikamentösen Eigenschaften von CBD als Extrakt von einer Pflanze sind bisher nur unzureichend analysiert. Die vorliegenden Studienergebnisse entsprechen denen anderer neuer Medikamente in der Epilepsietherapie. Eine Euphorie, dass hier nun ein Wundermittel vorliegt, ist daher nicht gerechtfertigt.

Zusammenfassend soll festgehalten werden, dass ein spezieller Extrakt aus der Cannabispflanze, das Cannabidiol (CBD), antiepileptische Eigenschaften hat, die am Menschen in Studien untersucht wurden. Psychische Effekte wie das THC hat es nicht. Es stellt eine Ergänzung der bisherigen Medikamente dar und wird als medizinische Lösung vom Apotheker hergestellt oder kann mit hohem finanziellen Aufwand über eine internationale Apotheke aus den USA bezogen werden. Ihre Wirksamkeit ist für bestimmte Epilepsieformen als hochwertig nachgewiesen.

CBD (Cannabidiol)

CBD (Cannabidiol): Wirkt nicht psychoaktiv, besitzt aber antikonvulsive (krampflösende) Eigenschaften. CBD gilt als gut verträglich. Meist sind die Nebenwirkungen mild und vorübergehend: Müdigkeit, Appetitverlust, Durchfall. Vorsicht ist bei der Kombination mit anderen Antiepileptika geboten. Besonders in Verbindung mit Clobazam oder Valproat kann es zu verstärkter Sedierung oder Leberwertveränderungen kommen. Der Therapieerfolg hängt von vielen Faktoren ab - darunter die Wahl des richtigen Präparats, die Dosis und mögliche Wechselwirkungen.

Die amerikanische Zulassungsbehörde (Food and Drug Aministration (FDA)) hat im Juni 2018 einem Medikament der Firma GW (Epidiolex) eine Zulassung für die oben beschrieben Epilepsieformen erteilt. Dieses Präparat kann über die Auslandsapotheke bezogen werden. Die Dosis sollte bei mindestens 10mg/kg Körpergewicht liegen. Im Prinzip kann auch durch einen Apotheker in Deutschland eine entsprechende Cannabidiollösung mit hohem Reinheitsgrad hergestellt werden. Die rechtlichen Hindernisse - denn Cannabisderivate unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz - hat der Gesetzgeben für den medizinischen Gebrauch bereits 2017 beseitigt. Patienten sollte dabei die Kosten nicht unterschätzen. Je nach Körpergewicht fallen monatlich mindestens 2000 bis 3000 Euro Medikamentenkosten an. Dies ist erheblich mehr, als alle anderen zur Epilepsiebehandlung verfügbaren Medikamente. Es ist daher naheliegend, dass ein entsprechender Antrag gestellt werden muss, damit die jeweilige Krankenkasse oder -versicherung den Einsatz genehmigt. GW Pharmaceutical, der Hersteller der Lösung Epidiolex, bietet 2019 ihr Präparat in einem „compassionate use“ Programm an. Stimmt die Zulassungsbehörde zu, kann durch Ärzte unter bestimmten Bedingungen das Produkt kostenlos bezogen werden. Hier wird eine Dokumentationsauflage bestehen und der Gebrauch wird auf bestimmte Anfallsformen begrenzt sein.

Weitere naturheilkundliche Therapieansätze

Neben der Cannabistherapie gibt es weitere naturheilkundliche Ansätze, die bei Epilepsie unterstützend eingesetzt werden können. Diese sollten jedoch niemals als Ersatz, sondern stets als Ergänzung zur schulmedizinischen Therapie verstanden werden.

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Ernährungstherapie: Modifizierte Atkins-Diät und ketogene Ernährung

Eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten kann zusätzlich zur herkömmlichen Behandlung mit Medikamenten die Zahl der Anfälle bei einer therapieresistenten Epilepsie deutlich senken. Das zeigt eine amerikanische Studie.

Die Studie umfasste 160 Erwachsene und Jugendliche, die mehr als zehn Jahre lang an einer Epilepsie litten und dabei mindestens 27 Anfälle pro Monat hatten. Alle von ihnen probierten in der Vergangenheit mindestens vier verschiedene Medikamente in der maximal verträglichen Dosis aus, die jedoch nicht den gewünschten Effekt brachten. Die Hälfte der Teilnehmer wurde weiterhin ausschließlich medikamentös therapiert, die andere Hälfte folgte zusätzlich der modifizierten Atkins-Diät für mindestens sechs Monate. Die Zahl der Anfälle reduzierte sich bei 26 Prozent der Probanden aus der Diät-Gruppe um 50 Prozent. Vier Probanden waren am Ende der Studie sogar vollständig anfallsfrei. In der Kontroll-Gruppe reduzierte sich die Anzahl der Anfälle nur bei drei Prozent der Testpersonen um 50 Prozent. Anfallsfrei wurde in dieser Gruppe niemand.

Die modifizierte Atkins-Diät ist eine sehr fettreiche Ernährungsform, bei der die Kohlenhydrataufnahme stark reduziert ist. Sie ist abgeleitet von der ketogenen Ernährung, insgesamt aber weniger restriktiv und deshalb einfacher durchzuführen. Trotzdem konnten etwa 33 Prozent der Probanden nicht bis zum Ende an der Studie teilnehmen, da sie Schwierigkeiten hatten, der Diät konsequent zu folgen.

Durch die hohe Fett- und die geringe Kohlenhydrataufnahme stellt sich der Energiestoffwechsel des Körpers um. Die Fettsäuren werden in der Leber zu Ketonen gespalten. Normalerweise ist Glukose der Hauptenergielieferant des Gehirns. Ist wenig Glukose vorhanden, benutzt das Gehirn die Ketone als alternative Energiequelle. Ihnen wird eine antikonvulsive (gegen Krämpfe wirksame) Wirkung zugesprochen.

Homöopathie

Die Epilepsie-Therapie der ersten Wahl ist die medikamentöse Behandlung mit Antiepileptika. Die Schattenseite der Medikamente sind jedoch ihre Nebenwirkungen. Patienten klagen vor allem über Müdigkeit, Schwindel sowie Konzentrationsstörungen. Trotz der Wirksamkeit der konventionellen Therapie brechen deshalb manche Patienten die Behandlung ab und suchen nach Alternativen. Die Homöopathie gehört zu den alternativen medizinischen Heilverfahren und ist praktisch nebenwirkungsfrei. Ihre Unbedenklichkeit ist auch der Grund für ihre Popularität.

Die klassische Homöopathie wurde vor mehr als 200 Jahren von dem sächsischen Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) begründet. Die homöopathische Heilmethode gilt als Reiztherapie zur Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte. Bei der Behandlung werden nur solche Arzneimittel eingesetzt, deren Wirkung zuvor in einem Beobachtungsversuch an gesunden Personen geprüft wurde. Der homöopathische Arzt behandelt seine Patienten nach dem Ähnlichkeitsprinzip, d.h., mit einer Besserung bzw. Heilung ist zu rechnen, wenn die Symptome, die das verordnete Medikament in der Arzneimittelprüfung hervorgerufen hat, den Symptomen des Patienten möglichst ähnlich sind. Die Wirkung homöopathischer Arzneimittel beruht auf einem speziellen Zubereitungsverfahren auf der Basis von Verdünnung, Verschüttelung bzw. Verreibung.

Bei der homöopathischen Epilepsie-Behandlung stellt sich die Frage, ob die Erkrankung ausschließlich homöopathisch oder in Kombination mit konventionellen Antiepileptika durchgeführt werden soll. Die Therapiestrategie orientiert sich an der Anfallsform und der Anfallsfrequenz des Patienten. Generell sollte bei mangelndem homöopathischem Therapieerfolg eine zusätzliche, konventionelle antiepileptische Behandlung erfolgen. Die homöopathische Behandlung von Epilepsien darf nur von spezialisierten Therapeuten durchgeführt werden. Neben einer fundierten homöopathischen Ausbildung sollte der behandelnde Arzt über neurologische und epileptologische Kenntnisse verfügen.

Es gibt kein homöopathisches „Epilepsie-Mittel“. Das passende homöopathische Mittel findet der Homöopath anhand einer genauen Anfallsanamnese. Zu diesem Zweck werden der Patient und oft auch sein familiäres und therapeutisches Umfeld befragt. Für die individuelle Auswahl des passenden Arzneimittels sind besonders auffällige Symptome wichtig, die den Patienten von anderen Kranken mit derselben Diagnose unterscheiden. Unter Berücksichtigung aller vorliegenden Informationen verordnet der homöopathische Arzt ein Arzneimittel, das möglichst alle Aspekte der Anfallssymptome des Patienten repräsentiert, d.h., die größtmögliche Ähnlichkeit mit der individuellen Epilepsieerkrankung zeigt. Im Behandlungsverlauf kann es nötig sein, das homöopathische Mittel mehrmals zu wechseln, weil sich das Symptombild der Krankheit verändert hat. Besonders bewährt hat sich deshalb die tägliche Behandlung mit Q-Potenzen als Lösung mit relativ kurzer Wirkdauer, in denen der Arzneiwirkstoff in einem hohen Verdünnungsverhältnis enthalten ist.

Bei vielen Epilepsie-Patienten, die homöopathisch behandelt werden, ist eine begleitende Therapie mit Antikonvulsiva nötig, wobei erfahrungsgemäß bei richtig gewähltem homöopathischem Arzneimittel eine Dosisreduktion der Antikonvulsiva möglich ist. Der Arzt wird jedoch die Dosierung nur herabsetzen, wenn klare Belege für den homöopathischen Behandlungserfolg vorliegen. Antikonvulsiva werden grundsätzlich schrittweise reduziert, andernfalls können Entzugsanfälle auftreten. Während der Reduktionsphase sollten EEG-Kontrollen durchgeführt werden. Erfahrungsgemäß ist durch eine homöopathische Epilepsie-Behandlung eher mit einer Reduktion der Anfallsfrequenz und der Schwere der Anfälle als mit einer kompletten Anfallsfreiheit zu rechnen. Bei idiopathischen Anfällen (Anfälle ohne erkennbaren Grund) ist im Vergleich zu symptomatischen Anfällen (Anfälle mit bekannter Ursache wie z.B. ein Tumor) die Prognose besser.

Mikronährstoffe

Epilepsiepatient*innen weisen häufig Vitaminmängel auf, da viele Antiepileptika den Vitaminstoffwechsel beeinträchtigen. Dies kann zu Hyperhomocysteinämie führen, einem Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen und Knochenfrakturen. Besonders häufig sind Mängel an Vitamin B6, Vitamin E und Vitamin D3. Niedrige Vitamin-E-Spiegel wurden insbesondere bei Kindern mit Epilepsie beobachtet, wobei eine Mehrfachmedikation die Werte weiter senkte. Vitamin D3 spielt eine wichtige Rolle im Gehirn und zeigt potenzielle antikonvulsive Effekte. Studien belegen, dass eine Normalisierung des Vitamin-D3-Spiegels die Anfallshäufigkeit reduzieren kann. Ein Vitamin-D3-Mangel wird jedoch oft übersehen, obwohl er durch antiepileptische Medikamente begünstigt wird und die Knochengesundheit, insbesondere bei Kindern, negativ beeinflusst.

Weitere natürliche Heilmittel

Natürliche Heilmittel können eine wertvolle Unterstützung bei Epilepsie sein, insbesondere wenn chemische Neuroleptika nicht ausreichend wirken oder starke Nebenwirkungen verursachen. Sie sollten jedoch niemals eigenverantwortlich als Ersatz für schulmedizinisch verordnete Medikamente genutzt werden. Die Naturmedizin bietet viele wirksame Mittel, die jedoch meist als Ergänzung zur allopathischen Behandlung dienen, um die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Entspannungstechniken und Stressmanagement

Das Zusammenspiel von Körper und Seele führt dazu, dass jede emotionale Erregung oder körperliche Aktivität über Nervenimpulse durch den Organismus geleitet wird - unabhängig davon, ob die Erregung positiv oder negativ ist. Für Epilepsiepatienten kann dies belastend sein, da emotionale Zustände anfallauslösend wirken können. Ruhe, Ausgeglichenheit und Selbstkontrolle helfen, die Zahl der Nervenimpulse zu verringern und energetische Blockaden im Körper zu lösen. Eine angstfreie Entspannung stabilisiert das zentrale Nervensystem (ZNS) und harmonisiert die Energieflüsse im Körper. Dies ermöglicht den Nervenzellen, elektrische Impulse schneller umzuleiten, was dazu führen kann, dass anfallsfreie Intervalle verlängert und stabilisiert werden.

Osteopathie

Bei einem Jugendlichen mit einer symptomatisch-fokalen Epilepsie mit generalisierten tonisch-klonischen Anfällen und dyskognitiven Anfällen konnte die Anfallshäufigkeit medikamentös nicht reduziert werden, sodass nach 2,5 Jahren eine Hirn-Teilresektion geplant war. Je nach erhobenem Befund erfolgte die osteopathische Behandlung. Während der ersten 4 - 5 Behandlungen traten die Anfälle statt 2 - 3-mal pro Woche nur noch alle 2 - 3 Wochen auf. Nach jedem Anfall lagen wiederum Blockaden der mittleren BWS und ein Atlas-Shift links mit gleichem kraniosakralen Ausgangsbefund vor. 5 Monate nach der Erstbehandlung lag eine Anfallsfreiheit vor, die nun seit 1,5 Jahren besteht. Mittlerweile kommt der Patient alle 4 - 6 Wochen zur Kontrolluntersuchung und ggf. werden Blockaden (meist 1 - 2 in der oberen BWS) gelöst. Bei den neuropädiatrischen Kontrolluntersuchungen war jeweils das EEG mit Hyperventilation unauffällig.

Wichtige Hinweise

  • Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, sondern dient der Information.
  • Naturheilkundliche Therapien sollten immer in Absprache mit einem Arzt oder erfahrenen Therapeuten erfolgen.
  • Bei einem epileptischen Anfall ist schnelles und korrektes Handeln entscheidend, um die betroffene Person zu schützen.

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