Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Wer an mehr als 15 Tagen im Monat von schweren Kopfschmerzen geplagt wird, leidet unter chronischer Migräne. Die Attacken können zwischen vier Stunden und drei Tagen andauern und werden oft von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet.
Ursachen und Auslöser von Migräne
Die Ursache von Migräne ist noch nicht restlos geklärt. Allerdings ist bekannt, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen und das Gehirn von Betroffenen einen besonders hohen Energiebedarf hat. Auch weiß man, dass Migräne durch bestimmte Faktoren ausgelöst werden kann, beispielsweise durch Stress, hormonelle Schwankungen, Überanstrengung oder Auslassen von Mahlzeiten. Diese Auslöser werden in der Medizin auch als Trigger bezeichnet.
Internistin Anne Fleck sieht neben Faktoren wie psychischem Stress, Übermüdung, hormoneller Disbalance einen entscheidenden Grund für Migräne. „Für mich steht außer Zweifel, dass die Ernährung ein auslösender Faktor ist. Das zeigt die klinische Erfahrung.“ Je mehr Essen verarbeitet, konserviert, vergoren sei, desto mehr Probleme mache es Migränepatienten. Je frischer und unbehandelter, desto besser verträglich.
Häufige Migräne-Trigger
- Ernährung: Bestimmte Lebensmittel und Getränke können Migräneattacken auslösen. Dazu gehören gereifter Käse, Rotwein, Schokolade, Zitrusfrüchte und fermentierte Produkte.
- Stress: Sowohl akuter als auch chronischer Stress können Migräneattacken triggern.
- Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen können hormonelle Schwankungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder den Wechseljahren Migräne auslösen. Insbesondere ein Progesteronmangel scheint in den Tagen vor dem Einsetzen der Regel eine zyklusbedingte Migräne zu begünstigen.
- Schlafmangel oder übermäßiger Schlaf: Unregelmäßige Schlafmuster können Migräneattacken begünstigen.
- Wetterveränderungen: Änderungen des Luftdrucks, der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit können bei manchen Menschen Migräne auslösen.
- Sinnesreize: Helle oder flackernde Lichter, laute Geräusche oder starke Gerüche können Migräneattacken provozieren.
- Körperliche Anstrengung: Intensive körperliche Aktivität kann bei manchen Menschen Migräne auslösen.
Die Rolle der Ernährung bei Migräne
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Linderung von Migräne. Eine ausgewogene Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten kann helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Unterzuckerungen zu vermeiden, die Migräneattacken auslösen können.
Lebensmittel, die Migräne auslösen können
Einige Lebensmittel enthalten Substanzen, die bei manchen Menschen Migräneattacken auslösen können. Dazu gehören:
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- Tyramin: Dieser Stoff kommt in gereiftem Käse (Camembert, Brie, Bergkäse, Gruyère, Roquefort, Gorgonzola), fermentierten Lebensmitteln, Rotwein (besonders Riesling oder Chianti) und Sherry vor.
- Phenylethylamin: Dieser Stoff ist in Schokolade enthalten, insbesondere in Bitterschokolade. Eine aktuelle Studie besagt, dass der Verzehr von Schokolade bei 75 Prozent der Testpersonen ein häufiger Migräne-Auslöser gewesen sei.
- Histamin: Dieser Stoff kommt in Rotwein, gereifter Wurst (Salami), bestimmten Obst- und Gemüsesorten (Erdbeeren, Himbeeren, Bananen, Zitrusfrüchte, Tomaten, Spinat, Auberginen, Sauerkraut, Avocado) vor. Rotwein etwa habe einen bis zu 200-fach höheren Histamingehalt als Weißwein.
- Raffinierter Zucker: Dieser Stoff ist in Kuchen, Torte, Keksen, Eis und Bonbons enthalten.
- Glutamat: Dieser Stoff wird oft in Fertigprodukten und Konserven verwendet.
- Koffein: Koffein ist in Kaffee, Cola und anderen koffeinhaltigen Getränken enthalten.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen auf die gleichen Lebensmittel reagieren. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, individuelle Auslöser zu identifizieren.
Erdbeeren und Migräne
Obwohl Erdbeeren viele gesundheitliche Vorteile bieten, können sie bei manchen Menschen mit Migräne aufgrund ihres Histamingehaltes oder ihrer Fähigkeit, Histamin freizusetzen, Kopfschmerzen auslösen. Es ist wichtig, die eigene Verträglichkeit zu testen und Erdbeeren gegebenenfalls zu meiden.
Die Erdbeere ist außerdem für sensible Menschen ein ideales Anti-Schmerzmittel, vor allem gegen Kopfschmerzen, Migräne, Rheuma und Gicht. Die Erklärung dafür: Die Erdbeere enthält eine natürliche Substanz mit dem Namen Methylsalicylsäure, welche mit der Acetylsalicylsäure - dem Inhaltstoff vieler Schmerzmittel - verwandt ist. Es kann daher der Genuss von etwa 10 saftigen, frischen Erdbeeren in manchen Fällen Kopfschmerzen oder Migräne vertreiben. Da es sich um eine sanfte Naturmedizin handelt, kann man Erdbeeren natürlich nicht gegen starke, lang anhaltende Schmerzen einsetzen. Die Erdbeeren können nicht den Arzt ersetzen.
Empfohlene Ernährung bei Migräne
- Regelmäßige Mahlzeiten: Halten Sie sich an feste Essenszeiten, um Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu vermeiden. Sorgen Sie für fünf kleine Mahlzeiten am Tag, essen Sie in Ruhe und lassen Sie keine Hauptmahlzeit ausfallen, vor allem nicht das Frühstück. Nehmen Sie spätestens 2,5 Stunden vor dem Schlafengehen Ihr Abendbrot ein.
- Komplexe Kohlenhydrate: Essen Sie eher kohlenhydratreich und setzen Sie auf komplexe Kohlenhydrate wie Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot oder Kartoffeln.
- Ausreichend Flüssigkeit: Trinken Sie mindestens zwei Liter pro Tag, am besten Wasser.
- Frisches Obst und Gemüse: Essen Sie täglich drei Hände voll Gemüse und zwei Hände voll Obst.
- Gesunde Fette: Verwenden Sie hochwertige Pflanzenöle mit Omega-3-Fettsäuren. Fettreiche Seefische wie Hering, Lachs und Makrele glänzen mit der Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Leinöl hat den höchsten Gehalt an Alpha-Linolensäure (ALA) unter den heimischen Pflanzenölen.
- Magnesiumreiche Lebensmittel: Integrieren Sie Gemüse, Früchte, Nüsse, Samen, Kürbiskernen, Amaranth, Quinoa, Mandeln und Trockenfrüchte in Ihre Ernährung.
- Vermeiden Sie: Verarbeitete Lebensmittel, Fertiggerichte, zuckerhaltige Getränke, Alkohol und Lebensmittel, die Sie als Trigger identifiziert haben.
Weitere Faktoren zur Migräneprävention
Neben der Ernährung gibt es weitere Faktoren, die zur Migräneprävention beitragen können:
- Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Qigong.
- Regelmäßige Bewegung: Treiben Sie regelmäßig Ausdauersport.
- Ausreichend Schlaf: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus und ausreichend Schlaf.
- Vermeidung von Triggern: Identifizieren und vermeiden Sie Ihre individuellen Migräne-Trigger.
Was tun bei einer Migräneattacke?
Auch wenn die Ernährung und andere präventive Maßnahmen helfen können, Migräneattacken zu reduzieren, können sie nicht immer verhindert werden. Bei einer akuten Migräneattacke können folgende Maßnahmen helfen:
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- Ruhe: Legen Sie sich in einen dunklen, ruhigen Raum.
- Kühlung: Kühlen Sie Stirn und Nacken mit einem kalten Tuch.
- Koffein: Eine Tasse Kaffee mit Zitronensaft oder etwas Zucker und einem Glas Wasser kann helfen.
- Schmerzmittel: Nehmen Sie bei Bedarf Schmerzmittel ein.
- Medikamente: Bei schweren Migräneattacken kann der Arzt spezielle Migränemedikamente verschreiben.
Michaela's Geschichte und ihr Notfallplan
Michaela, die Gründerin von Histaminikus, litt viele Jahre unter heftigen Migräneattacken. Ihre individuellen Ursachen waren hormonelle Dysbalancen, die Überlastung der Leber, Schlafmangel, enorme Stress-Situationen sowie stark histamintriggernde Nahrungsmittel wie Schokolade, Bananen oder Erdbeeren.
Ihr Notfallplan bei ersten Symptomen:
- Direkt 2 Basics (Quercetin, Calcium und Magnesium, Vitamin C) einnehmen.
- Einen hohen Einlauf mit ca. 1 Liter lauwarmen Wasser machen, um die Leber und den Darm direkt zu entlasten.
- Eine Stunde nach dem Basics eine HistaPrevent® (Vitamin C, B6) einnehmen.
- Sich in ein abgedunkeltes Schlafzimmer legen, die Augen schließen und sanfte Entspannungsmusik hören.
- Zwischendurch immer wieder Wasser trinken.
Dieser Plan half ihr, die Aura-Symptome schnell zu beseitigen und die Kopfschmerzen deutlich zu reduzieren.
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