Ergo Kranit Migräne Tabletten: Bewertungen, Anwendung und wichtige Hinweise

Ergo Kranit Migräne Tabletten sind ein Arzneimittel zur Behandlung von Migräne und anderen leichteren bis mittelstarken Schmerzen. Sie enthalten den Wirkstoff Phenazon, der die Bildung von Prostaglandinen hemmt und somit die Weiterleitung und Wahrnehmung von Schmerzen reduziert. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anwendung, Dosierung, mögliche Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Bewertungen zu Ergo Kranit Migräne Tabletten.

Anwendungsgebiete

Ergo Kranit 500 mg Tabletten werden angewendet zur Linderung von:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • anderen leichteren bis mittelstarken Schmerzen

Dosierung und Anwendung

Die Behandlung mit Ergo Kranit Migräne Tabletten sollte nur unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen.

Empfohlene Dosis

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis wie folgt:

  • Anfangsdosis: 1 Tablette (entsprechend 2 mg Ergotamintartrat)
  • Bei Wiederauftreten der Migräne nach 4 - 6 Stunden: zusätzlich 1 Tablette (entsprechend 2 mg Ergotamintartrat)

Wichtige Hinweise zur Dosierung:

  • Die Höchstdosis pro Anfall oder Tag sollte 2 Tabletten (entsprechend 4 mg Ergotamintartrat) nicht überschreiten.
  • Die wöchentliche Höchstdosis beträgt 3 Tabletten (entsprechend 6 mg Ergotamintartrat).
  • Bei Bedarf kann die Tablette zum Auflösen in einem halben Glas Wasser zerfallen gelassen und nach gutem Umrühren getrunken werden.
  • Das Arzneimittel sollte mit den ersten Anzeichen eines Migräneanfalls - so früh wie möglich - eingenommen werden.
  • Nehmen Sie bei zu niedriger Dosis oder vergessener Einnahme nicht nachträglich eine höhere Dosis ein, sondern führen Sie die nächste Einnahme - nur bei Bedarf - entsprechend der Dosierungsanleitung durch.

Anwendung bei Kindern und älteren Patienten

Über die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern unter 16 Jahren und bei Patienten über 65 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

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Art der Anwendung

Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.

Dauer der Anwendung

Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3-4 Tage anwenden.

Gegenanzeigen

Das Präparat darf nicht eingenommen werden, wenn Sie:

  • allergisch gegen Mutterkornalkaloide, Ergotamintartrat oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
  • an Sepsis („Blutvergiftung") leiden
  • Durchblutungsstörungen des Gehirns haben
  • an arteriellen Gefäßerkrankungen an Händen oder Füßen (Armen, Beinen) leiden
  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße haben
  • Bluthochdruck haben
  • schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen haben
  • an familiärer hemiplegischer Migräne (gehäuft familiär auftretende Migräne mit körperlich-einseitigen Lähmungserscheinungen) und der Basilaris-Migräne (Migräne mit Durchblutungsstörungen im Hirnstamm) leiden
  • ein Phäochromozytom (Geschwulst des Nebennierenmarks) haben
  • an Thyreotoxikose (Schilddrüsenüberfunktion) leiden
  • mit Tetracyclinen behandelt werden
  • an peripheren Durchblutungsstörungen leiden
  • Patient mit anamnestisch bekannten medikamenteninduzierten Fibrosen (krankhafte organische Bindegewebsvermehrung, z. B. der Lunge) sind
  • gleichzeitig mit Beta-Blockern (Mittel gegen Bluthochdruck) behandelt werden
  • gleichzeitig weitere starke Hemmer eines bestimmten Leberenzyms (das sogenannte CYP3A4) wie z. B. Makrolidantibiotika (außer Spiramycin), bestimmte antivirale Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion oder Azol-Antimykotika (Mittel gegen Pilzerkrankungen) einnehmen
  • gleichzeitig andere gefäßverengende Mittel einschließlich ergotaminhaltiger Präparate, 5-HT1-Rezeptor-Agonisten (z. B. Sumatriptan, ein Migräne-Mittel) einnehmen
  • schwanger sind oder stillen
  • Kinder unter 16 Jahren und Patienten über 65 Jahren sind

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie das Präparat einnehmen.

Vorsicht ist geboten bei:

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  • bekannter Abhängigkeit von Migräne- und Kopfschmerzmitteln
  • akuter Porphyrie (Stoffwechselstörung bei der Bildung von Porphyrin / Blutfarbstoff)
  • Patienten mit geringer bis mäßiggradiger Einschränkung der Leberfunktion, insbesondere solche mit Gallenstauung und starker Gelbsucht (cholestatische Hepatitis)

Das Arzneimittel ist nicht zur Vorbeugung von Migräneanfällen bestimmt. Der chronische Missbrauch (z. B. Daueranwendung) kann bei nachlassender Wirkung des Präparats und besonders nach dem Absetzen der Behandlung Kopfschmerzen hervorrufen. Wenn der Verdacht auf einen solchen Zustand besteht, darf es nicht weiter eingenommen werden. Bitte nehmen Sie dann Kontakt zu Ihrem Arzt auf.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen / angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.

Die gleichzeitige Behandlung mit folgenden Arzneimitteln kann zu Wechselwirkungen führen:

  • Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin, Clarithromycin)
  • Tetrazyclin
  • bestimmte antivirale Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion (z. B. Ritonavir oder Kombinationen mit Cobicistat, Idelalisib)
  • Azol-Antimykotika (Mittel gegen Pilzerkrankungen, wie z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol)
  • Beta-Blocker (Mittel gegen erhöhten Blutdruck, z. B. Propanolol)
  • andere Mittel bei Migräne, die Ergotamin oder Triptane (z. B. Sumatriptan) enthalten

Die gleichzeitige Einnahme von Metoclopramid verbessert die Aufnahme in den Körper. Die gleichzeitige Anwendung von Nikotin (z. B. durch Rauchen) kann die gefäßverengende Wirkung verstärken.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

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Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

  • Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10
  • Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100
  • Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000
  • Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000
  • Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000
  • Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

  • Erkrankungen des Nervensystems:
    • Gelegentlich: Benommenheit, Verwirrtheit, Kopfschmerzen und Krämpfe, insbesondere bei Behandlungsbeginn.
  • Herzerkrankungen:
    • Selten: Herzschmerzen sowie kurzfristige Beschleunigung oder Verlangsamung des Herzschlages. Insbesondere bei Patienten mit einer bestehenden Angina pectoris können durch Ergotamin Angina-pectoris Anfälle ausgelöst werden.
    • Sehr selten: Medikamenteninduzierte Fibrosierungen (krankhafte organische Bindegewebsvermehrung, z. B. der Lunge), z. B. Retroperitonealfibrose, Myokardfibrosen, Herzklappenfibrosierungen.
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts:
    • Häufig: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:
    • Gelegentlich: Muskelschwäche, Muskelschmerzen und Parästhesien (Kribbeln, Taubheit) in den Extremitäten.

Einige der unerwünschten Wirkungen beruhen auf Wechselwirkungen mit dem Blutgefäßsystem und äußern sich als kalte Gliedmaßen (Hände, Füße), Missempfindungen, Juckreiz und Muskelschmerzen.

Nach Langzeitbehandlung mit Ergotamin - selten auch initial - kann es zu Durchblutungsstörungen, z. B. der Extremitäten wie Finger- / Zehenspitzen bis hin zum Gefäßverschluss mit Gangrän (Schwarzfärbung der Gliedmaßen), ischämischer Kolitis (Minderdurchblutung mit Entzündung im Darmbereich) kommen.

Gegenmaßnahmen

Wenn Sie bei sich Wirkungen auf das Blutgefäßsystem (kalte Gliedmaßen, Missempfindungen in Armen und Beinen, Juckreiz und/oder Muskelschmerzen) beobachten, nehmen Sie das Präparat nicht mehr ein und befragen Ihren Arzt.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.

Überdosierung

Nach Einnahme einer zu hohen Dosis können Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Blutdruckanstieg, Schwindel und Durchblutungsstörungen (Gefäßspasmen) auftreten. Bei einer chronischen Intoxikation kann es zu Krämpfen, zentralnervösen Störungen, Persönlichkeitsveränderungen und/oder zu schmerzhaften arteriellen Durchblutungsstörungen in Händen und Füßen mit Dunkelfärbung von Finger- und Zehenspitzen (Gangrän) kommen.

Rufen Sie bei Auftreten dieser Krankheitszeichen den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!

Ärztliche Maßnahmen: Nach Absetzen des Arzneimittels erfolgt die Behandlung einer Überdosierung symptomatisch, z. B. mit Vasodilatatoren und Wärme bei Durchblutungsstörungen bzw. antikonvulsiver Medikation bei Krampfanfällen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Wegen der gefäßverengenden und anregenden Wirkungen des Wirkstoffs Ergotamin auf die Gebärmuttermuskulatur besteht die Gefahr der Auslösung von Fehlgeburten in der gesamten Schwangerschaft. Sie dürfen das Präparat in der gesamten Schwangerschaft nicht anwenden.

Stillzeit

Der Wirkstoff Ergotamin kann bei der Mutter zu einer Hemmung der Milchbildung führen. Ergotamin geht in die Muttermilch über und kann beim gestillten Säugling zu ernsthaften Schädigungen führen. Sie dürfen das Arzneimittel daher nicht in der Stillzeit anwenden. Hält Ihr Arzt eine Anwendung in der Stillzeit für erforderlich, müssen Sie abstillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Nach der Anwendung oder dem Absetzen des Arzneimittels bei Daueranwendung (= missbräuchliche Anwendung) kann es unter anderem zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Verwirrtheit und Benommenheit kommen, wodurch das Reaktionsvermögen beeinträchtigt wird. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie dann nicht Auto und andere Fahrzeuge! Bedienen Sie dann keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Zusätzliche Informationen

  • Diese Tablette ist nicht teilbar.
  • Bitte schützen Sie das Arzneimittel vor hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung.
  • Von einer Anwendung in der Stillzeit wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
  • Wenden Sie sich an Ihren Frauenarzt, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.

Triptane als Alternative

Bei mittelstarken bis starken Migräneattacken sind Triptane die Mittel der ersten Wahl, heißt es in der gemeinsamen Leitlinie der DMKG und der DGN. Triptane hemmen die Ausschüttung von am Entzündungs- und Schmerzgeschehen beteiligten Neuro­peptiden und verengen pathologisch erweiterte Blutgefäße im Gehirn. Laut den Ergebnissen der Zulassungsstudien können Triptane rund 60 Prozent der Patienten helfen, die auf NSAR/Analgetika nicht ansprechen.

Hinweise zur Selbstmedikation

Die Migräne Kranit 500 mg Tabletten werden zur Behandlung von Migräne und anderen leichteren bis mittelstarken Schmerzen angewendet. Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.

  • Überdosierung? Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Zittern, Krampfanfällen, Sehstörungen sowie zur Bewußtlosigkeit und zum Herzstillstand. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
  • Einnahme vergessen? Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
  • Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
  • Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen.

Wann sollte man einen Arzt konsultieren?

  • Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
  • Der chronische Missbrauch (z. B. Daueranwendung) kann bei nachlassender Wirkung des Präparats und besonders nach dem Absetzen der Behandlung Kopfschmerzen hervorrufen. Wenn der Verdacht auf einen solchen Zustand besteht, darf es nicht weiter eingenommen werden. Bitte nehmen Sie dann Kontakt zu Ihrem Arzt auf.

Fazit

Ergo Kranit Migräne Tabletten können eine wirksame Option zur Behandlung von Migräne und anderen Schmerzen sein. Es ist jedoch wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen, die Gegenanzeigen und Warnhinweise zu beachten und sich über mögliche Nebenwirkungen zu informieren. Bei Unsicherheiten oder Fragen sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden. Bei der Selbstmedikation ist es wichtig, die empfohlene Dosierung nicht zu überschreiten und die Anwendungsdauer zu beachten. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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